Übergangsklasse

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>> Vorwort << Die Übergangsklasse ist die Möglichkeit als Realschüler nach erfolgreicher Mittlerer Reife das Gymnasium besuchen um dort das Abitur zu machen. Dieser Artikel ist jedoch leider nur für bayerische Schüler interessant. >> Meine Entscheidungsfindung << Eigentlich war alles klar ... Bericht lesen





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Nach der Realschule? Na klar, Abi machen!!
Erfahrungsbericht von Bluelites über Übergangsklasse
29.10.2007


Produktbewertung des Autors:   


Pro: bessere Berufschancen, neue Erfahrungen
Kontra: oft Ortswechsel nötig, 4 Jahre länger Schule

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

>> Vorwort <<
Die Übergangsklasse ist die Möglichkeit als Realschüler nach erfolgreicher Mittlerer Reife das Gymnasium besuchen um dort das Abitur zu machen. Dieser Artikel ist jedoch leider nur für bayerische Schüler interessant.

>> Meine Entscheidungsfindung <<
Eigentlich war alles klar geregelt: Nach meinem Realschulabschluss geh ich auf die FOS, wie ein Großteil meiner Klassenkameraden, mach dort in 2 Jahren Fachhochschulreife und dann... ja was eigentlich dann?
Irgendwann im Februar vor meinem Abschluss entschloss ich mich dann, dass es doch noch irgendeine andere Möglichkeit geben muss... ich suchte im Internet und fand auf den Seiten des Kultusministeriums Informationen zur Übergangsklasse.

>> Was genau ist die Übergangsklasse? <<
Die Übergangsklasse bereitet Realschüler auf den Übergang in die gymnasiale Oberstufe vor. Sie wird in der Regel als "10Ü" bezeichnet. Nach diesem Jahr kann man dann ganz normal ans Gymnasium gehen und regulär Abitur machen.

>> Stundentafel <<
Hauptziel dieses Jahres ist es, die Defizite in der zweiten Fremdsprache (in der Regel Französisch) zu beseitigen, da die meisten Realschüler vorher kein Französisch hatten. Schon allein für dieses Fach sind 8 Stunden vorgesehehn. Auch die anderen Hauptfächer wie Mathe (6 Wochenstunden), Englisch (6 Wochenstunden), Deutsch (4 Wochenstunden) u. Chemie (2 Wochenstunden) nehmen einen großen Teil des Stundenplanes ein.
Da es an den Gymnasien verschiedene Ausbildungsrichtungen gibt, muss man sich auch jetzt schon festlegen. Dabei gibt es folgende Möglichkeiten:
Naturwissenschaftliches Gymnasium (hier kommen 2 Stunden Physik hinzu)
Sozialwissenschaftliches Gymnasium ( + 2 Stunden Sozialkunde)
Wirtschaftswissenschaftliches Gymnasium (+ 2 Stunden Wirtschaft/Recht)
Als Nebenfächer gibt es ledig Religion (1 Wochenstunde), Sport (1 Wochenstunde
=> Mit 30 Wochenstunden ist es also eine durchschnittliche Schulwoche. Förderunterricht in Französisch o. differenzierter Sportunterricht können noch hinzukommen.
Warum?

>> Wo gibt es die Übergangsklasse? <<
Je nach eingehenden Anmeldungen werden die Übergangsklassen jedes Jahr neu eingerichtet.
Erfahrungsgemäß gibt es in Südbayern (besonders im Raum München) die meisten Übergangsklassen. Jedoch wird in der Regel mindestens ein Klasse pro Regierungsbezírk angeboten.
Manchmal ist deswegen auch ein Umzug in ein Schülerwohnheim o. eine eigene Wohnung notwendig (wie auch bei mir, da ich für die Übergangsklasse an ein Bamberger Gymnasium wechseln musste)

>> Wie komme ich in eine Übergangsklasse <<
Dabei gibt es einige (lediglich bürokratische) Hindernisse zu überwinden:
(1) Ein guter Realschulabschluss ist selbstverständlich (gut heißt hier übrigens: 3,0 oder besser). Auch aus der Wirtschaftsschule oder dem M-Zug der Hauptschulen kann man ans Gymnasium (benötigter Schnitt bei beiden Schularten: 2,5)
(2) Benötigt wird ein Gutachten des Klassleiters der 10. Klasse Realschule. Das ist ein schriftliches Formular, das er ausfüllen muss. Die Vorlage dazu gibt es im Internet (URL am Ende). Auch eine Unterschrift des Schulleiters ist notwendig. Eigentlich ist es keine größere Sache.
(3) Grundlage für die Anmeldung ist das Zwischenzeugnis der 10. Klasse. Auch hier sollte man also schon relativ gut sein und wenn möglich wenig 4er haben. Im Februar musst du dich auch schon vorab anmelden.
(4) Zusammen mit dem Abschlusszeugnis, dem Gutachten des Klassleiters u. der Geburtsurkunde (zur Sicherheit noch ein Passfoto mitnehmen; wollen die meisten für die Schülerakte) meldest du dich in den letzten Schulwochen des vorhergehenden Schuljahres endgültig an deiner neuen Schule an.

>> Kann man nicht auch "normal" ans Gymnasium wechseln? <<
Neben der Übergangsklasse gibt es auch noch die Anschlussklasse (nur 2 mal in Bayern (2x München)), in der man nach der Übergangsklasse direkt in die 12te weitergeht. Dabei ist ein Durchschnitt von 2,0 oder besser erforderlich.
Es gibt auch Schüler, die nach der 10ten Klasse Realschule in die 10te Klasse Gymnasium gehen. Wenn man sich in der zweiten Fremdsprache sicher ist, dürfte das kein Problem sein. Vorteile sehe ich darin allerdings nicht. Außer vielleicht, dass man für die Übergangsklasse nicht ein Gymnasium in einer anderen Stadt besuchen muss

>> Arbeitsaufwand während des Schuljahres <<
Die Menge an Hausaufgaben u. Lernstoff ist vergleichbar mit dem Abschlussjahr an der Realschule. Die einzig große Belastung ist es, meiner Meinung nach, die zweite Fremdsprache völlig neu zu lernen.

>> Für wen ist die Übergangsklasse geeignet? <<
Neben den Notengrenzen u. der Empfehlung des Lehrers ist eines sehr wichtig: Die persönliche Einstellung. Nicht jeder hat Lust nach der Realschule noch 4 Jahre (Übergangsklasse + Oberstufe am Gym) die Schulbank zu drücken, besonders wenn die früheren Klassenkameraden dann schon ihr eigenes Geld verdienen. Mit ein bisschen Fleiß und der Offenheit für neues, ist es aber zu schaffen. Eine gute Allgemeinbildung ist auch von Vorteil, besonders beim Übergang aufs "normal" Gymnasium (für Fächer wie Geschichte, Deutsch, Sozi… die Sachen die dort gebraucht werden, lernt man an der Realschule kaum).

>>>> Und was ist mit dem G8???
Auch mit der Einführung des achtstufigen Gymnasiums bleibt die Übergangsklasse weiterhin bestehen, allerdings gibt es grundlegende Veränderungen:
Man entscheidet sich nicht mehr für eine Ausbildungsrichtung, sondern muss alle Wahlpflichtfächer (Physik, Sozialkunde, Wirtschaft/Recht) belegen. Was schrecklich klingt hat den Vorteil, dass man danach relativ frei eine Schule wählen kann.
Das bringt natürlich eine größere Zahl an Wochenstunden, was unweigerlich zu Nachmittagsunterricht führt.

>> Und nach der Übergangsklasse? <<
Am Ende dieses Übergangsjahres steht dann (in der Regel) ein weiterer Schulwechsel an, denn oftmals bieten Gymnasien zwar die gewünschte Ausbildungsrichtung an (übrigens bieten nicht alle Gymnasium alle 3 Varianten an!!!), jedoch ist die Ausbildungsrichtung des Gymnasiums eine ganz andere.
In unserem Jahrgang haben wir folgende Erfahrung gemacht: Viele Gymnasien haben sich geweigert uns aufzunehmen (schon zu viele Schüler, etc.). Nicht abschrecken lassen!! Im Zweifelsfall lieber den eigenen Schulleiter mit einspannen und verhandeln lassen!

>> Irgendwann kommt dann das Abi <<
In den Jahren nach der Ü-Klasse stellt man oftmals fest, wie viel weniger man an der Realschule lernt. Auch das selbstständige Lernen ist für manche schockierend. Aber es ist in jedem Fall zu schaffen.

Ich selbst bin momentan in der 12. Klasse an einem sozialwissenschaftlichen Gymnasium (Leistungskurse Sozialkunde + Englisch) und bereue meine Entscheidung, nach der Realschule noch 4 Jahre anzuhängen nicht).

Formulare u. weitere Infos unter http://www.schulberatung.bayern.de/sluak.htm   

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