Dieser Erfahrungsbericht wurde von 43 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Inhalt °°°°°°°° Der New Yorker Werbefachmann Roger Thornhill (Cary Grant) wird irrtümlicherweise der meistgesuchte Mann der USA in dem größten Film aus Hitchcocks US-Filmen.
Zuerst von Gangstern einer ausländischen Spionageorganisation mit ihrem Boss Vandamm (James Mason) gekidnappt, die ihn für den Regierungsagenten George Kaplan halten, gelingt es ihm unbeschadet zu entkommen. Da ihm die Polizei, die ihn betrunken festgenommen hat, keinen Glauben schenkt, macht er sich selber daran herauszufinden, wer George Kaplan ist. Die Hetzjagd, die sich nun entfaltet führt von New York, über Chicago nach Mount Rushmore, wo auf dem berühmten Denkmal mit den Gesichtern von vier ehemaligen US-Präsidenten das Finale stattfindet.
Alfred Hitchcock zeigt in seinem 46. Film einen atemberaubenden Thriller mit Witz, der ein ungeheures Tempo vorlegt. Mit wahrhaft unvergesslichen Szenen, wie dem Mord bei den Vereinten Nationen, dem Angriff des Agrarflugzeugs oder dem bereits erwähnten Finale nimmt dieser Film den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute gefangen und lässt ihm nur wenig Zeit zu verschnaufen. Doch diese wird genutzt um die Stärken des Drehbuchs (ausgefeilte und sehr witzige Dialoge und Andeutungen) auszuspielen.
Die darstellerischen Leistungen neben den Hauptpersonen Cary Grant und James Mason sind allesamt hervorragend. Eva Marie Saint als die blonde „Leading Lady“, Martin Landau als rechte Hand von Mason und Jesse Royce Landis als Mutter des Helden. Sie alle verleihen diesem Film eine Klasse die weit tiefer geht als in gewöhnlichen Thrillern.
Daten °°°°°° Label: Warner Bros. Land, Jahr: USA, 1959 Regisseur: Alfred Hitchcock Rating: FSK 12 Länge: Ca. 131 Minuten Ton: Englisch (5.1), Deutsch (Mono) Untertitel: Englisch, Deutsch, Deutsch f. Hörgeschädigte Bildformat: 1,85:1 (anamorph) Regionalcode: 2
Bild °°°°°° Das Bild ist eine reine Sensation. Keinerlei Vorlagendefekte, Rauschen oder sonstige Fehlern wie Pixelartefakte sind zu finden. Die Kompression leitet ebenfalls saubere Arbeit, was sich in einem absolut ruhigen Bildstand widerspiegelt. Und das für einen Film aus dem Jahr 1959 (!!!).
Ton °°°°° Getestet wurde die englische Tonspur (Dolby Digital 5.1) Hier muss man bedingt durch das Alter nun schon einige Abstriche machen. Hitchcock hatte „North by Northwest“ (Originaltitel) für damalige Kinosäle in Mono aufgenommen. Und das ist nicht zu überhören. Der größte Teil des tonalen Geschehens spielt sich auf der Centerbox ab. Umgebungsgeräusche sind schwach die hinteren Boxen verteilt.
Nur beim Angriff des Flugzeugs sind bei dessen Überflug die hinteren Boxen gefordert. Auch in dieser Szene kommt der Subwoofer zum ersten und kräftigsten Einsatz.
Ansonsten ist die Filmmusik von Bernard Herrmann das dominierenste Tonelement des Films. Sie schafft eine gute Stereofront (die Musik wurde 1959 in Stereo aufgenommen) und kommt größtenteils klar herüber. Am Ende sorgen sogar die Kontrabässe in einer ruhigen Passage des Films für Druck auf den Subwoofer.
Anmerkungen zur deutschen Tonspur: Sie klingt blechern und stellenweise arg verzerrt und dementsprechend schwach. Ein weiterer Minuspunkt ist auch die schlechte deutsche Synchronisation. Sie nimmt viel von den versteckten Wortwitzen und hintergründigen Andeutungen, die sich durch den Film ziehen.
Extras °°°°°°°° Dokumentation „Destination Hitchcock: The Making of North by Northwest“
Sie ist das wichtigste Extra. Mit einer Länge von fast 40 Minuten gibt sie einen kompakten Einblick in die Entstehung des Films. Zu Wort kommen Patricia Hitchcock – O’Donnell, die Tochter des Regisseurs, Ernest Lehmann (Drehbuchautor), Eva Marie Saint (Darstellerin), Martin Landau (Darsteller) und Robert Boyle (Ausstatter). Es wird zunächst allgemein auf Hitchcocks Stellung als Thriller-Regisseur eingegangen (mit Ausschnitten aus anderen Filmen). Dann widmet sich die Dokumentation ausschließlich dem Film. Die Beteiligten schaffen aus ihren Erinnerungsschätzen ein genaues Bild über die verschiedene Produktionsprozesse des Films (Idee für das Drehbuch, Besetzung etc.).
Audiokommentar von Ernest Lehmann (Drehbuch)
Beim Hören des Audiokommentars fällt einem nach wenigen Minuten auf, dass man einige der Ausführungen schon gehört hat. Und so ist es. Lehmann sprach den Audiokommentar nur stellenweise synchron zum Film. Viele Anmerkungen im Audiokommentar kann man ihn auch in der Dokumentation von sich geben hören. Und viel Neues bringen die zusätzlichen Anmerkungen im Kommentar nicht. Öfters sind auch Pausen vorhanden.
Weitere Extras:
- isolierte Tonspur mit der Filmmusik von Bernard Herrmann (in Stereo) - Kinotrailer und TV-Spot - Fotogalerie (Setfotos und Kinoposter)
Fazit °°°°°°° Eine bildtechnisch hervorragende DVD. Allerdings stellt sich nur in der englischen Fassung der volle Genuss des Films ein, wenn man sich die angesprochenen Mängel der deutschen Synchronisation vor Augen führt. Mit der vorhandenen Dokumentation ist auch ein weiterer Kaufanreiz vorhanden, wenn man sich für die Entstehungsgeschichte dieses Films interessiert.
endlich mal ein klassiker, zu dem sich auch umfangreiches bonusmaterial auf der scheibe befindet. meistens ist das ja leider nicht der fall. aber der film selbst ist auch so sein geld wert. gruß ingo
25.05.2002 16:13
hört sich eigentlich ganz gut an der film! weiter so
25.05.2002 16:12
hört sich eigentlich ganz gut an der film! weiter so
23.05.2002 11:31
endlich mal ein klassiker, zu dem sich auch umfangreiches bonusmaterial auf der scheibe befindet. meistens ist das ja leider nicht der fall. aber der film selbst ist auch so sein geld wert. gruß ingo