Tränen der Sonne (2003)

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Tränen der Sonne (2003)

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“Damit das Böse triumphieren kann...

2  02.09.2003 (03.12.2003)

Pro:
Bruce Willis

Kontra:
platte Story, heftigte Kriegsverbrechen, seltsame Vorgesezte

Empfehlenswert: Nein 

ingolf.loehl

Über sich: 29.06.2007 - bin wieder hier.. mit einem Bericht über unseren Kurzurlaub!

Mitglied seit:20.03.2001

Erfahrungsberichte:34

Vertrauende:25

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 28 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

“Damit das Böse triumphieren kann, ist lediglich notwendig, dass gute Männer nichts tun."

Das ist das letzte was man als Zuschauer in diesem Film zu sehen bekommt. Ein Zitat des Polit-Philosophen Edmund Burke.

Und damit möchte ich euch herzlich willkommen heißen zu einer der wenigen Erfahrungsberichte die ich bisher bei CIAO veröffentlicht habe die am Ende ein NICHT EMPFEHLENSWERT von mir bekommen. Aber um nicht alles verkehrt herum zu beschreiben alles schön der Reihe nach...

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| Worum geht es in diesem Kriegsfilm?
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Tja, erzähl ich nun die ganze Handlung oder doch nicht alles?! Ich denke dieser Film ist unterm Strich genau so wie man sich einen Kriegsfilm aus den USA vorstellt. Zumindest das Ende ist eh vorhersehbar und somit hält sich die Spannung, zumindest was den Ausgang des Kriegsdramas von Regisseur Antoine Fuqua angeht, in Grenzen. Daher werde ich mal ein wenig weiter ausholen!

Der Lieutenant A.K. Waters (gespielt von Bruce Willis) ist Offizier der Navy Seals. Gemeinsam mit seinen Leuten hat er die Aufgabe die Ärztin Dr. Lena Kendricks (Monica Belluci) aus Nigeria zu retten. Dort gefährdet ein Bürgerkrieg verschiedene wichtige Personen wozu u.a. auch die Arztin zählt. Aus der schnellen Rettungsaktion wird jedoch nichts da sich die Ärztin nur Retten lassen möchte, wenn die Marschfähigen Verletzten und Flüchtlinge aus ihrem Humanitären Lager ebenfalls gerettet werden. Bruce Willis zögert nur kurz und stimmt zu diese ebenfalls zu retten. Seine Leute sind verwirrt und bleiben im Ungewissen (wie der Zuschauer), welche Gedanken den Lieutenant zu seiner Entscheidung veranlassen. Nach Tagelangen gefährlichen Marsch durch den Urwald von Nigeria mit diversen kleinen Zwischenfällen kommt es zum ersten Höhepunkt. Die Landungszone der Rettungshelikopter ist erreicht und es wird nun auch den Flüchtlingen klar das in den Helikoptern nicht genug Platz ist. Die Ärztin wird wiederwillig in den Heli katapultiert und muss unter Tränen mit ansehen wie unschuldige zurück bleiben. Doch diese Aussicht haben auch die Soldaten und auch der ach so harte Bruce Willis, der bis dahin als knallharter und unnahbarer Elitesoldat rüber kommt.

Im Heli denkt auch er an seine Handlungsweise und muss aus dem Heli ansehen was aus dem Lager geworden ist indem die Ärztin gelebt hatte. Alle Zurückgegliebenen liegen erschossen und teilweise noch heftiger auf den Wegen oder vor den Häusern! Die Umkehr zur Landezone im Busch fällt ihm schwer, aber das Gewissen lässt ihm scheinbar keine Ruhe.

Schnell sind die enttäuschten aber lebenden Flüchtlinge wieder gefunden und die Kinder und schwächeren Personen bekommen einen Platz im Heli. Der Rest der Truppe muss sich nun nach Plan B durch den Busch zu Fuß ins benachbarte Kamerun kämpfen.
Das hochtechnisierte Team der Elitesoldaten bemerkt eine immer näher kommende Horde von Zahlenmäßig überlegenden Soldaten die scheinbar immer wissen welchen Weg die Truppe um Bruce Willis einschlägt. Der Lieutenant wird skeptisch und entdeckt schließlich auch den Maulwurf in den Reihen der Flüchtlinge. Als dieser kurzer Hand reiß aus nehmen möchte wird er erschossen. Bei ihm finden die Soldaten schnell einen Peilsender. Nun wird auch deutlich warum die Truppe verfolgt wird. Unter den Flüchtlingen ist der Sohn des ehemaligen, getöteten Regierungspräsidenten und Stammeshäuptling des Landes.
Die Probleme des Lieutenant Waters werden immer gravierender, der sein Vorgesetzter heizt im ordentlich ein. Schließlich war es nicht vorgesehen so viele Flüchtlinge und Zivilpersonen zu retten. Er versagt ihm jegliche Unterstützung. Der Druck auf Bruce Willis steigt und damit auch die Frage, ob er nun richtig gehandelt hat. Schließlich hat er eigenmächtig das Leben seiner Soldaten und das der Ärztin aufs Spiel gesetzt und damit letztendlich ja den Erfolg der Mission.
Als Showdown gelangen die Soldaten mit den Flüchtlingen an einen besonders grausamen Schauplatz. Sie werden Zeuge einer ethischen Säuberung, wie man sie aus Bosnien oder dem zweiten Weltkrieg kennt. Die Bewohner eines kleinen Dorfes werden aufs grausamste Misshandelt, und dieses Wort untertreibt noch stark die Dinge die man hier als Zuschauer erlebt. Genauer möchte ich es gar nicht beschreiben, aber es ist eine Vorstellung die nicht jeder Kinobesucher gewachsen ist und auch in der Sneakpreview in der ich den Film gemeinsam mit meiner Freundin gesehen habe sind einige aus dem Kino gegangen bevor der Film zu Ende war.

Auch hier Rückt die Entscheidung des Offizier A.K. Waters wieder in den Mittelpunkt. Hier jedoch tragen die Gefolgsleute seine Entscheidung und mischen sich in die "Säuberungsaktion" ein um schlimmeres zu verhindern. Selbstverständlich bekämpfen sie die bösen und retten einige Menschen mit der einen oder anderen schon angedeuteten Ausnahme.

Die letzte Etappe zieht sich durch Feld und offenes Land. Die Verfolger haben weiter aufgeholt und so kommt es zum abschließenden Kampf der von vielen Verlusten Begleitet und durch die überraschende Luftunterstützung dann doch den Helden Bruce Willis gut dastehen lässt. Mission erfüllt, alle Glücklich?!


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| Hintergrundinfos
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Dieser Film ist in Deutschland zum 28.8.2003 angelaufen. In den USA ist er bereits vor dem Irak Krieg in die Kinos gekommen. Der Regisseur Antoine Fuqua schaffte mit diesem Film ein Diskussionsumladenes Kriegsdrama in der schönen Landschaft Nigerias. Er teilt die Meinung von George W. Bush und plädiert ebenfalls für das vorbeugende und auch kriegerische Einschreiten der "Weltpolizei" USA. Eine Meinung die sicher nicht jeder Kinobesucher teilt. Dabei ist Fuqua vielleicht schon manchem Ciao-Leser bekannt vom Film „Training Day“. Bekannt wurde Fuqua durch durch seine Firma inszenierte Werbespots für Nike, Honda, Toyota, Armani und Seiko und diversen Musikvideos mit Arrested Development, Toni Braxton oder auch Prince.

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| Meine Meinung zum Film
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Dieser Film ist wahrlich eine schwere Kost. Thematisch sind die Leiden eines solchen Kriegs zumindest für mich schwer nach zu vollziehen. Sowohl aus der Sicht des Soldaten (ich musste aufgrund der 3.Sohn-Regelung nicht zum Wehrdienst), und erst recht aus der Sicht der betroffenen Bevölkerung. Ich kann höchstens erahnen wie schrecklich die Opfer sind die ein solcher Krieg mit sich bringt und das alleine hat mich schon schwer betroffen und bestürzt gemacht. Nach dem Kinobesuch hatte ich ganz sicher keine Lust mehr weg zu gehen oder viel zu reden. Meiner Freundin ging es ähnlich und so hat es erst mal viele Minuten gedauert bis wir über das gesehene reden konnten. Ich frage mich wie andere den Film wohl „verdaut“ haben, oder ob ich (wir) mir das alles zu sehr zu Herzen genommen haben. Vielleicht könntet ihr ja mal euren Kommentar, eure Meinung kurz zum Film schreiben?!

Ich denke dieser Film ist aber nicht nur grausam, sondern an vielen Stellen mal wieder genau das was man von einem amerikanischen Film erwartet. Nicht das ich Filme aus den USA generell nicht mag oder diesen Film komplett „zerreißen“ möchte, Nein, es geht mir nur darum das es in solchen Filmen häufig sehr deutlich wird wer böse und wer gut ist. Die Wirklichkeit sieht dabei doch meist wesentlich grauer aus und ist nicht von einem solchen „Happy End“ gekennzeichnet.
Aber was soll’s, es ist ein Film der Unterhalten soll und keine trockene Dokumentation, richtig?
Unterhaltung ist ein tolles Stichwort, den an manchen Stellen war es schon sehr komisch. So z.B. die Szenen wenn der Vorgesetze von Bruce Willis, bzw. Offizier Waters zum Telefonieren scheinbar immer erst auf das Start- und Landedeck des Flugzeugträgers gehen muss (sehr unsinnig und vor allem laut), oder auch die Endszene wo selbige Person plötzlich vor Ort ist um den GI’s und den Offizier persönlich in Empfang zu nehmen und einem verletzten Soldaten zu helfen. Fern ab jeglicher Realität und für meinen Geschmack dann doch wieder zu theatralisch und geschminkt.

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| Mein Fazit
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Dieser Film bietet eine große Angriffsfläche auf der man gut „herumtrampeln“ kann, was ich nun auch ausreichend gemacht habe. Unterm Strich hat er aller Kritik zum trotz nicht nur bei mir ein "Nachdenken" hervorgerufen, weiter sensibilisiert für das Thema Krieg, deren Folgen und Ausmaße. Die Darstellung ist an manchen Stellen sehr krass und auch abstoßend. Die gesamte Geschichte wirkt recht platt und Klischeehaft. Das sich der Offizier mit der Ärztin so gut versteht hatte ich bisher ganz vergessen zu erwähnen, aber das habt ihr euch doch sicher gedacht ...

Tja, was soll ich noch sagen!? Geht nicht ins Kino! Vielleicht ist es der richtige Film für den Deutsch oder Geschichtsunterricht der Gymnasialen Oberstufe. Ich kann ihn jedoch nicht empfehlen und finde nur wenige nützliche Aspekte. Der Titel meines Berichts ist meines Ehrachtens ganz gut getroffen. Der Hintergedanke beantwortet sich aber doch im Grunde recht schnell. Die Weltpolizei (die „guten Männer“) findet man allerdings nicht nur in den USA, sondern vor allem in Form den Nationenbunds, genannt UNO.

Grüße vom Niederrhein!

© by ingolf.loehl am 01.09.2003
(korregiert am 02.12.2003)


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Tuvok1

Tuvok1

03.12.2003 00:26

grad noch sh

kleineEla

kleineEla

20.09.2003 12:45

Hi Ingolf, zu deinem Bericht, er ist, wie ich es eigentlich nicht anders von dir gewohnt bin, sehr gut. Ob Aufbau, Vormulierungen, einfach gut gelungen. Besonders gut fand ich u.a. auch die Hintergrundinfos. Zu dem Film, ich hab ihn auch im Kino gesehen, mir ging es genauso, man musste das Gesehende erstmal verdauern und ne Nacht drüber schlafen. Sicherlich hat der Film seine Klischhees, und ist sicherlich an manchen Stellen übertrieben, und für Leute, die einen puren Unterhaltungsfilm sehen wollen, ist er sicherlich nicht geeignet! Aber ich denke er führt einem schon gut vor Augen, dass die Realität oft noch härter ist. Liebe Grüße Ela

Rhodenberg

Rhodenberg

15.09.2003 16:14

Haben schon vermutet das dem Vorgesetzen von Bruce kein Büro zum telefonieren zusteht *G* Büdgefrage oder so. Klasse Bericht. Hoffe wir halten die Leute von dem Film ab. Ist wirklich ware geldverschwendung

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