Mein ständiger Begleiter! *update*
08.11.2003 (02.07.2004)
Pro:
Man ist nie allein
Kontra:
Man hat nie mehr Ruhe
Empfehlenswert:
Nein
 Catblue22
Über sich:
Wenn das Leben dir 1000 Gründe zum Weinen gibt, zeig ihm, dass es 1001 Gründe zum Lächeln gibt...
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Ein wenig nachdenklich sitze ich an meinem PC und starre auf den Bildschirm. Als ich die Kategorie Tinnitus im ciao-cafe entdeckte, wusste ich sofort, dass ich darüber schreiben wollte. Sehr viel fällt mir zu diesem Thema ein, denn ich habe diesen „ kleinen Mann im Ohr „ seit 7 Jahren und nun überlege ich, wo und wann ich beginnen soll. Wer sich jetzt schaudernd abwendet, weil er denkt, nun wird gejammert, den kann ich schon mal trösten: Ich bin ein positiver Mensch, und mein Ziel ist es einfach, mit diesem Bericht ein wenig zu informieren. Was ist Tinnitus?Soviel ist in den Medien in der Vergangenheit darüber berichtet worden, dass ich denke, jeder hat zumindest schon mal davon gehört, und weiß, dass es sich um ein permanentes Ohrgeräusch handelt, das nur der Betroffene selbst hört. Es macht sich in ganz unterschiedlicher Form bemerkbar. Die Tonhöhe und die Lautstärke des Tons, der gehört wird, variieren stark. Es geht über ein leises, tiefes Brummen, oder Rauschen, bis hin zu einen extrem hohen Piepen. Das persönliche Empfinden und die Lebenseinstellung spielen hier eine große Rolle. Es gibt Patienten, die geben an, schon durch ein leises Ohrgeräusch so gestört zu sein, dass sie ernsthafte Probleme in der Bewältigung ihres Alltags haben. Andere dagegen hören von der Dezibelstärke her ständig einen kleinen Düsenjet im Kopf und können gut damit umgehen. Welche Ursachen kann Tinnitus haben?Zuerst gibt es mechanische Verletzungen, z.B. durch ständigen Lärm, oder durch ein plötzliches Geräusch. Hierbei werden die kleinen Sinneshärchen im Innenohr irreversibel geschädigt. Außerdem nimmt man an, dass Durchblutungsstörungen im Gehirn, verschleppte Mittelohrentzündungen oder starker Stress die Ursache für Tinnitus sein können. Oft bleibt nach einem Hörsturz (= plötzlich auftretender Hörverlust, der sich in den meisten Fällen wieder bessert) dieses unangenehme Ohrgeräusch zurück, zum Teil bleibt auch eine sogenannte Hyperakusis bestehen. Eine Hyperakusis bedeutet ein mehr oder weniger verzerrtes Hören, bzw eine Geräuschempfindlichkeit. Viele Geräusche schmerzen dann regelrecht in den Ohren und sind auf einmal unerträglich. Wie ergeht es Tinnitus-Patienten?
Je nach Empfinden gehen die Betroffenen unterschiedlich damit um. Der Eine akzeptiert es, damit leben zu müssen, der Andere ist so beeinträchtigt, dass er seinen Alltag nicht mehr vernünftig durchleben kann, und es stellen sich weitere zum Teil ernstere Symptome ein. Generell kann man sagen, dass der Tinnitus viele Auswirkungen auf die Lebensqualität hat. Ich bin vor einiger Zeit (zusammen) mit meinem Tinnitus zur Kur gefahren, in der Hoffnung, ich könnte ihn dort lassen. In der Klinik, von der ich gleich noch berichte, wurden verschiedene Kurse angeboten. Unter anderem haben wir uns mit mehreren Patienten über die Auswirkungen des Tinnitus auf unser Leben ausgetauscht, und diese einmal zusammengetragen und aufgeschrieben.Da sie eigentlich die ganze Bandbreite der Erkrankung wiedergeben und zeigen, was so ein Ohrgeräusch bewirken kann, möchte ich das an dieser Stelle einmal aufzählen. Auswirkungen des Tinnitus-weniger Lebensfreude -weniger Lebensqualität -Depressionen -Suizidgedanken -Rückzugsgedanken -weniger Selbstwertgefühl -häufiger negative Gedanken -Erschöpfung -Schlafstörungen -Hoffnungslosigkeit -Interessenverlust -Konzentrationsstörungen -Beziehungsprobleme -Angst -innere Unruhe -muskulöse Verspannungen Wie wird Tinnitus behandelt? Da die genauen Ursachen noch nicht bekannt sind, gibt es immer neue und unterschiedliche Therapieansätze. Es gibt Durchblutungsfördernde Medikamente, Vitamine, Ozon- oder Laserbehandlungen, Psychotherapie und vieles mehr. Bis jetzt habe ich aber noch von keiner Heilung durch irgendeine Therapie gehört. Und natürlich ist auch hier die Gefahr, der Scharlatanerie aufzusitzen ziemlich groß, denn viele Menschen würden alles dafür geben, wieder ohne diesen Ton leben zu können. Das ist nun das, was ich im Allgemeinen über Tinnitus berichten kann, nun möchte ich noch meine Erfahrungen damit schildern. Wie alles begann…. Eines schönen Morgens wachte ich auf, weil der Radiowecker ansprang. Ich drehte mich um, um ihn auszustellen, als ich merkte: Irgendetwas ist anders! Auf meinem linken Ohr war ein starker Druck zu spüren und ich hatte das Gefühl, die Musik des Weckers klang ganz weit weg, außerdem hatte ich ein unangenehmes Brummen im Ohr. Sofort fiel mir der Begriff „ Hörsturz“ ein, und ich überlegte, was ich darüber gehört hatte. – "Schnell in die Klinik", dachte ich, was ganz leicht ist, denn ich arbeite in einer Uniklinik, und dachte dort gut aufgehoben zu sein. In der HNO-Poliklinik musste ich gleich einen Hörtest machen, wobei einem über Kopfhörer Töne übermittelt werden, die erst ganz leise beginnen und immer lauter werden. Schon bei der ersten leisen Hörwahrnehmung des Tons musste ich ein Signal geben, so dass man erkennen konnte, wie schnell und bei welcher Lautstärke ich den Ton hören konnte. Daraus kann man ableiten, wie gut das Gehör funktioniert. Herauskam, was ich ja eigentlich schon wusste: „Hörsturz!“ Man schlug mir vor, mich stationär aufnehmen zu lassen und eine Infusionsbehandlung durchführen zu lassen. Das lehnte ich aber ab, weil ich ungern im Krankenhaus liege und der Meinung war, dass ich diese Behandlung auch durch meinen Hausarzt durchführen lassen könnte. Ich fuhr also 10 Tage lang zu meinem Hausarzt und legte mich dort eine Stunde hin, um die Infusion in mich hineinlaufen zu lassen. Allerdings muss ich sagen, dass schon am ersten Tag mein Hörvermögen langsam aber fast komplett zurückkam, leider ging das Ohrgeräusch nicht weg. Der einzige „ Erfolg“ hier war, dass das tiefe Brummen zu einem hohen Zirpen wurde. Der weitere VerlaufNatürlich wurden im Laufe der Zeit noch sehr viel weitere Untersuchungen durchgeführt, wobei ich immer wieder feststellen musste, dass viele Ärzte, wenn sie nicht weiter wissen, die „Psychoschiene“ fahren. Kurz zuvor war mein Mann am plötzlichen Herztod gestorben und es ging mir zugegeben nicht so richtig gut, aber ich wollte und will bis heute nicht wahrhaben, das immer nur die Psyche an allem Schuld sein soll! Ich bin kein Trauerkloss, sondern ziemlich lebenslustig, und so amüsierte es mich im Stillen schon, wenn sich mal wieder ein Arzt auf diese Ursache für meine Erkrankung stürzte.Die Kur Zitat “ Ein Hörsturz ist ein Ereignis, dass sich kaum wiederholt“ Ich habe mittlerweile viele Bücher und Internetseiten über dieses Thema gelesen, und muss schmunzeln, wenn ich an dieses Zitat denke. In den vergangenen 7 Jahren habe ich 12 Hörstürze gehabt. Deshalb durfte ich auch vor 3 Jahren zur Kur fahren. Nun will ich nicht mit Einzelheiten über meine Kur langweilen. Nur soviel, ich habe dort sehr viele nette Leidensgenossen kenngelernt, und es hat gut getan, sich einmal auszutauschen. Die angebotenen Kurse dort haben mir geholfen, zu verstehen, dass ich den Tinnitus nicht loswerden kann, aber dass ich, wenn ich meine Einstellung zu ihm ändere, ich besser mit ihm klarkomme. Das ist tatsächlich geschehen.Ein Beispiel Ein kleines Beispiel: Man liegt mittags entspannt im Garten im Liegestuhl. Der Nachbar beginnt plötzlich mit seinem Rasenmäher den Rasen zu mähen. Nun habe ich zwei Möglichkeiten. Entweder ich ärgere mich darüber, oder ich versuche Verständnis dafür aufzubringen, weil er z.B. sonst keine Zeit hat. Was passiert? Wenn ich mich über den Lärm ärgere, nehme ich ihn auch jede Sekunde bewusst wahr und steigere mich vielleicht auch in den Ärger hinein. Bin ich aber nicht verärgert, nehme ich das Geräusch des Rasenmähers nur am Rande wahr. Genauso habe ich gelernt mit meinem ständigen Begleiter umzugehen. Wir sind in einem dieser Tinnitus-Bewältigungs-Kurse gebeten worden, unserem Tinnitus einen Brief zu schreiben. Das klingt jetzt vielleicht ziemlich komisch, aber es sollte helfen, sich mit ihm zu befassen. Weil mein Brief alles über mein Gefühl und mein Leben mit ihm aussagt, schreibe ich ihn hier ab. Ich hoffe, ich langweile Euch nicht damit, aber Ihr könnt ja scrollen. An meinen Tinnitus!Guten Tag!? –Nein, ich wünsche Dir keinen guten Tag, Du lästiger Kerl! Ich wünsche Dir, dass Du erkrankst und dass Du Deine Stimme verlierst! Dann wärst Du stumm, dann könntest Du bleiben, als Ahnung, als Erinnerung, als langsam ersterbender verblassender Ton. Ungefragt bist Du in mein Leben getreten. –Über Nacht. - Begleitest mich überall und immer. Freude und Leid habe ich mit Dir geteilt. Ohne Dich wäre vielleicht meine Freude größer, mein Leid besser zu ertragen gewesen, doch das kümmert Dich nicht!Du hast keine Gefühle, kein Gespür, ob Du störst, ob es besser wäre auch einmal zu schweigen. Du weißt nicht, wie es ist, einen Augenblick zu genießen, und mir gestehst Du es nicht mehr zu! Mit Deiner ständigen Anwesenheit hast Du mein Leben verändert, mir meine Ruhe genommen, die stillen Momente aus meinem Leben gestrichen. Stille, Ruhe, sind Kostbarkeiten für mich geworden. Unerreichbar, weit entfernt ins Land der Träume gerückt. Warum verschwindest Du nicht einfach wieder, ungefragt, über Nacht, wie Du gekommen bist? - Stiehlst Dich davon? Ich gebe Dich frei! –Einen Morgen ohne Dich erwachen, die Stille genießen, den Glauben daran habe ich verloren, den Wunsch nicht! Anschreien möchte ich Dich: „ Verschwinde, geh endlich, verkümmere, hau ab!“ Doch Du willst es nicht begreifen, willst dass ich Dich beachte, jede Minute meines Lebens! -Willst das ich leide.-Aber ich will und ich werde nicht mehr leiden! Du bist nur ein Ton, genauer gesagt : Du bist mein Ton, Du gehörst mir und deshalb kann ich mit Dir machen, was ICH will! Und ich werde Dich mit Missachtung strafen, denn mein Leben wird von vielen Bildern und Tönen bestimmt, und nicht nur von Dir! Du kannst mir die Stille nehmen, aber die schönen Momente im Leben finden statt, auch mit Dir!!! - Also Adieu, Du kleiner, winziger und absolut unwichtiger Ton!Ja, dass war also der Brief an meinen Tinnitus. Er hat grad mitgelesen. Eine seiner Eigenschaften: Immer wenn man sich mit ihm beschäftigt, drängt er sich in den Vordergrund, aber ich habe ihn mittlerweile ganz gut im Griff. Soll er doch pfeifen, ich lebe und genieße trotzdem! Nun sage ich Danke an alle, die sich bis hierher durchgearbeitet haben. Wer Fragen zu diesem Thema hat, kann sich gern an mich wenden. Ich habe inzwischen eine kleine Selbsthilfegruppe gegründet, und kann vielleicht weiterhelfen…Danke fürs Lesen und wie immer freue ich mich über Eure Kommentare! Eure Catblue22 Diesen Bericht habe ich im November 2003 geschrieben und möchte heute eine neue Information hinzufügen: Vor einigen Wochen hat mich Hörsturz Nummer 13 "beglückt" und diesmal war alles ganz anders. Ich bin umgehend zum Arzt, habe meine Infusionen bekommen, und da ich nicht zulassen wollte, das es mir schlecht ging, habe ich mir das betroffene Ohr zugestopft und bin zum Nachtdienst gefahren. Auch wenn ich sehr wackelig auf den Beinen war, hat mich die Arbeit abgelenkt und mich nicht ständig daran denken lassen. Langsam im Laufe der Nacht kam mein Hörvermögen zurück - leider nicht mehr vollständig, aber : Der Tinnitus im betroffenen Ohr war weg,und ich bin ihn seitdem los - Zwar höre ich ihn noch im anderen Ohr, aber es ist so schon ein wunderbares Gefühl, das er wenigstens auf einer Seite nicht mehr zu hören ist ! -Ich wollte das noch hinzufügen, um denen, die auch davon betroffen sind Mut zu machen, dass es nicht immer so bleiben muss und das dieser lästige Begleiter tatsächlich auch wieder verschwinden kann.
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29.07.2009 20:30
ich hatte auch gerade einen Hörsturz und leider auch eben immer mal wieder ein Sirren im Ohr. Nur leider ist wohl die Therapie heute nicht mehr so einfach, da sich die Kassen weigern zu zahlen, so mein HNO. Werde aber morgen mal mit ihn näher darüber sprechen
11.06.2007 15:18
Ich hab meinen seit knapp zehn Jahren, meine Yogalehrerin meint dass er durch Yoga weggehen könnte...
20.11.2006 14:30
Hab seit einer Woche Tinnitus, mit unterschiedlichen Tönen und Lautstärken. Hab schon Websites gelesen, und gehe in meinem Fall wirklich von Stress aus. Mehr ---> PGB