Und täglich grüsst das Murmeltier (Film)

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Und täglich grüsst das Murmeltier (Film)

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Mein absoluter Lieblingsfilm....

5  29.03.2004

Pro:
Story, schauspielerische Leistungen, Phil (das Murmeltier)

Kontra:
An diesem Film? Nichts .  .  .

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor

Spannung

Anspruch

Action:

Romantik:

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Wavecamper

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:82

Vertrauende:1

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 109 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

„They say we're young and we don't know,
won't find out until we grow.
Well, I don't know if all that's true,
'cause you got me, and baby, I got you.

Babe, I got you babe,

_____________________________
"I got you babe.“


Ich hasse diesen Song. „I got you, babe“ von Sonny und Cher. Übelster 60s Pop. Damals bestand Cher sogar noch vorrangig aus Fleisch, und nicht aus Silikon. So alt ist dieses öde Lied schon. Aber was anderes kennen die Radiosender in diesem komischen Kaff wohl auch nicht. Punxsutawney. Ein Name wie ein Zustand. Kaum zu merken, schwer zu sprechen, fast unmöglich zu schreiben. Irgendwo in Pennsylvania. Wer ich bin? In erster Linie ein genervter Fernsehstar. Ich bin bei einem großen TV Sender für die Wettervorhersage zuständig. Phil Connors ist mein Name. Und gestern schickte mich meine Produzentin Rita (na ja, sie ist ganz niedlich, aber so dermaßen hibbelig...) schon wieder in dieses Nest. Wegen des „Murmeltiertages“. Irgendein Provinzler hält eine gut genährte, müde Ratte hoch, und entscheidet sich dann, ob diese Ratte oder das Faultier oder das Murmeltier, oder was auch immer der Kerl da hochhält, seinen Schatten sieht oder nicht. Wen interessiert der Quatsch? Das ganze findet einmal jährlich statt, und ist etwa so spannend und nervenaufreibend, wie die 7. Wiederholung der ersten Staffel der Teletubbies.

Na ja. Menschen mögen auch Blutwurst. Menschen sind Schwachköpfe. Irgendwelche Schwachköpfe wollen diesen Kitsch halt sehen, und wir bringen ihnen diesen Kult von Vorgestern ins Haus. Hauptsache, die Quote stimmt.

Aber von diesem blöden Song geweckt zu werden, morgens um 06.00 Uhr, steigert meine Laune nicht wirklich.
Sei es drum, Job ist Job. Also gehen wir mal zu diesem komischen Festival. Zwischendurch ein paar nervige Dörfler abgewimmelt. Und Ned Ryerson getroffen. An den Kerl erinnere ich mich gar nicht mehr. Behauptet ein Schulfreund zu sein. Freunde – wer braucht sowas.... Seine Versicherungen kann er jedenfalls behalten, und der Bettler an der Ecke – na ja, soll er sich seine Kohle doch von den unzähligen, gut gelaunten Festivalbesuchern geben lassen.

So, da sind wir ja. Alles wie immer... der Typ zerrt die Ratte ans Licht, faselt was von einem Schatten, einigen weiteren Wochen Winter, und gut ist. So noch schnell einen Kaffee trinken, und zurück in die Zivilisation. Was für ein blöder Tag! Wie, es zieht ein Schneesturm auf? Ich kann nicht nach Hause? Ich muss in diesem Kaff noch eine Nacht bleiben? Womit habe ich das bloß verdient...
___________________________________


*gähn*

Diese Zweibeiner sind lästig. Menschen nennen sie sich selbst, glaube ich zumindest. Wer ich bin? Phil nennen mich jene Menschen. Und obendrein noch „Murmeltier“. Ob das eine Bedeutung hat? Keine Ahnung. Ist wohl auch eher unwichtig.*gähn* bin ich müde.... Jedes Jahr das gleiche Theater. Die wecken mich aus meinem schönen Winterschlaf und zerren mich ans Licht. Obwohl das Licht ist ja eigentlich schön. Aber ich hätte *gähn* (Tschuldigung) doch noch gerne ein wenig geschlafen. Hm, ganz schön laut hier. Scheinen viele Menschen anwesend zu sein. Sehen kann ich nicht so gut, und nach einem langen Schlaf erst recht nicht. Aber hören kann ich gut. Die sind scheinbar alle wegen mir gekommen. Das gefällt mir. OK, die Zweibeiner sind nicht nur lästig, sondern auch ganz nett. Obwohl, nächstes Jahr geht das bestimmt wieder los. Na ja, ist noch etwas Zeit.
__________________________________

„I got you babe“

Argh. Was für ein provinzielles Kaff ist das bloß. Nicht nur, dass die hier noch Musik von anno dazumal spielen, sie spielen auch noch jeden Tag das selbe. Meine Laune sinkt noch weiter. Geht das eigentlich? Huch? Wieso liegt draussen denn kein Schnee? Und wo wollen die ganzen Menschen hin?
Seltsam.

Wie jetzt – die Frau im Restaurant behauptet, heute sei Murmeltiertag? Haben die hier alle den Verstand verloren? Das Theater hatten wir ja wohl schon gestern! Und mehr als einmal im Jahr feiern die doch wohl selbst hier in Punxsutawney keinen Murmeltiertag. Sehr seltsam. Ich gehe mal raus.

Und schon wieder dieser Ned Ryerson. Und der Kerl tut auch noch so, als hätten wir uns gestern nicht gesehen. Dreist, diese Versicherungsmenschen.

Aber irgendwie ist das ja schon alles seltsam. Dieser Tag erinnert mich doch geradezu fatal an gestern. Träume ich? Oh je, die erwarten von mir, dass ich diesen Unsinn nochmal moderiere. Na ja, schnell ein paar Worte in die Kamera gesprochen, und wieder einen Kaffee. Ah, da kommt ja Rita. Die soll mir mal eine Ohrfeige geben, davon wache ich doch wohl bestimmt auf.

AUA

Hm. Sitze immer noch hier im Restaurant. Das könnte zu einem ernsten Problem werden. Zumal auch dieser Schneesturm wieder kommt, und ich nicht mal in die Moderne zu einem guten Arzt kann.
_____________________________

*gähn *

Ist wirklich schon wieder ein Jahr um? Mir kommt es vor, als wäre es letzten Monat, dass mich die Menschen zuletzt gefeiert hätten. Höchstens ein Monat her. Eher noch kürzer. Man wird alt, und der * gähn * Winterschlaf ist wohl im Alter auch nicht mehr das, was er mal war. Aber es ist schön, all diese Menschen zu hören. Sie kommen nur wegen mir. Klasse. Auch wenn der eine Zweibeiner, der dahinten etwas redet, schlecht gelaunt scheint. Die Stimmung ist doch gut. Und zwar dank mir.


__________________________________

„I got you babe“

Oh-oh. Der Schnee ist wieder weg, das Lied das selbe, Menschen strömen auf der Straße – Murmeltiertag.

Dieser Tag ist schon einmal im Jahr nicht zu ertragen. Und nun schon zum dritten Mal hintereinander. Was mache ich denn jetzt? Ned Ryerson eine auf die Mütze geben tut gut – löst das Problem aber nicht. Na ja, aber wie gesagt, es tut gut, hehe...

Ansonsten hatte dieser Tag wenig Gutes. Hoffentlich hat dieser Spuk bald ein Ende. Der Schneesturm jedenfalls kommt auch heute :(
________________________________

*gähn *

Hallo Fans, da ist euer Phil wieder. Schön, dass ihr wieder alle gekommen seid. * gähn* Ich bin noch müder als sonst. Mir kommt es jetzt wirklich vor, als sei ich erst gestern in den Winterschlaf gegangen. Sonst dauert er doch viel länger, und ist auch viel erholsamer. Im Moment habe ich ja nicht mal Hunger – obwohl ich monatelang geschlafen habe. Das soll jemand verstehen.

_______________________________

„ I got you, babe“

Verdammt, verdammt, verdammt. Mit guten Wünschen alleine komme ich aus dieser Sache wohl nicht mehr raus. 06.00 Uhr, das gleiche Lied im Radio – kein Schnee draussen – MURMELTIERTAG.. Also muss ich wohl versuchen, irgendwie das Beste aus dieser Situation zu machen. Rita, meine Produzentin, ist ja schon ganz süß. Ich werde ihr gegenüber jetzt den perfekten Gentleman spielen. Scheinbar habe ich ja genug Zeit. Mehr als genug sozusagen. Denn außer mir erinnert sich ja niemand an den vorangegangenen Murmeltiertag. Jeden Tag ein paar Details aus ihrem Leben sammeln, und damit beeindrucke ich sie dann. Und ich kann wenigstens noch mal mit Rita – nun ja – knaddeln. Das entschädigt mich dafür, jeden Tag Ned Ryerson ertragen zu müssen. Ja, das klingt nach einem guten Plan. Nun aber erstmal zum Murmeltier. Job ist schließlich immer noch Job.

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„I got you, babe“

Obwohl ich diesen Song eh noch nie mochte – ihn jetzt schon mehr als ein halbes Dutzend Mal jeden Morgen zu hören, ist schlimmer als alles, was ich mir je ausgemalt hatte.
Rita habe ich immer noch nicht knaddeln dürfen. Ich tröstete mich ein wenig mit Nancy, einer Dorfschönheit. Aber das Wahre ist es einfach nicht. Und jeden Morgen beginnt der gleiche Tag aufs neue. Ich halte das nicht mehr aus. Ich nehme mir das Leben.

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„I got you, babe“


Ich verliere langsam den Verstand. Ich habe mich von einer Klippe gestürzt, bin im Wasser an elektrischem Schlag gestorben, habe mich vor Züge geworfen – es hilft alles nichts. Ich entkomme dieser Zeitschleife nicht. Ich bin mir sicher, das vermaledeite Murmeltier ist schuld. Das ist es – ich schnappe mir das Vieh, und bringe nicht mich um, sondern diese elende, viel zu groß geratene Ratte.
Und wenn es sein muss, gehe ich halt mit drauf. Alles ist besser, als noch einmal dieses Lied zu hören.

_____________________________________
*gähn *


Schon wieder ein Jahr um? Ich vermisse meinen Winterschlaf. Na ja, lassen wir uns wieder von den Zweibeinern bewundern, denen macht das ja wohl immer noch Spaß. Aber was ist denn jetzt los? Die Menge ist ja noch lauter als sonst? Da stimmt doch was nicht! Es ist auch so kalt. Kälter als sonst. Ja, ich bewege mich ja ganz schnell. Wie konnte das denn passieren? Da hat mich scheinbar ein Zweibein wie üblich aus dem Schlaf geweckt und in die Sonne gehalten – als ein anderes Zweibein mich ihm entriss. Der hat mich quasi entführt. Murmeltiernapping gewissermaßen. Obwohl – vielleicht ist es auch nur mein größter Fan, der mal mit mir zusammen sein will. Ist ja irgendwie ganz spannend.

Ich erlebe schon einiges, ja. Man erzählt sich, dass die Menschen einen Weg gefunden haben, bewegte Bilder festzuhalten, und sich auf Wunsch wieder anzuschauen.
Mein Leben wäre doch toll geeignet. Ich als Hauptfigur in so einem – wie nennt man die Dinger? Film? Ja. Phil, das Murmeltier. Die Menschen wären gewiss überall auf der Welt ebenso verrückt nach mir, wie hier in diesem Ort. Sie werden mich lieben.
Aber dieser Kerl sollte etwas vorsichtiger fahren, der bringt uns noch beide um. Ey, aufpassen. Mist, er versteht mich ja gar nicht Vorsicht!!!! Wir fliegen eine Klippe runter. Unser letztes Stündlein hat wohl geschlagen...

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„I got you, babe“


Nicht mal das hat geklappt. Ich stürzte mich zusammen mit diesem Murmeltier eine Klippe hinunter, der Wagen explodierte, und heute ist wieder alles wie immer. Ich weiß nicht mehr ein noch aus. Da ich eh nicht durch eigene Kraft aus dieser Sache rauskomme, ändere ich meinen Plan.
Die anderen Menschen leben diesen Tag ja so, als wäre es nichts besonderes. Für sie ist es ein „normaler“ Tag. Ich könnte ja mal versuchen, aus diesem Murmeltiertag das beste für die anderen zu machen. Mögen sie einen schönen Tag erleben. Irgendwie gefällt mir das auch mal, uneigennützig zu handeln. Kann man sich auch dran gewöhnen. Wenn die Situation nicht so absurd wäre, könnte man bestimmt einen Film drehen. Natürlich mit mir als Hauptdarsteller. Phil – vom Saulus zum Paulus. Das wäre doch ein beeindruckender Titel.

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Tja, nun verlassen wir die beiden Phils, und wenden uns wieder der Realität zu. Wer noch nicht weiß, welchen Ausgang diese Zeitschleife hat – bzw. ob sie überhaupt einen hat – sollte sich diesen Film dringend ansehen. Es ist nicht mehr und nicht weniger als mein Lieblingsfilm. Warum eigentlich? Der Film ist sicherlich humorvoll – aber es gibt Filme, in denen man herzhafter lachen kann. Der Film hat auch gewissen Tiefgang – aber es gibt trotzdem Filme, deren Handlung mehr bewegt.
Vielleicht erkenne ich mich ein wenig in Phil Connors wieder. Ein scheinbares Ekelpaket, nichtsdestotrotz mit einem herzensguten Kern. Auch wenn dieser Kern so gut versteckt ist, dass er auf dem ersten und evtl. auch zweiten Blick unsichtbar erscheint.

Möglicherweise sind es viele kleine Details, die diesem Film ein besonderes Flair verpassen. Der Streifen übt jedenfalls auf mich eine gewisse Form der „Magie“ aus. Es ist schwer, sich diesem Reiz zu entziehen.
Bill Murray überzeugt in der Rolle des Phil Connors über alle Maßen. Man kann sagen, Bill Murray IST Phil Connors. Sein Mimenspiel begleitet die absurdesten Situationen des Films absolut passend, und so skuril die Rahmenhandlung, in einer Zeitschleife gefangen, den selben Tag immer und immer wieder durchleben zu müssen auch erscheint, es gelingt Murray, diese Situation, die wohl niemand kennt ;), absolut überzeugend darzustellen.

Auch Andie McDowell als Rita weiß zu überzeugen. Sie spielt ihre Rolle charmant, leicht naiv und sympathisch. Zudem stimmt ganz offensichtlich die oft zitierte „Chemie“, auch zwischen den Hauptdarstellern. Die Nebendarsteller halten ebenfalls das generell hohe Niveau der Produktion. Unter der Regie von Harold Ramis, der als Schauspieler bereits 1981 in „Ich glaub, mich knutscht ein Elch“, sowie später in den beiden „Ghostbusters“- Filmen mit Murray zusammen vor der Kamera stand, ist eine einfühlsame, witzige, und doch nicht oberflächliche Komödie entstanden. Eine Komödie, die dem Zuschauer zudem einige Möglichkeiten lässt, über den Film und die Situation nachzudenken. Wenn er/sie es denn will. Wer nicht weiter über den Film nachdenken mag, sollte ebenfalls gut unterhalten werden. Kann man mehr Positives über einen Film sagen, als erstklassig unterhalten zu werden? Ich vermute nicht. Und da dieser Film mich auch beim 10. mal anschauen noch blendend unterhält, kann ich guten Gewissens von meinem absoluten Lieblingsfilm reden. Verbunden natürlich mit der klaren Empfehlung an alle, die diese Filmperle bisher verpasst haben, den Film bei nächster Gelegenheit anzusehen.


Einige Details in aller Kürze zum Abschluss :
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Und täglich grüßt das Murmeltier

Original : Groundhog Day
Regie : Harold Ramis


Schauspieler :

Bill Murray - Phil Connors
Andie MacDowell - Rita
Chris Elliott - Larry
Stephen Tobolowsky - Ned Ryerson
Brian Doyle-Murray - Buster
Marita Geraghty - Nancy Taylor

USA, 1993. 101 Minuten.

Dieses ist mein Beitrag zur 2. Runde beim 2.BBB-Cup, Details unter Zoobremia bzw. BBB-Cup, Thema "Mein Lieblingsfilm". Alle Leser können mittels Abstimmung bei Astly im öffentlichen oder privaten Gästebuch unter Angabe der Spielnummer, hier Spiel A2, den besten Bericht wählen. Dazu ist allerdings auch der Beitrag meiner Mitstreiterin Superbiene20000 zu lesen und zu bewerten, denn ansonsten sind die Stimmen ungültig. Alle Stimmen, die binnen 48 Stunden nach Veröffentlichung des Berichtes eingehen, werden bei Gültigkeit gewertet.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Somian

Somian

01.11.2006 00:35

Genial geschrieben, innovativ wie der film

oliklein

oliklein

24.10.2004 17:55

auch hier kann ich echt nur sagen: respekt zum ausführlichen bericht!!! ^^ ich find den film auch total lustig, v.a. die verschiedenen tötungsarten, so *lol* ;)) lg olli

MoaPeter

MoaPeter

19.09.2004 23:02

Hab mir gerade die DVD gekauft. Der Film ist sowas von genial. Selten hab ich mich bei einer Komödie so amüsiert(ausser bei"Der Prinz aus Zamunda" und "Miss Undercover"). Gruß Peter

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