Als großer Freund historischer Romane stolperte ich bei einem Museumsbesuch (!!) über Boetius' "Undines Tod" (Hardcover; btb-Verlag; 1998).
Berlin, am Anfang des 19ten Jahrhunderts: Der Protagonist, ein rechtsdiener und angehender Schreiberling - Undines Tod ist eine von ihm verfasste Oper ... Bericht lesen
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Undines Tod
In diesem fesselnden Kriminalroman aus dem alten Berlin zeigt der Autor das faszinierende ... mehr
Portraet einer ganzen Epoche. Berlin im Jahre 1817. Der mysterioese Tod einer Taenzerin erschuettert die Stadt. Kammergerichtsrat Philipp Kreisler hat den Verdacht dass man den Fall hoeheren Ortes am liebsten unter den Teppich kehren moechte. Gemeinsam mit dem exzentrischen Schauspieler Ludwig Freundt stellt er selbst Ermittlungen an. Die beiden eigenwilligen Kriminalisten tauchen ein in das Nachtleben der wuchernden Grossstadt. Zwischen Schnuerboden und Geheimtueren zwielichtigen Magnetiseuren und kuenstlichen Menschen machen sie Jagd aufden geheimnisvollen Moerder der ein grausiges Spiel zu treiben scheint. Denn der Tod der Taenzerin ist erst der Auftakt zu einer Serie bizarrer Verbrechen.Henning Boëtius geboren 1939 lebt in Berlin. Er ist Autor zahlreicher von der Kritik hochgelobter Romanbiographien und der Kriminalromane um den hollaendischen Inspektor Piet Hieronymus. Sein Roman Phoenix ausAsche wurde in 13 Laender verkauft die Filmrechte wurden vom Hollywood-Studio Universal erworben.
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Erfahrungsbericht von medicago über Undines Tod / Boetius, Henning 16. Oktober 2000
Produktbewertung des Autors:
Niveau:
anspruchsvoll
Unterhaltungswert:
hoch
Spannung:
ziemlich spannend
Humor:
wenig humorvoll
Aufmachung:
sehr schön
Pro:
spannend und "literarisch wertvoll"
Kontra:
recht teuer, da aus dem btb - Verlag
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Als großer Freund historischer Romane stolperte ich bei einem Museumsbesuch (!!) über Boetius' "Undines Tod" (Hardcover; btb-Verlag; 1998). Berlin, am Anfang des 19ten Jahrhunderts: Der Protagonist, ein rechtsdiener und angehender Schreiberling - Undines Tod ist eine von ihm verfasste Oper - macht sich Gedanken über seltsame Morde im berliner Theatermillieu. Den Leichen wurden Körperteile entnommen, eine Verbindung zwischen den einzelnen Morden scheint nicht zu bestehen. Die seltsamste Figur in diesem Buch, ein italienischer Mechanikus, der für das Theater die absonderlichsten Maschinerien entwirft, gerät stark in Verdacht, mit der unheimlichen Todesserie eng verbunden zu sein....Ist er die Reinkarnation eines geächteten Wissenschaftlers??
Boetius entwirft ein spannendes Sittengemälde des beginnenden 19ten Jahrhunderts, ein Berlin, welches sich gerade erst anschickt, zur Großstadt zu werden. Einzelne Passagen und aauch der Plot des Romans erinnern sehr stark an Caleb Carr's "Die Einkreisung", die Hintergründe - die Pseudowissenschaftliche Seite des Buches - scheinen Doctorew's "Das Wasserwerk" entlehnt zu sein. Um ein Plagiat handelt es sich bei dem vorliegenden Buch aber auf gar keinen Fall, dafür unterscheiden sich die handelnden Personen doch zu sehr von den genannten "Vorlagen"!
Alles in allem ein spannendes Buch, das den geneigten Leser darüber hinaus mit einer doch recht prosaischen Sprache unterhält, Boetius gilt nicht umsonst als einer der literarischen Autoren unserer Zeit!
Fazit: Großes und spannendes Lesevergnügen für all jene, die gewillt sind, einen Roman nicht nur zu verschlingen sondern sich auch durch die Schönheit und den Gebrauch unserer Sprache ein wenig bezaubern zu lassen!
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