Tupperwareberaterin: Ooppss, I did too ....

5  27.04.2006

Pro:
Tupperware zu besseren Konditonen, nette Kontakte auf den Partys, Geld verdienen

Kontra:
sehr viel Zeitaufwand, lohnt sich nur bedingt, manchmal auch Ärger mit Kunden

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Einstellungschancen:

Aufstiegschancen

Verdienstmöglichkeiten:

Sozialleistungen:


lara_felder

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:79

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Ja, auch ich war mal eine Tuppertante. Ich hab gerade mal in den alten Akten nachgesehen wie lange meine "Karriere" gedauert hat.
Es war nicht ergreifend:1 Jahr 3 Monate und 13 Tage - gerechnet von der ersten Party bis zur letzten Rechnung :-)

So eine Beschäftigung als Beraterin ist eine Sache für sich. Theoretisch kann man den Umfang der Tätigkeit selbst bestimmen. Man sucht sich seine Gastgeber in den Zeiträumen und der Menge, die man am besten bewältigen kann und legt die Partys zu den Zeiten, zu denen man selber am einfachsten kann - THEORETISCH wie gesagt.

Ganz so einfach ist es aber letzten Endes doch nicht. Aber ich will mal ganz von vorne anfangen.

Anfang des Jahres 2001 habe ich von einer Mutter aus dem Kindergarten eine Einladung zu einer Tupperparty bekommen. Ich hatte mit Tupperware bis dahin überhaupt noch nie was "am Hut" gehabt. Aber bei einer Freundin hatte ich so eine Puderzuckermühle gesehen, die mir ganz gut gefiel. Also nahm ich die Einladung zu der Party an, weil ich mir dieses Teil zulegen wollte.

Die lockere Atmosphäre einer solchen Party - mehr Kaffeeklatsch als Verkaufsveranstaltung - gefiel mir ganz gut. Und als ich dann ein paar Wochen später bei meiner ersten eigenen Party gefragt wurde, ob ich das nicht mal ausprobieren wollte, hab ich zugestimmt. Mit einem Umsatz von über 400,- DM hätte ich schon etwa die Hälfte meines Sollumsatzes für die Tasche weg.


Tasche? - Was für eine Tasche?
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Wichtigstes Requisit der Tupperberaterin ist die sogenannte Vorführtasche. Eine etwas übergroße Reisetasche mit einem Grundsortiment an Tupperprodukten. Der Wert lag damals bei ca. 250,- DM, Nettowert, der Katalogwert betrug etwa das doppelte. Da waren so viele Sachen drin, dass man als unerfahrene Beraterin Schwierigkeiten hatte, alles wieder hinein zu bekommen. Bei mir waren es: Vier große Schüsseln, eine Mikrowellenkanne, ein Mikrowellen-Aufwärmbehälter, eine Babyflasche, ein Mixbecher, kleinere Schüsseln, ein Garniergerät (Mozart) und noch vieles mehr, was ich jetzt nicht mehr so genau weiß.

Bezahlen muss man diese Sachen nicht, sondern vielmehr abarbeiten. Von den Umsätzen der Partys erhält die Beraterin eine Provision, die eben solange einbehalten wird, bis der Nettowert der Vorführtasche erreicht ist. Mit einem Gesamtumsatz von 1000,- DM war das geschafft.


Wieviel Geld gibt's denn nun?
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Die Provision für die Beraterin beträgt 24% des Partyumsatzes. Das hört sich nach mehr an als es ist. Bei einer Tupperparty
Bilder von Tupperware-Berater/in
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Tipps im Internet - Damit es mit der Party klappt
gibt es ja Geschenke für die GastgeberIn und die Gäste, diese muss die Beraterin selber bezahlen. Bei mir waren es zuletzt 0,66€ je Gastgeschenk und 2,50€ je Gastgebergeschenk.
Die Kataloge, Monatsprospekte und Verpackungstüten gab es allerdings kostenlos.


Fahrtkosten?
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Vom Gewinn gehen ja auch die Fahrtkosten ab. Für jede Party kommt da einiges zusammen:
- eine Fahrt zum Gastgeber für die Vorbereitung
- eine Fahrt zum Gastgeber für die Party
- eine Fahrt zum Gastgeber zum Wareausliefern
- eine Fahrt zur Bezirkshandlung zur Bestellaufgabe
- eine Fahrt zur Bezirkshandlung zum Wareabholen
Die Fahrten zur Bezirkshandlung zählen ggf. nur halb, wenn wirklich jede Woche eine Party abgehalten wird. Dann kann man ja bei der neuen Bestellaufgabe die Ware der vorherigen Party abholen.


Vergünstigungen?
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Wenn man Vorführprodukte kauft, erhält man auf diese einen Rabatt von 40%, wobei es eine Mengenbeschränkung von 3 (?) Katalog-Produkten je Party gibt. Der 40%-Rabatt gilt aber auch für die aktuellen Angebotsprodukte, bei manchen exklusiven Teilen macht das im Vergleich zum normalen Katalogpreis dann schon eine Menge aus. Ob mein Thermowächter jetzt dunkelblau oder milleniumblau ist mir ehrlich gesagt völlig schnuppe. Das er dadurch nur knapp 20% des Katalogpreises gekostet hat, war mir sehr viel wichtiger :-)


Für alle Vorführprodukte gilt natürlich: Jedes gibt es nur 1x.
Darüber wird auch genauestens Buch geführt.


Eine gute Beraterin kennt ihre Produkte!
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Damit aus der Neuen eine kompetente Beraterin wird, wird permanent geschult.
Bei uns war es so, dass bei jedem wöchentlichen Treffen neben der Aufgabe der Bestellung und der Warenabholung auch Schulung über die Produktpalette abgehalten wurde.
Zunächst wurden normale Katalogprodukte von Gruppenberaterinnen oder langjährigen Beraterinnen vorgestellt. Meist so für 1 Stunde gab es Tipps und Anwendungstricks zu immer wieder wechselnden Standardprodukten. Oder auch Rezepttipps zur Anwendung während einer Tupperparty.
Zu aufwendigeren Produkten wir z.B. das Mikro 3 Garset gibt es sogar eigene Schulungen mit abschließendem Zertifikat.


Bezirkshandlung und Gruppenberaterin
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Dieser Begriffe sind nun schon öfter gefallen.

Die Bezirkshandlung ist gewissermaßen die Zentrale für die Beraterin:
- Hier erhält sie zu Beginn nach einer Infoveranstaltung ihre Vorführtasche.
- Hier werden die Bestellungen von den Partys abgegeben und die Ware abgeholt.
- Hier finden die meisten Schulungen statt.
- ....

Die Gruppenberaterin (GB) ist die Anlaufstelle für alle anderen Fragen, die sich im Laufe der Zeit immer mal stellen.
Die GB
- ist Begleiterin bei den ersten Partys.
- Ist Ansprechpartner zur Vorbereitung einer Party
- hilft beim Ausfüllen der Scannerbestellung
- gibt Tipps zu den Möglichkeiten der Produkte
- ....


Sonderprämien und Reisen
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Um die Beraterinnen bei Laune zu halten oder zu mehr Umsatz zu motivieren, werden sehr oft Wettbewerbe veranstaltet, bei denen der Erhalt hochwertiger Produkte (nicht unbedingt Tupperware) oder die Teilnahme an größeren Events gewonnen werden können. Dazu muß dann in einem bestimmten Zeitraum entweder ein festgesetzter Umsatz oder eine bestimmte Anzahl an Partys erreicht werden. Oder als Ziel stehen ein bestimmte Anzahl an neu geworbenen Beraterinnen (verbunden mit dem Aufstieg zur GB) um an einer Auslandsreise oder gar Kreuzfahrt teilnehmen zu können.


Selber GB werden?
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Wenn man selbst ein gewisse Anzahl an neuen Beraterinnen geworben hat, kann man zur Gruppenberaterin aufsteigen. Neben mehr Verantwortung hat man dann auch ein zusätzliches Einkommen, weil man zu einem gewissen Prozentsatz an deren Umsatz beteiligt ist. Als besonderes Bonbon bekommt die GB ein Firmenfahrzeug, mit dem sie fortan stilecht zur Party "vorfahren" kann.
Ausprobiert hatte ich das auch, aber zur vollwertigen GB bin ich dann doch nicht geworden. Es war mir zu zeitaufwendig und stressig, schließlich waren meine beiden Kinder noch sehr klein.


Wirklich freie Planung?
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Am Anfang schon, weil man ja die Neuen nicht gleich verschrecken will. Zumal die Chefin meiner damaligen Bezirkshandlung nicht so großen Druck ausgeübt hat. Da reichte es durchaus wenn in einem Monat ein bis zwei Partys stattfanden.Als diese dann allerdings in den Ruhestand ging und eine neue (in meinen Augen karrieregeile) Bezirksleiterin kam, stieg der Druck mächtig an. Da wurde für jede Woche MINDESTENS eine Party erwartet. Und wenn man dann die ganze Fahrerei mit einbezieht, wird ganz schnell ein Full-Time-Job aus dem Hobby. Das war nicht mein Ziel und deshalb in der nächsten Zeit das Ende meiner Karriere als Tupperwareberaterin.


Spaßfaktor?
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Die Tätigkeit als Tupperwareberaterin hat mir wirklich Spaß gemacht. Die freundliche Atmosphäre auf den Partys war schon klasse. Schön war auch immer, wenn ich "alten Tupperhasen", die schon seit Ewigkeiten auf Partys gehen, für altbekannte Sachen neue Anwendungsmöglichkeiten aufzeigen konnte. So was hat natürlich den Partyumsatz extrem positiv beeinflusst ;-)
Auch die Veranstaltungen in der Bezirkshandlung waren immer ein gewisses Event, so richtig schön "amimäßig" motivierend. Man muß es allerdings auch mögen, ansonsten geht einem das eher auf den Geist.
Was mir letzten Endes den Spaß verdorben hat, war der Umsatzdruck der neuen Chefin.

Da fällt mir noch das Finanzamt ein!
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Es ist am besten , wenn man sich für diese Tätigkeit einen Gewerbeschein holt und über alle Einnahmen und Ausgaben von Anfang an ordentlich Buch führt.

Buchführung in einfacher Form:
- alle Partyumsätze aufschreiben (Plus-Wert)
- alle Geschenke und Vorführprodukte (Minus-Wert)
- alle Fahrkilometer zu Party und Bezirkshandlung (Minus-Wert)

Ob es sich am Jahresende wirklich lohnt, diese Werte dem Finanzamt anzugeben, hängt vom Einzelfall ab. Bis zu einem bestimmten Gewinn ist dieser Job nämlich nicht meldepflichtig. Sollte aber mal zufällig der jenige sein, auf den die Stichprobe aus der Steuerprüfung der Bezirkshandlung fällt, muß man die ganzen Zahlen nicht auf die Schnelle rückwirkend für ein Jahr zusammen kramen. Spätestens bei den Kilometern (als Gewinnbremse) hat man dann nämlich ein Problem. Da ist man dann plötzlich steuerpflichtig, obwohl man soviel herumgefahren ist, das eigentlich gar kein Gewinn mehr vorhanden ist. Also lieber regelmäßig ein wenig schreiben als hinterher noch dafür draufzahlen zu müssen. ;-)

Empfehlenswert?
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Eigentlich schon. Um die Tätigkeit mal auszuprobieren, muß man nichts vorneweg bezahlen. Hat man die Tasche abgearbeitet und es gefällt dann nicht, darf man diese letztendlich als Belohnung für den Test behalten. Notfalls kann man ja die nicht benötigten Sachen bei Ebay versteigern.

Wer viel Zeit hat und gerne mit Leuten zusammenkommt, sollte es mal auf einen Versuch ankommen lassen. Es ist auch eine Möglichkeit evtl. aus der Arbeitslosigkeit zu entkommen: Entweder mit der Beratungstätigkeit an sich oder durch einen anderen Kontakt über eine solche Party, der sich dann beruflich ausbauen lässt. Wer weiß das schon?

Da es keinen Arbeitsvertrag gibt, kann man auch jederzeit mit der Beratungstätigkeit aufhören - ohne irgendwelche Kündigungszeiten. Bei Bedarf kann man die Tätigkeit aber auch nur ruhen lassen und später wieder weitermachen.

Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert. Im besten Fall kann man ja sogar zur neuen Bezirksleitung aufsteigen ;-)

Weitere Infos zur Tupperware im Internet:
www.tupperware.de

Vielleicht habe ich ja dem einen oder anderen einen wertvollen Tipp liefern können, es würde mich freuen.
Viele Grüße lara_felder


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
LittleSteph

LittleSteph

10.01.2008 16:57

hat mich schon immer mal interessiert wie es da so hinter den kulissen zugeht, aber das wäre nichts für mich, bin eh nicht son tupper freak! aber ich bin schlauer durch deinen bericht, war wirklich aufschlussreicht! lg steffi =o)

Biomaus

Biomaus

10.10.2007 18:04

Sehr umfangreich und objektiv wie ich finde und trifft den Nagel auf den Kopf

Hotsummer

Hotsummer

23.12.2006 07:48

Ich wollte das auch mal machen,aber meine Tuppertante war unmöglich.Die hat es nicht mal auf die Reihe gebracht mir die Tasche zum Arbeiten zu bringen.Als in der Bezirksstelle dann mich abmeldete( mit Begündung)wurden alle wach und wollten mich wieder überzeugen,aber ich habe dankend abgelehnt......Saftladen...

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