Und er läuft und läuft und läuft und...
18.09.2002 (25.02.2003)
Pro:
Zuverlässigkeit, Übersichtlichkeit, Kofferraum
Kontra:
kriegt seine Macken mit dem Alter
Empfehlenswert:
Ja
 Beavi
Über sich:
Und jetzt alle: *sing* "Der-her Mai ist geko-hom-men, die Bäume schlagen aus..."
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Seit Juli 1995 besitze ich den Führerschein Klasse 3 (was das nun aktuell dem heutigen EU-Führerschein entspricht, weiß ich nicht. Der hat ja eine andere Buchstaben-Einteilung). Seit damals bin ich schon verschiedene Autos (alles ältere Jahrgänge) gefahren, mein erster Wagen z. B. war ein alter Ford Fiesta – goldfarben! – und Baujahr „Schieß-mich-tot“. Danach hatte ich dann mehrere Seats (Ibiza, Marbella - Panda-Verschnitt) und dann fuhr ich ein knappes Jahr lang einen Fiat Panda. Den hatte ich für 100 DM von einem Bekannten bekommen. Meine Mutter hatte allerdings so ihre Bedenken wegen des Pandas. Meine Schwester fuhr damals den Wagen auch, allerdings bewegten wir uns nur in Stadtnähe damit. Also weite Touren konnten wir nicht mehr damit machen. Mein damaliger Freund wohnte allerdings gut 300 Kilometer von mir entfernt, und meine Mutter war deshalb der Ansicht, daß der Panda nicht mehr sicher genug wäre – gerade auch deshalb, weil ich ja einen Wagen für längere Touren bräuchte.
Im August 2001 bekam ich deshalb von meiner Mutter einen VW Golf II CL Diesel geschenkt. Ja, Ihr habt richtig gelesen: geschenkt! Sie hat ihn von einer ehemaligen Nachbarin für 1000 DM abgekauft und mir (sowie auch meiner Schwester – der Wagen ist aber auf mich zugelassen) zu Weihnachten vorab gegeben. *Mein kleiner VW Golf II CL Diesel: ... ist Baujahr 1985. Erstzulassung erfolgte am 21.06.1985. Und er fährt und fährt und fährt... Zuverlässig ist er schon sehr, ich habe ihn erst im Juni dieses Jahres wieder über den TÜV gekriegt, obwohl ganz dringend die Stoßdämpfer bei mir gemacht werden müssen (die sind nämlich durch), daß kostet mich dann aber gleich 500 Euro – und die habe ich zur Zeit nicht.
*Technische Daten: Vorab – mit technischem Auto-Kram kenn ich mich absolut nicht aus. Mir ist es auch wurscht, in wieviel Sekunden ich von Null auf Hundert beschleunigen kann oder bei welcher Umdrehungszahl der Motor am besten anzieht oder solche Sachen. Hier nun die wichtigsten Dinge: Leistung: 40 KW/ etwa 55 PS bei 4800 U/Min. Höchstgeschwindigkeit: 148 km/h Hubraum: 1570 cm³ Leergewicht: 900 kg Zul. Gesamtgewicht: 1430 kg (ich kann also ordentlich was zuladen) Maße: Länge 3,985 m – Breite 1,665 m – Höhe 1,415 m Tank: ca. 45 Liter Fassungsvermögen, Diesel Verbrauch: Autobahn (also Vollgas): 5,6 Liter/100 km – Stadt und Land etwas höher, genau weiß ich es nicht, aber ich würde mal so auf 6,4 Liter schätzen Getriebe: mechanische 4-Gang-Schaltung plus Rückwärtsgang Beschleunigung (lt. VW Handbuch): von 0 – 100 km/h in 18,7 Sekunden Kaltstartbeschleuniger (bei Kaltstart im Herbst/Winter) - benutz ich aber kaum, mein Wagen springt sehr gut an
*Geräumigkeit/Bequemlichkeit: Nach meinen vorherigen Autos kam mir mein Golf wie ein Palast vor. Innen drin ist er schon sehr geräumig und bietet auch genug Platz für fünf Personen. Da es sich um einen Fünf-Türer handelt, müssen die Leute, die auf der hinteren Sitzbank Platz nehmen wollen, nicht von vorne einsteigen (wie bei Drei-Türer). Auf den vorderen Sitzen (Fahrer und Beifahrer) herrscht sehr gute Beinfreiheit, auf der Rückbank auch (es kommt natürlich drauf an, wie weit die Vordersitze nach hinten gestellt sind). Ich hatte schon öfters „langbeinige“ Mitfahrer, die auch mehrere Stunden Fahrt hinten gut überstanden haben. Das Ein- und Aussteigen ist ohne größere Quälereien oder Verrenkungen zu bewerkstelligen.
Der Kofferraum ist recht groß, drei Getränkekisten passen da auf jeden Fall wunderbar rein (wenn der Kofferraum aufgeräumt ist – bei mir schwirrt da doch einiges drin herum). Die Heckklappe zum Kofferraum läßt sich leicht öffnen. Der Kofferraum läßt sich aber nicht so gut beladen, da der Rand ziemlich hochgezogen ist. *Fahrverhalten/Bedienungskomfort: Bei meinem Auto sind jetzt die Stoßdämpfer kaputt, deswegen schwimmt der Wagen ziemlich auf der Straße. Aber ich kann ansonsten auch nicht meckern. Bevor die Stoßdämpfer kaputt gingen, lag er sehr gut auf der Straße, da gab es kein Schlingern in Kurven oder größere Ausreißer bei Windböen.
Die Beschleunigung ist – naja - halt dieseltypisch. Bis der in die Gänge kommt, dauert es schon seine gewisse Zeitspanne. Mit der Stoppuhr hab ich die Zeit aber nicht gestoppt. Aber ab und zu habe ich auch ein "Erfolgserlebnis" an der Ampel, wenn ich z. B. durch gutes Schalten und Auskosten der Drehzahl mal "schneller" starte als ein Mercedez :-) Das Cockpit ist übersichtlich gestaltet – man hat als Fahrer alles im Blick, ohne großartig nach einer Anzeige suchen zu müssen. Man sollte sich aber von Anfang an (vor der ersten Fahrt also) mit der Bedienung und den Anzeigeelementen eines Autos vertraut machen. Blinker, Scheibenwischer, Licht etc. lassen sich schnell und ohne große Sucherei bedienen.
*Motorraum: Ist schön übersichtlich. Sogar ich als Autolaie kann den Ölstand kontrollieren - ohne große Verrenkungen machen zu müssen. Öl, Kühlwasser und das Wasser für die Wischanlage sind auch sehr leicht nachzufüllen. Nur beim Keilriemen kommt man schwer ran (hat mir der ADAC-Mann gesagt, als er den Keilriemen auswechseln mußte), da man den von oben nicht gut spannen kann.
*Macken: Mein Auto ist ja nun schon ziemlich alt, genau gesagt 17 Jahre, und hat auch schon seine gut 278.000 Kilometer auf dem Buckel. Mit knapp 230.000 gelaufenen Kilometern habe ich ihn vor etwas mehr als einem Jahr bekommen. Was meine Vorbesitzerin an Reparaturen gemacht hat, weiß ich nicht. Ich habe nur von meiner Mutter gehört, daß die Vorbesitzerin angeblich soweit alles in Schuß gehalten habe und daß sie „sogar mit dem Auto bis nach Spanien und zurück fahren würde“. (Verkauft habe sie es, weil der Wagen keine Servolenkung hat und sie Probleme mit dem Arm hat.).
Vor einem halben Jahr fingen bei mir jedenfalls die größeren Sachen an: Als erstes mußte ich vorne neue Bremsen haben, die Bremsbacken waren schon ziemlich runter – und wenn man nicht mehr richtig bremsen kann, wird’s ganz schön gefährlich. Das Auspuffrohr fiel während der Fahrt in Höhe des Fahrer- und Beifahrersitzes auseinander bzw. war an einer Stelle durchgebrochen (durchgerostet?) Ich war gerade vor Hamburg, plötzlich hörte sich mein Golf wie ein Porsche an...
Dann riß mir der Keilriemen auf der Autobahn– aber da ich ja im ADAC drin bin, war dies kein größeres Problem. Die einzige Sorge war, ob der Motor (der Kühler läuft ja ohne Ende heiß) keinen Schaden genommen hatte. Da ging aber alles glatt. Naja, und nun sind meine Stoßdämpfer hin. Der Wagen schwimmt ganz schön, und ich habe auch etwas Bammel, wenn ich längere Strecken fahre (die sich leider nicht vermeiden lassen). Mittlerweile habe ich sie nun reparieren lassen... ich will gar nicht an die Höhe der Rechnung denken... 500 Euro (für alle vier).
Eine kleinere, etwas merkwürdige Sache ist folgende: wenn ich bei niedriger Umdrehungszahl (also z. B. vor einer roten Ampel) die Kupplung trete, dann leuchtet die Öldrucklampe auf. Aber mit Öl und Ölpumpe etc. ist alles in Ordnung – ich war deswegen ja schon in der Werkstatt. Dann hat der Schalter für die Lüftung (der Regler für die Stärke des Luftstroms) seinen Geist aufgegeben. Ich kann nun die Belüftungsstärke nicht mehr regulieren. Hier bekomme ich aber nächstes Wochenende einen neuen Schalter.
Mittlerweile hat sich auch die Kurbel bzw. die Verklebung der Beifahrerfensterscheibe verabschiedet. Das Fenster läßt sich nicht mehr öffnen/schließen. Außerdem rutscht die Scheibe immer ein Stückchen runter. Ich habe zwei Pappstücke zwischen Scheibe und Gummi unten eingesteckt, so daß die Scheibe festgekelmmt wurde - und nicht mehr so schnell nach unten rutschen kann. Im Sommer habe ich ja nichts gegen Frischluft einzuwenden, aber jetzt im Winter kommt ein ständig offenes Fenster nicht ganz so gut :-( ... Demnächst ist eh wieder ein Wagencheck in der Werkstatt fällig, mal sehen, was da wieder an Kosten auf mich zukommen werden... *Fahrgeräusche: Die übertöne ich immer mit Musik (Radio oder CD). Ist halt ein Diesel – ein alter Diesel – und der macht schon seine Geräusche beim Fahren. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber dran, und mit Musik geht alles sowieso besser ;-) (Dezibel-Angabe laut Fahrzeugschein: 90 im Stand, 80 während der Fahrt.)
*Kosten: An Steuern zahle ich pro Jahr in etwa 360 Euro, die erst vor kurzem wieder fällig waren... :-(. Mein Diesel ist schadstoffarm, hat aber keinen Kat (ich weiß gar nicht, ob es Kat bei Diesel überhaupt gibt). An Reparaturkosten mußte ich doch schon einiges hinlegen... allein der Auspuff hat 160 Euro gekostet. Aber beim Tanken bzw. Verbrauch merke ich doch deutlich die geringeren Kosten. Bei meinem alten Panda durfte ich jede Woche volltanken – der hat gesoffen wie ein Loch – und ich bin bei weitem nicht die Kilometer gefahren, die ich nun mit dem Golf runterziehe. Mit einmal Volltanken bin ich nun mit knapp 35 Euro dabei (kommt ja immer auf den Dieselpreis drauf an) und mit einem Tank komme ich auf der Autobahn (mit Stau oder Stop&Go) ca. 800 Kilometer weit.
Was ich an Versicherung zahle, tut wohl hier nichts weiter zur Sache, das kommt ja auch immer auf die Prozentzahl an, bei der man eingestuft wird. Generell kann man aber sagen, daß ein Golf aber etwas teurer ist in der Versicherung als ein teurerer Wagen (wie z. B. Ferrari), weil statistisch gesehen ein Golf öfter und mehr gefahren wird als ein Ferrari z. B. und deswegen eine größere Unfallgefahr darstellt. *Fazit: Ich werde dieses Auto wohl bis zum endgültigen Ende fahren. Erstens, weil ich mir zur Zeit kein neues (oder anderes Auto) leisten kann (ich habe auch nicht die Zeit und Lust dazu, nach einem neuen Wagen Ausschau zu halten) und zweitens weil ich mit dem VW Golf II Diesel doch im großen und ganzen zufrieden bin. Er fährt gut, und hat mich auch noch nicht großartig im Stich gelassen (mal abgesehen von dem Keilriemen und dem Auspuff).
Er hat zwar schon einige Macken, aber die sind ihm auch bei seinem Alter gegönnt. Z. B. hakt auch der erste Gang bei der Schaltung. Da kann es schon mal ein paar Versuche dauern, bis ich den ersten Gang drin habe. Wenn ich es nicht schaffe, fahre ich halt im zweiten oder gar dritten Gang an (geht alles!) Dann sind die vom Werk eingebauten Lautsprecher (vorne rechts und links an der Windschutzscheibe) schon ziemlich angeknackst. Dem heutigen Stand der Technik würden sie nicht mehr genügen. Ein bißchen rosten tut er auch schon (besonders an dem hinteren linken Kotflügel, mit dem ich mal meinen Pfeiler an der Auffahrt zu meinem Grundstück gestreichelt habe...), aber sehr schlimm ist das nicht. Mich stört es auch nicht weiter.
Allerdings mußte ich mir vor kurzem einen Duftzerstäuber fürs Auto kaufen, weil mein Wagen nämlich ziemlich schlecht roch. Das hat aber VW irgendwie so an sich, das habe ich schon von mehreren gehört, die einen alten VW besaßen, daß der mit der Zeit schlecht roch. Aber ein bißchen „Auto-Deo“ wirkt hier sehr gut. Ich habe auf einem VW Golf meinen Führerschein gemacht, so daß ich mich sehr schnell mit meinem VW vertraut machen konnte. Ob der Wagen für Fahranfänger besonders geeignet ist, kann ich nicht sagen. Mir machte der Fahrschulwagen – übrigens auch ein Diesel - jedenfalls keine Probleme (beim Anfahren oder so). Einen Diesel kann man ja auch nicht so schnell abwürgen wie einen Benziner.
Was mir nicht so gut gefällt: der Wagen hat keine Servo-Lenkung. Das ist doch schon ziemlich anstrengend beim Lenken, und manchmal muß ich ganz schön kurbeln, wenn ich z. B. in eine Parklücke reinfahren will. Bis jetzt hat mir mein Golf aber gute Dienste geleistet, sei es auf der Fahrt in den Urlaub (nach Grömitz) – vollgepackt bis unters Dach, oder auf meinen Fahrten nach Berlin oder wo ich sonst so alles hinfahre. Auch längere Strecken oder Staus übersteht man gut – Pausen sollten schon aus Sicherheitsgründen regelmäßig auf langen Touren sein.
Wer überlegt, einen VW Golf II Diesel zu kaufen (gebraucht, neu gibt's den ja nicht mehr), macht eigentlich nichts falsch. Der Motor von meinem läuft noch top, springt immer an (auch im Winter), und der Wagen fährt gut. Allerdings sollte man schon drauf achten, was für Reparaturen vor dem Kauf schon erledigt wurden. Bei mir glaub ich nämlich nicht, daß meine Vorbesitzerin z. B. die Bremsen oder die Stoßdämpfer hat machen lassen (wie sie behauptete). Aber meine Mutter hat sich auch keine Werkstattbelege oder so zeigen lassen - nun ja, jetzt ist es eh zu spät. Gruß Beavi
Bremen, 18.09.02
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07.02.2008 21:55
1991 bekam ich mein erstes eigenes Auto - meinen "Renndiesel" - einen der letzten gebauten Golf 2... fast 250.000 km waren wir unzertrennlich - deswegen werde ich ein bisschen nostalgisch bei deinem Bericht! :-)
29.06.2007 18:09
Hallo Beavi Ich finde Deinen Bericht viel zu ausschweifend und zu unsachlich. zwar nett geschrieben, aber enthält zuwenig Infos. Die Technischen Daten aus der Betriebsanleitung abzuschreiben ist auch überflüssig, wer das hier lesen kann, hat PC und Netzzugang, da findet man, wenn es sein muß, alles nötige. Außerdem ist Du einigermaßen zufrieden mit dem Wagen, bei den geschilderten Problemen finde ich das erstaunlich, hatte selber so einen, der war viel problemloser! Gruß, Hartmut
11.03.2003 22:52
Ich hatte mal einen Golf I Bj. 1981, allerdings Benziner. Mit diesem Wagen war ich auch lange Zeit sehr zufrieden (war mein erstes Auto). Als er 12 1/2 Jahre alt war, trennte ich mich davon. Danach fuhr ich einige Jahre einen Golf III GL.