VW Bus/Transporter T4 - Zuverlässiger Geselle
12.03.2009
Pro:
Platz, Verbrauch, Zuverlässigkeit
Kontra:
Turboloch, Motor wird sehr langsam Warm, Parkplatzprobleme
Empfehlenswert:
Ja
 mitsos
Über sich:
Mitglied seit:11.03.2009
Erfahrungsberichte:5
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 29 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Mein Bericht zum VW T4. Ich fange mal an damit das dies unser 3. VW Nutzfahrzeug ist. Nach einem LT 31 BJ. 77 sowie unserem 1. Transporter-T4 mit dem 2.4 L Saug-Diesel waren wir überzeugt genug den T4 2.5 TDI zu bestellen da der 2.4 zwar nicht schwächlich, doch auch nicht gerade eine Kanone war....
Das Fahrzeug: VW Transporter T4 75 kW/102 PS, 250 Nm, BJ: 1997 langer Radstand, 8 Sitze, Klimaanlage, Heck-Flügeltüren.
Schon beim Abholen bei VW schwärmte der Verkäufer ''der geht wie die Feuerwehr''. Auf den ersten Metern wurde jedoch erstmal klar das zwischen Leerlaufdrehzahl und knapp 2000 U/min der Vorgänger strammer dastand, das Turboloch beim 2.5 ist doch recht ausgeprägt. Karosserie: Die Nutzung als Lastbeförderungs-Mittel für Getränkekisten en mas sowie Obst und Gemüsekisten sowie die für meinen Vater ansprechendere Optik lies uns schon zum 2. mal den langen Radstand bestellen: Platz im Überfluss! Die Türen lassen sich mit ein bisschen Pflege auch heute noch leich Bewegen und fallen leicht ins Schloss. Achtgeben sollte man hier auf die untere Fahrschiene der seitlichen Schiebetür die den Dreck geradezu magisch anzieht und in der dank der werksmäßigen, klebrigen Wachsversiegelung der Schmutz gerne klebenbleibt. Dies ist zwar eher ein optisches Manko, jedoch sollte man ab und zu gröbere Verschmutzungen entfernen um den leichten Lauf des Rollmechanismus' der Tür zu erhalten. Ausserdem können dabei die beiden, wirklich mickrigen, Wasserablauflöcher die in den Falz eingearbeitet sind, von garantiert vorhandenem Schmutz befreit werden. So hat der Rost keine Chance. Ansonsten ist die Karosserie im grossen und ganzen Rostfrei, nur an Stellen die durch Unfall beschädigt wurden zeigen sich evtl leichtere Rostspuren.
Fahrwerk: Obwohl für ca. 950 Kg. bei 2450 Kg Gesamtgewicht ausgewiesen, begnügt sich der T4 mit ''normalen'' Schraubenfedern statt wie bei ähnlichen Vertretern dieser Zunft LKW-ähnliche Blattfedern, was dem Auto ein PKW-ähnliches Fahrverhalten verleiht, es aber bei hoher Beladung doch ziemlich einsinken lässt. Unbeladen ist das Fahrwerk sehr Angenehm für eine Fahrzeug dieser Größe und dieser Kategorie, man merkt dem Fahrwerk noch einige Reserven an. Selbst in der Stadt ist der Wagen angenehm Fahrbahr, sogar durch schmale Strassen lässt er sich mit einer Hand wunderbar dirigieren. Dabei bietet er einen angenehmen Federungskomfort bei einer erhöhten Sitzposition die den meisten, PKW-gewöhnten erstmitfahrern ein Angenehmes A-Ha entfahren lässt. Man fühlt sich angenehm vom Strassenverkehr abgehoben. Wie bei so vielen Autos ist auch der T4 eigentlich auf der AB am liebsten unterwegs, bei Tempi zwischen 120-150 km/h. Die Bremsen sind hierbei angenehm dosierbar, das Pedal hat einen recht klar definierten Druckpunkt. Bei voller Beladung merkt man jedoch das sowohl Fahrwerk als auch Bremsen keine nennenswerten Reserven mehr aufzubieten haben, eine besonene Fahrweise ist hier fast schon ein Muss. Ein ABS (das bei unserem T4 leider nicht verbaut ist) ist vor allem bei feuchter oder winterlicher Witterung von Vorteil, die Vorderräder neigen bei leerem Fahrzeug und nasser Fahrbahn doch schneller zum blockieren als man es etwa von einem PKW gewohnt ist. Zum Fahrwerk ist hierbei nur zu sagen das es mich immer in Sicherheit gewogen hat, bis auf einen Ausreiser in Form eines ordentlichen Heckschwenks(!!!) auf einer Serpetinenstrasse beim etwas zu Schumacher-mäßigem einlenken in eine 90°-rechtskurve bei zugegeben ziemlich glitschiger Fahrbahn (Sommergewitter auf staubiger Fahrbahn) den ich durch beherztes Gegenlenken abfangen konnte. Ansonsten jedoch komfortabel und vertrauenerweckend. Innenraum: Im Frontabteil herscht typische, klare VW-Optik und Qualität. Nicht herausragend, aber ausreichend solide. Die Oberflächen, vor allem im Bereich über dem Cockpit sowie Ablage und Handschuhfach sind etwas Kratzempfindlich, ebenso die Türverkleidungen, dennoch sind die Türverkleidungen dem täglichen Arbeitsstress gewachsen... Nach mittlerweile 12 Jahren Lebensdauer gibt es auf holprigen Strassen oder bestimmten (höheren) Geschwindigkeiten ab und zu leichtes knacken im Bereich der Verkleidungen der Lenksäule, und des Bedienpaneels der Lüftung/Heizung, bzw. Radio. Die Klimaanlage, die leider nur für den Fahrer/Beifahrer-Bereich bestellt wurde, arbeitet bei normal-heissen Aussentemperaturen noch ausreichend, wenn auch am Limit. Von schneller Herunterkühlung des Innenraumes ist hier jedoch nicht mal annähernd zu sprechen... Die Heckinsassen haben leider nichts vom Komfort, ausser Gebläse und Kühlung laufen auf hochtouren und lassen Fahrer/Beifahrer zittern und ein Zugluftsyndrom erleiden... Im Ladeabteil herrsch dank fehlender Komfortausstattung klare nüchternheit (Transporter, kein Bus oder Multivan oder ähnliches!), das Blanke Blech der C und D Säulen sowie Radkästen ist sichtbar, was uns nichts ausgemacht hat, da das Fahrzeug als Last- und Transportfahrzeug vorgesehen war. Die Entscheidung für den langen Radstand bereut man höchstens beim Einparken, hier ist der kleinwagengewöhnte Ottonomalfahrer wohl oft unsicher wo denn das Auto hinten aufhört :-). Dafür wird man entschädigt mit massenhaft Laderaum. Mittelgrosse Umzüge sind hier noch ohne Fluchen zu bewältigen, da sich viele grosse Möbelstücke unzerlegt durch die gut feststellbaren Hecktüren hieven und im Laderaum verstauen lassen. Die Festzurrmöglichkeiten sind aber für ein Umzugsauto Lächerlich wenig, hier muss man viel improvisieren.
Motor/Getriebe: Der 2.5 L TDI (Turbo-Direkteinspritzer) ist meinses wissens von Audi geliehen und hat in diversen Audi-Modellen schon Kultstatus. Hier leistet er 102 PS, und noch wichtiger 250 Nm bei 1900-2300 U/min, ein nicht üppiges aber angenehmes Drehmomentpolster. Der Verbrauch ist mit 9-10 l im reinen Stadtbetrieb für ein Auto das viel Kurzstrecke und Stop-and-Go fährt und kaum auf Betriebstemperatur kommt recht niedrig. Hierbei ist anzumerken das der Motor recht lange braucht um auf Betriebstemperatur zu kommen, vor allem im Winter muss man hier teilweise 10-15 warten bis sich die Temperaturnadel überhaupt vom Startpunkt leicht nach oben bewegt. Im kalten Zustand ist der Motor Unterhalb 1700 U/min sehr träge, hier ist man zu etwas behäbiger Fahrweise gezwungen, da man dem kalten Motor auch keine hohen Drehzahlen zumuten möchte. Ist der Motor erstmal warm, wird auch das Turboloch stets kleiner und der Motor immer spritziger, nach Autobahnfahrt wirkt der Motor jedesmal wie befreit, schade das der Stadtbetrieb diese Qualitäten nach kurzer Zeit wieder begräbt, wahrscheinlich verrust der Turbolader zu schnell und wird träge was das Ansprechverhalten betrifft. Das Getriebe ist meiner Ansicht nach gut Übersetzt und scheint auch standfest zu sein, man muss auch nie mit dem Schalthebel nach dem richtigen Gang ''rühren'', nach kurzer Zeit findet man alles blind, so wie es sein soll. Verbrauch: Der Verbrauch ist mit 9-10 l im reinen Stadtbetrieb für ein Auto das viel Kurzstrecke und Stop-and-Go fährt und kaum auf Betriebstemperatur kommt recht niedrig. Der Autobahnverbrauch liegt bei ca. 8 l, nur bei permanenter Ausnutzung der Höchstgeschwindigkeit von Tacho 170 (Werk 157) und evtl. in Verbindung mit Klimaanlage geht der Verbrauch auf 10-11 l. Bei konstanten Tempi bis 120 km/h sind niedrigere Verbräuche und durch den grosszügigen 82 l Tank schon mal 900-1100 Km Reichweite erzielbar.
Kosten: Die Kraftstoffkosten halten sich, wie oben beschrieben, im Rahmen, und sind eigentlich für ein Fahrzeug dieser Größe (Gewicht, Luftwiderstand) niedrig. Das Finanzamt langt da schon eher zu, knapp 600 € Kfz-Steuer sind zu Veranschlagen. Die Versicherungsbeiträge sind Durchschnitt bzw. leicht über Durchschnitt, was verwundert wenn mann die grosse Anzahl von Liefer- und Handwerkerfahrzeugen berücksichtigt, deren oft unliebe Behandlung zu hohen Unfallraten ergo hohen Typklassen führt. Ausserplanmäßige Kosten/Reparaturen: Das berühmte Relais No. 109 war auch bei uns der Auslöser für einen nicht mehr startenden Motor. Nach anfänglichen Angstausbrüchen was es wohl sein könnte und wieviel es Kosten könnte, half eine google-recherche bei der Lösung des Problems. Relais gekauft und getauscht, Ruhe. Ansonsten der normale Verschleiss: Reifen Bremsen Auspuff. Bei Bremsen ist hervorzuheben das die Hinteren (Scheiben-) Bremsen aufgrund mangelhafter Betätigung zum Festsetzen neigen. Der Grund: das Fahrzeug besitzt einen Lastabhängigen Bremskraftregler, der je nach Beladung mehr oder weniger Bremskraft der Hinterachse zuteilt. Da die meisten Fahrzeuge eher mit grossvolumiger und leichter Beladung gefahren werden, leiden die hinteren Bremsen an Unterbeschäftigung und setzen sich fest, was dann bei stärkerer Belastung dazu führen kann das die Klötze an den Scheiben schleifen und z.B. bei schneller Autobahnfahrt die Scheiben zur Rotglut bringen können (eigene Erfahrung, war das ein Spass :-S)und eine Bremsabnutzung im Zeitraffer garantieren. Abhilfe brachte ein pfiffiger Mechaniker, der beim Bremsklötze und -scheiben Tausch den gesamten Mechanismus mit ordentlich Kupferpaste einschmierte. Bisher (seit 4 Jahren) läuft die Geschichte einwandfrei, toitoitoi. Nach Empfehlung des Herstellers werden wir bald den Zahnriemen tauschen lassen um einem plötzlichen Motor-Exitus vorzubeugen, es heist das der Zahnriemen beim 2,5 TDI einem die gute Laune ganz plötzlich vermiesen kann ;-)
Mein Fazit und Empfehlung: Absolut empfehlenswert für Gewerbe etc. Bei zu spärlicher Nutzung können die Kosten evtl. dem Nutzen überwiegen, das Auto will bewegt werden um seine Kosten reinzuholen.
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13.03.2009 08:49
Der wäre mir auf jeden Fall zu groß. Allerdings bin ich ansonsten sehr überzeugt von VW.
12.03.2009 15:49
Schön beschrieben
12.03.2009 14:35
Informativ - lg