Nachdenken ist Mangelware geworden !
26.02.2002 (27.02.2002)
Pro:
rüttelt Leser auf sich mit der Wirklichkeit zu konfrontieren
Kontra:
-
Empfehlenswert:
Ja
 Prof.Stock
Über sich:
Mitglied seit:16.04.2000
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Zu einer modernen, guten und vor allem zukunftorientierten Umweltpolitik gehört für mich neben der Nutzung von regenerativen, erneuerbaren Energien ( Windkraft, Wasserkraft und Sonnenenergie ), dem Schutz der Tropischen Regenwälder vor weiterer Abholzung ebenfalls die Vermeidung der unnötigen Wasserverschmutzung. Zu diesem Thema möchte ich eine Auszug aus meinem Schriftstück „Die Welt – ein Krankenhaus ?“ veröffentlichen ( siehe auch andere Auszüge ) : Das Problem der Wasserverunreinigung ist heutzutage sehr vielseitig, aber auch gleichzeitig deutlich angestiegen.Ursachen sind unvollkommene gereinigte Abwassereinleitungen in die Gewässer, Schadstoffe aus der Luft, die mit Niederschlägen in die Gewässer gelangen, durch Verunreinigungen durch Unfälle bzw. Störfälle ( z.B. Flixborough, Seveso, Manfredonia, Bhopal, Sandoz ) und illegalen Einleitungen, allgemein durch wassergefährdende Stoffe, wie z.B. Schwermetallverbindungen wie Quecksilber, Cadmium, Nickel, Blei, Chrom, Eisen, Zink, Zinn, Kupfer und Mangan und letztendlich durch die Öl- und Gasförderung an / auf den Meeren. Durch eine zu hohe Wasserverschmutzung sinkt die Selbstreinigungskraft der Gewässer, es entsteht eine fortschreitende Vergiftung großer Waldflächen und ein Waldsterben großen Ausmaßes zusammen mit einem „Umkippen” des Grundwassers. Aus Norwegen und Schweden wurde bekannt, dass viele übersäuerte Seen inzwischen biologisch tot sind. Im Hunsrück hat man bereits biologisch tote Bergbäche festgestellt, ebenso im Bayrischen Wald. Die Wasserverschmutzung der Meere ist eindeutig die Folge des Erd- bzw. Rohöls, der ein riesiger Belastungsfaktor für Wasser und Umwelt geworden ist. Trotzdem will man auf den wichtigsten Energielieferanten und bedeutenden Grundstoff der Chemischen Industrie nicht verzichten, aus dem man u.a. Benzin, Plastik und Kleidung herstellt. So geht man weiterhin das Risiko auf tägliche Umweltkatastrophen ein, die die Weltmeere wie eine tickende Zeitbombe Tag für Tag bedrohen, da es eine Menge an Sicherheitslücken und mangelnden Sicherheitskonzepten für den Küstenschutz gibt. Dauernd erfahren wir aus den Medien von maroden lecken Pipelines, entstandenen Ölseen, Gasabfackelungen, Pipelinebrüchen und zahlreichen Schiffs- und Tankerunfällen, wobei die Exxon-Valdez ( 42.000 t Öl ), die Pallas Havarie im Wattenmeer vor Amrun, das Tankerunglück Erika vor der Bretagne und das letztliche Tankerunglück vor den Galapagosinseln bzw der dänischen Küste nur 5 der haufenweisen Beispiele sein sollen.Und man fragt sich jedesmal : „Wie konnte dies wieder passieren ? Wie kann fast dasselbe Unglück mehrmals geschehen? Lernt man nicht aus den Fehlern ?” Und dann kommt einem in den Sinn : „Nein, hat man natürlich nicht.” Die Unternehmer denken an ihren Gewinn und Profit, nicht an den qualvollen Tod der Tiere, nicht an das verunreinigte Wasser, nicht an die beschmutzten Strände, die monatelang nicht benutzbar sind, nicht an die Zukunft und die nachfolgende Generation. „Die Meere können sich nicht wehren.” So bedroht die Öl- aber auch die Gasförderung die Nordsee, die ich hier als Beispiel anführen möchte, aber ebenso die anderen Weltmeere. Die Nordsee zahlt für die Förderung von Öl und Gas durch Mega-Konzerne wie Amoco, BP, Esso, Elf oder Shell einen sehr hohen Preis. Nicht nur die Versenkungen von abgenutzten Ölplattformen, sondern auch die tagtägliche Arbeit auf den Anlagen und Öl- Gasfeldern belasten das Ökosystem der Nordsee. Wenn man nun folgendes näher betrachtet, werden einem die Folgen, die aus all dem entstehen, viel deutlicher. Auf einem Quadratmeter Meeresboden leben mehrere Milliarden Mikroorganismen, einige Millionen Kleintiere und tausende große Meerestiere wie Würmer, Muscheln oder Krebse. Diese sind Nahrungsgrundlage für 224 Fischarten darunter Hering, Barsch, Sandaal, Makrele, Kabeljau, Scholle und Seelachs. Desweiteren ist die Nordsee ein wichtiges Nahrungsgebiet für viele Seevögel, etwa 20 Walarten und vieler Seehunde. Jeder dieser Tiere, dessen Zuhause und Lebensraum die Nordsee darstellt, wird durch die Einleitung von rund 14.000 t Öl und 100.000 t Chemikalien ( Werte 1992 ) in Mitleidenschaft gezogen und muss qualvoll zu Grunde gehen. Bei den Vögeln verklebt das Öl das Federkleid, wobei nun die isolierende, wasserabweisende Eigenschaft verloren geht und die hilflosen Tiere ertrinken oder erfrieren müssen. Sie vergessen aus Verzweiflung beim vergeblichen Putzen ihrer Federn sich zu ernähren, oder sie nehmen zusätzliches Öl durch die Essensaufnahme zu sich und vergiften sich durch eine Verätzung des Magen-Darm-Traktes. Bei den Seehunden wird das Fell auf ihren Liegeplätzen beim Robben verölt und ihr Organismus wird bei der Einnahme der verölten Nahrung ( z.B. Garnelen ) immer weiter geschwächt. Der Verdauungstrakt wird zerstört und die Tiere sterben elendig.Fazit Wenn man sich dies nun vor Augen führt, dass Produkte, die aus Rohöl gewonnen werden, nicht biologisch abbaubar sind, viele dieser Produkte sich aber auch aus anderen umweltfreundlichen Rohstoffen herstellen lassen und der Rohstoff Rohöl nicht unendlich zur Verfügung stehen wird, kann man weitere Überlegungen anstellen. Es stellt sich nun die Frage, ob es wirklich notwendig ist, Plastiktüten zu verwenden, wenn Papiertüten den gleichen Zweck erfüllen oder ob alles in Plastik eingepackt werden muss.Eines muss klar sein ! Das Wasser ist das wichtigste Lebenselement für uns, denn ohne Wasser wird jegliches Leben auf diesem Planeten aussterben. Dafür dass Wasser nicht ersetzbar ist, gehen wir viel zu sorglos damit um. Es geht nicht an, dass schrottreife Tanker mit riesiegen Öltanks durch die Gewässer fahren und eine ständige Bedrohung für Menschen und Tiere sind. „Die Freiheit der Meere darf nicht für Seelenverkäufer mit ihren Risikotransporten gelten.” Wenn wir uns nicht im Laufe der Zeit auf drastische Veränderungen besinnen, gibt es bei uns ebenfalls das Problem der Wasserknappheit, wie in der 3. Welt, das ebenso die Entstehung eines Kampfes um das zur Verfügung stehende Wasser mit beeinhaltet. Zur Zeit gelten 26 Länder mit rund 505 Millionen Menschen bereits heute als wasserarm, davon leiden 14 Länder unter extremer Wasserknappheit. Bis zum Jahre 2005 wird Wasser in vorausichtlich bis zu 46 Ländern knapp. Erst dann werden wir uns zurückerinnern an unseren verschwenderischen Umgang mit dem kostbaren Gut, erst dann wird deutlich klar, wie weit die jetzigen Firmenbosse der „global players” für die Verschmutzung der Gewässer und Weltmeere verantwortlich waren. Diese jedoch werden kaum noch betroffen sein, sondern es wird erst die nächste Generation sein, die die Probleme zu spüren bekommt, und schon wird das amoralische, unethische und unverständliche, nur auf Profit hingezielte Handeln der Unternehmen deutlicher ! Pofit steht bei ihnen vor Sicherheit ! Jürgen Bolzin nimmt das Beispiel des Leck geschlagenen Tanker vor den Galapagosinseln, um die elendige Situation des Profitstrebens bei Öltransporten auf den Meeren aufzuzeigen : „Ein einzigartiges und verwundbares Ökosystem und Paradies mit zahlreichen einzigartigen Tier- und Pflanzenarten ist in Gefahr. Für die Menschen sind [genau] diese Galapagos Inseln [im Pazifik] ein Glücksfall. Ungekehrt gilt dies nicht !!!”
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04.10.2003 10:51
Hallo! Du hast vollkommen recht! Jeder kann auch etwas tun. Wasserverschmutzung entsteht auch von Luftverschmutzung (Saurer Regen). Ein BenzinPKW hat bei 20000 km einen CO2 Ausstoss von 4000 kg (bei einem Verbrauch von 5 Litern Sprit auf 100 km). Ein Diesel bei 20000 km einen CO2 Ausstoss von 4800 kg (beim selben Spritverbrauch). Da Luft aber nie in kg gemessen wird sondern im Volumen ergibt das ein CO2 Ausstoss Volumen von 2476800 Litern bei 20000 Diesel Kilometern. Jeder der seine gefahrenen km reduziert, reduziert auch den Treibhaus effekt. Eine Gasheizung hat pro Jahr 4 Tonnen CO2 Ausstoss. Wer eine Solaranlage hat, kann den CO2 Ausstoss um 1 Tonne pro Jahr reduzieren. Jeder kann etwas tun. Ich habe bei etlichen Berichten viele Tipps gegeben.
01.08.2002 11:50
Ich bewerte Deinen bericht nicht, denn die von Dir herangezogenen Begründungen sind doch etwas irreführend. Was hat z.B. ein umgekippter See oder Bach im Hunsrück bzw. im Bayerischen Wald mit Erdöl zu tun? Ich habe dort noch nie einen Tanker gesehen. Wenn Du aus ökologische Sicht Papiertüten den Plastiktüten vorziehst ist das ja irgendwo lobenswert nur, die Herstellung von Papier verschmutzt auch Wasser und das nicht zu knapp sowohl von der Menge her als auch von der Art der Verschmutzung. Die Forschung für Teilbereiche der bisherigen Nutzung von Erdöl steckt leider noch in den Kinderschuhen und wird häufig öffentlich gefördert. Die Kassen von Vater Staat sind aber leider leer. Entschuldige bitte meine Kritik, sie ist rein sachbezogen und nicht persönlich. Gruß heihild
06.03.2002 01:22
sehr, sehr guter Bericht und sehr interessant. übersäuerung....das gab es ja auch mal...