Klappe, die Fünfte!
02.11.2003 (06.01.2004)
Pro:
Fahrwerk, Verbrauch, Durchzug
Kontra:
Aussehen, Preis, Innenraum
Empfehlenswert:
Nein
 mattrat
Über sich:
Ich liebe Musik, Natur, Freundschaften und versuche hier, nur mein Bestes von mir zu geben.
Ausgehe...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 73 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo, liebe Ciaoler, hier ein nigelnagelneuer Testbericht vom neuen Golf V 2.0. TDI, genutzt von uns als Geschäftswagen, daher sehr in Anspruch genommen und von mir fast täglich gefahren auf Langstrecke Augsburg- Frankfurt.
1. Der erste Blick Auf den ersten Blick von vorn ist klar und deutlich ersichtlich, daß es sich wieder, wenn auch mit einem Facelift, um einen Golf handelt. Die Lichter gefallen mir besser als bei seinem Vorgänger und ich bin mir sicher, daß sich so mancher Hobbytuner noch einen anderen Look herzaubern kann. Er wirkt kaum größer als sein Vorgänger. Von hinten eine Lachnummer: sieht er doch glatt so aus wie ein SEAT Ibiza (kein Wunder, es war der selbe Designer am Werk). Nun: wenn ich schon einen Golf fahre, möchte ich auch einen Golf fahren, der kostet schließlich seinen Preis. Mit einem SEAT auch nur in Verbindung gebracht zu werden (auch wenn Sie eigentlich ganz gute Autos bauen), ist meines Erachtens für Volkswagen kein guter Schritt gewesen. Dennoch kann man sehen, daß sich die Designer Mühe gegeben haben, dem Golf V eine elegante Linienführung zu geben, das sieht vor allen an den Seiten.
2. Sicherheit Unser Golf hat serienmäßig sehr gute Ausstattung mit 6 Airbags, 5. Kopfstütze hinten, eine Sicherheitslenksäule, höhenverstellbar, die sich beim Aufprall angeblich nicht nur den Körper des Fahrers bohren soll, und ein Fußhebelwerk, daß bei einem Unfall Platz machen soll für die Beine. ABS, ESP sowieso dabei. Erinnert mich irgendwie alles an unseren neuen A4, aber ist ja irgendwie die selbe Firma! In den Sitzen sitzt man sehr gut und fest, sind fast wie Sportsitze. Ebenfalls besitzt er zur Sicherheit auf nassen oder rutschigen Kurven ein System namens "Active Return", dazu aber mehr unter dem nächsten Punkt.
3. Fahrwerk Sehr gut! Bodenunebenheiten sind für ihn absolut kein Problem. Das serienmäßige Fahrwerk ist ausreichend straff, dennoch gehen die Stöße einem nicht auf die Wirbelsäule. Fraglich ist, ob man mit einem optionalen Sportfahrwerk diesen Komfort riskieren sollte. Die Kurvenlage ist äußerst stabil, die Seitenführungskraft des Fahrzeugs überzeugend. Es ist richtig spaßig, mal engere Kurven zu nehmen. Zu erwähnen ist die selbstlernende Servolenkung, d.h. das Auto merkt sich die Geradeausstellung der Räder (genannt "Active Return"), sodaß bei einer rutschigen Kurve automatisch das Lenkrad wieder auf gerade gestellt wird und man so wieder sicher weiterfahren kann; selber habe ich jedoch die Erfahrung noch nicht machen müssen (Gott sei Dank (hat mit dem Lenkeinschlag+Geschwindigkeit zu tun)) Werde aber sicherlich bei diesem Winter so manche Erfahrung noch damit machen (müssen ;-)) Im Vergleich zum Vorgänger ist der Fahrkomfort zwar nicht deutlich, aber ich würde sagen 15% besser geworden, das merkt man vor allem bei langen Fahrten.
3.1. Bremsen Zu den Bremsen kann man eigentlich nur eines sagen: noch nie habe ich bei einem unteren Mittelklassefahrzeuge bissigere Bremsen gespürt. Auch bei starkem Bremsen verzögert das Fahrzeug ruhig, der Geradeauslauf bleibt optimal erhalten. Vorsichtig sollte man aber sein, wenn einer hinten auffährt und der nicht so schnell runterbremsen kann wie mit diesem Golf. Da kann man auf den Autobahnen schon manchmal in Teufelsküche kommen. Dank ESP ist das Bremsen auch bei Aquaplaning gut zu bewerkstelligen, man merkt außer einem gelben Lämpchen, da kurz aufblinkt, nichts, daß den Wagen unsicher machen könnte. Dennoch sei hier einfach mal gewarnt, die Grenzen der Physik zu überschreiten, da hilft dann nämlich nichts mehr.
4. Der Motor Das Herz unseres Golfs ist ein 2.0 TDI Pumpe-Düse 140PS Triebwerk, das so ziemlich, wenn wohlgemerkt warmgefahren, jeden anderen an der Ampel stehen läßt. Kein Wunder: das max. Drehmoment wird schon bei 1750 Umdrehungen (320 Nm) erreicht, daß müssen Benzinen erst noch bis 5000 U/min hochdrehen, und da sind wir schon längst über alle Berge. Wenn er kalt ist, ist deutlich ein Dieselgeräusch zu hören, nach ca. 8 Km ist die Maschine warm (nichts also für Kurzstreckler)und man hört einen Unterschied kaum noch. Höchstgeschwindigkeit: Laut Tacho 242 km/h, konnte es selber nicht glauben, aber wahrscheinlich stimmt das nicht ganz, aber ist schon ein tolles Gefühl, mit einem Diesel so schnell fahren zu können.Der sechste Gang ist wie im Vorgänger eine feine Sache, das Getriebe ist halt total anders übersetzt.
5. Verbrauch Bei Langstrecken habe ich einen Durchschnittsverbrauch von 5,6 Litern gehabt, schätze mal, wenn man den Turbo ruhen läßt, daß man so auf 5,3 kommen kann, aber jetzt im Winter kann man eh nichts Genaues darüber sagen, warten wir den Sommer ab. Nachtrag: Öl! Inzwischen habe ich 14500 km draufgefahren und mußte einen 3/4 Liter Öl nachschenken...na ja, ist halt ein Diesel und laut Auskunft der Werkstatt normal, je nach Fahrweise ;-)
6. Innenraum Großzügig ausgearbeitet mit viel Platz für die Fondspassagiere. Nervend billig sieht das Lenkrad aus, erinnert mich irgendwie an den Fiat Brava von Muttern. Außerdem fühlt sich das Lenkrad nicht sehr ergonomisch, wenn nicht sogar etwas klobig an. Kopiert sind Tacho und Anzeigen vom A6 bzw. A4, also nichts Neues. Da hätte man sich schon was anderes einfallen lassen können, bedenkt man den Unterschied von Golf 3 auf 4!!! Die Instrumente sind übersichtlich angeordnet, bei Radio findet man sich leicht zurecht und muß nicht erst die superdicke Gebrauchsanweisung studieren. Das Handschuhfach ist irgendwie kleiner geworden, es mag aber auch daran liegen, daß dahinter sich ein Haufen Kabel und Airbags verbirgt ;-) Handschuhe gehen auf jeden Fall noch rein :-))) Dennoch auffallend die irgendwie recht preisgünstig aussehenden Plastikteile...hier merkt man, daß den Designern hier die Einfälle oder das Geld ausgegangen sind.
7. Unterhalt Durch den geringen Verbrauch bei sparsamer Fahrweise kann man 5,30 Euro/100 km Sprit rechnen, vergleicht man das mit einem 140 PS Benziner bei einem Verbrauch von 9 Litern kommt man auf 9,90 Euro. Sollte man sich gut überlegen, wieviel Kilometer man im Jahr fährt. Man sollte auch nicht den höheren Wiederverkaufswert vergessen, was man natürlich bei der Anschaffung erst mal hinlegt. Von der Versicherung her bin ich bei der Allianz, da zahlen wir bei SF 14 mit VK 300 SB/TK 150 SB mit Insassenunfall 873, 34 Euro im Jahr, war aber Spezialpreis ;-) (mit der Allianz kann man nämlich handeln). Der Service muß unbedingt wegen der Garantie bei einem VW Händler gemacht werden, das bedeutet, je nach Fahrweise, nach 35000 km zum Kundendienst und Ölwechsel (Spezialöl). Kostenpunkt lt. Auskunft meiner Werkstatt: 150 Euro. Kann man nichts machen, aber wer seine Garantie nicht verlieren will... VW verhält sich halt dann eventuell sogar nach der Garantie noch kulant, ansonsten kann man es vergessen.
Und nun: 8. Mankos
OH Mann! Da kauft man ein neues Auto, schon steht es in der Werkstatt! Zunächst schloß die Fahrertür nicht gut, man mußte sie förmlich zuschlagen, wurde auf Garantie gemacht. Dann der rechte Blinker: blinkte nicht mehr, nach 12000 km eine komische Sache. Lampe selber auswechseln war nicht, also wieder Werkstatt. Ausgewechselt. Funktionierte wieder. Am nächsten Tag gleiches Spiel. Konnte also nur ein Wackler sein, wieder Werkstatt, halbe Stunde, alles in Lot, Kontakte besser zusammengepreßt. Dann: Spur verstellt, kann natürlich sein, daß ein Mitarbeiter von uns gegen den Randstein gefahren ist, aber Auskunft von der Werkstatt: die Mechanik, die praktisch nur aus Alu besteht ist sehr empfindlich. Einstellen auf Garantie? Ist nicht!!!!! Das ist der HOHN! Nach 10000 km macht da Volkswagen nicht mehr mit. :-(
9.Technische Daten 4-Zylinder Otto Motor 2.0 ltr. 1968 ccm 140PS/4000 U/min 320Nm max. Drehmoment/1750 U/min Euro Norm 4 d.h. STEUERFREI (Da weint der EICHEL) 6-Gang Getiebe 1339 kg Leergewicht Beschleunigung 0-100 km/h :9,3 sek. Länge 4204mm Breite 1759 mm (breit genug für 3 Fondpassagiere) Wendekreis 10,9 m Tankinhalt 55 Liter
10.Ausstattungsdetail Modell Comfortline 1.Lendenwirbelstütze- sehr bequem für den Rücken 2.Tempomat- unverzichtlich bei Langstrecken 3.Innenspiegel blendet automatisch ab 4.Coming home- leaving home Funktion- Lichter gehen alle an und leuchten einem den Weg zum Wagen ;-) 5.Regensensor: schaltet sich automatisch ein.
Dazu kommt die Grundausstattung, die nicht schlecht ist (www.volkswagen.de) 11. PREIS
Der Wagen war zu einem "Spottpreis" von 22300€ zu haben. Teuer! Fazit: Ein neuer Golf mit Seat Design, sehr guten Fahreigenschaften und Fahrwerk, mit kopierten Interieur vom A4. Leider kein Volkswagen mehr bei dem Preis....Im Übrigen denke ich mal, daß sich ein Otto-Normalverbraucher zum Tunen diesen nicht mehr leisten kann, bedenkt man den hohen Grundpreis plus Tuningkosten.
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17.05.2011 13:07
sehr merkwürdig. Ich arbeite in einer Leasingfirma und habe den neuen Golf bekommen, als der noch kaum auf der Straße war, so dass Leute in Trauben um meinen Wagen herumstanden, weil sie den Wagen life und in Farbe sehen wollten, so neu war der da noch. das war Februar 2004. Eigentümlich dann, dass du im November 2003 schon ausreichend Erfahrungen mit dem Fahrzeug gesammelt haben kannst.
27.08.2004 18:53
"Das Herz unseres Golfs ist ein 2.0 TDI Pumpe-Düse 140PS Triebwerk, das so ziemlich, wenn wohlgemerkt warmgefahren, jeden anderen an der Ampel stehen läßt." Warum sollte ein "popeliger" Golf jeden an der Ampel abhängen? Ist doch kein Porsche oder Ferrari! Ansonsten finde ich den Golf ziemlich kacke, da er ein Allerweltsauto ist und total langweilig und Ideenarm ist! Da würd ich mir doch lieber den neuen Astra kaufen. Der Bericht ist gut. LG
20.01.2004 23:19
Ich hab noch mal gelesen und die Überarbeitung hat dem Bericht wirklich gut getan... nun ein sattes "sh". ;)