Beaker's Weg zum Laufen
20.03.2004
Pro:
trainiert den ganzen Körper, entspannt
Kontra:
man muss sich erstmal überwinden
Empfehlenswert:
Ja
 beaker
Über sich:
Mitglied seit:20.03.2004
Erfahrungsberichte:32
Vertrauende:9
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 86 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Früher konnte ich einfach nicht verstehen, was die Leute dazu gebracht hat, sich bei Wind und Wetter rauszuquälen und sich durch einen Wald oder Park, um einen See oder einfach nur irgendwo die Strasse lang zu hetzen. Und niemand konnte mich dazu bewegen, laufen zu gehen. Und wenn ich mich mal hab bequatschen lassen, bin ich ne Zeit lang neben wem hergehetzt und hab dann mal wieder beschlossen, dass das Laufen doch einfach nix für mich ist. Dabei bin ich nicht unsportllich, mache zweimal die Woche Taekwondo, gehe ins Fitnessstudio und gehe im Sommer gern schwimmen oder skaten. Irgendwann hab ich mir dann aber in den Kopf gesetzt, ich müßte unbedingt ein paar Kilo abnehmen, ich war nicht dick oder so, aber welche Frau ist nicht der Meinung, ein Kilo hier oder da weniger, kann nicht schaden. Also hab ich mich schlau gemacht und liess mich dann von meiner Cousine mal mit zum Laufen schleppen. Das erste Mal war noch nicht sonderlich erfolgreich, nach ca. 3km machte ich schlapp, aber ich hatte Blut geleckt, hatte gesehen, dass es doch gar nicht so schlecht ist und mir in den Kopf gesetzt, nun auch Laufen zu gehen. Aber wie fängt man an? Was sollte man beachten? Warum war ich nach meinem ersten Laufen fix und fertig? Nun ja, ich habe mir dann ein Buch über das Laufen gekauft und auch ne Menge nach Tipps und Tricks im Internet gesucht. Und das Wichtigste möchte ich euch jetzt hier mitteilen. Zuerst einmal sollte man, gerade als Laufanfänger, nicht versuchen mit irgendwem mitzuhalten. Das war auch mein Fehler, als ich mich mal von wem mitschleppen liess. Man sollte in jeden Fall in seinem eigenen Tempo laufen, auch wenn das bedeutet, dass man allein läuft. Wenn man auch nur ein klein wenig zu schnell läuft, fühlt man sich nach dem Laufen nämlich gar nicht entspannt, sondern einfach nur fix und fertig. Deshalb würde ich auf jeden Fall empfehlen mit einer Pulsuhr zu laufen. Anhand des persönlichen Ruhepuls und der eigenen Fitnesseinschätzung kann man sich einfach einen empfohlenen Pulsbereich ausrechnen, in dem man Laufen sollte. Allerdings muss man sich auch darüber im Klaren sein, dass das nur eine allgemeine Berechnung ist, und nicht für jeden zutrifft. Wenn man's ausprobiert und mit den ausgerechneten Werten nicht klarkommt, sollte man den Bereich dahingehend ändern, dass man sich beim und auch nach dem Laufen noch gut fühlt. Hier mal so eine ungefähre Formel: Ruhepuls + (220 - 3/4 Alter - Ruhepuls)*Fitness wobei man für Fitness folgendes Einsetzen sollte: 0,6 und 0,65 bei Untrainierten 0,65 und 0,75 bei einigermassen Fitten 0,7 und 0,75 bei trainierten Läufern So erhält man nun zwei Werte, zwischen denen man idealerweise Laufen sollte. Aber nicht vergessen, wenn man sich dabei nicht wohlfühlt, einfach mal was andres ausprobieren. Bei mir passte meine Berechnung gut und ich komme mit den errechneten Werten auch gut klar. Seitdem ich mich daran halte, hatte ich auch nie mehr nach dem Laufen das gefühl, wirklich fix und fertig zu sein.Ein zweiter, sehr wichtiger Punkt sind die Schuhe. Wenn man nur mal eben das Laufen ausprobieren möchte, kann man wohl mal auf einen ordentlichen Laufschuh verzichten, doch wenn ihr wirklich regelmässig laufen gehen wollt, solltet ihr euch auf jeden Fall einen extra Laufschuh zulegen. Dabei sollte man sich am besten in einem Fachgeschäft beraten lassen. In extra Laufläden wie z.B. Runner's Point wird man kompetent beraten und kann die Schuhe auf einem Laufband ausprobieren, während mit einer Kamera geprüft wird, ob man mit den Schuhen auch gerade auftritt. Was ich bei Runner's Point auch noch sehr gut finde, ist, dass man seine Schuhe auch getragen innerhalb von zwei Wochen wieder zurückgeben kann, wenn man damit nicht klarkommt. Und was den Rest der Kleidung angeht. Viele empfehlen nur mit extra Laufkleidung zu laufen, das finde ich aber, gerade am Anfang, nicht so wichtig. Man sollte darauf achten, dass man Kleidung trägt, die nicht scheuert (gerade zwischen den Beinen wird das fies) und am besten extra Laufsocken kaufen, aber ansonsten sollte für's erste wohl normale, bequeme Sportkleidung ausreichen.Wenn man sich an diese einfachen Regeln hält, kann einen eigentlich nur noch eins vom Laufen abhalten: der innere Schweinehund :-) Den müßt ihr leider selbst überwinden, aber habt ihr das einmal geschafft und Freude am Laufen gefunden, kann ich euch nur noch viel Spaß wünschen. Ich laufe nun seit über einem Jahr und hab's sogar geschafft, damit 5kg abzunehmen. Ich würde allerdings jedem empfehlen jetzt im Frühling bei gutem Wetter anzufangen und das schlechte Wetter erstmal zu meiden. Wenn ihr dann regelmässig laufen geht, könnt ihr ja später immer noch schaun, ob ihr zu den harten gehört, die den ganzen Winter durch bei Wind und Wetter laufen, oder es lieber so macht, wie ich, und im Winter im Fitnessstudio aufs Laufband geht. Also: viel Spaß!
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08.05.2006 15:50
ich fahre da lieber inliner :-) sehr schöner bericht!!! lg
31.03.2006 13:57
Da der Bericht schon zwei Jahre alt ist kann ich ja fragen: läufst du immer noch?
31.03.2006 13:56
Mir gehts immer noch so wie dir am Anfang: niemand wird mich je zum laufen bringen. Ich fahre Fahrrad und Inliner und gehe schwimmen, aber laufen, niemals! sportliche Grüße von Martin