Erfahrungsbericht über "United Airlines"

veröffentlicht 07.10.2017 | KingSparko
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Pro Star Alliance Member, Boeing Flugzeuge, nettes Personal
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"American Dream 1: Im Buckelwal ins gelobte Land"

Boeing747-400 - United Airlines 2009

Boeing747-400 - United Airlines 2009

Zusammen mit Futzi100 war ich nun zweimal in den USA. Im Oktober 2009 für vier Wochen und im Mai 2017 für 2 Wochen.
2009 war dies mein allererster Flug.

Wir wollten ausschliesslich mit Star Alliance fliegen und am liebsten mit einer Boeing 747. Da kam im Grunde nur eine Airline in Frage.

United Airlines

Hervorgegangen aus mehreren kleinen Fluglinien, deren älteste ihren Betrieb 1926 aufnahm, die von William Boeing (Sohn von Wilhelm Böing aus Süddeutschland) aufgekauft und firmiert wurden, entstand 1929 die United Aircraft and Transport Corporation, die später in United Air Lines und 1974 schliesslich in United Airlines umgetauft wurde.
UA ist die damit älteste noch aktive kommerzielle Airline der USA.
Sie waren auch die erste Airline weltweit, die Stewardessen einstellte (ab 1930), während andere weiterhin ausschliesslich männliche Stewards beschäftigten.

Durch die Anschläge 2001 gerieten fast alle US-Airlines, so auch United, in finanzielle Schwierigkeiten. Sparmaßnahmen waren die Folge, die den Mitarbeiterstaab von 100.000 auf bis zu 57.000 reduzierte. Stadtbüros und Standorte wurden geschlossen. Ab 2002 wurden neue Projekte eingeführt, um eine Insolvenz abzuwenden. Bis 2005 hatte sich das Unternehmen soweit saniert, dass sie wieder staatliche Gelder erhielten und konnten sich damit soweit stärken, dass alle finanzbringenden Projekte erfolgreich umgesetzt und fortgeführt werden konnten. So entstand dabei der Ausbau der Economy Plus Class, die ein Bindeglied zwischen Economy und Business Class darstellt und natürlich teurer ist. Um die Konkurrenz von Billigairlines aufzufangen, gründete United die eigene Low Cost Airline TED und konnte sich bis 2010 soweit regenerieren, dass sie dann Continental Airlines übernahmen. Deren Marke und Hauptsitz verschwanden anschliessend.

United ist seither Besitzer einer eigenen Catering-Gesellschaft fürs Flugzeugessen.

Der Hauptsitz von UA befindet sich seit Gründung in Chicago und demnach ist O'Hare natürlich das Heimatdrehkreuz.
Neben diesem unterhält United folgende weitere Hauptdrehkreuze:
Houston, Newark, Denver, San Franciso, Los Angeles, Washington DC, Guam und Tokio. London und Frankfurt sind International Gateways, also Umsteige-Drehkreuze.

Mileage Plus

United bietet ein eigenes Meilen-Prämien-Programm an, bei dem wir uns 2009 natürlich ebenfalls registrierten. Die damals gesammelten Punkte sind längst verfallen, wurden aber nach der kompletten Erneuerung des Programms 2012 (durch die Fusionierung mit Continental und deren Vielflieger-Programm) zumindest unseren Konten soweit gutgeschrieben, dass sie zur Ansammlung einer höheren Klasse weiterhin vermerkt sind. Ab 25.000 Meilen klettert der Status. Gewertet wird nur der Hauptflug, unsere Zubringerflüge nach Frankfurt / München gelten hierfür nicht. Der Hauptflug von Frankfurt nach San Francisco sowie der Rückflug, auch wenn er mit einem Partner durchgeführt wird, bringt etwas über 6500 Meilen für das Bonusprogramm.
Wir sind also noch weit davon entfernt, mal etwas eintauschen zu können. Allerdings hoffen wir doch, dass wir die nächsten Meilen sammeln können, bevor die existenten wieder verfallen....

Buchung

Wir buchen unsere Flüge in der Regel über Expedia. Ja, es gibt billige Flüge nach Amerika, klaro. Aber 1. buchen wir gern sicher im Voraus, bevor die Preise in den Keller gehen, 2. wollen wir mit Star Alliance fliegen, die von Boeing und der Lufthansa mitgegründet wurden und nach deutschen Sicherheitsstandards operieren und 3. wollen wir gern die Zeiten und Sitzplätze selbst bestimmen und aussuchen und 4. nicht zehnmal umsteigen.

Für den Flug 2009 haben wir pro Nase ca. 950€ bezahlt, hatten hierbei einen Zubringer ab Leipzig und flogen ab Frankfurt mit UA901 um 13 Uhr nach San Francisco und mit der UA900 um 12.30 ab San Francisco zurück; stiegen in Frankfurt dann wieder in den Flieger nach Leipzig. Diese Zubringer werden fast ausschliesslich von Lufthansa durchgeführt.
Die Hauptflüge sind Codesharing Flights, daher fliegt die Lufthansa eben auch United Passagiere wieder nach hause. Dies betrifft in der Regel alle Fluglinien, die der gleichen Flugallianz angehören, es standen mehrere Codeshares am Display, alles Star Alliance Linien.

In diesem Jahr bezahlten wir 560€ pro Nase. Näxtes Mal geben wir wieder mehr Geld aus, so eine Odysee machen wir nicht nochmal. Futzi kam aus seinem thüringischen Kaff zu mir. Am Morgen fuhren wir dann zum Bahnhof, stiegen in den ICE nach Berlin, dort in den Bus nach Tegel und dort dann in den Zubringer nach Frankfurt. Noch bevor wir in FRA ankamen, waren wir sowas von fix und alle...
Zurück ging es dann von SFO nach München und wieder nach Tegel, wo meine Eltern warteten und uns zurück nach Leipzig brachten. Dieser Stress für eine Ersparnis von ca. 200€ pro Nase für den Flug (ggü. einem Zubringer ab Leipzig zu diesem Zeitpunkt) - nicht noch einmal. Zumal wir ja den Zug und den Sprit für Papa nachher auch noch bezahlt haben und so die Ersparnis auch auf etwa 120€ schrumpfte.

Damals checkten wir noch klassisch am Schalter ein mit allem drum und dran. Diesmal konnten wir an einem Checkin-Automaten einchecken und schmissen nur noch unser Gepäck am Schalter ab - und bekamen nochmal neue Bordkarten, obwohl wir schon welche hatten. Nagut, doppelt hält bekanntlich besser.
Bei der Lufthansa zum Rückflug konnten wir sogar online per Handyapp einchecken.
Das Bording in Frankfurt nach SFO fand dann dieses Jahr auch an einem Lufthansa Gate statt; 2009 waren wir noch an einem eigenen United Gate.

2009 waren wir etwa 35min früher am Ziel, 2017 waren es rund 20min vor der Zeit. Der Abflug war stets absolut pünktlich.

Gepäck

Im Jahre 2009 wurden damals grad die Gepäckgrenzen geändert. Wir hatten das Glück, rechtzeitig gebucht zu haben und durften somit noch 2 Gepäckstücke mitnehmen von je bis zu 23kg. Was wir natürlich auch ausgenutzt haben. Wer vier Wochen unterwegs ist, braucht ja auch das ein oder andere - ausserdem wollten wir ja drüben einkaufen.
Heute darf man nur noch 1x23kg mitnehmen mit einem Gurtmaß bis 160cm. Für 2 Wochen reicht das auch so, wenn man nicht 5 Hosen, 10 Pullover und 3 Paar Schuhe mitschleppen will. Ich staune immer wieder, wieviel Platz so eine Waschtasche einnimmt. Obendrein kommt bei uns noch dazu, dass die demontierten Stative mit in den Koffer müssen.
Zusätzliches Gepäckstück: in Deutschland 100€, in den USA 100$.

Auch die Handgepäckgrenzen sind bei United relativ großzügig, was uns bei unserem diesjährigen Flug zugute kam - den Rückflug traten wir mit Lufthansa an. Durch die Buchung über United allerdings gelten für alle darin enthaltenen Flüge die Gepäckbestimmungen von United. So sind hier die Abmessungen für das Handgepäck schon dezent größer, was einen ordentlichen Fotorucksack problemlos einschliesst. Bei Lufthansa darf das zusätzliche Personal Item in Form einer Laptoptasche nur 10cm dick sein, bei United geht da deutlich mehr, so dass ich quasi zwei kleine Rucksäcke nehmen konnte. Futzi nahm den großen Fotorucksack und eine normale Laptoptasche dazu.
Dank unseres Tickets bekamen wir auch bei Lufthansa auf dem Rückflug keine Probleme damit und bekamen den Zettel Approved Cabin Luggage an alle Taschen gebammelt.

Checkin & Bording

Früher musste man sehr lange vor einem Flug einchecken und sich zum Gate begeben, heute ist das nicht mehr so. Das Bording begann auch dies mal deutlich später als vor 8 Jahren, obwohl ja trotzdem über 350 Leute an Bord mussten.
So war es dann auch so, dass wir schlussendlich keine 15min im Sitz hockten, als das Flugzeug bereits aus der Parkposition kullerte. Die Economy Class wird grundsätzlich zuletzt an Bord gelassen und da wir auch diesmal unsere Sitze ganz hinten hatten, haben wir uns jetzt nicht grossartig vorgedrängelt, sondern sind ziemlich zum Schluss einfach nach hinten durchmarschiert. Mit diversen Stops natürlich.

Economy Class Boeing 747-400

Warum wir so scharf sind auf das Flugzeug? Nun, die AirForce One ist eine 747-200. Die 747 ist das sicherste Flugzeug der Welt. Ausserdem ist es der "Buckelwal" - die 747-400 hat einen Buckel auf der Nase sitzen (dieser fehlt bei der -200). In diesem sitzen die Piloten, untendrunter ist die First Class. Hinter den Piloten ist die Business Class untergebracht. Es gibt auch einige wenige Airlines, die keine First Class haben und dort Economy Plus anbieten. Oder wahlweise die Business Class dorthin verfrachtet haben.
Wer sich informiert, wird herausfinden, dass nahezu alle abgestürzten Boeings durch menschliches Versagen oder menschlichen Einfluss (9/11) vom Himmel kamen, nie durch technischen Defekt.
Etwas mulmig war mir dann aber schon, als ich 2009 mitten über dem Atlantik den Bildschirm mit einem Bluescreen abstürzen sah und ein Windows XP neu startete....Boeing Computer laufen auf Windows Basis. Als Fachinformatiker, der täglich mit Microsofts Tücken konfrontiert wird, krieg ich da schon Herzklopfen... Aber alles gut ;)

Wir haben Sitze ganz hinten gewählt. Folgender Grund: die Bestuhlung in der 747-400 ist 3-4-3 und am Pöppes, wo der Rumpf schmaler wird, sind es nur noch 2-4-2 und so hatten wir die Sitze für uns alleine. In diesem Jahr war ich dann auch so clever, bzw. hatte das Glück, dass sie noch frei waren - die erste 2er Reihe zu reservieren, so dass wir 3 Sitze vor uns hatten und so ausreichend Platz für Gepäck und Füße zur Verfügung stand.

Auf dem Rückweg hatten wir einen Airbus 340 der Lufthansa, der komplett 2-4-2 bestuhlt war und so wählte ich dort einfach irgendwelche Sitze an der Seite. Fataler Fehler. Ich hätte weiter hinten buchen sollen, wir sassen in der 3. oder 4. Reihe nach dem Versorgungstrakt und dort standen Babybetten und ja, die waren alle besetzt. Überhaupt waren auf diesem Nachtflug viel zu viele Schreikinder an Bord.

So habe ich nun aber den direkten Vergleich zwischen Lufthansa und United und auch zwischen Boeing und Airbus auf Langstrecke. Schon meine Flüge nach London und zurück mit Airbussen machten mich sicher "ich will keinen Airbus mehr". Und auch diesmal bestätigte sich das.
Zum einen liegt der riesige Buckelwal viel ruhiger in der Luft. Zum anderen ist er auch viel viel leiser. Diese Airbusse sind einfach mächtig laut, vermutlich ist die Aussenhaut einfach etwas dünner, so dass sich alle Geräusche mehr übertragen.
Das ist aber nicht der einzige Unterschied. Die Boeings sind etwas breiter und bei United sind die Sitze auch breiter. Wir sind ja nun beide etwas kräftig und so fühlten wir uns in den Airbus-Sitzen nicht so wirklich wohl. Auch der Sitzabstand ist bei United einen Ticken größer. In der Economy Class machen 2cm verdammt viel Beinfreiheit aus!

Der einzige Vorteil eines recht neuen Airbus der Lufthansa auf dieser Langstrecke ist das In-Seat-Entertainment. United bietet zwar Personal Entertainment an Bord, das ist aber eher technisch fehlerbehaftet. Man kann sich mit seinem Smartphone, Tablet oder Laptop in das Bord-WLAN einloggen und auf die angebotenen Filme, Serien uä. zugreifen. Hat nur nicht wirklich funktioniert. Gegen Geld kann man auch weiter ins Internet (30min gibt es gratis). Der Airbus hatte schicke Touchscreens im Vordersitz, wo man sich direkt durchs Angebot tappsen konnte. Es gibt Musik, Filme, Serien (hatte mir eine paar aktuelle Folgen Bones angesehen, Futzi hatte sich 1-2 Filme reingezogen) und sogar kleine Spielchen. Man braucht Kopfhörer mit Klinkeanschluss. Die bekommt man aber auch im Zweifel vom Personal, wenn man keine eigenen hat. Futzi seine hatten auf dem Hinflug mittels Kabelbruch den Freitod gewählt.

Verständlicherweise rüstet United aber die alten Kisten nicht mehr mit InSeat nach, denn, wie wir leider feststellen mussten, war dies wohl unser letzter Flug mit unserem geliebten Buckelwal. United mustert die 22 Buckelwale noch in diesem Jahr aus. Danach werden sie sicherlich ihre Rente als Frachtmaschinen antreten.
Unseren nächsten Flug an die Westküste werden wir dann wohl allem Anschein nach in einem Dreamliner absolvieren.

Unter den Sitzen sind Stromsteckdosen für US-Stecker (manche sind auch mit EU zusätzlich ausgestattet) sowie USB Anschlüsse. Im Airbus habe ich zugegeben nicht nachgesehen, da wir derart platt waren, dass wir keine Lust mehr hatten, irgendwas anderes als Nahrungsaufnahme, halbwaches Tappsen durch das Medienangebot und mehr oder minder schlafen/dösen zu tun. Futzi vorher: ich bin so kaputt, ich glaube aber nicht, dass ich im Flieger schlafen kann. Keine halbe Stunde nach Flughöhe vernahm ich ein leichtes "rrrrr" neben mir. Das kleinste Wackeln weckte ihn allerdings sofort auf, er leidet dezent unter Flugangst.

(Da seht ihr mal, wie gross der Wunsch sein kann, nach San Francisco zu kommen, dass man sich mit Flugangst freiwillig 10 Stunden in so eine Sardinenbüchste quetscht!)

Futter!

2009 gab es zu Beginn des Flugs mehrfach Getränke, auf etwa halber Strecke ein warmes Essen (Chicken or Pasta? wir hatten beide das Hühnchen genommen.) und ca. 1 Stunde vor Landung noch einen Snack.
2017 merkte man, dass die Airline wieder etwas mehr Geld im Rücken hatte bzw. ihr eigenes Catering betreibt. Kaum hatten wir Flughöhe erreicht, gab es Wasser und die erste Tüte Knabberzeugs.
Keine anderthalb Stunden später gab es schon das Mittagessen. Ich hatte Pasta genommen, die sich als Gemüselasagne entpuppte, Futzi entschied sich für Chicken Curry. Dabei gab es eine kleine Schale, ich tippe es war Kouskous Salat, ich habe jedenfalls am Ende beide vernichtet. Dazu gab es Getränke und ein Eis.
Wasser wurde quasi permanent auf Wunsch nachgefüllt, allerdings mitten im Gang im Stehen in die kleinen Flaschen, die man uns zu Beginn ausgehändigt hatte. Ja, es wurde ordentlich geschwappert.
Dann wurde mal für 2-3 Stunden die Bude verdunkelt - was ich im ürbigen immer total nervig finde. Ich sitze am Fenster, ich will rausguggen! Mitten am Tag pennt doch in der Kiste sowieso keiner. Und wer unbedingt im Flugzeug schlafen will, hat garantiert was dabei, womit er sich dunkel machen kann. Wer hingegen lesen oder was anderes tun will, verdirbt sich die Augen mit diesen winzigen Funzeln über dem Sitz, äusserst unangenehm.

Dann gab es schon wieder Knabberkram. Chips, Schoki und dergleichen, ein ganzer Beutel voll. Zwischendrin noch ein undefinierbares Brot-Etwas. Auf jeden Fall waren wir ordentlich vollgefressen, als wir aus dem Buckelwal rollten und uns selbst wie zwei solche fühlten.

Toiletten

Die 747-400 ist mit reichlich Klos ausgestattet, so befinden sich welche relativ mittig, ganz vorn und auch ganz hinten. So hatten wir es nicht weit. 2 Toiletten sind hinten in einer Kabine versteckt, 2 Kabinen finden sich dort. Eine davon ist SEHR SCHMAL, eine etwas geräumiger. Im Grunde ähnlich wie Zugtoiletten, nur etwas sauberer und besser ausgestattet mit Seife, Papierhandtüchern und vernünftigem Mülleimer.

Im Airbus musste ich durchs halbe Flugzeug toben und dann noch eine Treppe runter, was mit Gummibeinen durchs Fliegen jetzt deutlich einfacher klingt, als es tatsächlich war.

Durch die bessere Verteilung und mehr Toiletten, verteilte sich natürlich auch der Ansturm etwas und die über 350 Passagiere mussten nicht alle auf die gleichen 2 Klos traben.

Personal

Ich persönlich empfand das Personal von United deutlich freundlicher und positiver als die mürrischen Deutschen, obwohl auf den Langstrecken zwischen DE und US auch sehr viele deutsche bei United arbeiten.
Im Gegensatz zu früher sind heute männliche Flugbegleiter die Seltenheit, bei Lufthansa waren keine an Bord. Bei United hatten wir jedesmal 1-2 Herren mit im Trupp.

2009 lief alles etwas auf Sparflamme, 2017 waren deutlich mehr Leute unterwegs, die geschäftig auch immer wieder zwischendrin Müll einsammelten, Tee und Wasser anboten. 2009 hatte ich am Ende des Fluges noch eine ganze Ladung Müllreste am Sitz, die ich dann in die Sitztasche stopfte, 2017 wurde alles noch mit weggeräumt.

2017 hatte sich mein Fenster verhakt und ging nur halb zu und auch nich wieder auf. Permanent wurde ich genervt, ich soll das Fenster zumachen (nochmal: WIESO? Ich buch doch den Fensterplatz nicht aus Langeweile! Es war mitten am Tag und alle waren putzmunter und geschäftig.) Ich erklärte hundert mal, dass es nicht geht, bis uns die resolute Teamchefin von den Sitzen jagte und es mit Gewalt nach 2min zubekam. Das fand ich echt dämlich.
Ansonsten waren die Stewards aber alle sehr freundlich und zuvorkommend. Amerikanische Kundenfreundlichkeit eben.

Ich habs dann trotzdem immer mal aufgemacht und als ich den Pazifik erspähte, auch nicht wieder zugemacht bis San Francisco. Schliesslich wollte ich ein paar hübsche Fotos machen. Die Jungs hinter uns hat das auch herzlich wenig gejuckt, die waren sowieso die ganze Zeit am Diskutieren, Gackern und Rumblödeln.

Kabinenluft

Haben wir 2009 doch ziemlich gefroren, war 2017 die Boeing angenehm temperiert, nicht zu warm und nicht zu kalt. Der Airbus war leider total überheizt und Frischluft war Mangelware. Wir haben geschwitzt wie sau und entsprechend rochen wir dann nach den 10 Stunden auch danach. Vermutlich wurde das wegen der erheblichen Menge an Kindern an Bord gemacht, denn Kinder frieren schneller und Wärme macht ja bekanntlich auch müde.

Allgemein

Bei United gibt es mehrere Bildschirme die über den Sitzen hängen und sich auch an den Versorgungstrakten befinden, diese sind dann deutlich größer. Hier gibt es neben den Filmen (4 laufen während des 10 Stunden Fluges) auch Fluginfos. Anfangs natürlich unterstützend die Sicherheitshinweise, zwischendrin immer wieder die Infos wo sich das Flugzeug befindet, wie schnell wir sind - wenn man so eine Zahl wie 827km/h liest und dann aus dem Fenster guggt, wie friedlich die Landschaft langsam unten vorbeiwackelt, ist das schon surreal - und welche Ankunftszeit derzeit berechnet ist. Dazu auch Wetterinfos, Uhrzeiten von Start- und Zielflughafen.

Bei Lufthansa kann man sich das jederzeit auf dem InSeat Bildschirm anguggen, wenn man das möchte.

Bei United kann ich direkt nach der Buchung auf der Website von United mit der Buchungsnummer meine gewünschten Sitze auswählen. Die Lufthansa weist einfach zu - so sassen wir natürlich verteilt. Jetzt Wunschsitze auszuwählen läßt sich die Lufthansa mit 25€ pro Nase vergolden. Frechheit! Das konnte ich dann aber auch mithilfe der Buchungsnummer direkt auf der Website der Lufthansa.

Website

Die Website von United bietet sehr viele Infos. Ich kann mir hier zum Beispiel die Ausstattung des jeweiligen Flugzeugs auf Strecke XY ansehen und erfahre, was im Flug alles inklusive ist. Auf Kurzstrecken gibt es ja zb. deutlich weniger Futter.
Mitsamt seinem Mileageplus Konto kann man sich bei United registrieren und kann hier so auch seine Flüge jederzeit überprüfen. Gibt es Änderungen beim Gate, Uhrzeit oder Fluggerät, kann man hier abrufen. Bei einer Buchung über Expedia kommen diese Infos aber auch direkt per Mail von Expedia.
Auch hier gibt es bereits einen Online-Check-In, den man nutzen kann ab 24 Stunden vor Flugantritt.
In den letzten Jahren hat United das Webangebot deutlich aufgemöbelt. Die Website ist optisch ansprechender, übersichtlicher und deutlich bedienerfreundlicher geworden. Vor 8 Jahren gab es soviele Infos und eine so schlecht vernetzte Seite, dass man bei einem Klick nicht selten plötzlich auf der spanischen Version landete. Auch die Übersetzungen haben sich extremst verbessert. Hin und wieder landet man doch mal auf einer anderssprachigen Unterseite, weil der Link falsch angelegt wurde. Verändert man dann aber im Link das entsprechende Kürzel wieder auf DE, findet man die deutsche Version dann doch noch. Hier kann und wird sicher noch nachgebessert werden.

Man kann auch hier direkt Flüge buchen. United bietet hier die selben Preisvergleiche wie andere Flugsuchmaschinen, man zahlt also nicht zwangsweise mehr. Dafür bekommt man eine Übersicht mit seinen Flugdaten und den Hinweisen "Flieg doch einen Tag später - dann zahlst du nur halb soviel!" Das finde ich ganz praktisch, das ist etwas, was mir bei Expedia wirklich fehlt. Da muss man jede Datumsvariante einzeln abfragen, um andere Preise zu finden.

FAZIT

Wir werden unsere USA Flüge vermutlich auch weiterhin mit United antreten. Zwar sind die Preise höher als mit anderen Gesellschaften aber wir bezahlen lieber ein wenig mehr und fliegen durch, ohne den Stress des mehrfachen Umsteigens und damit verbundenen noch längeren Flugzeiten. Und natürlich wollen wir weiter Meilen sammeln. Nicht zuletzt auch, weil United weiterhin auf den Langstrecken Boeing-Flieger einsetzen wird - schliesslich ist Boeing gewissermaßen Mitbesitzer/Mitbegründer von United. Und natürlich ist uns auch die Star Alliance wichtig.

Wir sind mit dem Service von United zufrieden. Gegenüber unserem ersten Flug ist der Service in der Economy Class besser geworden. Natürlich würden wir gern Plus buchen, aber das ist wirklich erheblich teurer. Also fleissig Meilen sammeln, damit mal ein Upgrade drin ist ;)
Preis/Leistung finde ich völlig angemessen für einen 10 Stunden Flug auf die andere Seite des Erdballs. Die Website kann noch verbessert werden, das reicht aber nicht für einen Abzug.

Das Personal ist freundlich, ist stets nicht weit im Flieger und achtet jederzeit darauf, ob jemand noch etwas möchte, ob irgendwo Probleme sind und hilft bei allen Fragen schnell und freundlich. Wir hatten genug Gelegenheit, zu beobachten, wenn andere Fluggäste Fragen und Sorgen hatten, die stets schnell und mit Bedacht gelöst wurden.

Ich bin traurig, dass der Buckelwal sein Lebensende erreicht hat, freue mich aber natürlich auch auf dann baldige moderner ausgestattete Maschinen auf der Strecke und vielleicht auf einen nagelneuen Dreamliner aus dem Hause Boeing (die 787-10 sind bestellt von United und sollen Ende 2018 ausgeliefert werden).

Was ein Pluspunkt ist, sind die grosszügigen Handgepäckgrenzen, die ich bei keiner anderen Airline auf diesen Strecken finde. Wir schleppen stets eine umfangreiche, schweineteure Fotoausrüstung und Laptops mit uns herum, das kann und darf nicht ins Aufgabegepäck. Denn die 12 Riesen in meinem Rucksack versichert mir dort keine Airline freiwillig. So kann ich aber alles mit an Bord nehmen und habe es stets bei mir und kann darauf achten. Ich schieb das auch immer unter den Vordersitz, da andere Fluggäste manchmal schon sehr achtlos im Gepäckfach rumwühlen und fremde Taschen ohne Acht durch die Gegend schmeissen.

Die Airline bekommt von mir 5 Sterne, denn ich habe eigentlich nichts, was mich stört. Das Personal ist nett, das Essen reichhaltig und ja, geschmeckt hat es auch, auch wenn ich zuhause sicherlich sowas nicht unbedingt essen würde; Getränkeversorgung ist optimal, die Flieger waren stets sauber und es waren frische Kissen und Decken auf den Sitzen.
Es hat auch niemanden gestört, dass wir Jogginghosen anhatten - Kleidungsvorschriften gibt es nur für United-Mitarbeiter und deren Angehörige ;)

Wer übern großen Teich möchte, kann mit United Airlines nicht viel falsch machen. Daher natürlich auch eine Empfehlung.

Kingsparko 2017

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • diecordu veröffentlicht 16.10.2017
    bh
  • quacky4321 veröffentlicht 16.10.2017
    bh
  • tommynews veröffentlicht 15.10.2017
    Ich ziehe einen Airbus den Boings vor
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