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Heute möchte ich mich dem Thema Schüleraustausch widmen und hoffe, dass ich damit den Schülern und auch Eltern weiterhelfen kann, in der Entscheidung, ob man einen Austausch wagen sollte oder nicht und wie man sich das Austauschjahr vorstellen kann.
In diesem Bericht ist der Schwerpunkt auf die USA gesetzt :-)
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Inhalte
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1. Wie ich auf diese Idee gekommen bin
1.1. Ja oder Nein? oder wie man seine Eltern überzeugen kann
1.2. Wie lange soll das Abenteuer nun gehen?
2. Vorbereitungen
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2.1. Die Qual der Wahl: Organisationen wie Sand am Meer
2.2. Bewerbungsprozedere
2.2.1. Finanzspritze oder wie bekomme ich Bafög?
2.3. Seminare
2.4. Das leidige Warten auf eine Gastfamilie
3. Countdown
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3.1. „Der Einpack-Guide“ oder wie man richtig einpackt :-)
3.2. Gastgeschenke
3.3. Abschied
4. Das Leben im Gastland: FAQ
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4.1. Wie schnell lebt man sich ein und wann kann man die Sprache flüssig reden?
4.2. Gastfamilienwechsel: Was passiert genau? Was muss ich machen?
4.2.1. Betreuung vor Ort
4.3. Schule: Findet man schnell Anschluss? Oder WIE findet man Anschluss?
4.4. Schulfächer und Schulleben
4.5. Heimweh oder Endlich weg von Germany?
4.6. Man hat eine Beziehung: Beenden oder Fernbeziehung?
4.7. Kontaktpflege mit den „Hinterbliebenen“ in DEU
4.8. „Freizeit, Essen und Leben“
5. FAZIT
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1. Wie ich auf diese Idee gekommen bin
Also das ist ganz einfach. Wer kennt sie nicht? Die ganzen Serien und Filme „Made in America“ Ich gucke sehr gerne Filme, vor allem wenn sie über Jugendliche und amerikanische Schulen handeln. Mich hat das alles so fasziniert. Das Schulleben sah doch tatsächlich nach einem Heidenspaß aus! ;-) Leider kann ich das nicht von den Schulen in Deutschland behaupten :P Jedenfalls brauchte ich auch mal wieder eine Herausforderung. Deutschland war mir zu klein – nee Spaß.
Meine Gründe für den Austausch sind simpel:
1. Ich will in die USA, weg von meinem Kaff
2. Ich möchte die Kultur kennen lernen
3. Ich möchte mal ein anderes Schulsystem kennen lernen
4. Als netten Nebeneffekt möchte ich flüssig Englisch reden können
5. Ich müsste die 11. Klasse in DEU nicht machen: Halleluja!
Ich glaube, dass es die meisten Leute in die USA zieht. Leute, die die Natur lieben, nach Neuseeland oder Kanada. Einige, die das Geld haben, wollen nach Australien. Letztendlich bleibt das Nr. 1 Land die USA. Immerhin ist es das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ ;-)
1.1. Ja oder Nein? oder wie man seine Eltern überzeugen kann
Nun musste ich nur noch meine Eltern überzeugen, was eine ziemlich schwere Sache war. Hier einpaar „Tipps“ wie ihr auf eure Eltern reagieren könnt ;-)
„In den USA ist es zu gefährlich! Ich habe heute wieder in der Zeitung gelesen, dass ein Mädchen erschossen wurde!“
Deine Antwort: „Es ist überall gefährlich Mutter/Vater xD. Hier um die Ecke wurde erst ein Hund entführt und 10.000€ Lösegeld gefordert! Die Welt ist böse!“ oder besser: „Die Gastfamilie wird für mich verantwortlich sein und schon auf mich aufpassen. Außerdem werde ich bestimmt nicht in eine schlimme Gegend geschickt“
„Du kannst doch nicht alleine in ein fremdes Land!“
Deine Antwort: „Wieso nicht?“ Dann kommen die Eltern wieder mit dem „Es ist zu gefährlich“- Spruch an und du trällerst deine Antwort wieder runter ;-)
„Das Ganze ist zu teuer“
Deine Antwort: „Es gibt Stipendien und wir können Bafög beziehen! Ich würde einen Teil davon zahlen“ oder ähnliches :-)
1.2. Die Dauer des Ganzen
Das ist eine weitere, kniffelige Frage. Wenn man die Eltern schon überzeugt hat, wie lange soll das Ganze dann gehen? Es gibt Austausche, die nur ein paar Wochen über die Sommerferien gehen, da würde man dann die Sommer school besuchen.
Kurze Definition: Sommer schools sind für Schüler, die in einen/mehrere Kurse durchgefallen sind und dann die „Punkte fürs Diploma“ nachholen müssen. Anstatt sitzen zu bleiben, haben die Schüler die Chance alles in den Sommerferien nach zu holen, welche ja 2,5 Monate lang sind.
Dann gibt es Austausche die 3, 6 oder 12 Monate andauern. Ich war 12 Monate in den USA und das wäre auch meine Empfehlung. Natürlich würden auch kürzere Aufenthalte etwas bringen, aber die amerikanische Kultur habe ich nach 3-6 Monaten noch nicht wirklich kennen gelernt. Viele die sich für 3-6 Monate entscheiden, geben als Grund die deutsche Schule an. Für mich war es kein Problem. Ich musste nicht wiederholen und den Stoff nachzuholen, war auch nicht unbedingt erforderlich. Also ich habe „nicht viel“ verpasst. Und die Wissenslücken kann man in Amerika auch füllen, wenn man Leistungskurse belegt. Dazu später unter dem Punkt Schule.
2. Vorbereitungen
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2.1. Die Qual der Wahl: Organisationen wie Sand am Meer
Das war die nächste Hürde, die ich nehmen musste. Welche Organisation ist die Beste, welches bietet am meisten? Usw. Es war nicht leicht eine auszuwählen. Ich habe zuerst massig weise Broschüren angefordert und sie durchgearbeitet. Habe verglichen, vor allem die Preise und Angebote, und hab mich letztendlich für Into-Exchange entschieden. Der Hauptgrund war das Orientierungscamp in New York und der Preis natürlich. Mit unter 6000€ einer der günstigsten. Es empfiehlt sich, sich auch frühzeitig zu bewerben, am besten 1 Jahr vor Abreise. Dann sind die Bewerbungen auch länger im Umlauf und man kriegt seine Gastfamilie vielleicht früher.
2.2. Bewerbungsprozedere
1. Schritt: Bewerbungsgespräch
Ich habe mich dann beworben und bin zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen worden. Das Gespräch hat in Kassel stattgefunden. Nun ja, der Into- Mitarbeiter ist zu spät gekommen, war aber sehr nett ;-). Ein kurzes Gespräch, wo Fragen beantwortet wurden und dann gab es eins auf Englisch, in der ich ihm Fragen beantworten musste. Das Ganze dauerte höchstens 1 Stunde und er meinte schon, dass ich angenommen werde. Danach hatte ich den leisen Verdacht, dass sie jeden nehmen und im Nachhinein bin ich der Meinung, dass es so war, auf jedem Fall in dem Jahr als ich geflogen bin. Also geht bitte zu mehreren Gesprächen und nimmt nicht den erstbesten!
Anforderungen gab es bei Into nicht wirklich. Ich glaube man sollte einfach keine 5 im Zeugnis haben und sich für den Austausch interessieren ;-)
2. Schritt: Unterlagen/Bewerbungen für die Partnerorganisation/Gastfamilie
Ich habe dann Unterlagen zugeschickt bekommen, die ich ausfüllen musste, dazu noch viele Papiere: Für das Visum, Impfungen, Empfehlungsschreiben etc. Außerdem musste ein Brief an die Gastfamilie verfasst werden (sozusagen ein Motivations- und „Wer-bin-ich“- Brief) und meine Eltern sollten einen Brief über mich schreiben. Zeugnisse mussten kopiert und Fotos geschossen werden fürs Visum und auch für die Bewerbungen, die den Gastfamilien vorgelegt werden.
Diese Unterlagen werden dann an eine Partnerorganisation in die USA geschickt. Meine war AISE.
2.2.1. Finanzspritze oder wie bekomme ich Bafög?
Ich habe mich nicht erst für ein Stipendium beworben, dazu war mir das Ganze einfach zu anstrengend (Da spricht meine Faulheit ;-)) Es gibt z.B. das PPP-Stipendium, das von Bundesabgeordneten vergeben wird. Mehr dazu könnt ihr ja googlen ;-)
Ich habe dann Bafög bezogen. Meine Eltern verdienen nicht gerade viel und deswegen habe ich auch den vollen Zuschlag bekommen von 349€ (glaube ich) Das hat zum Leben auf jeden Fall gereicht. Am meisten Geld habe ich für Schule, Klamotten und Essen ausgegeben ;-) Weitere Informationen, wer nun Bafög beziehen kann und wie alles abläuft kann man auf www.das-neue-bafoeg.de nachlesen. Dieses Geld muss man übrigens nicht zurückzahlen.
2.3. Seminare
Jede Organisation hat Seminare. Meistens ein Vorbereitungs- und Nachbereitungsseminar. Manche bieten sogar Seminare/treffen im Gastland an, wie z.B. Rotary. Bei EF gibt es ein 2-wöchiges Camp, welches sehr kostspielig ist, ich glaube um die 2000€?! Ich bin nur beim Vorbereitungstreffen erschienen, was auch Pflicht war.
Meins war in Hannover und es war richtig toll! Es hat so viel Spaß gemacht mit den ganzen Schülern zusammen zu sein, die den gleichen Traum teilen, wie man selbst. Es gab viele Aktivitäten und wir haben uns mit der amerikanischen Kultur beschäftigt. Es gab Rollenspiele, Fragerunden etc. Es war also sehr interessant und lustig. Leider dauerte es nur 2 Tage (hätte ruhig länger andauern können :-)) und ich habe mich danach richtig auf das Jahr gefreut. Aber da es schon Juni oder Juli war, hatte ich Bedenken das ich vielleicht doch keine Familie bekomme. Ich glaube erst ½ oder 1/3 der Schüler hatten bis dahin eine Familie.
2.4. Das leidige Warten auf eine Gastfamilie
Das ist die schlimmste Zeit vor dem Jahr. Das Warten auf die Gastfamilie. Immer mehr Angst steigt in einem auf, wenn ein weiterer Tag verstrichen ist und man immer noch keine Bestätigung bekommen hat. Bei EF wird, soweit ich es weiß, jeder untergebracht, auch wenn man noch keine Familie hat, kommt man in sogenannte „Welcome families“ wo man wohnen kann bis eine Gastfamilie gefunden wird.
Es war noch 1 Tag Zeit, dass mich eine Gastfamilie aufnehmen konnte, denn danach wäre es nicht mehr möglich, weil man in den USA bis zu diesem Zeitpunkt eine Adresse angeben musste, wo man wohnt. Mir ging es richtig schlecht, weil ich mich schon so gefreut habe und so viele Vorbereitungen getroffen habe. Ich wäre nicht in die USA gekommen, hätten sich nicht kurzfristig Verwandte dazu bereit erklärt mich aufzunehmen. (Im Prinzip hätte ich auch ohne eine Organisation in die USA fliegen können und 4000€ wurden sozusagen aus dem Fenster geschmissen… Also wenn ihr Bekannte/Verwandte in den USA habt, könnt ihr euch auch das Jahr selber organisieren! Das Papierzeug ist echt nicht so viel und selber zu bewältigen. Mit der Schule in den USA könnten ja dann die Bekannten reden etc. Ihr spart euch dann echtes Gels ;-))
Nun ja, in dem Jahr wo ich geflogen bin, gab es sehr viele Schüler die den Austausch nicht machen konnten, weil INTO ZU VIELE angenommen hat und sie nicht in Gastfamilien unterbringen konnte! Als Alternative haben INTO England angegeben (wäre aber kürzer gewesen) oder das ich das Geld zurückbekomme und zu Haue bleiben kann (Horrorvorstellung?!)
Manche die an dem letzten Tag noch eine Familie bekommen haben, waren in einer anderen Partnerorganisation, wo die Reps (Betreuer in den Bezirken, wo die Schüler hinkommen) sich bereit erklärt haben, einen Schüler vorübergehend aufzunehmen.
Da ich in letzter Minute (wortwörtlich!) eine Familie hatte, konnte ich zu dem letzten NEW YORK CAMP, welches kurzfristig hinzu geschoben und auf 4 Tage verkürzt wurde.
New York war echt toll! Da war sogar ein Betreuer, der auch auf meinem Vorbereitungsseminar war. Also das Seminar und das Camp waren echt toll, anscheinend das einzig positive was ich von der Organisation berichten kann.
3. Countdown
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3.1. „Der Einpack-Guide“ oder wie man richtig einpackt :-)
Jetzt geht’s an die Wurst ;-) Ich habe schon 1-2 Monate vorher angefangen meinen Koffer einzupacken. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, muss ich einfach schmunzeln ;-) Ich habe eine Liste erstellt von den „Lebensnotwendigen“ Sachen, die ich brauchen würde. Vielleicht ahnt ihr es ja schon: Ich habe viel zu viel „Müll“ eingepackt. Man muss bedenken, dass man in den USA auch einkaufen kann ;-)
Also kleine Tipps:
1. Packt persönliche Dinge ein, wie z.B. Fotos
2. Ihr könnt auch Essen einpacken, die es in den USA nicht gibt… Süßigkeiten!!
3. Anziehsachen: Nicht deinen ganzen Kleiderschrank! Es reicht wenn du 3-4 Outfits für jede Jahreszeit einpackst. In den USA wirst du dem Shopping-Wahn verfallen, also bitte so wenig wie möglich einpacken, außer du hast vor, kaum einzukaufen :P
4. Hygieneartikel: Ja, kann man ruhig einpacken, am Ende wird’s ja sowieso weggeschmissen
5. Schulsachen: Manche Schulen verlangen ja, dass man nebenbei den Stoff lernt. Aus Erfahrung kann ich sagen: Nimmt die Sachen nicht mit. Ihr werdet anfangs vielleicht reinschauen, aber spätestens nach 1 Monat liegt das Zeug in irgendeiner Ecke. Lernen kann man, wenn man zurück ist :-)
6. Handy/Laptop: Ich habe beides mitgenommen. Laptop war nicht nötig, da ich Internetzugang zu Hause und auch in der Schule hatte. Mein Handy hab ich anfangs benutzt, um nach Deutschland anzurufen (mit einer Callcard). Mehr dazu bei FAQ.
3.2. Gastgeschenke
Hier verzweifeln die meisten Schüler, weil sie keine Ahnung haben, was man den Gastfamilien schenken soll. Die beliebtesten Geschenke sind: Gummibären (Süßigkeiten), ein Buch über Deutschland oder die Region wo man lebt, Kucksuhren ;-) oder Dr. Oetker Kochbücher in Englisch mit deutschen Rezepten.
Also wenn man nicht weiß, was die Gastfamilie möchte, dann wären die obig genannten Sachen eine gute Alternative. Aber wenn man die Gastfamilie schon frühzeitig hat, kann man durch Brief-, Email- oder Telefonwechsel herausfinden, was die Familienmitglieder mögen. Ihr könnt auch ruhig fragen, was sie gerne hätten! Keine Scheu!
3.3. Abschied
Für mich war das nicht so tragisch. Ich heule nicht bei Abschieden, zeige meine Emotionale Seite nicht so sehr :D Ich muss aber gestehen, dass ich schon ein ziemlich mulmiges Gefühl hatte, als ich im Flugzeug saß. Da wird einem erst bewusst: Du bist 1 Jahr in einem fremden Land. Ein Neuanfang. Du lässt alles hinter dir. Ich bin mit vielen Erwartungen in die USA gestartet und manche sagen, dass man nicht viele haben sollte, aber ich glaube, dass das gar nicht möglich ist. Man hat ja von Anfang an eine Vorstellung.
4. Das Leben im Gastland: FAQ
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4.1. Wie schnell lebt man sich ein und wann kann man die Sprache flüssig reden?
Also das kommt einfach auf die Gastfamilie, die Schule und dich selbst an. Bei mir war es schon etwas schwieriger. Meine Verwandten haben vietnamesisch gesprochen. War nicht sehr praktisch um meine Englischkenntnisse zu verbessern. Da ich erst im 2. Schulhalbjahr so richtig intensive Freundschaften gepflegt habe, hab ich erst dann flüssig Englisch geredet und auch gedacht :-) Je früher Freundschaften geschlossen werden, desto früher die Spracherkenntnis ;-) Ist schon eine witzige Sache. Ich konnte zwar Deutsch schreiben und denken, aber mit Freunden am Telefon Deutsch zu reden war richtig schwer! Ich war die Aussprache einfach nicht mehr gewohnt! Zurück in DEU hat es auch ca. 2 Wochen gedauert, bis ich wieder „normal“ sprechen konnte.
4.2. Gastfamilienwechsel: Was passiert genau? Was muss ich machen?
Also gut lief es bei meinen Verwandten nicht ;) Ich wollte eigentlich auch nicht zu ihnen, weil ich in eine amerikanische Familie wollte, damit ich auch die Sprache erlerne! Naja, ich musste wechseln und eine Gastfamilie musste her. Zuerst sagte sie mir das ich mir selbst eine suchen soll, weil es unwahrscheinlich ist, dass sie eine findet. Aber mein Rep hat dann eine „gefunden“ Eine echt tolle Familie (oder Ehepaar), die ich beim Mittagessen dann kennen lernen durfte. Mein Rep war super nett und hat mich zu dieser Familie hingefahren, es dauerte 3 Stunden bis zu der neuen, potenziellen Familie. Und das war der Haken.
Die Familie wohnte in einem 30 Seelendorf. Dorf kann man es nicht mal nennen. Es waren verschiedene „Dörfer“, die zusammen eine Schule hatten, die vom Kindergarten bis zur 12. Klasse reichte. In die 12. Klasse gingen sage und schreibe 4 Leute! 2 davon waren selbst Austauschschüler. Ich war geschockt. Es dauerte außerdem 30 Minuten bis in die Stadt und dazwischen war NICHTS. Also hätte es geschneit, hätte man nur Schnee gesehen. Alles pure Natur. In dem Dorf gab es einen Süßigkeitenladen in Form eines Automaten! Also trotz der tollen Familie, konnte ich mich einfach nicht dafür entscheiden, immerhin wollte ich doch das High school Leben kennen lernen und das geht schlecht mit 4 anderen Leuten in einem Jahrgang und 2 davon die selbst keine Ammis sind! Das konnte ich mir echt nicht zumuten.
Weiter wollte die Organisation nicht suchen. Ich musste diese wählen, selbst eine finden oder nach einem Monat zurückfliegen (Dieses Schicksal hatte leider eine Bekannte von mir...)
Nun ja, ich hab dann mit sehr viel Glück selbst eine finden können. Leider gab es auch da einen Haken: Die Eltern von dem Mädchen waren taubstumm! Aber damit musste ich ja irgendwie klar kommen.
Jedenfalls sind Familienwechsel recht üblich bei den Austauschen, auch 2 Freundinnen von mir mussten wechseln, weil die Familie nicht richtig geprüft wurde und man dort nicht „leben“ konnte.
4.2.1. Betreuung vor Ort
Anfangs hat sich mein Rep noch gemeldet und sie hat sogar ein Treffen organisiert, aber in den letzten 4 Monaten kam dann nichts mehr! Vor dem Ende wollte sie nur wissen wie mein Zeugnis aussieht und das wars dann auch schon. Ich habe gelesen, dass manche Reps richtig engagiert sind und mit ihren Schützlingen viel unternehmen. Das hätte ich gerne miterlebt.
4.3. Schule: Findet man schnell Anschluss? Oder WIE findet man Anschluss?
Wie gesagt kommt es auf die Schule und einen selbst an. Man muss schon seinen inneren Schweinehund überwinden. Ich musste es tun. Bei vielen Freunden von mir, hat die Schule viele Austauschschüler angenommen, sodass die Austauschschüler sozusagen einen Star-Status hatten und auch der ganzen Schule vorgestellt wurden. Manche kriegen auch Schüler an die Seite, die auf einen aufpassen und einem die Schule näher bringen etc. Die hatten dann natürlich kein Problem Anschluss zu finden.
Am besten Anschluss findet man, wenn man einem Schulsport nachgeht. Dort spielt man „zwangsweise“ mit anderen Schülern eng zusammen und dann lernt man sich natürlich näher kennen, weil man jeden Tag nach der Schule zusammen trainiert. So habe auch ich Anschluss gefunden und eine neue Leidenschaft: Tennis :-) Anfangs wollte ich ja Volleyball spielen, aber leider waren die Try-outs (Prüfungen) vorbei und es waren sowieso schon zu viele Spielerinnen, sodass das in den Sand fiel. Also in manchen Sportarten gibt es Prüfungen, bei anderen, vielleicht weniger beliebten Sportarten, kann man ohne Prüfung ins Team. Eine andere Möglichkeit sind Schulclubs. Ich war im „international club“ und die hat sich jeden Mittag in der Mittagspause getroffen. Dort hab ich auch Freunde gefunden. :-)
4.4. Schule: Schulfächer und Schulleben
Fächer:
Das Fächerangebot ist von Schule zu Schule verschieden. Jede Schule hat seine eigenen Gesetze. So kann sie auch entscheiden wann Ferien sind. Also es gibt keine Bundesstaat-Regelung. Meine Schule war relativ klein. Ich glaube es waren 1000 Schüler, höchstens. Wenn man das mit einer anderen Schule vergleicht (die einen besseren Ruf hatte), die hatte 3500 Schüler ;-) Das Fächerangebot war trotzdem gut (denke ich), weil ich kein anderes kenne xD. Englisch und US Geschichte waren Pflicht. Ansonsten konnte ich die Fächer frei wählen. Man hat 6 Fächer und die jeden Tag. Hier denken bestimmt die meisten, dass es eintönig und langweilig ist, aber wenn man die „richtigen“ Fächer hat, dann macht es doch Spaß :-) Also eins ist klar: Die amerikanischen Schulen bieten viel mehr als deutsche Schulen, zwar mag das Niveau in Deutschland viel höher sein, aber die US Schulen sind sehr auf die Individualität eines Schülers fixiert und helfen einem schon so früh wie möglich sich zu orientieren. Es gibt natürlich auch Ausnahmen (Niveau): Viele Privatschulen haben ein sehr hohes Niveau ;-)
Unterricht:
Also im Prinzip hört man dem Lehrer zu und schreibt ggf. Sachen auf. Ab und zu gibt es vielleicht Tests, welche aber meistens Ankreuzfragen sind. In Englisch habe ich öfters Hausaufgaben aufbekommen und diese musste man einreichen um eine Note zu bekommen. Also wenn man im Unterricht die Aufgaben erledigt und die Hausaufgaben abgibt, dann hat man schon eine 1 bzw. A. In Amerika gibt es keine mündliche Beteiligung/Noten, also nicht wirklich. Für ruhige Schüler ist das ein klarer Vorteil :-) Meine Gastschwester hatte hauptsächlich Leistungskurse und hatte sehr viele Hausaufgaben auf. Da sag ich nur: Gut das ich mir das nicht angetan habe ;-)
Wenn man die Fächer wählt, dann fallen bei einigen Gebühren an. Da ich hauptsächlich kreative Fächer (Schmuckdesign, Fotografie, Malkurs etc.) gewählt habe, musste ich auch „viel“ zahlen. Man musste auch eine Schul-Gebühr zahlen (10$) und hat einen Terminplaner bekommen. Ich habe dann auch gleich mein Jahrbuch bestellt, was stolze 50$ kostete.
Schulalltag:
Mein Schultag ging von 7.55Uhr bis 15Uhr.
Nach der 3. Stunde gab es immer Schulnachrichten (jeder Raum hatte Lautsprecher und Fernseher) Zwischen den Std. gab es eine 5 Minuten Pause. Dort konnte man zu seinem Schließfach gehen. Die meisten haben keine Taschen dabei, sondern haben alles im Schließfach liegen. Bei manchen liegt wortwörtlich ihr ganzes Leben darin.
Die Mittagspause dauerte 45 Minuten, soweit ich mich erinnern kann xD. Man konnte in der Cafeteria essen oder „Auswärts“, welches aber nur die 11 und 12. Klässler durften. Das Essen war billig. Für 2$ kriegte man einen Salat und ein Päckchen Milch (Ammis trinken sehr viel Milch xD) Bei meiner Schule war das Essen etwas „schwierig“. Anfangs hat jeder eine ID-Karte bekommen, mit einer ID Nummer und Bild. Diese Nr. musste man dann eintippen und dann konnte man sich was kaufen. Entweder man zahlt Geld in das Essenskonto oder man bezahlt bar. Naja, wenn man die ID auswendig weiß, ist es ok, aber anfangs war das echt ne Herausforderung für mich.
Ich habe von einer Freundin gehört, dass die Schule jetzt schon um 7.25Uhr anfängt und man nun 7 Stunden hat. Die Mittagspause wurde gekürzt und in A und B lunch aufgeteilt, damit die Cafeteria nicht so überfüllt ist (Bin ich froh, dass ich 07/08 dort war xD)
Prom:
Das Highlight eines High-School Schülers. In dieser Nacht werden die Sau und vor allem das Geld raus gelassen ;) Manche Schulen haben getrennte Bälle für 11 und 12. Klässler, aber in der Regel ist es ein einziger Ball. Viele bestellen sich eine Limousine und die Mädchen kaufen sich sündhaftteure Kleider. Meins hat „nur“ 70€ gekostet, aber viele haben für Haare, Nägel, Kleid etc. bestimmt 1000$ ausgegeben. Wenn man einen netten Partner hat, dann zahlt er es ;-) Die Tickets und das Essen sind natürlich die Sache des Mannes. Bei mir haben die Tickets 50$ pro Person gekostet und unser Essen hat 90$ gekostet :/ Ziemlich teuer xD Und dabei war das Essen nicht mal so gut! Wahrscheinlich haben wir nur für die „Fische“ gezahlt. Wir waren im „Aquarium“ und uns haben Fische beim Essen umzingelt ;)
Dann das typische: Prom-King und Queen wurden gekürt und die typischen Prom-Fotos geschossen :-) Nach dem Ball gibt es After-Prom oder manche veranstalten Parties ;-) After-Prom hat voll Spaß gemacht. Es hat in einem Center stattgefunden, welches unsere Shcule gemietet hat. Dort gab es wieder Essen und es wurde so eine Art Casino aufgebaut, man konnte Sachen gewinnen, sich „vermählen“ lassen, Schlittschuh fahren etc. War schon lustig :-)
Sportereignisse: Naja im Herbst ist ja die Football Saison, ich habe es leider versäumt ein Spiel mit zu erleben :/ Ich war ja dann im Tennis Team und wir haben viele Wettkämpfe gehabt. Die Zeit hat echt so viel Spaß gemacht =)
Lehrer: In DEU ist es ja üblich, dass die Lehrer zu einem Klassenraum kommen, aber in den USA hat jeder Lehrer einen eigenen Raum. Dieser ist dann auch persönlich gestaltet und auch an das Unterrichtsfach „angepasst“. Die Lehrer sind ganz anders als in DEU.. viel offener, persönlicher und irgendwie auch freundlicher. So hatten wir beispielsweise einen Vertretungslehrer und dieser hat uns erstmal seine Lebensgeschichte erzählt. Die Lehrer legen also Wert darauf, dass die Schüler wissen mit wem sie es zu tun haben :-)
4.5. Heimweh oder Endlich weg von Germany?
Ich sage es mal so:
Wenn man sich pudelwohl fühlt und alles gut läuft, dann verschwendet man so gut wie keinen Gedanken an Deutschland, aber wenn es mal richtig blöd läuft, dann vermisst man die Lieben zu Hause natürlich. Die letzten 3-4 Monate habe ich sehr genossen. Die besten und tollsten Monate dieses Austauschjahres :-)
4.6. Man hat eine Beziehung: Beenden oder Fernbeziehung?
Ich stand nicht vor der Entscheidung. Zum Glück. Es kommt natürlich auf die Stärke der Liebe an, aber wenn die Liebe noch nicht so stark ist, dann würde ich Schluss machen. Eine Fernbeziehung könnte problematisch werden, ebenso eine Beziehungspause. Man lernt, wenn es gut läuft, sehr viele Menschen kennen.. und wenn es mal ein netter Junge ist, dann will man ja nicht fremdgehen oder?
4.7. Kontaktpflege mit den „Hinterbliebenen“ in DEU
Anfangs habe ich mich noch öfters gemeldet, aber als ich viel mit Freunden unternommen habe, blieb dazu einfach keine Zeit mehr xD Wie erwähnt habe ich anfangs mein Handy mit der Callcard benutzt (die wird bei den meisten Organisationen angeboten) Aber am praktischsten ist peter-zahlt.de. Hier kann man kostenlos nach Deutschland telefonieren – mit dem Telefon! Man gibt die Nummer von dem Haustelefon in den USA an und dann die Festnetz-Nummer in Deutschland. Dann ruft der Server zuerst bei dir an und verbindet dich nach Deutschland :-) Gesprächslimit ist 30 Minuten, aber man kann ja öfters anrufen.
Für die Kontaktpflege in den USA, hab ich mir in den letzten Monaten ein Handy zugelegt. Virgin mobile ist zu empfehlen. Günstig und keine Vertragsbindung. Und eine SMS Flatrate gibt’s schon für 9$ glaube ich =)
4.8. „Menschen, Freizeit, Essen und Leben“
Das Leben in den USA war einfach toll. Als ich mich eingelebt habe, wollte ich kein anderes Leben mehr. Zur Schule gehen, tolle Fächer haben, Tennis spielen, mit Freunden weggehen. Mein Leben hat eine Art Routine bekommen und das Leben hat einfach Spaß gemacht :-) Ich war jeden Tag unterwegs. Man kann sagen, dass ich eigentlich nur zum schlafen zu Hause war xD. Meine Gastfamilie fand das okay, immerhin war meine Gastschwester auch kaum zu Hause ;-). In diesem Jahr war ich bestimmt 20x im Kino und ich bin so oft wie noch nie auswärts Essen gewesen. Alles ist so „günstig“ und lecker :-) Ich liebe Breakfast Burritos, Cap’n Crunch, Dr. Pepper, Thai Tea with Boba… ahh. Und es gibt so viele Buffets! Wie ihr merkt, das Jahr war toll und ich vermisse es so sehr, weil momentan hier gar nichts läuft. Naja… ;-)
Die Kultur und das Leben sind einfach so anders. „Dort drüben“ sind die Menschen von Natur aus sehr freundlich, manchmal zu freundlich, was manche Deutsche als oberflächlich abstempeln. Man betrachte meine Gastfamilie: Sie haben gehört, dass ich Hilfe brauche (eine neue Gastfamilie) und haben sich einfach bereit erklärt mich aufzunehmen! Wir haben uns davor nur 1x gesehen. Und als ich in der Familie war, haben sie mir alles bezahlt und mich auch überall hingefahren. Wenn das nicht Herzensgüte ist! In den Läden wird man auch immer so freundlich begrüßt und manchmal redet man einfach so, als würde man sich kennen. War schon „erfrischend“ diese Erfahrung :-)
5. FAZIT
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Ich musste über viele Schatten springen, einige Tiefs durchgehen, aber dafür habe ich wunderbare Menschen kennen gelernt und konnte viele Erfahrungen fürs Leben sammeln.
Ich habe so vieles gelernt über die Kultur, Menschen, die Schule, mich selbst.
Die Zeit war prägend, toll, einzigartig, genial - unvergesslich.
Man sollte diesen Schritt wagen. Viele haben ja Angst, auch wegen der Schule und wollen erst nach dem Abitur ein Au-Pair-Jahr machen oder ähnliches. Aber das ist kein Vergleich zu einem Jahr auf einer High-School. Sowas erlebt man nur einmal im Leben.
Ich habe mich bemüht alle Aspekte mit ein zu beziehen.
Bei Fragen, einfach fragen ;-)
Vielen Dank fürs Lesen, Bewerten und ggf. Kommentieren.
11.6.09 / dlyourlife für Dooyoo und Ciao
Aktualisiert: 12.6.09
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sehr hilfreich
05.05.2001
(05.07.2001)
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18.10.2000
(28.05.2001)
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5 Monate Michigan/USA - eine super Erfahrung!
Bewertung für USA, Schüleraustausch von
Dunia
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20.09.2002
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Unglaublich in vieler Hinsicht
Bewertung für USA, Schüleraustausch von
Tillermann
Pro: Unglaubliche Erfahrungen und ein Einblick in eine erstaunlich unterschiedliche Kultur
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Ich bin jetzt seit 2 1/2 Monaten in Littleton, CO, USA. An sich gefaellt es mir hier ganz gut, und Heimweh existiert so gut wie gar nicht (was nicht heisst, dass man Freunde, Verwandte etc gar nicht vermisst).
Als ich im Mai oder Juni, weiss ich gar ni ...
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sehr hilfreich
17.10.2000
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Das beste Jahr meines Lebens
Bewertung für USA, Schüleraustausch von
MichaelGenentz
Pro: Ein Jahr das man nie vergisst
Kontra: Kosten sind doch etwas hoch
Seit Juli 2002 bin ich nun wieder in Deutschland und hier habe ich mein Jahr noch einmal etwas zusammengfasst. Natürlich gibt es viel mehr zu schreiben, aber würde dann zum Teil bestimmt auch etwas langweilig werden
Ich verbrachte das Schuljahr 2001/ ...
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sehr hilfreich
10.12.2002
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