Trotz seines Stummelhecks wirkt der Polo Classic, die kleinste Stufenheck-limousine von VW, erwachsen. Mit 4,16 m Fahrzeuglänge übertrifft er seinen kompakten Bruder um rund 45 cm. Das macht sich nicht so sehr durch etwa mehr Platz auf der hinteren Sitzbank bemerkbar, als vielmehr im gewachsenen Kofferraumvolumen. Das beträgt nun beachtliche 455 Liter, 210 mehr als beim Fließheck-Polo. Die serienmäßig umklappbare Rückbank läßt eine Erweiterung des Gepäckabteils auf immerhin 760 Liter Inhalt zu. Das Design des Classic kann man nicht gerade aufregend nennen, eher gediegen kompakt; die kleine Limousine wirkt dynamisch, macht einen handlichen Eindruck. Und dieser Eindruck täuscht nicht. Zusammen mit der serienmäßigen Servolenkung, der außerordentlich leichtgängigen Fünfgangschaltung und dem sicheren, gut gefederten Fahrwerk ist dieser Kleine spielend, ohne jegliche Probleme zu dirigieren. Lediglich der Wendekreis ist mit über 10 Metern zu reichlich geraten. Die höhenverstellbaren vorderen Sitze sind zwar ordentlich straff gepolstert, könnten aber besseren Seitenhalt bieten. Kopfstützen sollten den Kopf nicht erst stützen, wenn es schon zu spät ist. Die beiden vorderen sind zwar in der Höhe verstellbar, bieten aber im Fall der Fälle wenig Schutz, da bei normaler aufrechter Sitzhaltung der Abstand Hinterkopf-Stütze viel zu groß bemessen ist. Hier wäre Änderung nötig. Riesenspaß macht dagegen der drehfreudige 1,6-Liter-Motor im Polo Classic 75 (mit eben 75 PS). Er zieht hervorragend auch von unten heraus durch, und gemächliches Dahingleiten mit dem 5. Gang im 50er Tempo ist ebenso kein Problem wie zügiges Beschleunigen. Dabei besticht seine Laufruhe auch wenn er voll gefordert wird.