"Mein Bedarf an Krimis ist gedeckt"
und ein anderer war:
"was mal wieder beweist: alte Bücher sind nicht schlecht gewesen - danke für den Tipp! Hast Du noch mehr davon?
Das sind Kommentare zu einem meiner letzten Berichte.
Nun gut, also diesmal kein Krimi, sondern eine Liebesgeschichte. ... Bericht lesen
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Erfahrungsbericht von cunda über Troll: Eine Liebesgeschichte / Sinisalo, Johanna 23. Januar 2007
Produktbewertung des Autors:
Niveau:
anspruchsvoll
Unterhaltungswert:
sehr hoch
Spannung:
sehr spannend
Humor:
sehr humorvoll
Aufmachung:
ok
Pro:
Das Irreale macht sich in der Realität breit
Kontra:
Nichts für prüde Anal phabeten
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
"Mein Bedarf an Krimis ist gedeckt" und ein anderer war: "was mal wieder beweist: alte Bücher sind nicht schlecht gewesen - danke für den Tipp! Hast Du noch mehr davon?
Das sind Kommentare zu einem meiner letzten Berichte. Nun gut, also diesmal kein Krimi, sondern eine Liebesgeschichte. Allerdings wieder von einer Frau geschrieben; wieder kein Frauenroman, sondern Literatur von Frauen für Frauen (und auch für Männer).
"Johanna Sinisalo wurde 1958 im finnischen Lappland geboren. Schon vor ihrem literarischen Debut war sie als Autorin von Science-Fiction und Fantasy-Geschichten sowie als Drehbuchautorin und Comic-Texterin bekannt. Mit ihren Büchern hat sie sechsmal den Atorox Prize und dreimal den Kemi National Comic Strip-Wettbewerb gewonnen." So jedenfalls die Verlags-Auskunft.
Das Buch hat den Titel
TROLL: EINE LIEBESGESCHICHTE,
ist im September 2005 im Tropen Verlag erschienen, wurde übersetzt von Angela Plöger, hat 264 Seiten und kostet 19,80 Euro im Buchhandel und ist auch bei amazon.de nicht preiswerter zu bekommen. Die ISBN-Nummer ist 3-932-17074-1.
Trolle gehören nicht in die Etagenwohnung. Sie sind Wesen des Waldes. Gehorchen ihren Instinkten. Haben noch nie etwas von gesellschaftlichen Konventionen gehört, nichts von den zehn Geboten, von Recht, Ordnung und Moral. Also sollte man sie besser in Ruhe lassen.. Doch was soll man machen, wenn man ein schutzloses Troll-Kind findet, krank und verängstigt, ganz klein und irgendwie . . . . verdammt sexy?
Johanna Sinisolas "Troll" ist ein ziemlich unverschämtes Buch. Es spielt mit Tabus, überschreitet Grenzen, amüsiert den Leser und ängstigt ihn, weckt Empathie und Widerwillen. Wer sich auf "Troll" einlässt, sollte sich auf eine höchst verwirrende und atemlose Lektüre gefasst machen: Man traut diesem Roman alles zu. Und will deshalb ganz schnell und ganz unbedingt wissen, wie er tatsächlich endet. Grundlage der eigentümlichen Liebesgeschichte ist die Annahme, dass Trolle keineswegs übel beleumundete Fabel-, sondern real existierende Raubtiere sind. Dass Mikael, der schwule Fotograf, im Innenhof seines Appartementhauses ein Troll-Kind findet, ist demzufolge zwar bemerkenswert, aber nicht völlig ausgeschlossen. Mikael nimmt sich des maladen Jungtieres an, päppelt es auf und atmet erst unbewusst, später mit wachsender Begeisterung dessen Duftstoffe ein. Die haben eine enorm aphrodisierende Wirkung, und das bleibt selbstverständlich nicht ohne Folgen.
Es ist gewiss keine moralische Welt, die der Troll ohne jede Absicht gründlich aufmischt. Der Nachbar hält sich eine Sexsklavin, Mikael schläft mit seinem Exfreund, einem Tierarzt, nur deshalb, weil er gerade sehr gut dessen Hilfe, sprich: Troll-Medikamente, brauchen kann. Und wird gleichzeitig von einem seiner Auftraggeber, einem kühl kalkulierenden Marketing-Beau, nach Strich und Faden ausgenutzt. Doch so fragwürdig diese Gesellschaft auch ist: Das, was wir Zivilisation nennen, hält sie zusammen. Zumindest so lange, bis der Troll hinzustößt, dieser grazile Vertreter des animalischen Prinzips. Er kennt kein Gut oder Böse, keine Sitten und Gebräuche, er ist ganz und gar Instinkt. Das verträgt sich nicht mit der Menschenwelt. Die Katastrophe ist unvermeidlich.
Den Weg dorthin hat Johanna Sinisalo kühn konstruiert. Effektvoll wechselt sie ein um das andere Mal die Erzählperspektive, immer wieder durchbricht sie die Handlung mit Auszügen aus Erzählungen, Gedichten, Märchen, Sachbüchern und Zeitungsnotizen. Vieles davon hat sie erfunden, einige Zitate sind echt: Eine irritierende, reizvolle Gemengelage. Das Irreale macht sich in der Realität breit.; das Unbekannte, Verdrängte, Imaginierte, Wilde, Gefährliche ist nicht weit von der Welt der Vernunft und des Verstandes entfernt, fordert seinen Platz und bekommt seinen Tribut.
In ihrer finnischen Heimat bekam Johanna Sinisalo für ihre schockierende und schockierend komische Liebesgeschichte einen wichtigen Literaturpreis. Hierzulande sei ihrem ganz und gar außergewöhnlichen Roman zumindest viel Aufmerksamkeit vergönnt, wozu ich hiermit mein Scherflein beitragen möchte.
Und deshalb alle zur Verfügung stehenden Sterne und die Höchstnote. An dieser Stelle ein ganz großes ,Vieles dickes Dankeschön' an Marcus Bäcker, der mich aufmerksam machte.
Auf Anregung und Ratschlag des Ciao-Quality-Managements ändere ich meinen Schlusssatz: Dieser Bericht ist eine gemeinsame Arbeit des Zausels und mir und erscheint, ist erschienen oder wird erscheinen auch unter dem Namen des Gatterichs auf anderen Plattformen und - auszugsweise - in etlichen Tageszeitungen. cunda bedankt sich fürs Lesen und Bewerten und freut sich auf viele Kommentare.
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So ein Troll ist toll Bewertung fürTroll: Eine Liebesgeschichte / Sinisalo, Johannavon
Sendorra
Es ist schon etwas länger her, dass ich dieses Buch gelesen habe, genauer gesagt, habe ich es am 25.06.2006 begonnen und am 29.06.2006 ausgelesen. Das weiß ich deshalb so genau, weil wir in unserer Familie die schrullige Angewohnheit haben Zettel in die Bücher zu legen auf denen der Lesezeitraum der einzelnen Leser verzeichnet wird.
Das Buch ist mir noch gut in Erinnerung. Es hat mir zwar nicht ultimaitv gut gefallen, doch ist es mal was anderes, ... ...Die Story:
Mikael ist ein junger, erfolgreicher, schwuler Werbefotograf in Finnland, der engagiert einschreitet, als er merkt, dass sich junge Raufbolde um etwas balgen, was am Boden liegt.
So entdeckt er Pessi. Ein Trolljunges. Trolle sind in dieser Geschichte nicht jene mythologischen Gestalten, wie sie Tolkien und andere beschrieben haben, sondern seltene wilde Tiere, großen Primaten ähnlich.
Pessi ist krank und schwach und Mikael hat ein weiches ...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
Niveau:
Unterhaltungswert:
Spannung:
Humor:
Aufmachung:
sehr hilfreich
08.03.2007
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