Erfahrungsbericht über "Titan Xenon"

veröffentlicht 29.09.2005 | Florian_Aachen
Mitglied seit : 30.11.-0001
Erfahrungsberichte : 5
Vertrauende : 0
Über sich :
Gut
Pro Sehr leicht, viel Platz, top Design
Kontra So unkaputtbar, dass er nach dem ersten Einsatz im Eimer war!
sehr hilfreich

"Mein Schatz ist tot! Oder: Von wegen unkaputtbar.."

Das ist mein Koffer - Xenon XXL Trolley in royalblau

Das ist mein Koffer - Xenon XXL Trolley in royalblau

Einen schönen guten Morgen wünsche ich euch!

Im Laufe meiner Reiseberichte nach meinem Urlaub in Singapur und Dubai darf natürlich ein Bericht über meinen nagelneuen Koffer nicht fehlen, den ich mir eigens für die große Reise angeschafft habe...
Hier erfahrt ihr, was der Koffer (nicht) kann und wieso sich die Stiftung Warentest auch mal irren kann.

Viel Spaß beim Lesen!


1. Wer ist TITAN?
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TITAN ist eine seit 20 Jahren am Markt bestehende Marke, die diverse Reisegepäckstücke herstellt und vertreibt.
Gegründet wurde die Marke TITAN im Jahre 1983 von Thomas Wagner, dessen Anspruch von hochwertigem Reisegepäck nur durch eigene Entwürfe und Entwicklungen erfüllt werden konnte. Die Marke TITAN selbst beruht auf der Leistung der Thomas Wagner GmbH, deren Ingenieure im deutschen Penzberg an der Neu- und Weiterentwicklung von Reisegepäckstücken beteiligt sind.
Insgesamt beschäftigt das Unternehmen ca. 1800 Mitarbeiter, welche am Standort Penzberg forschen, entwickeln, herstellen und überprüfen.
TITAN ist also eine langjährig bekannte und durchaus erfolgreiche Marke, die nicht zuletzt durch Kooperationen mit der Lufthansa so bekannt geworden ist.

Homepage: http://www.titan-international.net

2. Wie kam ich zu TITAN?
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Für meine bisherigen Reisen habe ich immer das Samsonite Gepäck meiner Eltern benutzt, jedoch besitzen meine Eltern "nur" die Stoffkoffer von Samsonite, die mir persönlich überhaupt nicht gefallen. Zudem ging mein "Favorit" unter diesen Koffern langsam kaputt und so fand ich, dass es an der Zeit wäre sich einmal einen eigenen Koffer anzuschaffen. Die Wahl fiel ganz klar auf die Hartschale, doch welche Marke und welches Modell sollte ich nehmen? Samsonite? Hat jeder Depp... Carlton? Das gewünschte Modell gabs nicht mehr... Delsey? Zu teuer...
Da lag es nahe mir einmal das Angebot des Lufthansa Worldshops näher anzuschauen, zumal ich noch ein paar Meilen zu verbraten hatte, die dank des netten Kundenservices der SWISS erhalten geblieben sind.
Beim Durchblättern des Sommerkataloges fielen mir besonders stylishe Hartschalentrolleys auf, die zwar mit "Lufthansa" gebrandet (also markiert) waren, dennoch zur Marke TITAN gehörten.
Nach kurzer Durchsicht über Farben und Größen hatte ich meinen Wunschkoffer gefunden - den Lufthansa/TITAN Xenon XXL Trolley in royalblau.

3. Welche Koffer sind aus der Xenon-Serie erhältlich?
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Den TITAN Xenon Trolley gibt es in drei verschiedenen Größen (BxHxT):

- Bordtrolley :
37x53x23 cm, Volumen 35l, Gewicht 2,5 kg

- Jumbo Trolley:
47x62x28 cm, Volumen 61l, Gewicht 3,6 kg

- Jumbo XXL Trolley:
53x75x30 cm, Volumen: 105l, Gewicht: 4,1 kg

Die Xenon Serie gibt es mittlerweile in zwei Ausführungen; die "alte" Ausführung mit zwei sehr stabilen Rollen, sowie die neuere Ausführung, die über 4 kleinere, 360° drehbare Rollen verfügt.
Koffer, welche das Lufthansa-Logo tragen, sind limitiert und nur begrenzt erhältlich.

Im Moment sind diverse Farben erhätlich. Der Kunde hat die Auswahl zwischen royalblau, bananengelb, anthrazit, silber, korallenrot und schwarz glänzend.

4. Was kostet der Spaß?
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Ich kann mich nur auf die Lufthansa Serie berufen. Hier zahlt man im Worldshop folgende Preise:

Xenon Bordtrolley: 94,00€
Xenon Jumbotrolley: 99,00€
Xenon Jumbotrolley XXL: 109,00€

Xenon Bordtrolley 360°: 105,00€
Xenon Jumbotrolley 360°: 119,00€
Xenon Jumbotrolley XXL 360°: 129,00€

Nicht ganz billig, da muss jeder für sich abwägen, was er bereit ist für einen Koffer zu zahlen.

5. Mein Jumbotrolley XXL und seine Fähigkeiten
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Nach nur einem Tag Lieferzeit habe ich den "älteren" der Xenon Koffer im XXL-Format geliefert bekommen und erkundete erst einmal, was der Trolley in der schicken royalblauen Schale so drauf hatte...

ÄUSSERLICHKEITEN:
Die leicht angerauhte Hartschale, weich und rundlich geformt, schimmerte in ihrer markanten royalblauen Farbe, ganz im Kontrast zu den schwarz eingefassten Halterungen der beiden schwarzen und großen Rollen, sowie der Einfassung des orangenen Griffes, der an der silberfarbenen, ausziehbaren Silberstange befestigt war.
An der Querseite befand sich noch ein gummierter und sehr fest sitzender Griff aus schwarzem Gummi.
Die obere "Deckschale" zierte ein silberfarbenes Emblem mit Lufthansa-Aufdruck.
Diese "Deckschale" wird durch einen, ebenfalls royalblauen, Reißverschluss von der unteren Schale getrennt, welcher sich durch ein raffiniertes Zahlenschloss verschließen lässt. Dieses Zahlenschloss befindet sich auf der Querseite und ist farblich durch orangen SIgnalfarbe abgetrennt.
Zur Benutzung des Zahlenschlosses führt man einfach beide Laschen des Reißverschlusses in die dafür vorgesehenen Haken ein und verschließt diese durch das Drehen der Zahlenrädchen. Ein kleiner Schalter dient der Einstellung und Änderung der Zahlenkombination. Durch einfaches Schieben des Öffners ist das Schloss schnell entriegelt.
Sicherlich habt ihr euch schon gefragt, warum der Koffer denn trotz Hartschale so leicht ist... dies kommt durch die neuartige "weiche Hartschale" zustande, die zu 100% aus dem leichten Kunststoff Polycarbonat besteht. Dadurch entsteht das leichte Gewicht, sowie die Nachgiebigkeit. Die Hartschale gibt extrem nach, sobald Druck auf den Koffer ausgeübt wird, was durch das typische "Wabbelgeräusch" (zu vergleichen mit dem Eindrücken einer Plastikflasche) begleitet wird.
Der Teleskopgriff ist auf verschiedenen Höhen feststellbar und lässt sich durch einen weiteren Gummigriff auf der Oberseite ersetzen.

INNERLICHKEITEN:
Da ich nun einmal das Lufthansamodell gekauft hatte, war das gesamte Innenfutter in grau gehalten, abgesetzt durch ein Muster von Lufthansa-Schriftzügen.
Der Innenraum des Koffers wirkte sehr großzügig, ein mit Druckknöpfen zu sicherndes Netz trennte beide Schalen voneinander.
Zwei diagonal befestigte Gurte sorgen dank Hakenverschluss für den richtigen Halt der Klamotten - bei Bedarf kann der Gurt gestrafft oder gelockert werden. In Verbindung mit dem Netz ist das sehr, sehr praktisch - fällt einem doch nichts mehr entgegen beim Öffnen des Koffers. Die Gurte sind übrigens nicht wie bei Samsonite aus Gummi, sondern aus Stoff. Somit flitscht man sich nicht aus Versehen ins Auge beim ein- oder auspacken.
Beim Verschließen des Koffers fallen rund um den Reißverschluss verlaufende Gummilippen auf, welche Schmutz, Wasser ö.ä.aus dem Kofferinneren fern halten sollen.

6. Tag X - Der erste Einsatz für meinen Schatz
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Vom tollen Design und dem großen Innenraum begeistert habe ich meinen Koffer zwischen Kauf und dem ersten Einsatz richtig lieb gewonnen. So ging es am 1.9. auf die große Reise...

PACKEN:
Der Koffer ließ sich ohne große Probleme packen. Durch die eckige Form im Innern ließen sich Schuhe, Kleidung und andere Utensilien wie z.B. Kulturbeutel sehr gut platzieren. Durch die große Bauhöhe schien der Koffer ein Nimmersatt zu sein - nachdem ich das wichtigste eingepackt hatte waren immer noch einige Zentimeter Platz zwischen Kleidung und Oberkante. Hier half der eingebaute Gurt, den ich richtig straff zurrte, sodass kein Hemd auch nur annähernd verrutschen konnte.
Die obere Schale nutzte ich für "herumfliegende" Dinge, wie Jacke, Schirm etc. Durch die Abtrennung mit dem Netz blieben auch diese in ihrer Schale.
Der Koffer ließ sich mühelos schließen, die Laschen des Reißverschlusses schnappten ordnungsgemäß ins Zahlenschloss. Schnell die Zahlen verdreht und fertig - ab zum Flughafen!

HANDLING:
Der Koffer ließ sich einfach tragen, je nachdem, ob man ihn ins Auto hiefte (mittles querseitig angebrachtem Gummigriff) oder die Treppe hinunter trug (mittles Topgriff).
Am Flughafen angekommen ließ sich der doch etwas große Trolley einfach hinter sich her ziehen. Die großen Rollen liefen leicht auf auf dem Boden und meldeten weder eine Blockade, noch sahen die Rollen besonders abgenutzt aus, als ich den Koffer am Check-In Schalter auf die Waage hob.
Hier staunte ich gar nicht mal schlecht, wog der Koffer "nur" 17kg. Und das obwohl ich exakt die gleiche Menge an Klamotten eingepackt habe, wie sonst. Im Normalfall komme ich auf 22-25 kg für meinen Koffer. Die Leichtbauweise machte sich bezahlt...
Die Dame am Schalter fand den Koffer ebenfalls sehr schön und fragte noch was das für einer sei und wie teuer der war - so einen wollte sie auch.
Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich nicht, dass dies der letzte Moment mit meinem intakten Koffer (der da gerademal 4 Wochen alt war) gewesen sein sollte.

ANKUNFT IN SINGAPUR:
Nach längerem Warten auf meinen Koffer stehe ich also nach 16 Stunden Flugzeit, sowie 24 Stunden Gesamtreisezeit am Flughafen von Singapur am Gepäckband und sehe, während ich mit der Familie zu Hause telefoniere meinen Koffer kommen...
Die 11.000km sah man ihm durch diverse Sicherheitsaufkleber und kleinere Schrammen an. Dass der Koffer in Dubai umgeladen wurde erkannte man an der dicken Schicht von Sandstaub. Nunja, ich nahm also den Koffer vom Band und stellte ihn aufrecht hin, als ich ein lautes, fieses Knarzen feststelle!
Nach kleiner Untersuchung des Koffers von oben bis unten stellte ich fest - die Hartschale war gebrochen! Wie kann das sein? Ein unkaputtbarer Koffer, der eine gebrochene Hartschale hat? Empört darüber meldete ich den Schaden der Bodenstation vom Emirates, welche sich den Riss, der sich quasi durch die gesamte Unterkante des Koffers zog, besah. Man riet mir den Koffer beim Heimflug in Düsseldorf zu melden, das ginge schneller.
Wütend über das nicht gehaltene Materialversprechen der Firma TITAN und traurig darüber, dass mein schöner neuer Koffer kaputt war, fuhr ich ins Hotel.

AUSPACKEN:
Beim Auspacken war der Bruch der Schale aber relativ schnell vergessen, denn ich traute meinen Augen kaum - der gesamte Inhalt befand sich exakt in der Lage, in die ich ihn vor gut 28 Stunden gebracht hatte! Fantastisch! Bisher lagen meine Klamotten sonst wie Kraut und Rüben im Koffer.+

7. Zurück in Deutschland - und nun?
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Hier reklamierte ich den Koffer bei Emirates und schickte ihn ein. Hier rief man mich an, dass mein Koffer nicht mehr zu retten sei - eine gebrochene Hartschale sei ein Totalschaden!
Emirates berichtete mir, solch einen Schaden bei einem unkaputtbaren TITAN-Koffer noch nie gesehen zu haben. Da sie die Koffer nicht mehr auf Lager haben, mussten sie einen bestellen, woraufhin sich laut Angabe des Mitarbeiters ein Vertreter der Firma TITAN mitangekündigt hat, um sich diesen Schaden zu begutachten, denn so etwas sei noch nicht geschehen!
Das beruhigt mich im Nachhinein ja doch noch, da ich ja exakt den gleichen Koffer ersetzt bekommen werde. Wenn so etwas ein Einzelfall ist und bleibt kann es sich ja nur um einen Produktionsfehler oder grobe Gewalteinwirkung vom Abfertigungspersonal gehandelt haben.

Den Lufthansa Worldshop habe ich darüber ebenfalls informiert. Hier nahm man meinen Hinweis gerne zur Kenntnis und hätte den Koffer auf nach Ablauf der Rückgabefrist von 14 Tagen zurückgenommen. Ein Hartschalenbruch sei in diesem Fall ein Garantieanspruch, denn Lufthansa und TITAN werben mit der Widerstandfähigkeit. Auch hier hörte man zum allerersten Male von einem solchen Vorfall.

8. Fazit
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Der Jumbotrolley XXL der Xenon-Serie aus dem Hause TITAN ist ein optischer Hingucker, der ultraleichte Hartschalentechnik und viel Platz für Kleidung miteinander vereint. Bis auf den sehr unbefriedigenden Vorfall mit dem Bruch der Schale bin ich sehr zufrieden mit dem Koffer gewesen und freue mich, den gleichen Koffer von Emirates ersetzt zu bekommen.
Durch diesen Vorfall ziehe ich allerdings zwei von fünf Sternen ab, sodass ich als enttäuschter Kunde auch der Stiftung Warentest widersprechen muss, die die Koffer der Serie Xenon-Serie als beste Hartschalenkoffer im Test mit der Gesamtnote 1,7 auszeichnete mit dem Prädikat "unkaputtbar" (vgl. Test 1/04).
Dennoch würde ich den Koffer empfehlen wollen, wenn es sich wirklich nur um einen unglücklichen Zufall gehandelt haben sollte.

Ich hoffe euch hat der Bericht gefallen - für Kommentare, Bewertungen, Kritik und fragen bin ich sehr dankbar.

Grüße aus Aachen,
Flo

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • workaholic_ veröffentlicht 17.01.2008
    super Bericht!
  • Heinrike veröffentlicht 21.10.2006
    super Bericht. Sehr informativ. LG Heinrike
  • klecks_1511 veröffentlicht 06.06.2006
    Habe mir eben den Xeneon Titan 62 in Champagner bei Ebay bestellt *freu* Ich hoffe meiner hällt ein bisl länger als deiner!!! LG ich wünsche dir noch eine schöne Woche. Werde sobald ich meinen testen konnte, bestimmt auch einen Erfahrungsbericht veröffentlichen! Vielleicht liest man sich mal wieder! Der Klecks :-)
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