1 Jahr in New Jersey und noch lang kein Ende....

5  18.12.2006 (19.12.2006)

Pro:
Die Beste Erfahrung des Lebens, Sprache verbessern, die Möglichkeit den American Way of Life zu leben, in den USA zu reisen

Kontra:
das Jahr geht viel zu schnell vorbei

Empfehlenswert: Ja 

Janine_V

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Mitglied seit:18.12.2006

Erfahrungsberichte:1

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-----> Vielen Dank für die Kommentare!!! Ich habe meinen Bericht noch mal ein wenig geändert. Der überarbeite Teil ist am Ende des Berichtes zu finden. Falls es noch mehr Fragen gibt her damit!! :-) <-------------


***Mein Jahr als Cultural Care Au pair in New Jersey***

Es ist jetzt schon knapp 3 1/2 Jahren her, als ich das allererste Mal über den "großen Teich" geflogen bin.
Die Idee als Au pair in die USA zu gehen hatte ich schon sehr früh. Ich war gerade 14 und meine Großeltern haben eine Freundin in den USA besucht & haben mir nach ihrem Urlaub vom Au pair-Dasein erzählt. Natürlich war ich viel zu jung, aber diesen Traum habe ich nie verworfen.

~~Für die die nicht wissen was ein Au pair ist. Ein Au pair arbeitet in einer Gastfamilie und betreut die Kinder der Familie. Es ist ein kultureller Austausch für beide Seiten und man lernt viel über Land, Leute und die Sprache.
Um als Au pair in die USA zu gehen, braucht man mind. 200 Stunden in der Kinderbetreuung, außerdem 2 Referenzen von Nachbarn, Lehrern usw., den Führerschein, Gesundheitliche Referenzen und ein Polizeiliches Führungszeugnis~~

Ende 2002 habe ich dann angefangen Infos über mögliche Organisationen zu sammeln. Nach einigem vergleichen habe ich mich dann für Cultural Care Au pair entschieden. Nachdem ich alle nötigen Referenzen zusammen hatte und meine Bewerbung in den USA war, habe ich auch schon bald meine super liebe Hostfamilie gefunden & bin Ende Juli 2003 in die USA geflogen. Wie für alle anderen Au pairs ging es auch für mich erstmal zur Cultural Care Au pair Schule nach Long Island.
Die Woche war sehr anstrengend, da man doch einige Probleme mit der Zeitumstellung hatte & der Stundenplan vollgepackt war, aber ich würde sagen, man hat trotzallem eine schöne Zeit. Man trifft viele andere Au pairs oder macht einen Ausflug in die schönste Stadt der Welt - NEW YORK CITY.

Am Ende der Woche ging es dann endlich zu den Gastfamilien und ich war sehr aufgeregt meine Hostfamilie endlich zu treffen. Ich habe mich sofort sehr wohl gefühlt & ich war glücklich die kommenden Monate mit ihnen verbringen zu können.

Mein Jahr habe ich im übrigen im nördlichen Teil von New Jersey verbracht, wo ich auf 3 Kids (5, 9 & 12) aufgepasst habe.
Meine Hostfamilie hat wirklich alles dafür getan, dass ich mich schnell einlebe und wohlfühle.
Kurz nach meiner Ankunft hatte ich auch schon mein erstes Au pair Meeting. Meine Gruppe war sehr groß (ca. 50 Au pairs) & meine LCC hat sich sehr bemüht auf alle einzugehen, was bei so einer riesen Gruppe natürlich nicht immer ganz einfach ist.

Glücklicherweise habe ich schon vor meinem Abflug & in der Cultural Care Au pair Schule 2 andere Au pairs aus dem Nachbarort kennen gelernt. Wir waren dann meist zu 4 und haben viele Sachen miteinander unternommen.

Dadurch das ich mich mit meiner Hostfamilie so super verstanden habe, hab ich auch nie die Hilfe meines LCC gebraucht. Hatte ich jedoch Fragen konnte ich mich immer an sie oder das Büro von Cultural Care in Boston wenden.
Natürlich gab es auch mal Zeiten wo die Kids nicht so einfach waren, aber am Ende des Tages ist man sooo happy, wenn die Kids Sachen wie "I love you" sagen.

Ich habe in dem Jahr sooo viel gelernt, erlebt & jede Menge Leute - Freunde fürs Leben - kennen gelernt. Ich hab die Möglichkeit bekommen die USA durchs Reisen zu entdecken, ich hab den American Way of Life gelebt, die Religion (Judentum) meiner hostfamily kennen gelernt und das wichtigste ich habe eine 2. FAMILIE auf der anderen Seite des Atlantics bekommen!!! Außerdem ist New York City meine 2. Heimat geworden & ich freue mich jedes Mal, wenn ich einfach nur durch die Straßen laufe.

In den letzen 2 Jahren hab ich meine hostfamilie 4 mal besucht & ich plane jetzt schon wieder meinen nächsten Besuch.

Ich bin Cultural Care Au pair dankbar dafür, dass sie eine so, für mich, perfekte Familie gefunden haben & wenn ich die Möglichkeit hätte würde ich dieses Jahr definitiv wiederholen!!!!

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Ich würde das Jahr als das einfachste meines Lebens beschreiben. "Meine" Kids waren im Schulalter & das hieß für mich Freizeit am Vormittag.
Mein Tag fing meistens gegen 6.45 Uhr an. Nacheinander hab ich dann alle 3 aufgeweckt, zum duschen geschickt, geschaut das sie der kleine anzieht, Frühstück gemacht, Lunch gepackt & einfach geschaut, dass die Kids pünktlich für die Schule fertig sind.
Die 2 jüngsten haben ich dann auch immer gegen 8 zur Schule fahren müssen, zu der man in Deutschland wahrscheinlich gelaufen wäre (15-20 min. zu Fuß, 5 Minuten mit dem Auto), aber wir sind ja im Land der Bequemlichkeit ;-)
Nachdem ich dann wieder zu Hause war, hab ich die Betten gemacht & ein wenig aufgeräumt (Geschirrspüler aus- und eingeräumt, Frühstück weggeräumt). Das waren auch eigentlich schon alle Sachen die ich im Haushalt machen musst. Meine hostfamily hatte eine cleaning lady die 2 mal die Wochen gekommen ist & auch die Wäsche der Kids gemacht hat. Diese hab ich dann am Nachmittag nur wegräumen müssen.
Nachmittags stand ich dann gegen 14.30 Uhr wieder vor Schule & hab die 2 jüngsten wieder abgeholt.
Der Nachmittag war dann mit Hausaufgaben, Aktivitäten wie Musikunterricht, Sport, Religionsunterricht (meine Family ist jüdisch) oder Playdates (treffen mit Freunden) ausgefüllt. Manchmal wurde es doch schon mal streßig, wenn man 2 Kids an 2 verschiedene Orte zur gleichen Zeit bringen sollte, aber hey ein bisschen Aktion am Tag macht alles gleich viel spannender :-)
Abends hab ich dann immer noch das Abendessen für die Kids und mich gemacht. Ich muss aber sagen, dass ich keine gute Köchin war/bin, aber ich hab immer etwas nettes gefunden und wärend des Jahres hab' ich angefangen gerne und viel zu kochen oder zu backen.
Gegen 19/19.30 Uhr waren meine Gasteltern dann meist zu Hause und ich hatte Freizeit, die ich immer sehr unterschiedlich verbracht habe. Oft habe ich mich mit Freundinnen bei Starbucks getroffen, aber es gab auch viele Abende an denen ich zu Hause geblieben bin & noch Zeit mit meiner Gastfamilie verbracht habe.
1 mal in der Woche habe ich abends noch ein wenig "babygesittet" da meine Gasteltern an diesem Abend zum Dinner ausgegangen sind. Wenn meine Gasteltern mich doch noch einen zusätzlichen Abend gebraucht haben, haben sie mir diese Stunden immer extra gezahlt, was ich wirklich sehr, sehr nett fande, denn als Au pair kann man nie genung Geld haben.
An 3 Samstagen habe ich dann morgens auch noch ein wenig ausgeholfen (9-13 Uhr). Diese Stunden waren aber eigentlich immer sehr relaxt.
Die vorgeschriebenen Stunden (höchstens 10 Std/Tag & 45 Std./Woche habe ich nie überstritten & meine Gasteltern haben meine Stunden immer sehr großzügig hochgerechnet, aber nach meinen Rechnung bin ich auf höchstens 35 Stunden die Woche gekommen.
Bezahlt wurde ich von meinem Hostdad immer Samstag (die amerikanische Regierung schreibt einen Lohn von $139,05/Woche vor - mein Hostdad war da nicht so genau & hat mir immer $140 gegeben) in bar bekommen.

Freizeit hatte ich also aufgrund meiner Arbeitszeiten genügend. In der Woche hab ich mich oft noch mal wieder schlafen gelegt, bin in die Shopping Mall oder hab mich mit meinen Freundinnen getroffen, deren Kids alle etwa im selben Alter wie meine waren. Außerdem hab ich einen Französich Kurs an einem College belegt zu dem ich 1 oder 2 mal die Woche gegangen bin. Es gab eigentlich immer irgendetwas, während der Zeit in der die Kids in der schule waren, zu tun.

An den Wochenende bin ich am Tag nach New York City gefahren oder am Abend in Clubs gegangen. Ich hab Wochenend-Trips nach Philadelphia, Boston, die Niagara Fälle oder Washington D.C. unternommen. Das mochte ich so sehr an der Ostküste, man konnte immer mal für ein Wochenende eine andere interessante Stadt erleben.

Da ich ja schon geschrieben habe, dass meine hostfamilie jüdisch ist, gab es auch keine christlichen Feiertage wie Weihnachten. Das erste Jahr war das natürlich nicht ganz einfach. Der 24.12. ist ein ganz normaler Tag in den USA und dann telefoniert man mit seinen Lieben, die unter dem Baum sitzen und Geschenke auspacken. Um das ganze etwas einfacher zu machen, bin ich am 24.12. mit einer Freundin in ein deutsches Restaurant gegangen & wir haben uns gefreut wie kleine Kinder!!! :-)
Es gibt aber dafür jede Menge andere schöne Feiertage in der jüdischen Religion. So habe ich im september z.B. das jüdische Neujahr gefeiert & was war sehr witzig sich im September "Happy New Year" zu wünschen. Für Weihnachten haben wir Hanukkah (das Lichterfestival) gefeiert. Hanukkah dauert 8 Tage lang, es gibt jeden Abend Geschenke & wir hatten fast jeden Abend seeeehr leckeres Essen.

Wie ich schon sagte ging das Jahr leider viiiiel zu schnell vorbei. Am Ende meines Jahres habe ich noch eine Tour an die Westküste gebucht & hatte auch da wieder eine geniale Zeit.
Nach dieser Tour bin ich noch mal für ein paar Tage zu meiner Family zurück und mir wurde klar, dass ich mich erstmal von ihnen verabschieden musste.
Der Tag des Abschied war eigentlich wie jeder andere. Mein Flug ging erst um 12 Uhr Abends und ich hatte somit noch den ganzen Tag. Ich bin noch einmal mit einer Freundin nach NYC gefahren - meine Stadt, von der ich mich für damals unbekannte Zeit verabschieden musste. Der Gedanke das ich schon am nächsten Tag wieder in Dtl. sein würde hatte ich ganz weit weggeschoben, doch irgendwann war es so weit & ich musste mich von meiner lieb gewonnenen Familie verabschieden. Es war grauenvoll und mir kommen auch jetzt noch die Tränen, wenn ich nur daran denke. Meine Gastmama und ich lagen uns ewig weinend in den Armen und selbst mein hostdad konnte seine Tränen nicht unterdrücken.
Meine hostmom meinte das sie stolz auf mich sein & sie mir für alles dankt und ich immer zurück kommen kann & sie mich mit offenen Armen empfangen werden. Ich war ihnen einfach dankbar dafür, dass sie mir dieses perfekte Jahr ermöglicht haben & es einen Ort gibt zu dem ich immer zurück kommen kann.
Zum Flughafen hat mich dann mein kleiner, mein Hostdad, das neue Au pair & eine Freundin (sie hab ich in der Schule kennen gelernt, wir haben also das Jahr zusammen begonnen & zusammen beendet - sie ist 2 Tage nach mir geflogen).
Am Flughafen stand ich nun also allein, mit zu viel Gepäck und lauter deutsch sprechenden Menschen (und ich war immer noch in New York). Mir kam es einerseits so vor als wenn ich gerade vor ein paar Tage angekommen wäre, andererseits habe ich mich gefühlt, als ob ich aus meinem tollen Leben heraus gerissen & in mein altes Leben zurück gesteckt werde.
Kurz vor meiner Landung sind mir die Tränen übers Gesicht gerollt & alles was ich wollte war zurück nach NJ.
Natürlich habe ich mich auf meine Familie in Dtl. gefreut, aber nicht darauf wieder zurück zu sein.

Wenn ich jetzt zurück nach New Jersey fliege ist es schon in der 1. Minuten so als ob ich nie weg war, es ist als wenn ich nur in Dtl. im Urlaub war, jedoch hat sich nichts daran geändert, das mir der Abschied jedes Mal aufs neue schwer fällt und ich sobald ich wieder in Dtl. bin die Tage zähle bis ich wieder zurück fliege.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
pink_keks

pink_keks

21.04.2008 18:50

toller bericht ! ich plane auch anch dem abi nach amerika als au pair zu gehen. der bericht hat meinen wunsch verstärkt! toll:)

vicamaus

vicamaus

16.04.2008 17:48

Ach wie toll! Ich möchte auch mit Ef wegfahren :-)

christina-brand8045

christina-brand8045

15.04.2007 03:07

Hört sich sehr gut an. Ich denke, dass ich das auch mal versuchen sollte.

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