Uummannaq, Uummannaq

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Erfahrungsbericht über "Uummannaq, Uummannaq"

veröffentlicht 13.11.2017 | dik1609
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"Den nördlichsten Punkt erreicht"

Wie gemalt: Die MS Hamburg liegt vor Uummannaq auf Reede.

Wie gemalt: Die MS Hamburg liegt vor Uummannaq auf Reede.

Immer witer gen Norden ging es während einer Kreuzfahrt entlang der Westküste Grönlands im August diesen Jahres. Einige Küstenorte der größten Insel der Welt hatten wir schon besucht, ehe wir Uummannaq erreichten, den nördlichsten Punkt unserer Reise. Vor der Stadt lag unser Schiff auf Reede, den Hafen erreichten wir mit Tenderbooten. Bei unserer Stadt lagen die Stadt und ihr Hausberg noch in Wolken, doch wir hatten Glück mit dem Wetter an diesem Tag, denn es klarte auf, die Sonne ließ sich sehen und wir konnten Uummannaq richtig genießen. Davon soll im Folgenden die Rede sein.

Allgemeine Informationen

Uummannaq (zu deutsch etwa: die Robbenherz-Förmige, Bezeichnung nach dem Aussehen des 1175 Meter hohen Berges, der die Insel dominiert) ist eine Stadt mit 1.255 Einwohner (Stand 1. Januar 2017) im Nordwesten Grönlands auf einer 12 Quadratkilometer großen Insel im gleichnamigen Fjord, 590 Kilometer nördlich des Polarkreises. Die Umgebung ist reich an Fischen (vor allem Heilbutt), Robben und Walen, die von der einheimischen Bevölkerung gejagt werden. Die Fjordlandschaft mit den vielen Eisbergen zieht jährlich Kajak-Touristen an. Wegen der geringen Größe der Insel liegt der für grönländische Orte so wichtige Flughafen am Festland im nahen Qaarsut, Uummannaq selbst ist aus der Luft nur per Helikopter zu erreichen. Die Siedlung wurde 1763 an der heutigen Stelle durch den dänischen Kolonieverwalter J. H. Bruun gegründet. Von 1778 an wurde in der Region Kohle abgebaut, zwischen 1933 und 1971 auch Marmor, ferner bis 1990 Blei und Zink. Die Wiedereröffnung der umstrittenen Zink-Grube wird derzeit vorbereitet, träumt die Region doch „vom großen Jackpot unter dem Eis“. In der Stadt haben sich die Gebäude aus der Kolonialzeit erhalten, daneben ein Torfsteinhaus, das Einblick in die traditionelle Lebensweise der Inuit gibt. Wahrzeichen ist die 1935 vom dänischen Architekten Helge Bojsen-Möller errichtete Feldsteinkirche aus Granit. (Informationen: Wikipedia).
Unser Ausflug

Schon vom Schiff aus und trotz des zunächst trüben Wetters sah dieser Ort schön aus. Die uns inzwischen hinlänglich bekannten bunten Holzhäuser schmiegen sich an die Felsen, auf dem Fjord schwimmen Eisberge. Und auch der kleine Hafen der Stadt, den wir mit Tenderbooten erreichten, sah nett aus. Hier ankerten einige Fischerboote, zwischen ihnen trieb Eis. Und rechts vom Hafen war der Hausberg des Ortes zu erahnen - seine 1.175 Meter hohe Spitze aber verbarg sich noch unter Wolken. Das alte Kolonialzentrum unmittelbar am Hafen versprühte rein optisch den Charme der Vergangenheit. Das gesamte Ensemble machte einen sympathischen Eindruck - die Tatsache, dass ein kleines Café in Hafennähe geschlossen war, störte nicht weiter.

Wir machten uns also zu Fuß auf, um Uummannaq zu erkunden. Der erste Weg führte uns zur Feldsteinkirche mit ihrem großen Anker vor dem Eingang, die einst von Bauleuten aus Bornholm errichtet wurde. Es war dies die erste Steinkirche, die wir in Grönland sahen - und auch ihr Inneres war ganz anders als das in den zuvor besuchten Gotteshäusern, denn irgendwie sah das alles europäisch aus - wohl, weil hier nicht die grönländischen Farben vorherrschten, sondern Granit und Naturholz. Als interessant erwiesen sich die Wände der Kiche, an denen Weihnachtshymnen zu sehen sind. Ungewöhnlich ist an der Ausstattung zudem ein siebenarmiger Leuchter, der ja eigentlich eher dem Judentum zuzurechnen ist.

Direkt neben der Kirche sind drei Grassodenhäuser zu sehen - eines davon soll noch bis 1990 bewohnt gewesen sein. Im Inneren des Hauses faszinierte die Ausstattung, die von einem sehr hart wirkenden Holzbett und Zeitungsseiten an den Wänden bestimmt wurde. Aber sogar so etwas wie ein kleiner Weihnachtsbaum, ein Gusseisen-Ofen und ein antiquiert wirkendes Radio waren hier zu sehen. Die Aufmerksamkeit für diese traditionellen Inuit-Häuser allerdings schwand schnell, denn vor der Tür spielten zwei Grönlandhund-Welpen, die natürlich die Aufmerksamkeit auf sich zogen und an den Touristen mindestens ebenso interessiert waren wie die Besucher an ihnen.

Weiter ging's, quer durch den Ort, vorbei an den vielen Holzhäusern. Hier gab es eine Holztreppe, die bergauf führte, dort eine befestigte Straße. Dazwischen liegen immer wieder Wasser- und Versorgungsleitungen, die die Optik zwar stören, aber des Wetters wegen nur oberirdisch verlegt werden können. Wir näherten uns dem Aussichtspunkt Nasiffik im östlichen Stadtteil und bekamen immer wieder neue, immer wieder schönere Blicke auf den Hausberg, über dem sich die Wolken nach und nach verzogen. Und dann war plötzlich der Blick frei zum Fjord - phantastisch! Die Wolken am Himmel sorgten für immer neue Farbenspiele, unser Kreuzfahrtschiff wirkte winzig. Und immer wieder und überall auf dem Wasser schwammen diese Eisberge, während zwischen den Felsen blühende Blumen hervorkrochen. Ja, dieses Panorama war wirklich phantastisch! Der Aussichtspunkt selbst übrigens ist nur über eine hölzerne Treppe erreichbar, die teilweise kein Geländer hat und für Gehbehinderte nicht geeignet ist. Wer aber kann, der sollte hinauf, denn die Aussicht von ganz oben lohnt sich wirklich. Ganz oben? Nein! Neben dem Aussichtspunkt liegt ja noch der Berg Uummanannaq. Und die Wolken hatten sich inzwischen verzogen - nun wurde uns klar, warum die Stadt "Die Robbenherzförmige" heißt, denn irgendwie hat die Spitze dieses Berges tatsächlich eine Herzform.

So langsam ging es vom Aussichtspunkt zurück zum Hafen, wobei wir noch den Stockfisch vor einigen Häusern bewundern durften, das Museum des Ortes aber nicht mehr besuchten - man muss sich ja auch noch etwas fürs nächste Mal lassen. Übrigens besuchten wir auch den modernen Stadtteil nördlich des Hafens nicht. Hier sind unter anderem ein Hotel, die Schule des Ortes, ein Kulturhaus, ein Kino und ein neues Krankenhaus zu finden.

Am Rande erfahren

Auf dem Uummannaq-Fjord wird seit 1999 jährlich die Weltmeisterschaft im Eisgolf ausgetragen. Nur einmal, im Jahr 2007, mussten die Titelkämpfe wegen einer zu dünnen Eisdecke abgesagt werden.

Die Umgebung von Uummannaq war Drehort für den Film "SOS Eisberg" des Filmpioniers Arnold Fanck von 1932/33. Hauptrollen spielten Leni Riefenstahl, Sepp Rist, Ernst Udet, Gibson Gowland und Walter Riml.

Meine Meinung

Für meine Partnerin und mich stellte Uummannaq den schönsten der Orte Grönlands dar, die wir bis dato gesehen hatten. Irgendwie fügt sich hier alles harmonisch ineinander, wobei die exponierte Lage am Fjord natürlich schon allein eine natürliche Schönheit bedeutet. Aber es waren vor allem all die Kleinigkeiten, die uns so gut gefielen. Nahezu abenteuerlich scheinen zum Beispiel einige auf Pfählen erbaute Häuser (warum nur baut man die mitten auf irgendwelchen unförmigen Felsen?), historisch interessant sind vor allem die Grassodenhäuser. Und die Hunde! Jeder Tourist schließt die Grönland-Hunde sofort in sein Herz - und wenn dann noch zwei Welpen miteinander herumtollen, geht dem Betracher einfach nur das Herz auf.

Das Meer, das Eise, der Berg, die Häuser - all das sieht so aus, als könne es gar nicht anders sein. Uummannaq ist einfach ein Ort, an dem alles zueinander passen zu scheint. Und der Aufstieg zum Aussichtspunkt lohnt sich auf jeden Fall, der Blick kann von hier aus in alle Richtungen weit wandern. Der Besucher stellt zudem an diesem Ort schnell fest, was damit gemeint ist, wenn von den ständig wechselnden Farben Grönlands die Rede ist. Eine Wolke am Himmel nämlich lässt alles anders aussehen als zuvor. Wenn die Sonne nur ein kleines Stück wandert, fallen die Schatten anders. Wenn es aufklart, wird aus milchiger Luft unglaublich klare. Und überhaupt die Luft! Hier ist nichts von Auto- und Industrie-Abgasen zu spüren, ich denke, niemals zuvor habe ich derart klare Luft atmen können.

In Uummannaq übrigens hatten wir endlich - wenn auch nur geringen - Kontakt zu Einheimischen. Kurz bevor wir ins Tenderboot steigen wollten, um zu unserem Kreuzfahrtschiff zurück zu kehren, war in der Steinkirche nämlich der Gottesdienst beendet und dessen Besucher kehrten zu ihren Häusern zurück, so dass nun einige Familien auf den Straßen unterwegs waren. Kontakt zu den Touristen suchten sie sicherlich nicht, aber ein freundliches Zunicken signalisierte auch keine totale Ablehnung. Im Übrigen fand ich es unpassend, diese Menschen wie Zootiere zu fotografieren und habe darauf verzichtet. Dafür aber empfand ich meine Aufnahmen vom Ort selbst zumindest zum Teil als gelungen. Die Inuit-Einwohner muss sich jeder Betrachter einfach selbst dazu denken.

Sicher ist, dass Jeder, der Grönland besucht, auch nach Uummannaq kommen sollte. Die Stadt ist absolut sehenswert. Wir übrigens haben uns dort etwas länger als vier Stunden aufgehalten. Zu sehen hätte es noch einiges mehr gegeben, so wäre ein Besuch im Museum durchaus angebracht gewesen. Aber irgendwie reichte die Zeit dafür dann doch nicht aus.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Ciaochsi veröffentlicht 29.11.2017
    sh, bh käme zu spät
  • pinkdawn veröffentlicht 28.11.2017
    bh - schöner Bericht! Danke für deine Lesungen und Bewertungen bei mir. Alles Liebe, Doris
  • Rheinkieker veröffentlicht 28.11.2017
    BH
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Produktdaten : Uummannaq, Uummannaq

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