Triumph Spitfire

Erfahrungsbericht über

Triumph Spitfire

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Cabriofahren in Vollendung

4  31.08.2008 (07.08.2007)

Pro:
einfache Technik, günstig in Anschaffung und Unterhalt, puristischer Fahrspaß

Kontra:
Rostanfälligkeit, Regensicherheit des Engländers

Empfehlenswert: Ja 

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Über sich:

Mitglied seit:14.04.2007

Erfahrungsberichte:24

Vertrauende:2

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Heute nun ein Bericht über ein nicht mehr ganz alltägliches Fahrzeug.
Ich möchte euch gerne ein wenig über den, also unseren, Triumph Spitfire 1500, Baujahr 1977, erzählen.

Warum gerade dieses Fahrzeug und nicht ein MG B oder alter Mercedes-Benz SL? Ganz einfach aus dem Grund, da dieser Oldtimer für Otto-Normalverbraucher in der Anschaffung und bei den Ersatzteilen erschwinglich bleibt.

Meine Elten hatten sich unseren Spitfire spontan vor nun schon über 9 Jahren gekauft, anlässlich zu ihrem Hochzeitstag.
Ich war natürlich von Anfang an von dem Wagen begeistert, auch wenn er zu Beginn noch einige Kinderkrankheiten aufwieß.

Unser Spitfire ist früher in den USA gelaufen und kam meines Wissens nach nur als eine Ersatzteilsammlung in Europa, bzw. auf Rügen beim Händler an. Da dieser ein erfahrener Mann im Bereich Oldtimer ist, nahm er sich der Sache an und baute den Wagen wieder auf, um ihn dann später beinah originalgetreu an den Mann/die Frau zu bringen.

Kommen wir zu den Besonderheiten dieses englischen Roadsters:
Nach dem Wiederaufbau dauerte es seine Zeit, bis der Motor (1,5l Vierzylinder mit 71 PS) die rund 750 kg Leergewicht einigermaßen sportlich durch die Lande zog. Nicht, dass der Motor nicht lief, er wollte eben eingefahren werden.
Dass das bei einer Jahreskilometerleistung von rund 1000km seine Zeit dauert, dürfte klar sein.
Das Fahrzeug hat seinen Motor vorne und wird durch einen Heckantrieb in Bewegung gesetzt.
Der (Normal-)Benzinverbauch mit einem im Laden erhältlichen Additiv hat sich in den Jahren zwischen 8 und 10 Litern, bei gemächlichen Landstraßentempo, eingepegelt.
Für ein Auto dieses Alters ist das angemessen und entsprach damals dem Stand der Technik.

Natürlich gab es diverse kleinere und größere Macken mit dem Fahrzeug, die einen spontanen Ausflug mit dem Roadster zu Nichte machten.
Zum Beispiel hatten wir in den ersten Jahren ein Kuriosum, dass mein Vater hin und wieder zum Starten des Motors einen großen Schrauberzieher zur Widerstandsüberbrückung zur Hilfe nahm, damit dieser auch losblubberte. Grund hierfür war die Kombination aus zu schwachem Anlasser, der dann mal ersetzt wurde, und Autobatterie, die auch nicht mehr die fitteste war! Hinzu kam auch noch die nicht gerade willige Elektronik des englischen Herstellers Lucas. Fahrer von englischen Roadstern und vorrangig des Jaguar E-Type dürfte so ihre Geschichten erzählen können. :)

Da der Händler beim Wiederaufbau nicht den originalen Endschalldämpfer zur Verfügung hatte, hing dieser eine ganze Zeit auch sehr tief und machte sich durch gelegentliches Aufsetzen auf schlechten Straßen lautstark bemerkbar. So manches Mal hatte ich dann schon meine Befürchtungen, dass wir uns sonst was an dem Fahrzeug ruinieren. Auch dieses Problem wurde ganz und gar kostenlos vom Händler behoben. Da er wusste, welche Probleme der Wagen noch machte, ist er immer sehr kulant gewesen.

Für junge Menschen ist das Fahren so eines Fahrzeuges auch ein Abenteuer für sich. Zu meinem Glück durfte ich meine ersten Fahrversuche vor der Fahrschule mit diesem Auto machen und wenn mein Vater gnädig ist, lässt er mich auch mal an seiner Seite das Fahrzeug, nun legal :) , bewegen.
Ich sage nur: Puristischer Auto fahren kann man heutzutage nur noch selten!

Aufgrund des geringen Gewichts vermisste ich nie eine Servolenkung und das agile Fahrverhalten spricht für sich.
Die Viergangschaltung zu betätigen, ist anfangs etwas eigenartig, da der Fahrer keine Unterstützung wie in modernen Autos bekommt, dass eine Feder den Ganghebel beim Schalten zur nächsten Schaltgasse zieht. Nicht gerade sportlich sind dazu auch die sehr langen Schaltwege und der große Abstand der beiden Schaltgassen zueinander.

Auch ist das Fahrgefühl ein anderes.
Komfortschnickschnack oder diverse Sicherheitsausstattungen, wie zentimeterdickes Dämmmaterial, Sitzheizungen trotz Lederbestuhlung, die bereits erwähnte Servolenkung, KAT, Airbags und ABS oder dieses neumodische "Airscarf" von Mercedes (Nackenheizung - Ist was für Weicheier!) existieren einfach nicht.
Viele dieser Dinge waren zum damaligen Zeitpunkt überhaupt noch gar kein Gesprächsthema in dieser Wagenklasse, geschweige denn erfunden.

Der Wagen ist ein puristischer Zweisitzer, der noch eine Art Notsitz in der Fahrgastzelle besitzt, den man aber nur im äußersten Notfall einem anbieten möchte.
Das Armaturenbrett besteht aus Echtholz, in dem die Rundinstrumente für Drehzahlmesser, Meilentacho (mit zweiter Skala für die km/h), Temperaturanzeige und Benzinstand eingearbeitet sind.
Für die Zündung und den Blinker sind noch zwei Lampen eingearbeitet, für das Licht gibt es einen Schalter und zu guter letzt noch den Chock für den Kaltstart.
Für Unterhaltung ist durch ein Radio gesorgt und die zwei Lautsprecher sind in der Trennwand zum Kofferraum eingelassen. Eigentlich braucht man das Radio gar nicht, da Einflüsse, wie der Motorsound und vor allem der Fahrtwind jeglichen Musikgenuss zu Nichte machen. Der Fahrtwind und der kernige Motorklang sind dolby surround genug. *g*

Für die Lüftung und Heizung gibt es zwei Schieberegler.
Das Kuriose an der Heizung ist, dass sie entweder die Insassen brät oder gar nix macht. Wer Abkühlung braucht, kurbelt also die beiden Seitenfenster runter und/oder macht das Dach auf. In diesem Punkt hatten die Engländer von Triumph den puristischen Gedanken damals wohl etwas zu konsequent gedacht.
In heutigen Zeiten stört das eher weniger und uns schon gar nicht, da wir den Wagen wirklich nur bei gutem Sommerwetter bewegen.
Das ganze beugt auch dem Rost vor. Da der Wagen leider nie konserviert wurde, scheut sich mein Vater, verständlicherweise, den Wagen bei nassen Straßen auch nur ansatzweise aus der Garage zu holen.
Eine Konservierung kann ich nur wärmstens empfehlen, wer seinen Spitfire bei Wind und Wetter nutzt. Da das Gros der Fahrzeughersteller damals nicht viel von Vollverzinkung o.ä. hielt, rächte sich das bei vielen Fahrzeugen bereits kurz nach dem Kauf bitter.
Das viele potentielle Oldtimer schon frühzeitig auf dem Schrott landeten, dürfte sich ja nun von selbst verstehen.

Das Thema Regen spielt bei diesem Fahrzeug sowieso eine ganz besondere Rolle. Das größte Kuriosum ist /war der gute Wille des Herstellers, der ja aus dem regensicheren England kommt, in irgendeiner Weise den Wagen im Bereich des Lederverdecks und der Seitenscheiben gegen Wasser abzudichten.
Der Wagen ist dabei so aufgebaut, dass die Seitenscheiben nur am Lederverdeck anliegen und darüber eine Art Regenrinne das Wasser am hinteren Ende der Seitenscheiben abfließen lassen soll.
Das mag vielleicht während der Fahrt noch gut funktionieren, aber ich möchte nicht bei einem Sturzregen im Stau stehen und mir anschauen müssen, wie der Fußraum voller Wasser läuft.
Heißt, nach heutigen Standards würde der Wagen alleine durch diese eigenwillige Konstruktion nur ganz wenige und hartgesottene Freunde finden.

Kommen wir zum Alltagsgebrauch.
Erstaunerlicherweise ist es um diesen, abgesehen von der Rostanfälligkeit, ganz gut bestellt. Es mangelt zwar an Ablagen jeglicher Art im Fahrgastraum, aber der Notsitz bietet sich hervorragend für das Ablegen von Handtaschen, Aktenkoffern usw. an.
Seine Reisetauglichkeit bewies der Wagen bei einem verlängerten Wochenendurlaub meiner Eltern auf Bornholm.
Das Interessante daran war, dass meine Eltern mit dem Wagen auf der dänischen Ostseeinsel nicht sonderlich auffielen, weil dort noch sehr viele alte Autos unterwegs sind.

Der Kofferraum entspricht eher einer großen Blechkiste, wo das Ersatzrad liegt.
Mein Vater hatte letztes Jahr das Reserverad rausgeschmissen und die Halterung dafür abgesägt. Anschließend hatte er mit etwas Teppichmaterial und Sperrholz einen vollwertigen Kofferraum geschneidert, der Platz für Gepäck und Einkäufe, aber auch in diversen Kleinfächern für Sanikasten, Warndreieck und Bordwerkzeug bietet. Ihr glaubt gar nicht, wie schnell so ein Auto im Kofferraum richtig an Wert gewinnt. Vom Fassungsvermögen schluckt der Kofferraum sogar mehr als ein Mazda MX-5 und bietet sich auch für den Wocheneinkauf an! Wasser- und Bierkästen gehen zumindest problemlos hinein.

Die Technik des Wagens ist eigentlich relativ simpel aufgebaut, sodass geübte Hobbyschrauber sehr viel an dem Fahrzeug selber machen können. In die Motorsteuerung eingreifende Elektronik gibt es praktisch nicht und erleichtert viele Reparaturen (wenn nötig) für den Besitzer. Die Technik ist auch wunderbar zugänglich und nicht so eingekapselt, wie bei vielen modernen Fabrikaten.
Die Ersatzteilbeschaffung gestaltet sich über einen spezialisierten Versandhändler (Name ist mir leider entfallen) einfach und auch bezahlbar!


Fazit:
Wer heutzutage etwas besonderes, aber dennoch bezahlbares sein Eigen nennen möchte, der dürfte mit diesem Fahrzeug gut bedient sein. Man muss natürlich mehr Pflege für diesen Wagen aufbringen, aber der puristische Fahrspaß lässt jeglichen Kummer verfliegen.
Die Blicke der anderen, vor allem von Besitzern dicker Autos, bereiten obendrein auch viel Freude.

Der Marktwert für einen gut erhaltenen Triumph Spitfire liegt derzeit zwischen rund 5000,-€ und 6000,-€ und bleibt weiterhin stabil.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
MSBBonn

MSBBonn

03.09.2008 11:13

Endlich mal ein Wagen mit Charakter. LG Martin

kornti

kornti

02.09.2008 09:48

Mit so einem Klassiker würde ich auch gerne durch die Lande ziehen.... LG, Kornti

KruegerChristine

KruegerChristine

01.09.2008 13:46

Ein BH für dieses traumhafte Auto! :-0 ! LG Günter

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