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Der türkische Fußball ist stark im Aufwind. Nach 1996 qualifizierte sich die Nationalmannschaft erneut für die Europameisterschaftsendrunde. Und was Galatasaray Istanbul als erster türkischer Vereinsmannschaft im UEFA-Cup gelang, das würden die Männer von Trainer Mustafa Denizli gern auch bei der EURO 2000 erreichen - den Titel nämlich. Die Euphorie ist natürlich groß. Auf jeden Fall sollte mehr drin sein als vor vier Jahren, wo man ohne eigenen Torerfolg sang- und klanglos in der Vorrunde scheiterte. Dafür spricht, daß die seit Jahren eingespielte Truppe inzwischen ein ganzes Stück erfahrener ist. Und in Hakan Sükür haben sie einen der besten Stürmer Europas in ihren Reihen, was er nun aber auch bei diesem Turnier unter Beweis stellen muß. Auf ihm liegt die gesamte Verantwortung, was das Tore schießen betrifft, denn die Chancenverwertung war noch nie die Stärke der Türken. Zudem arbeiten die ballverliebten Spieler ungern nach hinten. Diese fehlende taktische Disziplin in der Defensivarbeit ist nach wie vor ein großes Problem.
Fazit: Es ist schwer zu beurteilen, wer in Gruppe B das Rennen macht. Nach ihrer Auftaktniederlage gegen Italien stehen die Türken unter Zugzwang. Letztlich wird es wohl im dritten Vorrundenspiel gegen Belgien darum gehen, wer die Italiener ins Viertelfinale begleitet. Ein weiteres Vordringen der Türken bis ins Halbfinale halte ich für eher unwahrscheinlich. Das gilt übrigens auch für die Belgier.