Diamonds & Gangsters
27.02.2012
Pro:
Solider Cast, durchschnittlich spannend
Kontra:
Altbekannte Story, zuviele Wendungen
 MissVega
Über sich:
Endlich wieder Hamburg-Stammi! Am 20. Juli 2013! ;-) Im Juli London, im August Las Vegas - Hawaii - ...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 75 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Wie üblich, wenn die Anzahl der Neuerscheinungen in meiner Videothek mit dem Tempo meines Filmkonsums nicht mithalten kann und ich nichts finde, was ich wirklich gerne sehen will, greife ich zu obskurem Mainstream-Mumpf, in der Hoffnung, dass etwas halbwegs Unterhaltsames dabei ist. So landete "Trespass" in meinem imaginären Körbchen, und das obwohl Nic Cage auf dem Cover echt gruselig aussieht. Aber bei einem hollywooderprobten Cast wie Nicolas Cage (der wirklich gut spielen kann, sich leider nur seit gefühlten Ewigkeiten die falschen Filme aussucht) Nicole Kidman und Cam Gigandet (hot, Ladies, hot!) und einem Regie-Veteranen wie Joel Schumacher ("Flatliners", "Falling Down") kann doch eigentlich nicht so viel schiefgehen, oder? Nun ja… lest selbst: Ausstattung: Ton in deutsch und englisch in DD 5.1, deutsch auch in DTS, Untertitel in deutsch, dazu fünf Trailer, Making-of, Interviews, B-Roll und den deutschen und englischen Trailer des Films.
Diamantenhändler Kyle Miller (Nicolas Cage, "Lord of War", "Con Air") lebt mit Frau Sarah (Nicole Kidman, "The Hours", "Eyes wide shut") und Teenie-Tochter Avery (Liana Liberato, "Trust") ziemlich reich in seinem riesigen Haus rum. Allerdings hat er weder vom Haus noch von seiner Familie sonderlich viel, da er meistens unterwegs ist, um Diamanten zu verkloppen. Die Ehe von Kyle und Sarah steht demnach unter keinem guten Stern mehr. Tochter Avery ist die typische pubertierende Göre, die im Kleinen den Aufstand gegen die spießigen Eltern probt und so Sachen macht wie sich heimlich zu einer Party schleichen, den Eltern Widerworte geben und ähnlich revolutionären Kram. So, in diese latent dysfunktionale Familie bricht eines Abends ein Gangster-Quartett ein, um Kyle um seine Diamanten zu erleichtern. Doch irgendwie will Kyle nicht so recht kooperieren und verweigert den Einbrechern den Zugang zum Tresor. Nicht gerade die beste Entscheidung, wenn einem drei brutale Typen und eine offensichtlich drogenabhängige Schlampe gegenüberstehen, die zu allem bereit sind. Oder doch nicht? Irgendwie kommen Sarah Stimme und Physiognomie eines Einbrechers (Cam Gigandet, "The Experiment", "Burlesque") seltsam bekannt vor… Am Ende der Nacht wird Familie Miller mehr wissen, als sie je erfahren wollte und es werden reichlich Blut und Tränen geflossen sein… und natürlich werden nicht alle Beteiligten diese Nacht überleben, das war ja wohl klar. "Trespass" ist eigentlich gar nicht so schlecht. Wenigstens muss man sich nicht mit schlechten Darstellerleistungen rumplagen, da der Cast durch die Bank weg souverän und glaubwürdig abliefert. Allerdings ist Cages Anblick etwas gewöhnungsbedürftig… mit der Kassenbrille, den Hamsterbäckchen und der Spießerfriese sieht er aus wie der Prototyp eines Bankangestellten, und das sieht bei Cage halt irgendwie komisch aus. In den letzten Jahren hat er ja vorrangig durch verkehrte Rollenauswahl und bekloppte Frisuren von sich reden gemacht, hier ist die Rollenauswahl nicht wirklich verkehrt, die Friese gemäßigt, aber der Gesamteindruck halt seltsam. Nun gut, sei's drum, mehr kann man ihm hier dann aber auch nicht vorwerfen. Gleiches gilt für Nicole Kidman, nur, dass sie die besseren Frisuren hat. Ihr Antlitz ist wie üblich nervengiftglatt, ihre Darstellung wie immer einwandfrei. Die pubertierende Lendenfrucht von Kyle wird von der 16jährigen Liana Liberato gegeben, die hier ihre Teenierolle aus "Trust" (Rezension folgt) marginal variiert. Und auch die Gangster (u. a. Ben Mendelsohn, "Knowing", "Killer Elite" und Dash Mihok, "Der Sezierer", "Kiss Kiss Bang Bang") spielen ihre Rollen perfekt.
Da es nun nicht an den Darstellern liegt, dass "Trespass" nicht mehr als ein durchschnittlicher Thriller mit ein paar Wendungen zuviel geworden ist, müssen wir wohl oder übel den Regisseur oder den Drehbuchautor zur Verantwortung ziehen. Joel Schumacher hat vor langer Zeit mal ein paar gute Filme gemacht, dann hat er lange Zeit nur noch mittelmäßige gemacht und dann hat er welche gemacht, die kaum noch jemanden interessierten, geschweige denn überzeugen konnten. "St. Elmo's Fire" und "Lost Boys" waren in den 80er Jahren geniale Frühwerke Schumachers, in den 90ern hat er mit "Falling Down" und "8 MM" erschütternde Gesellschaftsportraits gezeichnet und sogar im neuen Jahrtausend sind ihm noch Filme wie "Tigerland" und "Nicht auflegen!" gelungen. Aber ab dann ist ihm nichts mehr so wirklich gut geraten, "Blood Creek", "Nummer 23" oder auch "Twelve" zeugen davon. Und auch mit "Trespass" gelingt Schumacher kein großer Wurf. Die Geschichte ist altbekannt und schon oft variiert worden, Schumacher gelingt es nicht, hier durch Innovation zu glänzen. Viele der Wendungen ahnt man bereits voraus, und die, die tatsächlich überraschend kommen, sind dann oft unglaubwürdig oder einfach ein bisschen zuviel des Guten. Und irgendwann übertreibt Drehbuchautor Karl Gajdusek es in seinem ersten Script (davor hat er lediglich ein paar Folgen von "Dead like me" geschrieben) dann auch und wirft scheinbar wahllos einen Twist nach dem anderen in die Story, so dass man sich irgendwann "so, nun ist aber gut" rufen hört. Glücklicherweise sind die 91 Minuten Laufzeit dann auch um und Schumacher entlässt den Zuschauer in ein halbgares, angepasstes Finale, das man sich wirklich etwas origineller gewünscht hätte. "Trespass" beginnt gut, lässt dann aber im weiteren Verlauf immer mehr nach, bis sich beim Zuschauer Langeweile und Ungeduld abwechseln und man den zahllosen Haken, die die Story schlägt, einfach nicht mehr folgen mag. Dennoch kann man dem Film einen authentischen Cast, edle Locations, stimmige musikalische Untermalung und eine zwar nicht immer stringente, aber immer mal wieder spannende Story nicht absprechen, insofern so ganz grade eben noch mal drei von fünf Diamanten, die sich letztendlich doch nur als Strasssteinchen erweisen.
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22.11.2012 16:41
Ach, Nicolas Cage soll das sein. Irgendwie dachte ich erst, das ist Harrison Ford. Aber ich bin gerade etwas neben der Spur,da kann das vorkommen.
04.04.2012 20:49
nee, weder Cage noch Kidman will ich in meinem Wohnzimmer sehen - brrr...
30.03.2012 10:36
Mag Cage ja gerne sehen, aber manche Filme - so wie diesen - hätte er sich und uns ersparen können!