Erfahrungsbericht über

Tropico 3 (PC-DVD)

Gesamtbewertung (10): Gesamtbewertung Tropico 3 (PC-DVD)

4 Angebote von EUR 11,80 bis EUR 34,76  

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El Presidente!

4  01.03.2012

Pro:
Langzeitspaß, komplexe Wirtschafts -  und Politiksimulation

Kontra:
Steuerung manchmal etwas zickig, stellenweise zuviel Wiederholung

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Grafik

Sound

Multiplayer:

Bedienung

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hellokathy

Über sich:

Mitglied seit:26.01.2012

Erfahrungsberichte:42

Vertrauende:6

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 47 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Hallo ihr Lieben,

nach langer Zeit habe ich mir kürzlich mal wieder ein neues Computerspiel gegönnt. Da ich es jetzt schon einige Tage gespielt habe, kommt hier mal mein Bericht dazu. Es geht hier übrigens um die Mac-Version, welche aber, soweit ich das anderen Rezensionen entnehmen kann, nicht großartig von der PC-Version abweicht.
***Kauf / -anreiz***

Früher habe ich eigentlich Simulationen jeglicher Art gespielt. Zeitweise hatte ich sicher ein ganzes Dutzend davon gleichzeitig auf dem Rechner. Dann wurden die Spiele immer eintöniger und als schließlich der Mac Einzug in mein Leben hielt, war es mit dem Spielen sowieso fast ganz aus. Seit Jahren hatte ich deshalb nur Die Sims und World of Warcraft installiert. Sonsitge Spiele wurden maximal für meine Konsolen gekauft. Aber letztens packte mich doch wieder die Lust auf eine schöne Wirtschaftssimulation oder ein Aufbauspiel, o.ä. Mit dem Mac ist die Wahl da schon wieder sehr eingeschränkt. Eigentlich hätte ich mal Lust auf ein Anno-Spiel gehabt, aber das geht ja nicht. Also suchte ich mich durch diverse Internetseiten. Fündig wurde ich schließlich bei McGame.com Da gab es ein paar ganz interessante Spiele, auch für den Mac. Die Wahl fiel auf "Tropico 3", weil die Bewertungen bei Amazon & Co. schon super klangen. Ich hätte es lieber gleich bestellt und als Disc in den Händen gehalten, denn ich ahnte schon, was mir bei einer Downloadseite schwahnte, aber Amazon hatte es nicht auf Lager. Auch war der Preis mit 29,95 € bei McGame.com schon unschlagbar. Mac-Spiele im Laden zu kaufen ist außerdem immer kniffelig, da die Auswahl sehr beschränkt ist.

Der Kauf über McGame.com war zunächst unkompliziert. Registrieren, Bezahlen, Download starten. Aber da ist dann auch nix mit mal eben spontan ein Spiel laden. Zumindest nicht mit einer normalen DSL-Leitung. Der Download dauerte rund 4,5 Stunden. Als es endlich installiert war, musste ich auch schon ins Bett. Der Download umfasste laut Downloadmanager rund 13GB und enthielt neben dem Spiel auch ein elektronisches Handbuch und, da ich die Goldversion gekaut habe, noch irgendwelche Codes für Extras aus Vorgängerspielen. Solche Sachen spare ich mir allerdings meist und kann dazu leider nichts sagen.

***Erster Eindruck & Spielspaß***

Die Installation ging recht fix, die Aktivierung des Spiels per mitgeliefertem Code ebenfalls. Ich glaube, hierzu muss das Spiel zwangsläufig online gehen, was natürlich für nicht ständig mit dem Internet verbundene Rechner blöd ist. Bei mir war das egal.

Zunächst gibt es eine kleine Einleitung, die aber eigentlich keine ist. Sie besteht nur aus einem Flugzeug, dass verschiedene Teile einer exotischen Insel überfliegt. Joa...dass Orte in und um Südamerika so oder so ähnlich aussehen, hätte ich mir so gerade eben denken können. Später spielt man auf unterschiedlichen Inseln, auf denen man alles selbst bebauen kann. Ob die in der Filmsequenz gezeigte Insel nun also Ähnlichkeit mit der eigenen hat oder nicht, ist auch nicht gesagt. Insgesamt, dank stimmungsvoller Musik, ganz nett aber eigentlich nicht notwendig.

Dann kommt der Startbildschirm. Hier hat man die Qual der Wahl. Neben Optionen gibt es verschiedene Spielmodi. Mein allererster Weg führte aber zu den Soundoptionen, um die Musik abzustellen. Diese ist zwar passend lateinamerikanisch, aber ich muss sie nicht während des gesamten Spiels haben. Hierbei finde ich aber blöd, dass man die Musik nur komplett deaktivieren kann, es also auch im Menü und während der Filmsequenzen komplette Stille gibt. Egal, besser so, als in einer Tour Gedudel haben.

Auch der erfahrene Spieler weiß: Jedes Spiel ist anders und Tutorials lohnen sich immer. Also geht es als nächstes dahin. Derer gibt es gleich zwei. Beim ersten gibt es generelle Informationen zum Bau und zur Handhabung, das zweite ist für fortgeschrittene Spielvorgänge gedacht, bei denen man Wirtschaft und Politik ausbauen möchte. Insgesamt fand ich schon die Tutorials sehr lustig und hilfreich gestaltet. Das Spiel beinhaltet viele komplexe Aspekte. Man muss Geld in die Kasse bekommen, um seine Insel zu bebauen. Andererseits hat man aber auch Bürger, welche Bedürfnisse haben. Geben sie sich anfangs mit Essen und Jobs zufrieden, wollen sie schnell mehr. Schönere Häuser, mehr Geld, eine Kirche, ausreichende Sicherheit und medizinische Versorgung...immer mehr, mehr, mehr. Dazu sind es nicht einfach "Bürger", sondern es handelt sich um verschiedene politische Gruppierungen. Je nachdem, in welche politische Richtung ein Bürger tendiert, will er unterschiedliche Sachen. Erfüllt man diese Ansprüche, fühlen sich unter Umständen andere wieder auf den Schwanz getreten. Sind sie gar ganz verstimmt, schließen sie sich den Rebellen an und gibt es davon genug, greifen sie auch schonmal an. Da ist es besser, wenn man eine ausreichend starke Armee hat. Zudem sollte man sich auch noch gut mit den USA und der USSR halten (das Spiel beginnt übrigens immer in den 50ern). Bei all diesen komplexen Themen ist es natürlich gut, dass man so umfangreiche Tutorials bekommt.

Ist man damit einmal durch, kann man "richtig" spielen. Auch hier gibt es unterschiedliche Spielmodi. Man kann richtige Szenarien spielen oder gleich in den Sandkasten hüpfen, wo man quasi endlos spielt. Da ich doch schon ein wenig mehr Anspruch brauche, habe ich mich gleich in die Szenarien gestürzt. Jedes davon startet auf einer eigenen Insel und steht immer für sich. Sie schließen sich also nicht gegenseitig an und man startet immer im Jahr 1950. Das kann man jetzt finden, wie man möchte. Da ein Hauptbestandteil des Spielspasses darin besteht, das es sich eben stark an Kuba, den Kommunismus und diese ganze Ära anlehnt und ein Szenario auch gerne mal um die 30 Jahre läuft, wäre es wohl auch kaum anders machbar. Jedes Szenario hat eine recht lustig gestaltete schriftliche Einleitung mit Hintergrundinformationen, die sich meiner Meinung nach aber selten auf das Spiel selbst auswirken. Überhaupt sollte man sich darauf einstellen, dass man hier viiiieeeel lesen muss. Denn fast alle Geschehnisse werden in schriftlicher Form angezeigt. Nur bei manchen Sachen sieht man auch, dass sich auf der Insel was tut. Zum Beispiel demonstrieren die Bürger an unterschiedlichen Orten oder die Rebellen liefern sich ein Stelldichein mit der Armee. Zwar ist der Text dazu immer recht lustig und richtig schön politisch inkorrekt geschrieben, aber da rund alle 2 Minuten irgendwas passiert, hat man schnell das Gefühl, gerade einen Roman zu lesen.

Dazu wird alles, aber wirklich alles, von zwei Radiosprechern kommentiert. Auf der einen Seite Juanito, der dem Präsidenten, also dem Spieler, gegenüber neutral bis positiv gestimmt ist und Betty Boo (?), die die Stimme der Rebellen ist. Letztere nervt auch nach ein paar Spielstunden so richtig. Mein Spiel ist auf Englisch, daher weiß ich nicht, wie sie sich auf Deutsch anhört. Aber bei mir klingt sie wie eine quengelnde Ziege und ich habe irgendwann Mordgedanken. Aber vielleicht ist das auch ganz gut, denn das schafft Atmosphäre. Schließlich bin ich "El Presidente" und sie will mich aus meinem schönen Palast werfen. Da muss ich sie ja hassen, oder?

Überhaupt ist die Stimmung des Spiels super. Wie gesagt, es gibt viele Sachen, die richtig schön politisch inkorrekt sind. Der Präsident ähnelt hier einem König und man kann viele Entscheidungen treffen, die eher dem eigenen Kontostand helfen als den Bürgern. Stellenweise wird es auch blutrünstig, denn man kann sich unliebsamen Bürgern auch entledigen. Das finden die um sie herum natürlich nicht ganz so toll, aber ein bißchen Schwund ist ja immer.

Dass es immer wieder neue Missionen gibt, finde ich sehr gut. Das garantiert mir ewig langen Spielspaß. Für eine Mission braucht man schon so seine zwei Stündchen. Danach gibt es immer mehr, mehr, mehr. Damit es nicht eintönig wird, kann man so auch immer neue Städte aufbauen, die sich auf unterschiedliche Standbeine stützt, mal Wirtschaft, mal Tourismus, immer orientiert an den Gegebenheiten der jeweiligen Insel und den Anforderungen für das Szenario. Das einzige, was mir daran nicht gefällt, ist dass man immer komplett bei 0 anfängt und die Anforderungen zu diesem Zeitpunkt immer die gleichen sind. So baue ich immer zuerst Fischereien und Rinderzüchter, stelle dafür die Farmen auf einträglichere Produkte und warte, bis die Kasse genug klingelt, damit ich mehr bauen kann. Immer in der Hoffnung, dass meine Bürger nicht vorher schon alle zu Rebellen werden, dieses ungeduldige Pack!

Die Steuerung hingegen finde ich auf dem Laptop etwas unglücklich, zumindest mit dem Mac. Viele Sachen lassen sich mit der Tastatur nur schwer bewerkstelligen, z.B. das Drehen der Kamera. Ich spiele daher nur mit angeschlossener Maus. Auch die Bebauung will manchmal nicht so ganz klappen. Besonders bei Straßen muss man Fingerspitzengefühl zeigen. Manchmal möchte ich eine lange Straße bauen und bekomme es nicht hin, weil die Fläche angeblich zu uneben ist. Baue ich die selbe Strecke dann in kleinen Teilstücken, geht es auf einmal. Und oft muss man auch etwas an der Maus wackeln, bis die Straße die gewünschte Form annimmt. Denn manchmal baut das Spiel automatisch unnötige Biegungen und Kurven ein, die beim Bewegen der Maus plötzlich wieder weg sind und eine gerade Strecke doch möglich ist. Schon komisch.

Die Grafik hingegen finde ich durchaus angemessen. Man kann sehr weit rauszoomen und so quasi nur einen groben Überblick über sein Reich bekommen oder sehr nah rein zoomen und einzelnen Bewohnern bei der täglichen Arbeit zuschauen. Besonders die Wasseroberfläche des Ozeans finde ich beeindruckend, da sie fast echt wirkt. Damit sticht sie doch stark heraus, denn der Rest der Grafik ist zwar gut und übersichtlich, aber eben auch nicht überragend. Eben einer Wirtschaftssimulation angemessen, bei der es ja wahrhaft um andere Dinge geht. Was ich mir bei der Stadtgestaltung gewünscht hätte, wäre etwas mehr Einfluss meiner Entscheidungen auf das Aussehen der Stadt. Wenn ich zu wenig Wohnungen baue, zimmern sich meine Bürger überall Hütten zusammen und das ist auch das einzige, was ich an Reaktionen zu sehen bekomme. Schön wäre z.B. wenn Bereiche mit hoher Kriminalität auch entsprechend aussähen, besonders religiöse Bürger sich Kreuze ans Haus zimmern würden, etc. Das ist zwar Jammern auf hohem Niveau, aber es sind eben solche Kleinigkeiten, die gute Spiele von richtig tollen entscheiden, die einen umhauen.
***Langzeitspaß***

Ich spiele Tropico 3 jetzt etwa seit zwei Wochen und habe nicht einmal ansatzweise die Hälfte der Szenarien durch. Danach kommt ja noch, dass man alles nochmal machen möchte, nur besser. Und dass man im Sandkastenspiel das ein oder andere austesten will. Ich denke, dass man schon allein durch die Komplexität der ganzen politischen Zusammenhänge lange Freude an dem Spiel hat. Denn letztendlich muss man nur an kleinen Schräubchen drehen, damit die Bürger wieder ganz anders gestimmt sind. Zumal manche Sachen auch erst möglich sind, wenn bestimmte politische Fraktionen ein Mindestmaß an Zufriedenheit erlangen, z.B. Papstbesuch.
***Fazit***

Trotz einiger Mängel macht mir Tropico 3 sehr viel Spaß. Ich mag es, wenn mich ein Spiel auch fordert und ich nicht nur ein Häuschen neben das andere bauen muss. Das ist hier definitiv der Fall. Ich muss viel mitdenken und planen, mich über Bedürfnisse und Anforderungen informieren und dabei auch meine Ziele im Auge behalten. Zwar ähneln sich diese immer und, klar, wenn ich zu viele Immigranten rein lasse, gehen die Nationalisten auf die Barrikaden, baue ich ein Kohlekraftwerk, steigen mir die Ökos auf's Dach. Das bleibt in jedem Szenario natürlich gleich. Aber die unterschiedlichen Gruppierungen haben immer unterschiedliche Gewichtungen und letztendlich bedarf es einigem Feingefühl, dass auch jedem Szenario wieder seinen Reiz gibt.

Für mich ein sehr gutes, wenn auch nicht überragendes, Spiel, welches ich trotzdem umständlichem Download und für mich gewagt hohem Preis nicht bereut habe.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
xXschmiddixX

xXschmiddixX

06.03.2012 01:07

BH endlich nachgereicht.

ChaziChaz

ChaziChaz

04.03.2012 14:25

Das wollte ich mir auch noch zulegen. lg

Deluxe879

Deluxe879

02.03.2012 21:22

Starker Bericht! LG

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Bewertungen
Dieser Erfahrungsbericht wurde bislang 182 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

"besonders hilfreich" von (13%):
  1. xXschmiddixX
  2. Deluxe879
  3. atrachte
und weiteren 3 Mitgliedern

"sehr hilfreich" von (87%):
  1. duderally
  2. Ronnlll
  3. ChaziChaz
und weiteren 38 Mitgliedern

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