Das erwachsen gewordene Kind oder...
05.01.2002
Pro:
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Kontra:
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Empfehlenswert:
Ja
 MrsX
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:75
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 75 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
...was tue ich für den Umweltschutz? Tja, wenn ich an meine Kindheit denke, weiß ich, dass mir dieses Thema, auch durch die schulische Erziehung sehr am Herzen lag. Das war in den 80er Jahren, wo, wie viele vielleicht noch wissen, eine Öko-Welle über Deutschland gerollt ist...Damals begonnen wir mit der Trennung unseres Mülls, Glas und Papier wurde zum Contanier gebracht, Dosen ebenfalls. Meine Eltern bekamen Ärger mit mir, weil sie einen Mahagonischrank im Wohnzimmer hatten und ich gelernt hatte, dass man die Regenwälder schützen muss und dieses Holz nicht mehr kaufen sollte. Erst später habe ich begriffen, was meine Eltern mir mit dem Begriff: "Holzimitation" verdeutlichen wollten ;-) Zu dieser Zeit habe ich in der Grundschule eine Müllsammelaktion im Wald gestartet, das war unser damaliger Projekttag. Ich habe mich über jedes weggeworfene Kaugummipapier, das ich auf der Strasse gesehen habe, aufgeregt und dieses selbst entsorgt! Ich habe mit Freunden einen Müllsammelclub gegründet und wir sind tatsächlich mehrere Nachmittage mit Säcken und Müllzangen, die wir von der Schule geliehen hatten, losgezogen und haben bei unserer Schule und im Wald und überall sonst, Müll gesammelt. Das hat uns damals einen sehr großen Spass bereitet und wir wußten, das wir etwas Richtiges tun. Ärgerlich war nur, wenn wir immer am nächsten Tag schon zu diesen Stellen zurückgekehrt sind, und diese wieder dreckig waren. Aber damals war ich noch sehr geduldig und habe den Dreck der anderen eben wieder weggeräumt. Damals fühlte man sich noch gut, wenn Mülldienst gemacht werden musste (bei uns war das immer Klassenweise und in den Pausen musste der Schulhof geputzt werden).Zu der Zeit habe ich auch gelernt, dass man duschen und nicht baden sollte, dass man immer das Licht ausmachen soll, wenn man einen Raum verlässt, dass man Wasser mit Deckel auf dem Topf heißmachen sollte, dass man Müll, der auf der Strasse liegt aufheben und selber wegschmeissen sollte... Es ging darum, Mehrwegflaschen zu kaufen, keine lackierten Buntstifte, Filzstifte waren ganz und gar verpönt und teilweise sogar verboten. Die Schulranzen mussten auf einmal aus Leder sein, ebenso wie die Federtaschen. Im Sachunterricht wurden Umweltfibeln durchgearbeitet, Müllkippen besichtigt und ähnliches. Bei unserem Freizeitheim war ich Mitglied der "Grünen Frösche", wo wir Wasser selbst gefiltert haben, eine Kläranlage, eine Müllkippe usw. mit dem Fahhrad besucht haben, wo wir Papier selbst hergestellt haben und eine Menge über Mutter Natur gelernt haben. Ich hatte damals sehr viel Spass! Wir haben im Wald gespielt, zugesehen, dass Dämme aus dem kleinen Bach entfernt wurden, damit dieser wieder fliessen kann und wir haben uns sehr über jede Umweltverschmutzung aufgeregt!Es wurden zu dieser Zeit Produkte aus ökologischem Anbau gekauft, Produkte mit weniger Verpackung, Gemüse aus dem eigenem Garten, Marmelade auf dem Markt, Honig vom Imker. Nicht alles wurde in meiner Familie praktiziert, aber alles habe ich insgesamt bei Freunden und vieles auch bei mir zu hause mitbekommen. Der Grüne Punkt wurde eingeführt, was ich persönlich so lange prima fand, bis mir jemand erzählte, dass die Säcke noch gar nicht sortiert werden können und in die dritte Welt gebarcht werden...In der Orientierungsstufe machte unsere Klasse eine Auktion von Spielzeug, deren Erlös als Spende für den Regenwald ging. Wir malten Plakate, wollten etwas für die Umwelt tun. Damals waren wir wirklich engagiert! Ich beschwerte mich bei meinen Eltern, wenn der Müll nicht ordentlich getrennt wurde, wenn Dosen gekauft worden waren statt Gläsern oder wenn das Licht brannte. Meine Stereoanlage war aus, nicht auf Standby und ich versuchte wirklich, etwas für die Umwelt zu tun! Was ist heute daraus geworden? *****************************Ich bin nach wie vor ein Mensch, dem die Umwelt nicht egal ist. Doch ganz so engagiert wie früher bin ich nicht mehr. Ich weiß nicht warum, vielleicht, weil ich oftmals einsehen musste, wie wenig ich tun kann. Es liegt einfach zu viel Müll auf den Strassen, ich kann nicht alles aufheben. Die Mülltrennung mit dem Grünen Punkt ist so schwierig, dass man sie kaum richtig einhalten kann. Schließlich hat mittlerweile fast jede Verpackung so einen Punkt. früher habe ich immer auf den Umweltengel geachtet, wenn ich Schulsachen gekauft habe. Heute muss ich leider auf den Preis achten, sonst komme ich mit meinem Geld als Studentin nicht hin! Ich habe mich damals schon gefragt und es ist noch heute so: Warum sind die Umweltfrendlichen Sachen eigentlich teurer? Das ärgert mich bis heute!!! Ich kann jetzt auch nicht mehr nach Umweltverträglichkeit einkaufen. Tetra-Packs sind nun mal leider günstiger als der Saft, der direkt vom Obstbauern in der Mehrwegflasche kommt. Eier von Hühnern aus Legebatterien sind leider günstiger als die von freilaufenden Hühnern. So gern ichs auch wollte, ich kanns mir im Moment nicht leisten, nur auf Umweltverträglichkeit zu achten! Das ärgert mich sehr, macht mich wütend und aber auch machtlos. Ich weiß genau, dass ich das falsche kaufe, kann es aber auch nicht ändern! Wie soll jemand, der mit etwas über 700 DM im Monat auskommen muss, noch zwei Katzen ernährt und ein Auto fährt, Unibücher bezahlen muss, Telefon und Internet, wie soll jemand, der mit diesem Geld auskommen muss, es sich noch leisten, nur im Reformhaus zu kaufen, wo alles dreimal so teuer ist, wie bei Aldi? Das ist wirklich eine Gemeinheit! Aber ich habe mir fest vorgenommen, nicht zu vergessen, dass ich eigentlich das falsche kaufe. Wenn ich später Familie, Arbeit und evtl. Kinder habe, möchte ich schauen, dass ich wieder mehr auf die richtige Produktwahl achten kann, als jetzt!Nun ja, dass ich nicht mehr die Umweltverträglichsten Produkte kaufe, heißt natürlich nicht, dass ich meinen Glauben an den Umweltschutz nun ganz aufgegeben habe... Ich achte immer noch sehr darauf, kein Wasser zu verschwenden. Jedes Mal regt es mich auf, wenn jemand beim Zähneputzen keinen Zahnputzbecher benützt, sondern das Wasser stundenlang laufen lässt. Oder wenn jemand bei Duschen, während er sich einseift das Wasser laufen lässt. So etwas vermeide ich. Ich versuche, kein Wasser zu verschwenden. Beim Abwasch versuche ich, möglichst lange mit dem Wasser auszukommen, indem ich sauberere Gegenstände zuerst abwasche und danach die stärker verschmutzen in dem leicht dreckigem Wasser wasche. Ich versuche, die Waschmaschine recht voll zu machen, um nicht unnötig Wasser zu verschwenden. Ich koche mein Wasser mit einem neuem Wasserkocher, der sehr effektiv arbeitet und daher nicht besonders viel Energie verschwendet. Beim Kauf unseres Kühlschranks haben meine Mitbewohnerin darauf geachtet, dass er eine gute Energiesparklasse hat, natürlich nur in dem Rahmen, in dem wir es uns leisten konnten.Wenn in unserer Wohnung unnötig Licht brennt, was leider recht häufig vorkommt, versuche ich es auszuschalten, um nicht so viel Energie zu verschwenden. Die Heizungen sind auch nie auf der heißesten Stufe in unserer WG. Einen Frevel begehe ich noch viel zu oft: Ich bin leider sehr faul und fahre daher leider viel zu oft mit meinem Auto, auch wenn ich die Strecke mit dem Fahrrad machen könnte. Das sollte ich mir abgewöhnen, darüber bin ich mir bewusst und gebe mir auch Mühe, wenn auch im Moment (also vor allem im Winter) wenig erfolgreich...Der Müll wird in unserer WG auf jeden Fall auch getrennt, wenngleich das mit dem Biomüll schon so manches Mal zum Problem geworden ist. Aber wenn wir Papier und Altglas wegbringen sind das immer wahre Berge, was zeigt, dass nichts davon in den Restmüll wandert... Ich versuche für mich im Kleinen zu tun, was ich kann, ohne dass es große Mühe bereitet. ICh bin zwar nicht mehr so blauäugig, wie als Kind (leider), wo ich noch der Meinung war, die Welt verändern zu können, aber ich glaube trotzdem, dass ein Rest dieser Einstellung, die ich als Kind mal hatte, erhalten geblieben ist und ich versuche, das auszuleben, was ich einmal gelernt habe.Ich hoffe, es gibt noch viele unter Euch, die wissen, wie wichtig es für uns und unsere Nachkommen ist, dass wir auf unsere Umwelt achtgeben. Und was mich besonders freut, ist das Wissen, dass ich in einigen Jahren als Grundschullehrerin dieses Wissen selber vermitteln kann. Wenn ich dann der Auslöser dafür bin, dass meine Schüler Müll sammeln und Wasser sparen und Müll trennen, dann weiß ich, warum diese Beruf der richtige für mich ist!!!
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24.09.2003 16:30
Hi! Du schreibst, daß Du Dir keine Bioeier leisten kannst. Aber kurze Strecken mit dem Autofahren kannst Du Dir leisten, obwohl diese auch mit dem Fahrrad gingen! Ich habe einen Vorschlag für Dich: Du fährst diese Strecken mit dem Fahrrad und das Geld das Du Dir ersparst gibst Du für bessere, gesündere Bioeier aus. Dann tust Du gleich 2x mehr für Deine Gesundheit. Du machst Bewegung und isst gesündere Eier. Ist es Dir Deine Gesundheit Wert?
24.10.2002 17:28
Guter Bericht! Fand ich sehr interessant. Waren für mich jetzt auch keine wirklich neuen Sachen dabei... So sehr genau nehme ich es allerdings nicht; finde aber prima, dass es solche Leute gibt! Ciao...
22.01.2002 19:50
Umweltschutz geht uns alle an. Schade, daß es manchmal auch eine Frage des Geldbeutels ist. Mensch muß halt Prioritäten setzen. Gruß, Ilka