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Ich hab' jetzt zwölf Monate Tiscali "hinter mir", während dieser Zeit und vor allem als es um die Kündigung ging konnte ich mir, soweit ich das beurteilen kann, ein ganz gutes Bild von Tiscali machen. Von den wesentlichen Eindrücken will ich hier berichten.
Anmeldung =========
Auch wenn es schon etwas länger her ist versuch ich den Anmeldeprozess zu bewerten. Insgesamt lief die Anmeldung zufrieden stellend ab. Damals hat Tiscali ein automatisches Kündigungsschreiben für meinen alten DSL Anbieter erstellt, das ich nur noch drucken, unterschreiben und wegfaxen musste. Leider hab ich diesen Service auf der Website heute nicht mehr gefunden - schade. Des Weiteren konnte ich festlegen zu welchem Zeitpunkt mein Tarif beginnen soll, sodass ich schon im Voraus die Anmeldung tätigen konnte, aber bis zum Ende des alten Tarifes noch nichts zu zahlen hatte. Negativ ist mir noch aufgefallen, dass die Hardware nur per Nachnahme gezahlt werden konnte und sich die Versand- und Nachnahmegebühren auf knapp 15€ beliefen.
Der Tarif und der Vertrag ===================
Bei Tiscali hab' ich einen Volumentraif mit 8GB Freivolumen genutzt, die Mindestvertragslaufzeit belief sich auf 12 Monate - was bei der subventionierten Hardware aber durchaus üblich ist. Leider kam es bei mir auch einmal zu einer "Überstrapazierung" des Volumens was mit knapp einem Cent pro MB zu berechnet wurde - bei einem GB sind das immerhin 10 € (!). Für den Volumentarif habe ich 8,99€ im Monat bezahlt, obwohl nach wenigen Wochen zu diesem Preis bei Tiscali längst eine Flatrate angeboten wurde (ohne Volumenbeschränkung) wollte man mir einen Wechsel in diesen Tarif -mit Verweis auf die Mindestvertragslaufzeit- nicht ermöglichen, ärgerlich!
Der Nutzerbereich - eine Enttäuschung ==============================
Mit dem Nutzerbereich bei Tiscali bin ich nicht zufrieden gewesen. Das Menü war unlogisch strukturiert (Verbindungsübersicht zu finden unter "Einstellungen"?!) und bei der Auflistung des bereits genutzten Traffics -was ja aufgrund der o.g. "Strafgebühr" ein wichtiger Teil ist- hatte ich das Gefühl, man hätte den Bereich bewusst schlecht gestaltet um unerfahrene Nutzer in die Gebühr zu treiben. Der verbrauchte Traffic wurde in Byte angegeben, außerdem Upload und Download getrennt. Jetzt kann man sich ja denken - "gut, dass Tiscali so genau ist" - so ist es aber nicht, denn jedes mal wenn man gucken wollte, wie viel Volumen bereits verbraucht wurde, war ein Taschenrechner nötig.
***Hier ein Beispiel für eine Angabe im Nutzerbereich:
Die eigentlich relevante Angabe des Gesamtvolumenverbrauches muss jetzt so errechnet werden:
1. Addieren: Download und Upload zusammenrechnen 2. Dividieren: durch 1024*1024*1024
So ergibt sich, dass es sich bei den oben genannten Angaben um 6GB handelt, muss man das so kompliziert ausdrücken? Nein, bei anderen Anbietern die ich vor Tiscali genutzt habe hat sich gezeigt, dass es auch besser geht.
Die Verbindung ins WWW
==============Hier gibt's eigentlich nicht viel zu meckern, meistens war die volle Bandbreite verfügbar und nur selten kam es zu Ausfällen seitens der Tiscali Infrastruktur.
Die Kündigung - Wie Tiscali wirklich ist =============================
Nach den zwölf Monaten Nutzung die durch den Vertrag als Minimum festgelegt waren entschied ich mich für einen Providerwechsel. Hier hat sich der Kundensupport wirklich unkooperativ gezeigt - auf ein Problem mit der Faxverbindung wollte keiner Rücksicht nehmen, sie bestanden darauf, dass die Kündigung pünktlich zum Tag der Kündigungsfrist im Haus sein musste. Auch das Datum auf dem Poststempel wollten die Damen und Herrn aus Dreieich nicht akzeptieren - durchaus unüblich. Auch im Ton haben sich die Mitarbeiter einige Male vergriffen, insgesamt wirkten sie genervt - nicht gerade angenehm, schließlich ist man auf die Support Mitarbeiter angewiesen. Also war ich gezwungen abends zu einem Bekannten zu fahren um von da aus die Kündigung zu faxen. Das das Bestehen auf den Termin reine Schikane ist, sollte sich später zeigen.
Als die Kündigung bei Tiscali dann pünktlich eintraf, bekam man plötzlich eine ganz andere Seite zu sehen. Freundliche, hilfsbereite Mitarbeiter meldeten sich bei mir am Telefon und plötzlich waren Kündigungstermine völlig uninteressant, es ging nur darum, mich dazu zu bewegen, weiterhin Kunde zu bleiben. Als sie merkten, dass ich da nicht so ganz mitspiele, kam plötzlich ein s.g. Schubladentarif zum Vorschein, d.h. mir wurde ein Tarif angeboten, der normalen Kunden nicht zur Verfügung steht (Flatrate für 4,99€ statt 8,99€), vielleicht hätte man den Preis sogar noch etwas drücken können. Dennoch denke ich, dass solche Angebote den Stammkunden gegenüber unloyal sind, die immer schön brav ihre Rechnung zahlen.
Nun versuchte ich den Mitarbeitern klarzumachen, dass eine Verlängerung des Vertrages erstmal nicht in Frage kommt, dies zu akzeptieren viel schwer, sodass ich in den 30 Tagen von der Kündigung bis zum Ende des Vertrages in etwa 7-8 Anrufe bekam, was nach einiger Zeit auch mehr als unangenehm wurde.
Fazit ====
Wer bei Tiscali ein günstiges Angebot findet (was ich im Moment bezweifle) und wem es ausschließlich um die schnelle Verbindung ins Internet geht, für den ist Tiscali vielleicht noch interessant. Aber ich denke, dass die meisten Nutzer etwas mehr erwarten, außerdem können andere Anbieter längst mit den Tiscali Preisen mithalten. Daher würde ich Tiscali nicht weiterempfehlen.
Überzeugend war ausschließlich die Internetverbindung (das ist aber auch das Minimum was man erwarten kann) und -mit kleinen Einschränkungen- die Anmeldung, der Rest ist mehr oder weniger negativ aufgefallen, auch die Tatsache, dass die Preise nicht mehr so spektakulär günstig sind, wie es früher einmal der Fall war, führt zu Abzügen. Insgesamt reicht es für zwei Sterne.
02.05.2006 16:26
Schöner Zweitbericht und sogar auf die Rechtschreibung wurde geachtet! ;-)
01.05.2006 23:22
Eine Freundin von mir ist auch bei Tiscali, sie ist ganz zufrieden. Ich würde aber nicht dahin wechseln.L.G. Angelika
01.05.2006 21:20
Schöner interessanter Bericht. LG