Unterarmfraktur

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Unterarmfraktur

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Erfahrungsbericht über "Unterarmfraktur"

veröffentlicht 16.10.2005 | chipsy03
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Erfahrungsberichte : 113
Vertrauende : 0
Über sich :
Durchschnittlich
Pro viel Zeit für meine Tiere
Kontra Schmerzen, Fahrten ins Krankenhaus
sehr hilfreich

"Ein Armbruch ist kein Beinbruch! ;-)"

Gipsarm in red

Gipsarm in red

Hey, ciao hat diesen "Produktvorschlag" sogar aufgenommen, hätte ich gar nicht gedacht aber ich finde es gut!
Aber nun von Anfang an....

Wie es passierte...
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Ich hatte, wie jeden Tag einen großen Spaziergang mit meinem Hund Eddy fast hinter mich gebracht. Es regnete leicht und ich war froh, bald wieder zu Haus zu sein.
Das letzt Stück unserer Runde führte mich auf einem kleinen Feldweg am Waldrand entlang, mein Haus konnte ich schon sehen.
Plötzlich kam vor uns eine Katze aus dem Wald gerannt.
Nun hab ich ja einen wohlerzogenen Hund ;-) und auf meinen Befehl "sitz" setzte er sich auch brav hin.
Die Katze rannte vor uns den Weg entlang und verschwand dann durch ein Loch hinter einen Zaun.
Okay dachte ich, Gefahr vorbei! Für Eddy gab's ein freundliches "lauf" und da sprintete er los.
Nun bin ich nicht gerade ein muskelpepacktes Kraftpaket und außerdem war das Gras naß - kurzum - durch den Zug an der Leine rutschte ich aus.
Beim Fall wollte ich mich mit dem linken Arm abstützen und da hörte ich es auch schon krachen.
Obwohl ich noch nie vorher einen Bruch hatte, wußte ich sofort was passiert war.
Ein Blick auf den Arm bestätigte mir das Dilemma, irgendwie sah das ganze ziemlich schief aus und tat höllisch weh.
Was tun? Zuerst musste Eddy nach Hause gebracht werden. Zum Glück hatte ich ihn nicht losgelassen! Also vorsichtig nach Hause...
An der Haustür hatte ich das nächste Problem, der Schlüssel war in der linken Hosentasche. Irgendwie konnte ich ihn dann mit der rechten Hand greifen, die Leine klemmte ich zwischen meine Beine.
In meiner Wohnung angekommen, telefonierte ich mit meinen Eltern, ob sie mich bitte mal ins Krankenhaus fahren könnten.
Natürlich waren sie auch erschrocken und machten sich gleich auf den Weg.
Als ich so an mir herunterschaute, fiel mir auf, dass meine Hose durch den Sturz ziemlich schmutzig war.... so kann man doch nicht ins Krankenhaus! Also zog ich mir noch eine saubere Hose an und dann waren meine Eltern auch schon da.
Nach ca. 15 Minuten Fahrt hatten wir die Notaufnahme des Erzgebirgsklinikums Annaberg erreicht.

In der Notaufnahme...
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Erstmal ging ich mit meiner Chipkarte zur Anmeldung bezahlte die üblichen 10 Euro und sagte, dass ich wohl den Arm gebrochen hätte. Danach konnte ich gleich zum Röntgen. Der Arm wurde in 2 verschiedenen Stellungen geröntgt aber sie haben zum Glück nicht groß daran herumgedreht.
Wieder in der Notaufnahme ging ich immer auf und ab, im sitzen tat der Arm irgendwie noch mehr weh.
Nach kurzer Zeit kam ein Pfleger und teilte mir mit, das es ca. 45 Minuten dauert bis der Arzt kommt da dieser gerade ein Sprunggelenk operiert.
Er fragte mich, ob es mir schlecht sei, was ich verneinte und ob er mir inzwischen eine Schiene anlegen soll. Aber auch das wollte ich nicht. Leider konnte er mir gegen die Schmerzen nichts geben da die Behandlung ja noch nicht festlag.
Nach knapp 40 Minuten - einer kleinen Ewigkeit - kam der Arzt. Er schaute sich die Röntgenaufnahmen an und sagte mir, dass der Knochen gerichtet werden müsse und das es sich um einen Trümmerbruch handele, man könne auch gleich operieren und eine Platte einsetzen aber er würde es gerne erst einmal ohne die Platte versuchen, dass war mir natürlich die liebere Methode. Au, au, au - das tat ja schon beim zuhören weh!
Aber nein, das Richten des Knochens wurde zum Glück unter Vollnarkose durchgeführt!
So wurde nun viel Papier für eine ambulante OP ausgefüllt und dann konnte ich mich auf eine Pritsche legen. Der Zugang für die Narkose wurde gelegt und dann kam auch noch der Narkosearzt mit einem Zettel, den ich unterschreiben musste.
Nachdem das alles erledigt war, bekam ich die Narkose und schlief ein.
Als ich wieder aufwachte hatte ich einen Halbgips und einen dicken Verband um den Arm bekommen. Auch war ich nochmal röntgen nur davon habe ich nichts mitbekommen.
Nach einer Aufwachzeit von ca. 15 Minuten führte mich der Pfleger zum Auto meines Vaters und ich durfte, noch etwas wacklig auf den Beinen, wieder nach Hause.
Vom Unfall bis zu diesem Zeitpunkt waren 2 ½ Stunden vergangen.


Zu Hause....
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Eddy schaute ganz ängstlich auf meinen verbundenen Arm und ich nahm erstmal eine der mitgegebenen Schmerztabletten. Zum Glück half die ganz gut und so kam ich ganz gut über den ersten Abend. Die Nacht verlief allerdings nicht so toll da ich gar nicht so richtig wußte, wie ich den schmerzenden Arm nun lagern sollte. So setzte ich mich an den PC und informierte mich, was nun genau mit meinem Arm passiert war.

Diagnose
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S52.50 LG

Distale Fraktur des Radius, Colles-Fraktur, Smith-Fraktur \ geschlossen

Radius bezeichnet den Speichenknochen des Unterarmes. Die Speiche bildet mit der Elle (Ulna), die Knochen des Unterarms.

Distale Radiusfraktur = körperferner Bruch des Speichenknochens
Der Speichenbruch belegt in den Charts der Brüche des menschlichen Körpers nach dem Schlüsselbeinbruch den 2. Platz, kommt also ziemlich oft vor.

Ein Speichenbruch kommt durch den Sturz auf die ausgestreckte Hand zustande. Dabei bricht die Speiche wie auch bei mir ca. 2-3 cm oberhalb des Handgelenkes.

Typische Symptome für eine Radiusfraktur sind:

Fehlstellung
Schwellung
Eingeschränkte Beweglichkeit und
Schmerzen

Konservative Therapie
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Am Anfang der Therapie steht die Fraktureinrichtung (Reposition), welche bei mir in Vollnarkose durchgeführt wurde. Dies geschieht durch Zug und Gegenzug an Oberarm und Handgelenk unter beweglicher Röntgenkontrolle.

Die Ruhigstellung des Bruches die notwendig ist damit der Bruch nicht wieder verrutscht, wird durch einen Gipsverband erreicht. Wie schon beschrieben, bekam ich zu Beginn einen Halbgips, wahrscheinlich weil der Arm noch geschwollen war. Den Vollgips bekam ich nach 5 Tagen.

Operative Therapie
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Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Spickdrahtosteosynthese

Dabei wird der Bruch von innen mit Drähten stabilisiert. Auch hier wird eine Gipsschiene angelegt um zusätzlich zu stabilisieren.
Nach 6 Wochen wird der Draht wieder entfernt.

Plattenosteosynthese (die wurde mir angedroht ;-))

Hierbei wird der Bruch mit Titanplatten fixiert, welche im Körper verbleiben können. Diese Methode gilt als beste Stabilisierung eines Bruches. Aber da dies ein größerer Eingriff ist, war mir die konservative Behandlung doch lieber!

Äußerer Knochenspanner

Diese Methode wird bei offenen Brüchen oder ausgedehnten Trümmerfrakturen angewandt. Dabei werden Schrauben in den Speichen- und Mittelhandknochen gedreht über die dann Stäbe miteinander verspannt werden.

Zum Glück musste dies alles bei mir nicht gemacht werden, allerdings musste ich - um die Stabilität meines Bruches genau zu beobachten - innerhalb von 14 Tagen 5 mal zum röntgen. Zum Glück ist alles stabil geblieben und nichts verrutscht!


Gipskontrolle
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Zur Gipskontrolle musste ich 2 mal gehen, einmal mit dem Halbgips und einmal mit dem Vollgips. Die Gipskontrolle erfolgt immer einen Tag nach Anlegen des Gipses und es werden Durchblutung, Sensibilität und Motorik der Finger geprüft. Auch werden eventuelle Druckstellen beseitigt.

Was kann ich tun um die Heilung nicht zu verzögern...
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In der Heilungsphase, welche ca. 4-6 Wochen dauert, darf das Handgelenk keinesfalls belastet werden.
Durch eine Hochlagerung des Armes wird die Durchblutung verbessert.
Ellenbogen und Schulter sollte man bewegen damit die Gelenke nicht steif werden.
Man sollte die Finger der betroffenen Hand öfter einmal zur Faust ballen und strecken, auch hier kann es durch dauernde Schonhaltung zu Versteifungen kommen.
Natürlich muß man regelmäßig zur Röntgenkontrolle gehen, um eine Verschiebung des Bruches ausschließen zu können.


Fazit
++++

Wie jede Krankheit eine unschöne Sache! In der ersten Woche hatte ich ziemliche Schmerzen und habe wirklich 3 mal täglich Schmerzmittel (Imbun) genommen.
Nachdem ich dann den Vollgips hatte, wurde es langsam besser und jetzt - nach 2 Wochen reicht es, wenn ich am Abend eine Tablette nehme.
Die Beweglichkeit der Finger ist inzwischen ganz gut und ich kann sie relativ schmerzfrei zur Faust ballen und strecken. Nur die Bewegung des Daumens tut noch ziemlich weh.

Mit der verbliebenen rechten Hand komme ich ganz gut zurecht, ich bin auf keine Hilfe angewiesen. Einzig an der Reinigung meines Aquariums bin ich gescheitert aber alles andere geht auch mit einer Hand.
Gestern hab ich z.B. Brot geschnitten, ich hab das Brot mit dem linken Ellbogen festgehalten und mit rechts eine Scheibe abgeschnitten. Okay - schön war sie nicht aber sie hat satt gemacht! ;-)

Zum Röntgen muss ich erst am 25.10. wieder und dann werde ich nach und nach diesen Bericht aktualisieren bis der Arm hoffentlich wieder ganz in Ordnung ist.

Ihr seht - Berichte schreiben mit einer Hand ist ein Kinderspiel!

Vielen Dank für's Lesen, Kommentieren und Bewerten!

Einen schönen Sonntag wünscht Euch chipsy03
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Aktualisierung vom 27.10.2005

Am 25.10. musste ich ja wieder zum Röntgen, ich war sehr erstaunt, dass die Dame an der Anmeldung im Krankenhaus erst mit dem Arzt sprechen wollte, ehe sie mich zum Röntgen schickt. Noch erstaunter war ich, als sie dann mit der Nachricht kam, es werde ohne Gips geröntgt. Okay, dachte ich, vielleicht wächst sowas ja in gut 3 Wochen zusammen - also Gips ab!

Die Gipssäge sieht aus wie eine kleine Handkreissäge und mir wurde doch etwas mulmig als sich die Zähne in meinen Gips arbeiteten. Aber es war ganz easy, nix schlimmes passiert! Arm noch dran - Gips ab. ;-)

Der Arm ist ganz dünn geworden aber so ohne Gips tat er auch wieder weh.
Nun ging es zum Röntgen und danach eröffnete mir der Arzt, dass ein neuer Gips an den Arm kommt. Die Stellung der Knochen sei optimal nur ist es noch nicht richtig zusammengewachsen.

Der neue Gips ist ziemlich stramm, bei der Gipskontrolle hat meine Hausärztin ein paar Schnitte gemacht um alles etwas zu entspannen. Jetzt ist es auszuhalten aber kein Vergleich zu meinem wunderbar bequemen ersten Gips. Naja - 2 Wochen muss ich es wohl aushalten, dann gehts wieder zum Röntgen und dann werd ich hoffentlich von diesem Schraubstock befreit!!!

Soviel dazu, wenn es Neuigkeiten gibt, werde ich wieder was schreiben.

Liebe Grüße, Eure chipsy03

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Aktualisierung vom 10.11.2005

Der Gips ist ab!
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Vorgestern bin ich den Schraubstockgips endlich losgeworden und heute war ich schon zum 2. mal bei der Physiotherapie.
Ein Muskel ist irgendwie verschwunden und ich habe eine Delle im Arm. Auch kann ich meine Handfläche nicht nach oben drehen. Die Unterseite des Armes ziert noch ein blau-grün-gelber Bluterguss.
Meine Physiotherapeutin meint, dass der letzte Gips zu fest war und darum auch noch der Bluterguss da ist.
Bei der Physiotherapie wird der Arm massiert und es werden Übungen gemacht, damit die stark eingeschränkte Beweglichkeit verbessert wird.
Nun hoffe ich mal, das ich damit wirklich wieder voll bewegungsfähig werde denn ab 21.11.05 möchte ich unbedingt wieder arbeiten gehen.
Mein Tipp für Betroffene: Wenn ihr meint, dass der Gips zu eng ist, unbedingt nochmal zum Arzt gehen!!! Ich hab gedacht ich will nicht so zimperlich sein und ich werde das schon aushalten. Jetzt weiß ich das dies der falsche Weg war!
Drückt mir die Daumen!

Liebe Grüße,
chipsy03

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Aktualisierung vom 18.11.2005

6 mal Physiotherapie habe ich unter ziemlichen Schmerzen überstanden, leider hat sich die Bewegungseinschränkung des Handgelenkes noch nicht viel verbessert.
Gestern war ich bei meiner Ärztin und sie war auch nicht gerade begeistet über den Zustand des Armes.
Im Gelenk ist wohl auch noch eine Entzündung, dass erklärt auch die Schwellung die da noch vorhanden ist.
Kurz und gut - noch 6 mal Physiotherapie und zusätzlich Ultraschall, wenn das nicht hilft, muss ich wieder zum röntgen. Wahrscheinlich hat sich doch irgendwas verschoben und blockiert nun die Beweglichkeit.
Trotzdem gehe ich ab Montag wieder arbeiten, ich kann ja nicht ewig zu Hause hocken.
Wird schon werden!

Ein schönes Wochenende wünscht Euch
chipsy03

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • J-e-a-n-y veröffentlicht 01.05.2006
    Hallöle, ein "toller" Bericht (auch wenn es keine schöne Sache ist hihi)- der mich als Mama ein bißchen aufbaut. Meiner Tochter (8 Jahre) ist das gestern Abend passiert... sie ist beim Schaukeln nicht normal abgestiegen sondern mußte es mit Weitsprung probieren - nun ist der Arm 2 fach gebrochen... Wird heute früh operiert ... Leider liegt der eine Bruch direkt an der Wachstumsfuge... oh weh - ...aber das mit der Schulter und den Bewegungen werd ich mir merken und Übungen mit meinem Zwergi machen... so - nun heißt es für mich ab ins Krankenhaus... Wünsche Dir und Deinem Arm alles Gute! Liebe Grüße Jeany
  • annmarie91 veröffentlicht 06.02.2006
    guter bericht, zum glück habe ich nie was
  • schipperke veröffentlicht 30.11.2005
    Alles wieder im Lot? Oder kämpfte Du noch immer? Insbesondere bei der Nachbehandlung sollte man(Frau) auf die Ärzte hören, war bei meinem Archillessehnenriß wohl auch "zu wenig wehleidig" und humpel jetzt nach 2 Jahren immer noch ab und zu vor mich hin... LG Gerd
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