Wie man es nicht machen sollte
18.05.2001
Pro:
siehe Bericht
Kontra:
siehe Bericht
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Niveau
Unterhaltungswert
Spannung
Wie ergreifend ist die Story?
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 Polo6N2000
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Ab heute möchte ich über einige Bücher von meiner Meinung nach sehr guten Autoren berichten. Ich habe in letzter Zeit sehr viel gelesen und möchte einen Überblick über die Handlung des Buches geben. Und wo es möglich ist, auch eine eigene weiterführende Meinung geben. Heute möchte ich mal über „Unterm Rad“ von Hermann Hesse berichten.Die Hauptpersonen sind: Hans Giebenrath, 14: Begabter Schüler, aber keine (Schul-)Freunde Joseph Giebenrath: sein VaterHermann Heilner: Hans einziger Freund im Seminar Flaig (Schumacher): Guter Bekannter von HansEmma: Flaigs Nichte, Hans erste und einzige Freundin August: Früherer Schulfreund von Hans, jetzt Mechaniker Die Erzählung spielt im Schwarzwald. Die Zeit ist zwar nicht angegebenm, aufgrund der Handlung kann man aber darauf schließen, dass das Werk um die Jahrhundertwende spielt. Jetzt aber zur Geschichte selbst.Hans Giebenrath und sein Vater Joseph wohnen in einer Kleinstadt im Schwarzwald. Das Haus steht zwischen zwei sehr unterschiedlichen Straßen: Der sehr vornehmen Gerbergasse und der so anderen, armen Falkengasse. Hans Mutter ist schon seit sehr langer Zeit tot und somit sind die beiden auf sich allein gestellt. Hans Giebenrath ist der klügste Schüler des Dorfes. Diese Klugheit bringt ihn aber auch dazu, sich von seinen Freunden abzusondern, da er meint er wäre etwas Besseres. Er wird als einziger im Dorf zum Landexamen nach Stuttgart vorgeschlagen. Am Abend vor der Abreise nach Stuttgart fällt ihm bei einem seiner zahlreichen Spaziergänge ein, was er wegen des Examens nicht mehr machen durfte (z.B. Fischen oder Schwimmen gehen). Außerdem bekommt er wieder Kopfschmerzen, was aber bei ihm keine Seltenheit ist. Nach den Prüfungstagen ist sich Hans sicher, dass er durchgefallen ist. Als er und sein Vater wieder zu Hause sind kommt nach einigen Tagen die erlösende Nachricht. Er hat mit Erfolg bestanden. Mit dem Bestehen des Examens darf Hans nach den Sommerferien ins Seminar nach Maulbronn. Hans ist überglücklich und fragt seinen Vater ob er angeln gehen darf. Der Vater, der so stolz auf seinen Sohn ist, erlaubt es ihm sofort. Hans macht also sein Angelzeug fertig und geht an den Bach angeln. Am nächsten Tag besucht Hans den Dorfpfarrer. Dieser bittet ihn in seine Bücherei hinein und bietet Hans an, ihm in den Ferien ein bisschen Hebräisch Nachhilfe zu eben, da das Hebräische in Maulbronn sehr schwierig sei. Obwohl Hans eigentlich seine Ferien genießen will, stimmt er zu jeden Tag eine Stunde zu lernen. Am Abend kommt dann noch der Rektor zu ihm und meint, dass Hans nicht schaden würde, jeden Tag eine Stunde Mathematik zu üben, da dies nicht gerade seine Stärke sei. In den Ferien lassen die Kopfschmerzen nach, aber nur um beim Seminar um so stärker zu erden. Viel zu schnell sind die Ferien um und Hans reist ins Seminar nach Maulbronn. Er bewohnt dort mit neun anderen Seminaristen das Zimmer „Hellas“. Einer davon ist Hermann Heilner (Sptzname: Der Dichter“). Dieser ist sehr vorlaut und nach einigen Tagen kommt er auch schonin die erste Rauferei. Hermann beginnt zu weinen und läuft davon. Hans folgt ihm und kriegt von ihm den ersten Kuss. Als sich Hermann für die Rauferei beim Ephorus melden muss, sieht er Lucius, der ebefalls vor der Tür wartet. Er tritt ihm aus Langeweile in den Hintern und kriegt dafür Karzerstrafe. Heilner wird jetzt völlig ausgeschlossen, da alle anderen Angst haben, dass sie auch Karzerstrafe kriegen, weil sie sich mit Heilner abgeben. Nach einigen Wochen stirbt ein Mitglied der Hellas. Hindinger wird tot aus dem Wasser gezogen. Er ist beim Schlittschuh fahren eingebrochen .Ob es Absicht war, weiß niemand. Hans und Hermann verstehen sich jetzt wieder sehr gut. Diese Entwicklung sehen die Lehrer überhaupt nicht gern, da sie meinen, dass Hermann Hans runterzieht. Bald darauf läuft Heilner aus unbekannten Gründen davon und bald kommt die erleichternde Nachricht, dass Hermann zu Hause ist, aber nicht mehr wiederkommt, da ihm der Druck zu groß geworden ist. In der nächsten Zeit lassen die Leistungen von Hans sehr nach. Er hat selbst keine Erklärung dafür. Als Hans im Unterricht einen Schwächeanfall erleidet, wird er schließlich zur Erholung nach Hause geschickt. Hans geht es nun gesundheitlich wieder besser, aber er will sich jetzt umbringen. Als im Herbst wieder gemostet wird, lernt Hans Emma kennen. Er verliebt sich sofort in sie. Am Abend geht er zu ihr und sie küsst ihn. Wenn Hans mit Emma zusammen ist, wird er immer müde. Warum weiß er selbst nicht. Als Emma nicht mehr beim Mosten erscheint, erfährt Hans, dass sie wieder nach Hause gefahren ist. Nach einigen kurzen Gesprächen mit August, der ebenfalls beim Mosten ist, möchte Hans jetzt Mechaniker werden. Der Vater meldet ihn bei der Mechanikerschule an. Seine Selbstmordgedanken hat Hans jetzt schon fast wieder vergessen. Am Sonntag wird er von August nach Bielach zum Biertrinken eingeladen. Er merkt nach einiger Zeit, dass er betrunken ist. Als es Abens wird, fällt ihm wieder ein, dass der Vater gesagt hat, er solle um acht Uhr wieder zu Hause sein. Er macht sich also auf auf den Weg nach Hause. Am Morgen findet man Hans tot im Fluss treiben. Flaig erkennt als einziger, dass Hans unter einem sehr großen Leistungsdruck stand, dass er außer seinen Kopfschmerzen auch noch so große psychische Leiden davonzog, dass er keinen amderen Ausweg als Selbstmord fand. Außerdem gibt er dem Stadtpfarrer und dem Schulmeister eine Teilschuld, da sie Hans nicht einmal seine wohlverdienten Sommerferien ließen, sondern sich jeder noch ein Stück davon „abschnitt“ um seine eigenen Interessen zu befriedigen, aber auf die des Jungen keinerlei Rücksicht nahmen. So viel zur Geschichte selbst. Hermann Hesse möchte meiner Meinung nach mit diesem Buch einen Appell an diejenigen richten, die meinen, dass das Lernen alles im Leben sei. Der Autor gibt hier eine Art Gebrauchsanweisung an die Vormünder von begabten Kindern, wie man diese am besten zugrunde richtet und ihnen den letzten Lebensgeist entzieht. Er zeigt aber auch, dass es die Kinder, die ohne Mutter aufwachsen müssen, immer schwerer im Leben haben werden, als die mit, da sie sich mit dem Vater nie aussprechen werden können, wie mit der Mutter. Hesse schreibt hier aber auch eine Art eigenen Lebensausschnitt, da er auch selbst Seminarist in Maulbronn war. Er sieht sich selbst im eher konservativen und vorsichtigen Hans Giebenrath, zeigt aber seine eigenen Gedanken und Sehnsüchte im abenteuerlustigen und im Gegensatz zu Hans „starken“ Hermann Heilner. Auch die Schilderung des Platzes, wo das Haus der Giebenraths steht, zeigt den Zwiespalt, in dem Hans ist. Einerseits die schöne, große Gerbergasse, die schönste Straße in der ganzen Stadt und andererseits die Falkengasse, die Armenstraße der Stadt mit Krankheiten und schlechter Nachrede. Wie schon gesagt wohn Hans zwischen diesen Straßen uns steht auch im Leben zwischen zwei Standpunkten: Einerseits soll er etwas aus seinem Leben machen und das Seminar möglichst als Bester abschließen, andererseits will er das gar nicht. Viel lieber möchte er nämlich das Leben genießen und kann am Ende diesen Wunsch verwirklichen, indem er eine Mechanikerlehre beginnt. Der Wunsch nach dieser Ausbildung wird zwar das ganze Buch hindurch nicht genannt, aber am Ende wird dem Leser dies klar, da Hans in der Mechanikerschule z.B. keine Kopfschmerzen mehr hat und ihm die Schule auch – im Gegensatz zum Lernen – trotz der anfänglichen Schmerzen beim Arbeiten Spaß macht. Außerdem ist der Schluss sehr gut mit dem von Gottfried Kellers „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ zu vergleichen, da die Ereignisse ebenfalls stark verharmlost werden und sie auch, nachdem sie für kurze Zeit glücklich waren tot im Fluss treibend gefunden worden sind. Dieser sehr offene Schluss will den Leser vielleicht zum Denken anregen. Er soll überlegen ob Hans nun, wie Flaig es meint, Selbstmord begannen hat, oder einfach nur ausgerutscht ist und so in den Fluss fiel, aus dem er sich aus eigenen Kraft nicht mehr befreien konnte, da er betrunken und müde war und ertrank.Ich hoffe Euch gefällt auch diese Art von Bericht. Wenn ja, hätte ich noch einige Bücher, über die ich was schreiben könnte. War noch vor kurzem sehr krank und hab deswegen viel Bücher gelesen. OK, bis zum nächsten Bericht wünsch ich Euch alles Gute.CU Tom
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18.05.2001 13:34
Hab leider ne leichte Antipathie für das Buch, musste ne Deutschklausur drüber schreiben *schauder*. Gruß -oz-MattenRocker-oz-
18.05.2001 13:27
Klasse Bericht. "Unterm Rad" mußte ich in der Schule lesen; es war eines von sehr wenigen Büchern, die ich trotzdem mochte.; mfg, hannes
18.05.2001 13:22
Immer her mit neuen Buchbeschreibungen - und ich hoffe, dass du deine Krankheit auch gut überstanden hast! Der Bericht war echt klasse, Hermann Hesse ist auch einer meiner Lieblingsautoren! Man liest sich, Soki :-)