Fahrzeugbewertung des Autors:
| Pro: |
Super Ausstattung, sehr dynamisch und sportlich |
| Kontra: |
Anschaffungskosten und Unterhaltung |
Einen wunderschönen guten Tag, liebe Leser und Leserinnen,
ich möchte Ihnen heute ein Fahrzeug der gehobenen Mittelklasse vorstellen – Der Volkswagen BORA V6 4-Motion Highline.
Seit Mitte 1998 wurde der VW Vento vom Bora abgelöst. Mit der Einstellung der Produktion des Ventos als Familienlimousine kam der Bora als überarbeitete Version auf den Markt – mit noch mehr Technik und noch mehr Fahrkomfort als ohnehin der Vento schon hatte.
Aber nun zu den Details:
Größe:
In seiner Größe gleicht der Bora dem Vento. Mit ca. viereinhalb Metern ist der Bora recht groß gewachsen, was zum Vorteil des Platzangebots im Innenraum sowie im Kofferraum wird. Die Fahrgastzelle ist groß genug, um 4 Personen ohne Probleme aufnehmen zu können. Lediglich bei lang gewachsenen Fahrern wird es hinter diesem ein wenig eng. Dann ist es fast unmöglich, mit 5 Mann zu fahren. Aber bei dem normal gewaschenen Deutschen mit bis zu 1,85 m Größe und normaler Sitzhaltung ist es bequem möglich, auch mit 5 Personen zu fahren.
Der Kofferraum ist riesig. 5 Koffer und allerhand Kleinzeug kann man bequem in den Urlaub reisen. Und sollte dieser Raum einmal nicht ausreichen, kann man die 40/60 geteilte Rücksitzbank ohne Probleme herunterklappen, oder gar ausbauen.
Die Ausstattung:
Mit einem Wort: Einfach alles.
Natürlich kann man jedes Auto mit noch mehr Sonderwünschen ausstatten. Jedoch ist bei der Highline – Ausstattung bereits nahezu jeder Wunsch enthalten.
Ob ABS, Klimatronic (automatisch-elektronisch einstellbare Klimaanlage), Bordcomputer, Multifunktionsanzeige, Glashubschiebedach, elektrischen Fensterheber, Spiegel und Zentralverriegelung per Funk. Alles inklusive.
Die Ausstattung heißt nicht für umsonst Highline – gehobene Ausstattungslinie für gehobene
Ansprüche.
Natürlich gehört auch ein Navigationsgerät zur Serienausstattung, wunschweise mit Schwarz-weiß- oder Farbdisplay (Aufpreis).
Dieser Wagen lässt in Sachen Ausstattung keine Wünsche offen. Auch Standheizung, Sitzheizung und Winterräder sind im Winterpaket enthalten.
Natürlich gibt es neben der herkömmlichen Velourausstattung auch 2 Lederausstattungen: Alcantara- (Rauh- und Feinleder) und Nappaleder (Feinleder). Und alles in den Farben Beige, Schwarz oder Grau.
Leistung und Geschwindigkeit:
Der Bora V6 4-Motion ist mit einem 2,8 Liter riesigen 6-Zylinder-Ottomotor ausgestattet, welcher bei ungefähr 6200 Umdrehungen pro Minute 150kw, d.h. 204 PS, leisten kann. Das maximale Drehmoment steht zwischen 3000 und 3500 Umdrehungen mit über 260 Nm und voller Durchzugskraft zur Verfügung. Damit beschleunigt man den 1,4-1,6 Tonnen schweren Wagen in weniger als 8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die 200km/h Marke meistert er ohne Probleme, wobei bereits bei ca. 240 km/h die Endmarke in Sachen Geschwindigkeit fällt. Schade eigentlich, denn selbst 220 km/h merkt man in diesem luxuriösen Schlitten nicht. Kein Windzug kommt durch die super angedichteten Gummis – Unterhaltungen sind in Zimmerlautstärke möglich.
Leistung und Getriebe:
Unglaublich. Die Leistung von über 200 PS kombiniert mit einem 6-Gang Schaltgetriebe lassen ungeahnte Möglichkeiten zu. Egal ob Kick-down an der Ampel, lässige Fahrt mit 100 km/h im 6. Gang oder Beschleunigung bei Tempo 80 mit dem 6. Gang. Alles kein Problem. Man kann den Wagen mit dem 6. Gang und gerade einmal 95 km/h einen Berg mit 5 % Anstieg hochjagen und merkt noch immer die Durchzugskraft – das nenne ich Leistung satt.
Damit kann man so manchen Audi oder BMW stehen lassen.
Und das Beste am 6-Gang-Getriebe ist die Sparmöglichkeit (siehe Wirtschaftlichkeit).
Fahreigenschaften:
Der Bora V6 liegt mit seinen rund 1,5 Tonnen super auf der Strasse. Kein Windstoss kann ihn bei Tempo 180 aus der Bahn bringen. Lediglich mit Breitreifen (205er oder 225er) können Spurrillen den Wagen ins Wanken bringen – wie aber auch andere Wagen.
Mit einem Allrad-Antrieb Marke Volkswagen (4-Motion) wird die gesamte Kraft auf den Asphalt übertragen. Der Wagen wird damit sehr dynamisch und sprintstark, was sich allerdings auf den Verbrauch auswirkt (siehe unten).
Das Fahrwerk ist bestens auf den Bora abgestimmt. Nicht zu weich, nicht zu hart. Allerdings können sehr schnell gefahrene Kurven auch mal zum Ausbrechen des langen Hecks führen. Aber für Reisen sehr angenehm.
Ich bevorzuge allerdings die 20mm tiefergelegte Version von VW, da der Wagen zum einen sportlicher wirkt und dynamischer Kurvenfahrten möglich sind.
Der Allradantrieb begleitet ein durch viele Kurven sehr sportlich und dynamisch. Dabei ziehen die vorderen Räder den Wagen schwungvoll in die Kurve, die hinteren tun ihr übriges, um den Wagen in der Spur zu halten.
Aber Vorsicht – ich habe schon einige zu schnelle Boras in den Kurven gesehen, welche den Graben ausgetestet haben – denn der Bora ist mit seinem langen Heck nicht zu unterschätzen.
Die Wirtschaftlichkeit:
Verbrauch:
Nun gut. Der Bora ist wahrlich kein Sparmobil. Mit durchschnittlich 11 Litern Super plus oder auch Super ist man gut dabei. Dabei macht sich aber bemerkbar, dass bei diesem Wagen die Fahrtechnik den Verbrauch entscheidend mitbestimmt.
Man kann den Bora an jeder Ampel durchtreten, was für diese Sekunden allerdings auch zu einem Verbrauch von stattlichen 26 Litern führt. Fährt man dann nur innerstädtisch, so liegt man mit 15-17 Litern gut im Durchschnitt.
Aber der Bora kann auch anders. Aufgrund des 6-Gang-Getriebes kann man auf der Autobahn sehr viel sparen. Bei Tempo 80 verbraucht der „kleine Riese“ sage und schreibe zwischen 3,5 und 5 Litern im 6. Gang. Dabei berührt man aber kaum das Gas – und Spaß am fahren hat man auch nicht. Aber auch bei konstanten 150 km in der Stunde kann man mit 6,5 bis 8,5 Litern noch gut unterwegs sein.
Durstig wird der Wagen erst ab Tempo 180/190. Dann sind wieder 10-12 Liter auf 100km verbraucht.
Dabei muss man auch erwähnen, dass der Allradantrieb gleich einmal 1-2 Liter mehr verbraucht – denn mehr Räder zum Antrieb wollen mehr zu trinken. Somit kann man mit dem frontangetriebenen Bora (nicht V6) im Durchschnitt 1-2 Liter sparen.
Aber wer Leistung und Luxus will und damit den Bora V6 kauft, muss auch die etwas höhere Tankrechnung in Kauf nehmen.
Steuern und Versicherung:
Mit „nur“ knapp 150 EURO Steuern kann man den Bora ein ganzes Jahr lang fahren. Das ist bei diesem Hubraum von 2,8 Litern günstig.
Allerdings will ein solches Auto auch gut versichert sein.
Die Vollversicherung (Haftpflicht-, Teil- und Vollkasko) schlägt mit ca. 400 bis 600 EURO bei 50 Prozent halbjährlich zu Buche (je nach Gebiet und Versicherungsnehmer und –geber). Damit ist der Bora im Vergleich zu anderen Wagen dieser Größe schon sehr teuer im Unterhalt.
Wartung:
Hierzu kann ich nicht viel sagen. Sicherlich kennt jeder VW-Fahrer die Preise des VW-Konzerns und der Vertragswerkstätten. Nicht ganz billig, aber super im Service. Allerdings habe ich mit 25300 km Fahrleistung noch keinen Fehler entdeckt oder bemängeln können. Sicherlich muss der Ölwechsel regelmäßig gemacht werden. Aber ansonsten sind keine unangenehmen Reparaturen angefallen.
Ansonsten liegt der Bora mit den Wartungskosten im Durchschnitt aller VW-Autos.
Fazit:
Einfach super, der „kleine Große“. Sicherlich gibt es noch andere sportlichere, größere oder bequemere Autos. Allerdings nicht zu diesem Preis. Der Bora ist ein wunderschönes Reiseauto, dynamischer Sportflitzer und Familienlimousine zugleich.
Er ist mit seinen Anschaffungskosten von 28000-35000,- EURO (Neuwagen) und 20000-25000,- EURO (Jahres- und Gebrauchtwagen bis 2,5 Jahre) sowie seinen Unterhaltskosten nicht sehr sparsam und damit auch nur für bestimmte Käufergruppen geeignet. Hinzu kommt, dass er für große Fahrer (wie ich) nur für 2-max.4 Personen super geeignet ist.
Allerdings ist der Bora V6 4-Motion Highline ein sehr zuverlässiges Auto, welches mit Kraft, Dynamik, Sportlichkeit, Eleganz und Komfort sowie super Fahreigenschaften hervorragend zur Geltung kommt. Und mit dem Preis-Leistungsverhältnis á la VW ist er insgesamt gesehen nicht zu günstig und nicht zu teuer.
Alles in allem kann ich diesen Wagen meinerseits nur weiterempfehlen und mit einem Kaufurteil „gut“ versehen.
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