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Als großer Freund historischer Romane stolperte ich bei einem Museumsbesuch (!!) über Boetius' "Undines Tod" (Hardcover; btb-Verlag; 1998). Berlin, am Anfang des 19ten Jahrhunderts: Der Protagonist, ein rechtsdiener und angehender Schreiberling - Undines Tod ist eine von ihm verfasste Oper - macht sich Gedanken über seltsame Morde im berliner Theatermillieu. Den Leichen wurden Körperteile entnommen, eine Verbindung zwischen den einzelnen Morden scheint nicht zu bestehen. Die seltsamste Figur in diesem Buch, ein italienischer Mechanikus, der für das Theater die absonderlichsten Maschinerien entwirft, gerät stark in Verdacht, mit der unheimlichen Todesserie eng verbunden zu sein....Ist er die Reinkarnation eines geächteten Wissenschaftlers??
Boetius entwirft ein spannendes Sittengemälde des beginnenden 19ten Jahrhunderts, ein Berlin, welches sich gerade erst anschickt, zur Großstadt zu werden. Einzelne Passagen und aauch der Plot des Romans erinnern sehr stark an Caleb Carr's "Die Einkreisung", die Hintergründe - die Pseudowissenschaftliche Seite des Buches - scheinen Doctorew's "Das Wasserwerk" entlehnt zu sein. Um ein Plagiat handelt es sich bei dem vorliegenden Buch aber auf gar keinen Fall, dafür unterscheiden sich die handelnden Personen doch zu sehr von den genannten "Vorlagen"!
Alles in allem ein spannendes Buch, das den geneigten Leser darüber hinaus mit einer doch recht prosaischen Sprache unterhält, Boetius gilt nicht umsonst als einer der literarischen Autoren unserer Zeit!
Fazit: Großes und spannendes Lesevergnügen für all jene, die gewillt sind, einen Roman nicht nur zu verschlingen sondern sich auch durch die Schönheit und den Gebrauch unserer Sprache ein wenig bezaubern zu lassen!