Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Witzig und amüsant . . . |
| Kontra: |
. . . aber recht kurz |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
|
"Achtung! Eventuell ungeeignet für Gründungsmitglieder der GRÜNEN und Alice Schwarzer!" heißt es auf der Website des Autors, auf der da Buch, mit dem ich mich nun befassen werde handelt. Und damit hat der Autor recht, denn grüne Latzhosen-Ökos mit Vollbart und Jesussandalen, Emanzen mit selbst gestrickten Wollupllis aus kontrolliert biologisch angebauter Baumwolle über dem T-Shirt mit der Aufschrift "Atomkraft? Nein danke!" darauf, und lilafarbenen Birkenstocks die ihren Yogitee nur aus selbst getöpferten Teetassen trinken, sollten - falls sie nicht selbst über sich lachen können - die Finger von diesem Hörbuch lassen.
.
Hauptperson des Romanes ist Marc. Marc, Typ verträumter, ewiger Student - immerhin hat er es auf sechzehn Semester VWL gebracht -, muß nun schnellstens erwachsen werden. Seine Frau Nadja ist schwanger, wurde von der bildhübschen Freundin zur proper-pummeligen und ihm manchmal sogar aufgedunsen erscheinenden Ehefrau, deren einst so prachtvolle Mähne zu einem fettigen Pferdeschwanz nach hinten gebunden ist und Marc wundert sich noch immer, wie das so schnell passieren konnte.
.
Die Schwiegereltern (und natürlich auch Nadja) sind der Meinung, dass nun anstatt der Zweieinhalbzimmerwohnung auch eine entsprechende Unterkunft her muß und das sHaus-Nr. 16i in einer spießigen Reihenhaussiedlung wird gekauft. Natürlich braucht Marc jetzt auch einen Job, denn schließlich ist er der Alleinverdiener.
.
Marc schafft es zum Vorstellungstermin bei der AMÖB, der Alternativen Multikulturellen Ökologiebank. Dort sucht man eine fähige "AssistentIn der Geschäftsleitung". BNeim Vorstellungsgespräch sagt Marc nicht was er denkt (nämlich "Ich will den Job nicht ! Nicht für Geld und gute Worte. Endgültig : Nein. Unmöglich. Das ist nun wirklich nicht meine Welt. Das passt einfach nicht zu mir."), sondern was die ihm gegenüber sitzenden Ökos hören möchten, nämlich den Satz "Ja, ich möchte die Welt ein kleines Stückchen besser machen.", der zwar absolut gelogen ist, ihm aber zum Job verhilft. Die Vorstandvorsitzenden Ober-Ökos Arnulf und Almut sind von Marc äußerst angetan, denn "Das hört sich doch ganz knorke an." Er hat den Job!
.
"Hoffentlich sagt mittags niemand » Mahlzeit «, wenn man sich im Flur begegnet. Hoffentlich hat man eine vernünftige Gleitzeitregelung gefunden. Hoffentlich werde ich nicht zugeschüttet mit Arbeit. Hoffentlich habe ich nicht jeden Tag mit totalen Vollidioten zu tun" sind Marcs Gedanken, als er sich am ersten Arbeitstag auf den Weg zur in einem äußerst .multikulturell liegenden Umfeld mit Pennern, schreitenden Schlipsträgern, Schulschwänzern und in Ganzkörperkopftücher gewickelte Frauen mit Plastikeinkaufstüten liegenden Bank macht. Und in einem Hinterhof glaubt er sogar eine Hundemetzgerei zu entdecken...
.
Von Ökos umringt - da ist beispielsweise seine esoterische angehauchte und Räucherstäbchen liebende Kollegin Jacqueline, die Frau mit dem eigentlich sexuell stimulierend Namen, aufgrund deren optischer Erscheinung Marc jedoch schon gemutmaßt hatte, dass sie lesbisch sein könnte/müsste/sollte ;-) - beobachtet er das Geschehen in der AMÖB eher, als dass er seinen Job ordentlich macht. Arbeit und Streß? Nein, das muß dann doch nicht sein. Marcs Hauptaufgabe ist die Vorbereitung vom Treffen der regionalen Ökologie-Gruppen, des so genannten TRÖGs... Kann das gut gehen?
GELESEN..........
Lars Niedereichholz liest natürlich selbst - und das macht er richtig gut. Denn kaum ein Anderer könnte die skurrile Story samt ihrer absolut genialen Pointen der Geschichte wohl besser erzählen als der Autor selbst. Seine Stimme und seine Art zu lesen - von der Geschwindigkeit bis z den passenden Betonungen - passen einfach perfekt zur Story. Unter http://www.unknorke.de/ findet Ihr übrigens neben zwei Leseproben auch den Download einer Hörprobe und könnt selbst einmal in die Geschichte herein hören.
.
Nicht unbedingt notwendig, aber witzig finde ich auch die verschiedenen Hintergrundgeräusche vom Telefonklingeln über Straßenlärm bis zum schreibenden Baby.
DIES UND DAS..........
Der von der einen Hälfte des Komikerduos Mundstuhl im Jahr 2008 veröffentlichte Debut-Roman Unknorke erschien sowohl als Taschenbuch(Piper 2008. Klappenbroschur, 240 Seiten. Euro 12,00.) als auch im Hörverlag (3-CD-Klappbox. Euro 19,95.).
DER AUTOR..........
Lars Niedereichholz, Jahrgang 1968, ist seit 1997 als Mundstuhl-Comedian nicht mehr aus den deutschen Stadthallen, CD-Regalen, Radio- und Fernsehshows wegzudenken. Der sympathische Echo-Preisträger lebt mit seiner Familie im Taunus bei Frankfurt. "Unknorke" ist nach unzähligen Kolumnen und Bühnenstücken sowie 1 Million verkauften CDs und DVDs sein erster Roman (Quelle: http://www.unknorke.de/autor.php)
FAZIT..........
Dieses Hörbuch will unterhalten, will den Hörer zum Lachen bringen - und das schafft es spielend! Jede Menge Klischees werden in diesem Roman auf witzige Art bedient. Die Formulierungen sind voller Pointen, die mich beim Hören oft zum Lachen brachten. Die Figuren erwachen durch die detaillierten Beschreibungen zum Leben und bei der Beschreibung so mancher Figur - ich denke hier an die Angestellten der AMÖB und ganz besonders an die Vorstandsvorsitzenden Arnulf und Almut - ist man wahrhaft froh, nicht solche Chefs und Kollegen zu haben.
.
Zur in sich stimmigen und gut aufgebauten Handlung an sich habe ich Euch nicht wirklich viel verraten, denn ich möchte die nicht im Übermaß, aber durchaus vorhandene Spannung nicht nehmen. Das Ende des Hörbuches man überraschend und viel zu schnell. Hier hätte ich noch Stunden amüsiert lauschen können.
.
Der Schluss jedoch kam so unerwartet, so unvermittelt... Ich hatte eigentlich gedacht, dass die Geschichte jetzt erst so richtig losgeht und war wirklich etwas verwundert.
.
Für mich ist's eine solide Unterhaltung und das Hörbuch erfüllt genau die Erwartungen, die ich hatte, nämlich die einfach nur gut unterhalten zu werden.
.
Nach diesem Hörbuch bin ich überzeugt, dass der Autor nicht nur auf der Bühne sehr komisch sein kann. Er hat hier eine herrliche Geschichte zu Papier gebracht, eine Geschichte voller herrlicher Klischees, in der er vieles - und ganz besonders die Ökos - aufs Korn nimmt. Gekonnt überspitzt, voller toller Pointen und herrlich überzeichneter Charaktere ist dieser Gute-Lauen-Roman, der einen eine Zeitlang alles um sich herum vergessen lässt und für mehr als nur ein Lächeln auf den Lippen und jede Menge amüsanten Lesespaß sorgt.
| weitere Erfahrungsberichte |
Voll knorke
Bewertung für Unknorke (Hörbuch) / Niedereichholz Lars von
Sesamkorn
Pro: Absolut lustig... klasse Geschichte
Kontra: das Ende...
Damit Ihr nicht meint, ich versinke nur im BiFrüh, werde ich versuchen, mein Geschick auch mal dem BüFrüh zur Verfügung zu stellen. Uff... ich hoffe es klappt und Ihr findet mich nach der Lektüre von meinem Bericht nicht ++Unknorke++ Was ist denn Knorke ...
Bericht lesen
Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich |
|
sehr hilfreich
05.04.2010
|