Up in the Air (2010)

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Up in the Air (2010)

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Flieg nicht zu hoch, mein kleiner Freund!

5  15.09.2011

Pro:
Besetzung und Story

Kontra:
Ist nicht für jeden was, da teilweise sehr anspruchsvoll .

Empfehlenswert: Ja 

2rism

Über sich:

Mitglied seit:16.08.2011

Erfahrungsberichte:25

Vertrauende:8

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 50 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Freunde, Römer und Landsleute!

Eigentlich bin ich ja eher ein Freund von Science-Fiction oder Actionfilmen. Daher sticht dieser Bericht aus meinen bisherigen Filmrezensionen etwas heraus, denn bei "Up in the Air" handelt es sich um eine Tragikomödie. Der Film lief letztens auf Sky und daher ist das heute eine gute Gelegenheit euch meine Eindrücke sowie meine Meinung zum Film mitzuteilen.

1. Warum schaut 2rism sich Tragikomödien an?
*****************************************************
Es gibt vieles was Man(n) Sonntag Abend machen kann. Warum schaut Man(n) sich dann einen Film an, bei dem bereits Titel und Genre verraten, dass darin weder Außerirdische, Naturkatastrophen oder Kampfszenen vorkommen?

Genau genommen gab es zwei ausschlaggebende Gründe.

Der erste war, wie sollte es anders sein, die Frau an meiner Seite: "Schau mal Schatz, ein Film mit George Clooney!" und das obligatorische Augengeklimper und schon hat man als Mann nicht mehr wirklich die Wahl. Und ich meine gut, von dieser unsäglichen Arztserie ("ER"") mal abgesehen, kann Clooney ja echt gut schauspielern. Filme wie "Männer, die auf Ziegen starren" oder auch die "Ocean"-Trilogie habe selbst ich genossen.

Der zweite Grund war die Ankündigung in der Fernsehzeitung. Der Film wurde als "Faszinierende Mischung aus Komödie und Gesellschaftskritik" angepriesen und wurde als "Tagestipp" verkauft.

Es sprach also nichts dagegen, den Film wenigstens mal "anzutesten". Wenn er nix ist, könnte man ja immernoch nach 15 Minuten umschalten und sich die 20. Wiederholung von Beverly Hills Cop ansehen.

Also ... her mit der Fernbedienung!

Was erwarte ich vom Film? Naja, seichte Unterhaltung eher nicht. Ich gehe mal aufgrund es Genres und der Ankündigung davon aus, dass es ein eher ernster Film ist. Aufrund der letzten Projekte von Clooney dürfte er auch gesellschaftskritisch sein. Mal schauen ....

2. Die Eckdaten zum Film
****************************
Bei "Up in the Air" handelt es sich um eine Hollywood-Produktion, genau genommen eine Tragikomödie aus dem Jahr 2009, wobei der deutsche Kinostart zu Jahresbeginn 2010 gewesen ist.

Regier führte Ivan Reitman. Viele werden sich jetzt fragen: Reitman, Reitman!? Woher kenne ich den Namen bloß? Ganz einfach: Reitman ist ein relativ erfolgreicher Regiseur, der sich hauptsächlich auf Komödien spezialisiert hat. Man denke nur an "Ghostbusters" oder "Täglich grüßt das Murmeltier". Er begibt sich mit diesem Film zwar auf gänzlich neues Terrain, aber grundsätzlich steht sein Name ffür Qualität.

Der Cast des Filmes:

George Clooney Ryan Bingham
Vera Farmiga: Alex Goran
Anna Kendrick: Natalie Keener
Jason Bateman: Craig Gregory
Amy Morton: Kara Bingham
Melanie Lynskey: Julie Bingham
Zach Galifianakis: Kevin
J. K. Simmons: Bob
Sam Elliott: Maynard Finch

Neben Clooney werden vielen Kinogängern vor allem Vera Famiga und Jason Bateman etwas sagen, aber auch Anna Kendrick wird vielen zumindest vom Gesicht her bekannt sein. Insgesamt halte ich die Besetzung für gelungen, insbesondere - da greife ich meiner Wertung mal etwas vorweg - da die Schauspieler offensichtlich gut miteinander können und sichtlich Spaß bei den Dreharbeiten hatten.

Die Länge des Filmes entspricht mit 110 Minuten gutem Durchschnitt. Nicht zu lang, nicht zu kurz ... gerade richtig.

Was die Altersangabe angeht, wurde der Film ohne Altersbeschränkung freigegeben. Das kann man im Grunde nur unterstützen, da er weder Gewalt, noch Sexszenen enthält. Allerdings macht meiner Meinung nach der Film erst am 14/15 Jahren Sinn, da Kinder die Handlung vorher schlicht nicht verstehen würden. Also ein Familienfilm ist es trotz der Altersfreigabe definitiv nicht.

3. Die Handlung
******************
Wer den Film selbst sehen will, sollte vielleicht ab Punkt 4 weiterlesen. Ich werde mich bei der Schilderung der Handlung zwar auf das Wesentliche beschränken und das Ende des Filmes auch nicht verraten, aber Vielen ist ja bereits die Schilderung der Ausgangssituation des Films zuviel. Meiner Meinung nach gehört aber zumindest diese in einen Erfahrungsbericht hinein. Also:


Hauptperson des Films ist Ryan Bingham. Auf den ersten Blick ein ganz netter Zeitgenosse, der nicht bösartig oder frech gegenüber seinen Mitmenschen auftritt und daher eigentlich unsere Sympathie verdient hätte. Wäre da nicht sein Beruf...

... Ryan ist ein leitender Mitarbeiter einer Firma, die von anderen Firmen angeheuert wird, wenn diese ihre Mitarbeiter entlassen. Ryan muss also zu diesen Kunden hinfliegen und dort die Entlassungsgespräche führen. Toll, was ... da sind doch gleich sämtliche Sympathien dahin!

Aufgrund seiner Tätigkeit ist Ryan praktisch nur unterwegs. Er lebt aus dem Koffer und betrachtet seine eigene Wohnung bestenfalls als Zwischenschlafquartier. Er genießt diese Unverbindlichkeit und preist diese auf Seminaren sogar als erstrebenswert an. Sein größter Traum ist es, auf seinen Reisen 10 Millionen Bonusmeilen zu erwirtschaften. Während einer Reise lernt er Alex kennen, ein weibliches Gegenstück zu ihm, mit der er eine Affaire anfängt.

Allerdings wird er aus seinem Berufsalltag herausgerissen, als sein Arbeitgeber beschließt, die Kündigungen zukünftig per Videokonferenz durchzuführen. Ihm wird von seinem Chef für eine letzte Runde von "Vor-Ort-Kündigungen" seine junge Kollegin Natalie zur Seite gestellt. Doch auf der Reise mit ihr und Alex soll sich in letzter Konsequenz sein Leben verändern ....

Soviel zur Ausgangslage des Filmes. Wie diese Reise abläuft solltet ihr schon selbst rausfinden, da der Film - auch hier eine kurze Vorwegnahme - sehr sehenswert ist.

4. Meine Wertung
*******************
Ich habe mir bei der Recherche zu diesem Bericht zunächst natürlich die bisherigen, sehr unterschiedlich ausgefallenen Berichte anderer User durchgelesen, aber auch die Wertungen in einschlägigen Kinoportalen. Eine fand ich so treffend, dass ich sie meiner Wertung voranstellen möchte:

„Zunehmend entwickelt sich die nüchterne Geschichte über einen geschäftigen Vielflieger, dessen Job es ist, Leute zu feuern, zu einer emotionalen Geschichte über einen Mann, der eigentlich alles hat und dem dennoch etwas Entscheidendes im Leben fehlt: Liebe, Freundschaft und eine Familie. Zusammen ergibt das eine spannende Reflexion über das heutige Leben. Unsere zunehmend globalere Welt, in der Kommunikation häufig nur noch via neuer technischer Errungenschaften stattfindet, verursacht einen Wandel der Gesellschaft. „Up in the Air“ wirft einen kritischen und zudem authentischen Blick auf diese Veränderungen und hinterlässt dadurch Botschaften, die vermutlich einen jeden von uns für gewisse Problematiken wieder mehr sensibilisieren.“
(nach: Moviesection.de)

Das trifft den Kern. Allerdings würde ich die Story nicht als nüchtern betrachten. Im Gegenteil: Trotz des harten Themas Kündigung kommt der Film zu Beginn in der Tat als Komödie rüber. Die Kündigungsgespräche von Ryan haben das bestimmte etwas. Auch wenn es ein trauriges Thema ist, zaubern einem Sätze wie: "Ihre berufliche Zukunft wird sich in Bezug auf ihre Freizeit verändern", "Ihre Stelle wird es SO nicht mehr geben" oder "Jede Änderung ist eine Chance" aufgrund der noncallanten Art von Clooney ein Lächeln ins Gesicht. Auch das Leben von Ryan hat etwas komödienhaftes, wenn er etwa am Check-In-Schalter an der Warteschlange vorbeigeht, da er VIP ist oder wenn er mit Alex seine Kredit- und Bonuskarten vergleicht.

Erst in der zweiten Filmhälfte kommt eine tragische Komponente hinzu, nicht unbedingt wegen der Kündigungen, sondern wegen Ryan selbst. Man merkt, dass hinter der zufriedenen Zuschaustellung eine innere Einsamkeit steckt. Ryan erweckt dadurch fast so etwas wie Mitleid. Man ist bis zum Ende des Filmes gespalten, ob man ihm mögen soll (Humor), hassen soll (mieser Job) oder ob man einfach nur Mitleid hat (Einsamkeit).

Clooney gelingt es, diese Zerrissenheit in perfekter Weise zu inszenieren, ohne dabei jedoch seine Kolleginen in der Rolle der Alex und Vera an die Wand zu spielen. Sicher ist der Film auf Clooney zugeschnitten, aber er läßt anderen Raum und eben dadurch auch der Story. Wie bereits dargelegt, harmonieren die Hauptdarsteller überhaupt sehr gut miteinander. Sie agieren glaubhaft und das ist bei einem Film immer die halbe Miete.

Die andere Hälfte sind Story und Inszenierung. Beides ist gelungen. Dem Film gelingt es Stimmung und Tempo zu bewahren. So werden die jeweiligen Handlungsorte (Ryan ist ja permanent mit dem Flugzeug unterwegs) mit Luftbildaufnahmen und Einblendung angekündigt. Das gibt dem Film etwas dynamisches. Die Kameraführung selbst ist ruhig, kaum Handkamera. Also eine tolle Mischung aus Tempo und Beruhigung.

Die Story ist das größte Plus. Man erkennt sich zu einem gewissen Teil selbst im Film. Das Thema "innere Vereinsamung" spielt ja allgemein derzeit eine große Rolle. Ich meine, schaut uns an: Wir sitzen vorm Comp und schreiben Berichte. Früher waren wir draußen und hatten Freie Liebe im Park (SCHERZ). Im ernst: unsere Gesellschaft wird in der Tat immer schnelllebiger und hektischer und da bleibt der Mensch manchmal auf der Strecke. Und selbst der, der alles hat - wie Ryan - also Job, Geld und Karriere hat manchmal im Grunde genommen nichts. Er muss es nur selbst erst merken. Damit kokketieren der Film und Clooney selbst. Auch aus diesem Grund ist die Hauptrolle perfekt besetzt: Clooney selbst ist ja nicht der Familienmensch und versucht sich nicht zu sehr zu binden.

Am Ende stellt sich für jeden die Frage, was er will: Liebe und Familie, was Abstriche bei der Karriere bedeutet oder letztere. Das ist die Botschaft des Films, die Kündigungen bieten nur einen zugegeben tragischen und gesellschaftskritischen Hintergrund.

Alles in allem also: Tolle Besetzung, tolle Inszenierung, tolle Story .... was anderes als 5 Sterne kommt für mich nicht in Betracht.

Grüße

2rism


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
AnnaHaeberle

AnnaHaeberle

03.10.2011 20:17

Der Titel ist gut,im Geiste höre ich das Lied vor mir...

michi-primel

michi-primel

30.09.2011 23:02

von mir bh Gruß michi

morla59

morla59

28.09.2011 23:04

super vorgestellt lg. petra

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