Tod auf der Themse / Harding, Paul

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Tod auf der Themse / Harding, Paul

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Historischer Londonkrimi, mal wieder :-)

5 30. Aug 2001

Pro:
wieder spannend, unterhaltsam und auch etwas informativ

Kontra:
nichts

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Niveau:

Unterhaltungswert:

Spannung:

Humor:

Aufmachung:

mehr


Emty

Über sich: Aktuelles 29.09 : Nach 2 Wochen London-Urlaub wieder zurück; es werden in nächster Zeit einige...

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Erfahrungsberichte:240

Vertrauende:58

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 118 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Irgendwie komme ich von den historischen London-Krimis einfach nicht los. Nachdem ich zuletzt einen aktuellen Thriller gelesen haben, wanderte meine Hand fast automatisch beim Aussuchen des nächsten Buches in die Reihe, in der ich vorsorglich immer 2-3 nicht gelesene Bücher aus der historischen Krimireihe um den Richter Cranston und seinen Schreiber, den Ordensbruder Athelstan, von Paul Harding stehen. Vielleicht sollte ich mir Gedanken machen, den das sieht ja fast nach den ersten Sucht-Anzeichen aus :-)

Da ich mich bei dieser Reihe immer schön chronologisch vorarbeite, griff ich zum 5.Band „Tod auf der Themse“.

Für diejenigen, die die Reihe noch nicht kennen ein paar Worte zur allgemeinen Einführung und zur Handlung dieses speziellen Romans:

Alle Romane der Serie spielen im London des 14.Jahrhunderts und haben immer die gleichen zwei zentrale Hauptfiguren: Sir John Cranston, Untersuchungsrichter der Stadt London, dick, gefräßig, ständig versoffen, angeberisch und geschwätzig, aber trotzdem immer hellwach und schlau, wenn es um die Lösung seiner Fälle geht, außerdem das Herz am richtigen Fleck. Und als Gegenpart der ruhige, nachdenkliche, den damals aufkommenden Wissenschaften zugetane Ordensbruder Athelstan, der den Richter ursprünglich zwangsweise als Schreiber zugeteilt wurden und parallel dazu eine Kirchengemeinde in London betreut. Gerade diese unterschiedlichen Charaktere und deren Zusammenarbeit und daraus sich im verlaufe der Bücher entwickelte Freundschaft macht meiner Ansicht nach einen der Punkte aus, warum es mich immer wieder zu dieser Serie zieht.

Im vorliegenden Roman müssen sich unsere zwei Helden um mehrere mysteriöse Ereignisse im Zusammenhang mit einem im Hafen liegenden Kriegsschiff beschäftigen. Der unbeliebte Kapitän stirbt an einer seltsamen Krankheit und kurze Zeit später verschwinden 3 Seeleute, die als Wache auf den Schiff waren, ohne das irgendjemand etwas davon mitbekommt. Und schließlich wird auch noch der Geschäftspartner des Kapitäns ermordet und der mutmaßliche Mörder flieht in das Kirchenasyl in das Gotteshaus, dass Athelstan betreut. Das dabei natürlich mehr dahinter steckt, dass aufzulösen ist, sollte wohl klar sein, oder? Da der Haupthandlungsstrang schon aus mehreren Verbrechen besteht, gibt es dieses mal im Gegensatz zu den Vorgängerwerken nur noch eine kleine Nebengeschichte um Einbrüche. Aber natürlich wird auch wieder über die Streitigkeiten in Athelstans Gemeinde, dieses mal bei der Aufführung eines Mysterienspiels berichtet.


Meine Meinung:

Fast alles, was ich in meinen Meinungen zu den 4.Vorgängerwerken, könnte ich hier wortwörtlich aufführen. Aber da es ja Leute gibt, die meine Meinungen regelmäßig lesen (Danke!) und ich außerdem nichts davon halte, mich immer wieder zu wiederholen, werde ich mich hierbei kurzfassen: Die ganze Reihe ist meiner Ansicht nach so faszinierend, weil es der gelernte Historiker Paul Doherty, der unter dem Pseudonym Paul Harding schreibt (aber ab dem 8.Band der Reihe plötzlich seinen eigenen Namen benutzt), hervorragend versteht eine spannende und unterhaltende Krimigeschichte fast nebenbei mit vielen, genau recherchierten historischen Informationen zu durchsetzten. Ob Ortsangaben, Lebensweise der „normalen“ Bevölkerung oder politischen Gegebenheiten der damaligen Zeit; alles wird schlüssig dargestellt und es wirkt nie, als ob jemand quasi gewisse Vorgaben herunterbetet um die Geschichte schlüssig darzustellen, sondern es wird einfach im Verlauf eingearbeitet. Durch meine Faszination für diese Reihe und mein schon lange anhaltendes Faible für London, dass ich auch immer wieder auslebe, habe ich mich etwas mit den geschichtlichen und geographischen Fakten der Reihe (Ortsnamen, Regierungen etc) beschäftigt und musste feststellen, dass soweit ich das als Laie beurteilen kann, alles hundertprozentig stimmig ist.

In jedem Buch gibt es quasi eine Art Schwerpunkt Thema: Dieses mal ist es verständlicherweise die Seefahrt, oder noch genauer die Bedingungen der Kriegsmarine in einer Zeit, in der es immer wieder Übergriffe französischer Schiffe auf englische Gebiete und umgekehrt und Piratenaktionen auf beiden Seiten gab. Die „höhere“ Politik, die ja gerade im Vorgänger eine große Rolle gespielt hat, wird hier fast völlig außen vor gelassen. Sie ist nur der Rahmen für die Ereignisse des Falls. Stattdessen erfährt man viel über den Alltag der Seeleute, die kleine Intrigen und Nebengeschäfte und man bekommt außerdem eine Schlacht geschildert.

Zuletzt noch der Hinweis auf die Verbindungen zu den Vorgängerwerken. In meinem letzten Bericht über den Thriller „..denn zum Küssen sind sie da“ hatte ich eine zu enge Anbindung an den Vorgänger kritisch und störend angemerkt. Auch bei der Cranston-Athelstan-Reihe wird natürlich durch das ständige Auftauchen der immer gleichen Nebenfiguren wie der Frau und den Söhne des Richters, der Witwe, die von Athelstan angehimmelt wird oder seiner Pfarrgemeinde vieles verständlicher und auch lustige, wenn man die Vorgeschichte kennt. Aber da dabei die Haupthandlung nicht berührt wird, bin ich weiterhin der Meinung, dass man einzelnen Bände der Serie auch außerhalb der vorgegebene Reihenfolge lesen kann, ohne Probleme zu haben. Ich gebe zu, dass diese Sicht eventuell davon beeinflusst ist, das ich diese Reihe im Gegensatz zum Patterson-Roman, den ich einfach „mitten raus“ gegriffen hatte, wirklich nacheinander lese und somit gar nicht abschätzen kann, wie es ist, wenn man manche Anektdote der Vorgänger nicht kennt.

Damit will ich zum Ende kommen: Wer unbedingt mehr über z.B. ein Vergleich zu ähnlichen Werken oder , der darf gerne meine anderen Berichte lesen; ich fände es Blödsinn all dies jedes Mal zu wiederholen :-)

Insgesamt betrachtet wieder ein sehr spannendes, ungemein unterhaltendes und ganz nebenbei einige historische Infos vermittelnde buch, dessen Qualität und Spannung man schon daran abschätzen kann, dass ich trotz der Tatsache, dass ich ja auch zur Arbeit muss, die 270 Seiten in etwas mehr als einem Tag gelesen habe.


 

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Kiara34

Kiara34

10.09.2001 19:45

Kommt mir irgendwie bekannt vor das Buch,hab es wohl schon mal gelesen,werd ich mir trotzdem noch mal ausleihen.Liebe grüsse von Kiara34

icecube1

icecube1

09.09.2001 15:41

hört sich interessant an, einen historischen Krimi habe ich bisher noch nicht gelesen. Gruss Icecube1

Rispetto

Rispetto

02.09.2001 19:14

Da haben wir ja was gemeinsam ;-) Ich liebe die Geschichten um Cranston und Athelstan! Allerdings gefallen mir die frühen Geschichten besser. Das letzte was ich gelesen habe war >das Parlament der Toten< kennst Du ja vielleicht auch. Gruß Rispetto

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