Tim & Struppi: 07 König Ottokars Zepter / Hergé

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Tim & Struppi: 07 König Ottokars Zepter / Hergé

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Im Reich des schwarzen Pelikans

5  05.08.2007

Pro:
Hervorragend erzählt und gezeichnet, tolle "landeskundliche" Infos .

Kontra:
nichts

Empfehlenswert: Ja 

KaiRabe

Über sich:

Mitglied seit:04.05.2005

Erfahrungsberichte:131

Vertrauende:23

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 151 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

In Kürze:
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Im Band „König Ottokars Zepter" reist der Reporter Tim nach Syldavien, einem kleinen Land auf dem Balkan, um einem Professor bei seinen Forschungen über syldavische Siegel zu helfen. Schon vor der Abreise wird klar, dass sich auch kriminelle Kreise für den Gelehrten und seine Arbeit interessieren. Oder sind sie etwa nur hinter dem Zepter von Syldaviens früherem König Ottokar her? Dieses nämlich wird kurz nach Tims Ankunft gestohlen, und das obwohl es sehr sicher aufbewahrt wurde. Ohne das Zepter aber muss der aktuelle König Muskar abdanken - alte syldavische Sitte - und das Land geht einer schweren Zukunft entgegen. Aber Tim und Struppi sind ja da, um dem sympathischen Monarch das gute Stück wiederzubeschaffen...
Ein hervorragender Band dieser berühmten Reihe, der auf seinen 62 Seiten eine spannende und spaßige Handlung bietet, die sehr gute Unterhaltung garantiert. Auch die frei erfundenen „landeskundlichen" Informationen über Syldavien sind sehr lesenswert und geben dem Ganzen zusätzlichen Reiz.

Der Zeichner:
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Hergé hieß eigentlich George Rémi und wurde 1907 in Belgien geboren. Als Künstlername wählte er seine umgestelleten Initialen, also RG = Hergé. Die Serie um den Reporter Tim und seinen Hund Struppi schuf Hergé 1929 für eine Zeitung. Es dauerte einige Zeit, bis Hergé zu seinem Stil gefunden hatte: einem langen erzählerischen Atem über 62 oder sogar 124 Seiten, der auch genügend Zeit für humorvolle Einlagen hat.Die frühen Abenteuer „Tim im Kongo" (frühere belgische Kolonie) oder „Tim in Amerika" bieten dagegen eine weitgehend episodische Handlung, die Einzelstory an Einzelstory reiht. Während des zweiten Weltkriegs soll Hergé angeblich allzu gute Kontakte zur deutschen Besatzungsmacht in Belgien unterhalten haben. Künstlerisch war an dieser Zeit wichtig, dass Hergé eng mit Edgar-Pierre Jacobs (1904-1987) zusammenarbeitete: beide konnten ihren Stil noch weiter verfeinern und zur sogenannten „klaren Linie" („ligne claire") perfektionnieren. Die Figuren werden mit relativ wenigen Strichen ins Bild gesetzt; die Zeichenstriche folgen eigentlich nur den Konturen, die Flächen dazwischen werden oft einfarbig koloriert. Dazu passend gibt es eine klar strukturierte Handlung, die keine Zufälligkeiten oder Brüche kennt. Hergé galt allgemein als Perfektionist, was sich hauptsächlich daraus ablesen lässt, das er viele der älterern Abenteuer der Helden später modernisiert hat, d.h. oft teilweise oder ganz neu gezeichnet hat. Deshalb hatte er auch nach dem Krieg ein Studio gegründet, wo mehrere Zeichner mit der Modernisierung der alten Geschichten wie auch mit der Gestaltung der neuen Episoden beschäftigt waren. Unter den vielen Künstlern, die bei Hergé gearbeitet und gelernt haben, ragen Zeichner wie Roger Leloup („Yoko Tsuno") hervor.
Großen Erfolg konnte Hergé mit seiner Serie ab 1946 nicht nur in der neu gegründeten Zeitschrift „Tintin" erlangen; die Abenteuer um Tim und Struppi erschienen auch bald in Buchform. Der Erfolg der Comic-Bücher bzw. Alben trug entscheidend dazu bei, den Bereich Comics so erfolgreich auf dem Buchmarkt im französischen Sprachraum zu etablieren.
Neben diesen in Buchform vorliegenden Abenteuern eroberte Tim schon zu Hergés Lebzeiten auch andere Medien, insbesondere den Film; in den siebziger Jahren entstand der abendfüllende Zeichentrickfilm „Tim und der Haifischsee", zu dem Comic-Autor Greg das Drehbuch geschrieben hat. Daneben gab es auch Versuche, „Tim und Struppi"-Filme mit Schauspielern zu drehen; diese Filme wurden aber nicht sehr berühmt. Jahre später gab es dann etliche
Bilder von Tim & Struppi: 07 König Ottokars Zepter / Hergé
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Tim & Struppi: 07 König Ottokars Zepter / Hergé Bild 74852384 tb
Hergé
weitere Abenteuer als Trickserie fürs Fernsehen. Derzeit geistern wieder einmal Meldungen über ein großes Hollywood-Projekt nach „Tim und Struppi"-Motiven durch die Presse -aber nichts Genaues weiß man noch nicht.
Hergé starb 1983. Im Buch „Hommage an Hergé" (deutsch bei Comicplus) bezeugten nicht nur seine Schüler, sondern auch viele weitere Comic-Künstler, wie sehr Hergé sie beeinflusst und mit den Grundbegriffen des Comic vertraut gemacht hat. Ein besonders überzeugender Beitrag in diesem liebevoll gestalteten Band beschäftigt sich mit den Träumen bei „Tim und Struppi" - eine tolle Ehrbezeugung gegenüber Hergé von René Pétillon.

Die Serie:
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Die Serie zeigt wie gesagt eine deutliche Evolution von einer rein episodischen Handlung hin zu einer durchgängigen Story, die dann zum Markenzeichen der Reihe wurde. Es kann darüber diskutiert werden, wie viele Bände die Reihe eigentlich existieren. Dies liegt daran dass erstens der frühe Band „Tim im Lande der Sowjets" später offiziell kein Teil der Reihe war, zweitens dass der Filmband „Tim und der Haifischsee" in die Reihe aufgenommen wurde, obwohl er nicht wie die anderen als Comic konzipiert wurde, und das drittens der bei Hergés Tod 1983 unvollendet gebliebene Band „Tim und die Alpha-Kunst" der Reihe ebenfalls noch angegliedert wurde. Bei Carlsen-Comics liegen mittlerweile alle Bände in der chronologischen Reihenfolge vor:

0. Tim im Lande der Sowjets (1930)
1. Tim Im Kongo (1931)
2. Tim in Amerika (1932)
3. Die Zigarren des Pharaos (1934)
4. Der blaue Lotos(1936)
6. Die schwarze Insel (1937)
7. König Ottokars Zepter (1939)
8. Die Krabbe mit den goldenen Scheren (1941)
9. Der geheimnisvolle Stern (1942)
10. Das Geheimnis der Einhorn (1943)
11. Der Schatz Rackhams des Roten (1944)
12. Die sieben Kristalkugeln (1948)
13. Der Sonntentempel (1949)
14. Im Reiche des schwarzen Goldes (1950)
15. Reiseziel Mond (1953)
16. Schritte auf dem Mond (1954)
17. Der Fall Bienlein (1956)
18. Kohle an Bord (1958)
19. Tim in Tibet (1960)
20. Die Juwelen der Sängerin (1963)
21. Flug 714 nach Sydney (1968)
22. Tim und die Picaros (1979)
23. Tim und der Haifischsee (kein eigentlicher Comic-Band, da aus Filmbildern bestehend veröffentlicht zum Film von 1972)
24. Tim und die Alpha-Kunst (1983 unvollendet und auch in dieser Form veröffentlicht)

Die Zahlen in Klammern geben das Jahr der Erstveröffentlichung als französisches Album an; die Serie bei Carlsen-Comics erscheint seit 1967. Wenn ich den von Hergé später verleugneten Band „Tim im Lande der Sowjets" sowie die speziellen Bände 23 und 24 abziehe, komme ich also auf 22 „richtige" „Tim und Struppi"-Bände. Insbesondere einige der älteren Bände wurden im Laufe der Zeit so stark modernisiert, dass eigentlich aber neue Bände entstanden sind.

Die Figuren.
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Was aber zeichnet die Serie neben der gut komponierten durchgängigen Handlung aus? Nun, es sich natürlich in erster Linie die Figuren, die für den hohen Wiedererkennungswert der Abenteuer sorgen. Hauptfigur ist natürlich Tim, der ja in früheren Untertiteln auch als der „pfiffige Reporter" bezeichnet wurde. Dieser Job spielt natürlich nur dann eine Rolle, wenn die Handlung es erfordert und lässt immer genügend Zeit, um auf allerlei Abenteuer auszugehen. Tim ist von undefinierbar jugendlichem Alter und fällt optisch durch seine stets nach oben ragende blonde Haartolle auf dem Kopf auf. Ansonsten ist er wenig auffällig und zeigt einen eher wenig profilierten Charakter, der ideal als Identifikationsfigur des (jugendlichen) Lesers geeignet ist. Natürlich ist er dem normalen Leser trotzdem überlegen und wird zum verehrten Vorbild, und zwar immer dann wenn er mit Köpfchen eine schwierige Situation meistert. Selbstverständlich ist er auch sehr sportlich und manchem Gegner auch im direkten Kampf gewachsen. Dass Tim immer freundlich und hilfsbereit ist, braucht man da gar nicht zu ewähnen - ein idealer Held also.
Ständiger Begleiter ist sein Hund Struppi - ebenfalls sehr intelligent und stets loyal gegenüber seinem Herrchen. Struppi ist ein gänzlich weißer Foxterrier.
Wichtige Nebenfiguren in diesem wie in anderen Bänden sind die Detektive Schulze und Schultze, die sich zum Verwechseln ähnlich sehen und sich auch beim Sprechen „perfekt" ergänzen, indem sie desöferten die gleiche Aussage in veränderter Form von sich geben. Beispiel aus diesem Band: „Diesmal steht unsere Ehre auf dem Spiel. Wir müssen das Zepter finden." - „Ich sage sogar: es muss sein!" Auch ansonsten überzeugen die beiden oft genug durch ihre Trotteligkeit und sorgen für viel Heiterkeit.
Ein weiterer berühmter Nebenchararkter fehlt in diesem Band noch, da er erst im folgenden Abenteuer zur „Tim und Struppi"-Familie stößt. Kapitän Haddock, der trinkfeste Seebär, der seinem Freund Tim dann immer handgreiflich zur Seite steht. Legendär sind Haddocks Wutausbrüche, bei denen er eine Fülle teilweise lustiger Schimpfwörter zu Gehör bringt. Ich persönlich habe dabei insbesondere das Wort „Troglodyten" gelernt (deutsch: Höhlenbewohner).
Auch der geniale und genial schwerhörige Professor Balduin Bienlein ist in diesem Abenteuer noch nicht zu finden. Seine Erfindungen sind später Auslöser so manchen Abenteuers, so in „Der Fall Bienlein".
Eine wiederkehrende Figur wird in „König Ottokars Zepter" eingeführt: die berühmte Opernsängerin Bianca Castafiore, die zu fast jedem Anlass die Arie „Haaa, welch Glück mich zu sehn so schön" ertönen lässt. Einen besonders großen Auftritt hat sie naturgemäß in „Die Juwelen der Sängerin".

Die Handlung:
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Die Handlung beginnt mit einem jener Zufälle, die sich Autoren allzu gerne einfallen lassen und perfekt inszenieren.
Tim und Struppi sind im Park und suchen eine Bank, da Tim anscheinend ein wenig lesen will. Auf der Parkbank findet Tim eine Aktentasche, die ein gewisser Professor Janus dort vergessen hat. Natürlich spricht Tim gleich bei dem Gelehrten vor, um ihm die Tasche zu geben -und das obwohl Struppi warnt: „Tu das nicht, Tim, Du weißt doch, dass sowas nur Ärger gibt!". Die Äußerung des Terriers ist zwar in einer Sprechblase enthalten, aber verstehen kann Tim sie eh nicht. Der Professor ist natürlich froh, seine Tasche nebst Unterlagen wiederzuhaben; die Tasche enthält nämlich ein Gutachten für die ISV, und mit Tim lernt auch der Leser, dass es sich dabei um die internationale Sphragisten-Vereinigung handelt, wie jeder weiß also die Vereinigung der Leute, die sich wissenschaftlich mit Siegeln beschäftigen. Insbesondere die noch wenig bekannten Siegel des Königreichs Syldavien haben es dem Gelehrten angetan; er plant eine Reise ins Land selbst, um noch mehr darüber zu erfahren, muss sich aber zunächst noch einen Sekretär für die praktische Abwicklung der Reise engagieren. Als Tim den Professor wieder verlässt, versucht ihn ein mysteriöser Mann mit einem als Uhr getarnten Fotoapparat zu knipsen, schießt aber zum Ärger eines Komplizen nur ein Bild mit Tim ohne Kopf. Schon vorher haben wir übrigens gesehen, dass die beiden zwielichtigen Herren die Wohnung von Professor Janus abhören. Alles wegen einiger alter Siegel?

Aber dem sehr aufmerksamen Tim entgeht nichts: als er kurz in die Wohnung des Professors zurückmuss, hört er, dass in der Wohnung darunter über ihn geredet wird. Bald darauf kommt einer der Männer aus der Wohnung, und Tim folgt ihm, bis er in einem syldavischen Restaurant verschwindet. Dort ist offenbar ein konspirativer Treffpunkt, doch das Wenige was Tim dort zu hören bekommt, gibt ihm noch keinen Aufschluss darüber, in was für eine Angelegenheit er hier geraten ist. Eindeutig ist immerhin, dass die Arbeit des Professors für irgendwelche zwielichtigen Typen von großem Interesse ist und das die Lösung der Sache in Syldavien zu finden ist. Was tut also der Comicheld? Er wird Sekretär von Professor Janus und reist nach Syldavien. Auf dem Flug liest Tim in einer Broschüre über das „Reich des schwarzen Pelikans", und auch der Leser erfährt viel über Syldavien.

Wichtiger Punkt von Syldavien monarchistischer Tradition ist das Zepter des Königs: dieses muss der Herrscher jedes Jahr an einem Feiertag durch die Hauptstadt Klow tragen - kann er das aus irgedeinem Grunde nicht, verliert er seinen Anspruch auf den Thron. Dann kommt alles, wie es wohl kommen musste: Tim wird aus dem Flugzeug geworfen und erreicht erst nach vielerlei Abenteuern die Hauptstadt Klow. Tim ist nunmehr überzeugt, dass der Professor einen Anschlag auf das Zepter vorhat und sieht sich bestätigt, als endlich im Palast vorsprechen kann: das Zepter ist verschwunden und zunächst ist völlig unklar, was damit geschehen ist und wem eigentlich damit genützt ist, wenn der aktuelle König Muskar abdanken muss...

Daten:
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„Tim und Struppi" Band 7
(in der früheren Ausgabe mit falscher Nummerierung Band 2)
"König Ottokars Zepter"
Text und Zeichnungen von Hergé
64 Seiten in Farbe
Softcover
Carlsen-Verlag, Erstausgabe 1967, Neuausgabe ab 1997, viele Neuauflagen
ISBN 978-3-551-73227-9
Preis: 9 Euro

Insgesamt:
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Ein tolles Abenteuer aus dem Stoff, aus dem klassische Comic-Geschichten oft gemacht sind: ein mutiger, intelligenter Held, der sich einer zunächst schwer durchschaubaren Bedrohung ausgesetzt sieht und vor relativ exotischer Kulisse eine schwere Mission bewältigt. Was die Kulisse anbelangt, so bleibt das kleine Syldavien wohl jedem Leser unvergesslich. Die frei erfundenen historischen und landeskundlichen Informationen geben uns das Bild eines Staates auf dem Balkan wieder, der an seinen Traditionen hängt. Im Grunde wirkt doch der Kult, der um das historische Zepter veranstaltet wird, reichlich altertümlich und unverständlich. Immerhin wirkt der aktuelle König Syldaviens sympathisch, und schließlich gönnt es ihm auch der Leser, dass er im Amt verbleibt. Was wäre denn auch die Alternative?

Der Plot ist hervorragend aufgebaut und stellt Tim, wie auch den Leser, vor eine Reihen von Fragen und Problemen, die erst ganz zum Schluss gelöst werden. Warum haben es die syldavischen Herren auf den Professor und Tim abgesehen? Warum reagiert der Professor in manchen Situationen so seltsam? Wer steckt noch alles mit den Verschwörern unter einer Decke? Wie kann Tim allen klarmachen, dass er nicht dazu gehört? Was geschah mit dem Zepter? Ich kann hier wirklich nur von einer sehr gedrängten Handlung sprechen, die man nicht so leicht aus der Hand legen kann. Und vom Titelhelden verlangt sie sogar intellektuelle und sportliche Höchstleistungen, die ihn wahrhaft als ein Vorbild erscheinen lassen.

Da ist auch logisch, dass Tim an der Sache dranbleibt, obwohl er zunächst ja nur zufällig in die Sache hineingeschliddert ist - ein echter Comic-Held sieht über die allzu offensichtlichen Zufälle des Autors hinweg. Und reagiert natürlich überrascht, als sich das unaussprechliche Gericht im syldavische Restaurant als "Hundekeule in syldavischer Tunke" herausstellt. Die Angst, dass Struppi hier verarbeitet wurde, ist allerdings unbegründet; der gute Hund kann auf sich selbst aufpassen, und dies wird am Ende der Story auch bitter nötig sein.

Ansonsten spielen die bekannten Figuren die Rollen, die ihnen auf den Leib geschrieben wurden: Schulze und Schultze stolpern trottelig durch die Story und sorgen für manchen Lacher, Bianca Castafiore ist zwar hilfsbereit, verärgert aber bald durch ihren ständigen Gesang. Sie ist auch die einzige namhafte Frau in der ganzen Geschichte - die Zeit, in der starke Frauen die Handlung an sich reißen, war noch nicht angebrochen. Im Grunde bewegen wir uns in einer reinen Männerwelt, in der die Hauptfiguren logischerweise keine weiblichen Wesen an ihrer Seite hatten. Natürlich bürgt dies auch für den nostagischen Reiz diese Bandes.

Und dieser Reiz ist für mich weiterhin riesig. Kein Wunder, dass dieser Band in der alten Carlsen-Nummerierung ganz weit vorne stand. Er ist auch innerhalb der Reihe einer der gelungensten Bände und hat das Zeug, den geneigten Leser auch zu den restlichen Bänden zu bringen. Ein hervorragend gestaltetes, sehr durchdachtes nostalgisches Lesevegnügen, das ich nur empfehlen kann.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Miss_Piper

Miss_Piper

10.12.2007 22:47

Toller Bericht, auch wenn ich mit TIm und Struppi nie so recht warm geworden bin, das gilt für die meisten belgischen Comics. Am ehesten gefiel mir noch "Boule und Bill". =)

Jemmyboy

Jemmyboy

27.10.2007 23:43

Davon hab ich auch 2-3 Hefte. Gar nicht schlecht

sparkling_diamond

sparkling_diamond

30.09.2007 14:37

Wow...sehr spannender und Ausführlicher Bericht !!!! Mir hat vor allem der Verweis auf die fiktive Beschreibung Syldaviens sehr gut gefallen lg Stefan

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