Tierpark, Düsseldorf

Bilder der Ciao Community

Tierpark, Düsseldorf

> Detaillierte Produktbeschreibung

100% positiv

2 Erfahrungsberichte der Community

Es gibt leider keine Angebote

Erfahrungsbericht über "Tierpark, Düsseldorf"

veröffentlicht 19.11.2004 | SabineG1959
Mitglied seit : 16.10.2004
Erfahrungsberichte : 283
Vertrauende : 59
Über sich :
Ihr Lieben, ich wünsche Euch allen eine scholne Adventszeit frohe Weihnachten und einen guten Rutsch :)
Ausgezeichnet
Pro selbst erlebt
Kontra nix
sehr hilfreich

"Zoo Düsseldorf - Reise in die Vergangenheit"

Düsseldorf – meine Heimatstadt – wenn auch nicht meine Geburtsstadt.

Auch Düsseldorf hat einen Zoo – bzw. hatte einen vor dem 2. Weltkrieg. Der Park existiert immer noch, allerdings wird er nicht mehr von Eisbären und Pinguinen sondern Enten und Schwänen, Mücken und Fliegen etc. bevölkert, also von Tieren, die es in jedem Park gibt.

Der Zoo – wie er sich immer noch nennt – liegt im Stadtteil Zoo an der Brehmstraße. Als Kind habe ich am gegenüberliegenden Ende gewohnt, der Mathildenstraße. Dort beginne ich dann auch meinen Rundgang durch den Zoo, von dem ich mich noch kurz, bevor ich alles aufgegeben habe und hinaus in die weite Welt gezogen bin, noch einmal verabschiedet habe, indem ich all die Wege gegangen bin, die ich auch als Kind schon gegangen bin.

Also: Mathildenstraße. Dort gab es in meiner Kindheit eine Mauer, und in dieser Mauer befand sich ein Loch, das gerade groß genug war, dass wir Kids hindurch krabbeln konnten. Das Loch muss wohl bei einem Blitzeinschlag entstanden sein, da sich direkt dahinter ein hohler Baum befand, der auch nach Jahren immer noch ein wenig verbrannt roch. In diesem Baum machten wir es uns als Kinder immer mal ein wenig gemütlich, er lud so richtig ein zum Kuscheln.

Die Mauer existiert nicht mehr, sie wich einem schönen ordentlichen Zaun. Büsche und Bäume, die am Rande der Mauer standen, stehen jetzt am Zaun. Nach wie vor befindet sich hinter den Büschen der Spielplatz, auf dem wir oft gespielt haben. Die alten Geräte wurden allerdings inzwischen abmontiert und durch neue und modernere ersetzt.

Gegenüber vom Spielplatz befinden sich der Wasserspielplatz, der heute noch steht, und eine große Liegewiese, und ein WC-Häuschen, das zumindest früher immer nur geöffnet war, wenn auch der Wasserspielplatz „an“ war.

Auf der anderen Seite vom Spielplatz geht es durch Büsche zur Düssel. Sie fließt durch den Hof der Häuser Mathilden-/Hallbergstraße und unter der Straße durch in den Zoo. Früher gab es dort ein altes Wehr – die Mauer stand ja auch noch – so dass man wunderbar und ungesehen darauf herum turnen konnte und hier die Düssel überqueren konnte, was nicht so ganz ungefährlich war.

Heute ist das ganze schön ordentlich und steril: das Wehr wurde abgebaut und nicht wieder ersetzt, und aufgrund des niedrigen Lattenzauns ist das Stück auch gut einsehbar, also nix mehr mit Rumturnen für die nächsten Kindergenerationen …

Zwischen Spielplatz und Wasserspielplatz ist der „normale“ Eingang in den Zoo. Ein rötlicher Spazierweg führt zwischen den Spielplätzen entlang bis zur Düssel. Rechts vor der Brücke gibt es einen schönen Spazierweg an den Tennisplätzen entlang, die es schon immer gab – jedenfalls schon immer seit meiner Zeit, als ich von 1968 bis 1970 dort gewohnt habe. Im Gegensatz zu heute wucherte früher das Unkraut, insbesondere Brennnesseln, an der Stelle, die heute der Spazierweg ziert. In den Büschen vor dem Zaun der Tennisplätze spielten wir mit unseren Puppen. Die Büsche waren so gewachsen, dass sie innen praktisch mehrere Zimmer ergaben und wir auf diese Weise eine richtige Wohnung für unsere Puppenfamilien hatten.

Wir setzen unseren Rundgang fort über die Brücke. Der Blick von der Brücke auf die Düssel ist heutzutage wunderschön. Ich kam mir vor wie am Amazonas, so wunderschön war alles zugewuchert, und die Pflanzen wuchsen bis ins Wasser. Es sah wild und urtümlich nach Dschungel aus – in beide Richtungen.

Am andern Ufer geht es links einen kleinen Berg hoch auf einem Weg, der bald wieder aus dem Zoo hinaus führt ungefähr an der Stelle, wo früher das Wehr war. Da gehen wir jetzt also nicht entlang. Rechts an der Düssel ist eine kleine Wiese, auf der früher ein mächtiger Kastanienbaum stand mit einer riesigen Krone, der im Frühling wunderschön geblüht hat. Leider ist er nicht mehr da. Jetzt sind nur noch die Enten da, die an dieser Stelle immer schon von den Kindern gescheucht wurden, was ich schon als Kind nicht vertragen konnte.

Auf der anderen Seite des Weges ist eine riesige Wiese mit ein paar Bäumen und zum Teil von Büschen umsäumt. Hier haben wir uns des öfteren in den Büschen zum Quatschen getroffen oder es uns auf den weit ausladenden Ästen des Baumes ziemlich in der Mitte bequem gemacht. Unser größter Feind war der Zoowärter, der mit einem schwarzen Fahrrad den Zoo unsicher machte und uns Kinder gerne aus den Büschen und von den Bäumen vertrieb. Also musste immer zumindest einer Wache halten und die anderen leise warnen, wenn irgendwo das schwarze Fahrrad auftauchte, was auch ganz gut klappte, denn er hat uns fast nie erwischt.

Die Büsche oder andere gleichwertige stehen noch heute da. Aus den jungen Bäumen meiner Kindheit wurden nun ehrwürdige Bäume, zum Teil mit Laub bis fast zur Erde. Ich bin über die Wiese durch die Bäume gelaufen und habe „unseren“ Baum versucht wiederzufinden und meine, dass ich ihn auch gefunden habe. Es war wunderschön, durch diese alten Bäume zu laufen und ihr Alter und ihre Würde zu genießen, die Geheimnisse meiner Kindheit, die sie bewahrt hatten.

Wieder zurück zum Hauptweg und in die ursprüngliche Marschrichtung. Rechts, also auf der Seite der Düssel, folgt nun ein kleiner Hügel, auf dem ursprünglich das Eisbärenhaus stand, wie man uns erzählte. Als Kinder war dies der beste Platz zum Schlittenfahren. Allerdings war die steilste Stelle auch die, die der Düssel am nächsten war, so dass man also höllisch aufpassen musste, nicht in die Düssel zu sausen, oder lieber gleich mit den etwas flacheren Stelle vorlieb nahm, die genügend Platz zum Auslaufen boten. Von hier aus hatte man auch den besten Blick in die Brennnesseln gegenüber und die Tischtennisplätze, die uns aber nicht weiter interessierten. Das Plop-Plop der Tennisbälle hat mich schon als Kind tierisch gelangweilt.

Linker Hand des Weges ist der Ententeich, an dem es auch einen schönen Kletterbaum gab. Hier kann und konnte man Enten füttern, ferngesteuerte Boote fahren lassen und im Winter auf das Eis. Heute gibt es in der Mitte des Teiches eine wunderschöne Insel für die Vögel, die in meiner Kindheit eher karg und lieblos aussah. Jetzt wuchert da lauter Grünzeug, was sehr schön aussieht.

Wenn man rechts abbiegt, führt wieder eine Brücke über die Düssel zu einem weiteren Spielplatz mit einem kleinen künstlichen Hügel, Schaukel etc. Der künstliche Hügel war früher über und über mit hölzernen Gerüsten, Balancierstangen etc. bedeckt, die heute zum größten Teil nicht mehr existieren.

Ein Weg aus dem Park hinaus führt am Eisstadion vorbei zur Brehmstraße. Als Kinder sind wir sehr oft hier Schlittschuh laufen gewesen und haben versucht, die Kunststücke und Übungen der Mädels meist, die dort Unterricht erhielten, nachzumachen, was uns zum Teil auch ganz gut gelang. Wenn abends die DEG ein Eishockeyspiel hatte, fiel nachmittags leider die Laufzeit aus, so dass wir an den Tagen, an denen die DEG üblicherweise spielte, oft genug meinen kleinen Bruder durch den ganzen Zoo schickten, um zu gucken, ob wir gehen konnten oder nicht.

Wieder zurück im Park gehen wir nun direkt an der Hinterseite des Eisstadions vorbei wieder zur Brücke. Zwischen Weg und Spielplatz ist ein große Wiese, rechts vom Weg ist ein umzäunter Hundeplatz, wo man Hunde frei laufen lassen kann, was im Rest des Zoos wohl verboten ist.

Nun gehen wir wieder über die Brücke zurück am Teich entlang. Bis zum Ausgang Brehmplatz kommen wir noch an einigen baumbestandenen und buschumsäumten Wiesen vorbei. Auf einer der Wiesen links von unserem Weg liegt seit Jahrzehnten ein nackter Mann. D.h. es müssen zwei gewesen sein. Der Mann, eine ich denke mal Bronzestatue, sieht irgendwie anders aus als der, den ich aus meiner Kindheit in Erinnerung habe. Vielleicht hat man ihn mal ausgetauscht …

Kurz vor dem Ausgang Brehmplatz gibt oder gab es ein paar einbetonierte Tische mit aufgezeichnetem Schachbrett. Und nach ein paar Schritten steht man schon wieder mitten im Verkehrsgewühl des Brehmplatzes mit Autos ohne Ende und Straßenbahnen in die Stadt und zum Hauptbahnhof.

Schlussbemerkung: auch wenn mir ein wenig von der wilden Romantik meiner Kindheit fehlte, war ich doch sehr angetan davon, wie sehr die Natur in diesem Park lebte, was mir insbesondere an der Düssel mit ihrem wuchernden Grün aufgefallen war, an der grünen Insel im Ententeich und an den wunderschönen ehrwürdigen alten Bäumen. Der Besuch hier in diesem Park gab mir ein wenig Hoffnung, dass doch noch nicht alles verloren ist und ein gewisses Umdenken für das, was wirklich schützens- und lebenswert ist, inzwischen eingesetzt hat. Ich hatte das Gefühl, der Park lebt …

Herzlichen Dank fürs Lesen und dafür, dass Ihr bis hierher durchgehalten habt.

Alles Liebe von Sabine

Community Bewertungen

Dieser Erfahrungsbericht wurde 15595 mal gelesen und wie folgt bewertet:
98% :
> Wie bewertet man einen Erfahrungsbericht?
sehr hilfreich

Ihre Bewertung zu diesem Erfahrungsbericht

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • SabineG1959 veröffentlicht 28.11.2004
    Hallo, liebe Cherry, aus meinem Bericht müste doch hervorgehen, dass dieser Tierpark ein Tierpark WAR und keiner mehr IST. Es gibt keine tore - wie bei allen anderen freien offenen Parks auch - Tiere habe ich beschrieben: Enten, Mücken, Fliegn etc. Der düsseldorfer Zoo ist seit dem 2.Weltkrieg ein ganz normaler Park. WEnn Du allles gelesen hättest anstatt nur nach Deinen Informationen zu suchen, hätte Dir das eigentlich auffallen müssen. Danke für das 2hilfreich", das ich wohl Deinem Nichtrichtiglesen zu verdanken ahbe. LG Sabine (Kopie meine GB-Eintrags, falls noch jem. dieselbe Idee hat :)
  • Cherry1984 veröffentlicht 28.11.2004
    Hi, ich gebe Dir hier nur ein hilfreich, weil mir hier in deinem Bericht was entscheidenenes fehlt. Denn weder Öffnungszeiten, Anschrift des Zoos noch Eintrittspreise sind hier vermerkt. Und eine Anfahrtsbeschreibung vermisse ich hier auch. Ich bin eine total begeisterte Zoo-Liebhaberin, und deswegen sind mir eben auch diese Punkte wichtig. Und eine separate Meinung und ein Fazit von Dir, wie z.B. steht es mit: Kindergerecht? Rollstuhlfahrergerecht? Tiere gut zu erkennen oder muss man lange gucken bis man sie entdeckt? Solltest du ihn nochmal überarbeiten, lese ich lieben gerne nochmal. Gruss Steffi
  • AnnaHaeberle veröffentlicht 28.11.2004
    Einen Zoobesuch finde ich auch herrlich. Bis jetzt kamen wir mit Landesfamilienpass umsonst in die Stuttgarter Wilhelma, aber seit dieses Jahr ist diese Vergünstigung leider geschlossen. Ich finde es besonders schön Weihnacht oder Silvester in Zoo zu gehen, die haben ja ganzjährig geöffnet, zumindest unsere schwäbische Wilhelma. Liebe Grüße Sabine
  • Haben Sie Fragen? Loggen Sie sich auf Ihr Ciao-Konto ein, um dem Autor einen Kommentar zu hinterlassen. Sich anmelden

beliebteste ähnlich Produkte

Produktdaten : Tierpark, Düsseldorf

Produktbeschreibung des Herstellers

Haupteigenschaften

Stadt: Düsseldorf

Region/Bundesland: Nordrhein-Westfalen

Typ: Parkanlagen

Ciao

Auf Ciao gelistet seit: 10/06/2000