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Der Untergang (D 2004). Regie: Oliver Hirschbiegel (Das Experiment, Mein letzter Film, 2 Tatorte) Darsteller: Bruno Ganz (Der Himmel über die Berlin, Die Fälschung, Faust), Alexandra Maria Lara (Nackt, Was nicht paßt wird passend gemacht, Crazy), Heino Ferch (Der Tunnel, Straight Shooter, Winterschläfer), Corinna Harfouch (Bibi Blocksberg, Jetzt oder nie, Solo für Klarinette), Ulrich Matthes (Aimee und Jaguar, Winterschläfer, Der neunte Tag). Länge: 155 Minuten, freigegeben ab 12 Jahren.
Ja, die Kammerspielvariante hätte wohl dankbareren Filmstoff abgegeben; so wirkte es schon etwas vollgepackt und dramaturgisch ausbalanciert. Im Mittelpunkt eines Films sollte m.E. eine Geschichte stehen, eine Erzählung, kein monolithisches Gefüge. Und dahin drohte das Werk mitunter abzurutschen, wohl weil man versucht hat, "alles" reinzupacken und "nichts falsch" zu machen. Aber was nun eigentlich erzählt werden sollte, blieb darüber im Ungewissen. Es blieb die Bedrückung, aber die hätte gerade das Kammerspiel noch besser vermitteln können - ohnen einen seltsam blass bleibenden, dezent heldenhaften SS-Arzt, dessen Charakter letztendlich nicht nachvollziehbar aufgebaut werden konnte, weil er dann doch nur eine Nebenfigur war, einer von mehreren Identifikationsankern, an denen sich das Publikum "beim Luftholen draußen" festklammern konnte, wo es wusste, wo das Vorbild lag, das kleinere Übel im Handeln, bevor man zurück in den Bunker getrieben wurde. Ein bisschen Adrenalin zum Stressabbau, quasi die verbleite Raucherpause vom Kammerspiel. Kein schlechter Film, wohl aber ein etwas unfokussierter, blasser. Und gerade zur im wahrsten Sinne fragwürdigen Figur des Arztes blieb der abschließende Biographieteil ziemlich knapp - von der filmdramaturgischen Zeichnung her eine ziemlich enttäuschende Figur. | Interessanterweise gibt es aber auch Zuschauer, denen es offenbar leichter fiel, auf Distanz zu gehen, als der Film es Deinem Bericht nach dem Publikum ermöglicht. http://www.liebestattdrogen.de/autoren/uli/untergang.htm
Fragen zu stellen und seine Meinung zu präsentieren, ist ja wohl noch legitim. Wer da lediglich Meinungsdifferenzen zum Anlaß einer Wertung nimmt und nicht methodische oder inhaltliche Fehler nachweisen kann, begibt sich außerhalb jeder Ernsthaftigkeit...
05.09.2005 17:13
Ja, die Kammerspielvariante hätte wohl dankbareren Filmstoff abgegeben; so wirkte es schon etwas vollgepackt und dramaturgisch ausbalanciert. Im Mittelpunkt eines Films sollte m.E. eine Geschichte stehen, eine Erzählung, kein monolithisches Gefüge. Und dahin drohte das Werk mitunter abzurutschen, wohl weil man versucht hat, "alles" reinzupacken und "nichts falsch" zu machen. Aber was nun eigentlich erzählt werden sollte, blieb darüber im Ungewissen. Es blieb die Bedrückung, aber die hätte gerade das Kammerspiel noch besser vermitteln können - ohnen einen seltsam blass bleibenden, dezent heldenhaften SS-Arzt, dessen Charakter letztendlich nicht nachvollziehbar aufgebaut werden konnte, weil er dann doch nur eine Nebenfigur war, einer von mehreren Identifikationsankern, an denen sich das Publikum "beim Luftholen draußen" festklammern konnte, wo es wusste, wo das Vorbild lag, das kleinere Übel im Handeln, bevor man zurück in den Bunker getrieben wurde. Ein bisschen Adrenalin zum Stressabbau, quasi die verbleite Raucherpause vom Kammerspiel. Kein schlechter Film, wohl aber ein etwas unfokussierter, blasser. Und gerade zur im wahrsten Sinne fragwürdigen Figur des Arztes blieb der abschließende Biographieteil ziemlich knapp - von der filmdramaturgischen Zeichnung her eine ziemlich enttäuschende Figur. | Interessanterweise gibt es aber auch Zuschauer, denen es offenbar leichter fiel, auf Distanz zu gehen, als der Film es Deinem Bericht nach dem Publikum ermöglicht. http://www.liebestattdrogen.de/autoren/uli/untergang.htm
09.06.2005 18:09
Solange die Meinung nicht außerhalb gängiger Normen anzusiedeln ist - aber das versteht sich ja eigentlich von selbst.
09.06.2005 18:04
Fragen zu stellen und seine Meinung zu präsentieren, ist ja wohl noch legitim. Wer da lediglich Meinungsdifferenzen zum Anlaß einer Wertung nimmt und nicht methodische oder inhaltliche Fehler nachweisen kann, begibt sich außerhalb jeder Ernsthaftigkeit...