Nüchtern
24.09.2006
Pro:
siehe unten
Kontra:
?
Empfehlenswert:
Ja
 dahmane
Über sich:
Entwicklungshilfe ist der Transfer von Geldern von den armen Menschen in reichen Ländern zu den reic...
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Also, ich kann auch anders.
Eigentlich höre ich in meinem Büro kein Radio. Niemals. Ich höre nur Musik. Fast immer im Hintergrund, und manchmal brauche ich einen ganzen Morgen für eine einzige CD, weil ich manchmal, wenn Mandanten anrufen, die Musik leiser stelle, manchmal mache ich sie auch aus; dann muß ich hinterher von vorne anfangen. Gut. Ein Radio mit Breitbandlautsprechern und so weiter, wie ich es gestern beschrieben habe, reicht also nicht aus. "Es gibt auch noch einen CD-Player", erklärte der Händler eifrig und rannte zum Regal. "Und so sieht er aus." Der Rahmen ist wieder aus stabilem Kirschbaumholz. Eine Autopsie hat ergeben, dass er durchschnittlich 6,2 Jahresringe dick ist; ich weiß aber nicht, wie repräsentativ diese Ermittlung ist, also haben wir das Gerät wieder zusammengenäht. Die Front ist taupe, damit das Gerät auch zu dem Radioverstärkerlautsprecher passt. Taupe ist nicht einfach nur grau, sondern es ist ein ganz leichter Hauch vor ganz frühem Morgenrot nach einem Gewitter darin, ein tiefes purpurfarbenes Violett; nur ein Hauch, aber es adelt den Farbton doch erheblich. Das Model CD (so heißt es wirklich) ist genauso breit wie der Radioverstärkerlautsprecher, nämlich 212 mm, und genauso hoch, nämlich 114 mm. Deshalb kann ich beide Geräte ebenso gut nebeneinander wie übereinander stellen. Das Model CD hat nicht wie der Radioverstärkerlautsprecher - künftig Model Two - kleine Füßchen mitgeliefert bekommen, die auch darunter kleben kann. Warum nicht? Außerdem ist das Model CD ein wenig tiefer, nämlich 133 mm. CDs nehmen nämlich ziemlich viel Platz weg.
Auf der Rückseite befinden sich alle - wirklich alle - notwendigen Anschlüsse, einschließlich eines separaten Ausgangs für Stereokopfhörer. Das können wir damit abhaken. Vorne ist, wie ihr seht, oben ein schickes Display mit dunklem Hintergrund (passend zur Front in Taupe), das in ziemlich kantiger Schrift alle wesentlichen Informationen anzeigt, die Tracks einer CD leider nur bis Nummer sechzehn; für Schuberts "Winterreise" [diesmal in der Fassung für Bariton und Streichquartett, was besonders exquisit klingt; mehr sage ich nicht, denn das wollen manche Leute nicht lesen] ist das zu wenig und für "Boys for Pele" von Tori Amos leider auch. Darunter die üblichen Tasten zur Bedienung. Wer es genauer wissen möchte, schaue sich bitte das größere Produktbild unten an. Dazwischen das mit skeptisch geschürzten Lippen daliegende Maul, das meine CDs verschlingt, durchkaut und wieder ausspuckt; der Auswurfknopf liegt direkt daneben wie ein Fliegenschiß auf dem Arsch einer schönen Frau, die gerade den Hasen - Nun gut. Dieser Mund saugt die CD behutsam, fast zärtlich, aber mit energischer Gelassenheit ein und lässt dabei ein vornehmes, beruhigendes Schlürfen hören. Wie bei einer Weinprobe, nach dem zehnten Glas, wenn man sich mehr Zeit nimmt. Wenn ich die CD wieder haben möchte, schiebt er sie langsam wieder heraus, es ist fast wie das Herausstrecken einer Zunge, so dass ich genug Zeit habe, in die Griffmulde zu fassen. Bisher kannte ich nur das Prinzip Schublade. Dafür schiebt der CD-Spieler eine Art von Flaschenhalter heraus und zieht ihn wieder ein. Wenn dieses System sauber konstruiert ist, hält es sehr lange und arbeitet immer hervorragend. Bei etwas aufwendigeren Geräten habe ich bisher damit nie Probleme bekommen. Wie gut das Saug-ein-und-spuck-wieder-aus-System funktioniert, kann ich sicherlich erst in einiger Zeit beurteilen. Aber es wirkt irgendwie vornehmer. Wirklich.
Wie überhaupt das ganze Gerät. Es sieht solide aus und zugleich elegant. Es scheint sehr gut verarbeitet zu sein. Es wirkt übersichtlich, klein und einfach, so als wäre es reduziert auf alles Wesentliche, und das wäre einfach mit besonderer Liebe im Kleinen wie im Allgemeinen zusammengebaut und präsentiert. Solche Geräte sind manchmal ein Kern, der unser Leben verändert, eine Art von heilkräftigem Unkraut, das um sich greift und alles infiziert. Dagegen wirkt so mancherlei überladen. Wenn ich Ringe an den Fingern hätte, würde ich sie jetzt ablegen; aber ich trage nicht einmal eine Uhr. (Ein Blick auf Handy reicht aus.) Das Model CD kostete im Fachhandel € 299,00. Manchmal kann man es um einen Zehner billiger bekommen, manchmal nicht. Es ist zwar teuer, aber es erlaubt keine Wiedergabe von MP3-Dateien, und darüber bin ich wirklich, wirklich froh. Unsere Espresso-Maschine macht ja auch keinen Muckefuck, und in unserem Kühlschrank wird nie ein Fertigdrink mit Spuren von Wodka oder Whisky stehen. Dafür ist der Klang für die eingeschränkten Möglichkeiten sehr klar und trocken, wenn auch nicht sonderlich warm.
Eine Winzfernbedienung gibt es auch, mit einer integrierten Batterie, die angeblich läuft, bis alles Eis am Nordpol geschmolzen ist. Damit kann ich - was leider durchaus nicht bei allen Geräten möglich ist, die billiger sind als dieses - per Schnelldurchlauf durch meine CDs eilen. Allerdings ist das gute Stück - die Fernbedienung - unangemessen klein. So. Geht doch.
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28.09.2006 15:00
Ein spektakulär unaufregender Bericht für Deine Verhältnisse.
27.09.2006 15:37
Schade, ich fand die Detektiv-Geschichte besser.
26.09.2006 21:24
"Solche Geräte sind manchmal ein Kern, der unser Leben verändert, eine Art von heilkräftigem Unkraut, das um sich greift und alles infiziert." Hört sich reichlich befremdlich und dafür quasi in Watte gepackt für mich an. Naja, egal..... Ist nicht mein Leben. Das Gerät würde ich aufgrund seines für mich häßlichen Aussehens nie kaufen, doch Deine wortgewandten Berichte werde ich gerne weiter verschlingen! In einem sind wir einig: Die Liebe zur guten Musik und deren reinen Genuß. Smile.... LG GINA