Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Einfache, vegetarische, leckere Rezepte, die Aufmachung |
| Kontra: |
15,90 Euro für nur 85 Rezepte ! |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Liebe Leserinnen und Leser!
Nachdem ich mich vor etwa 2 ½ Jahren entschlossen habe mich vegetarisch zu ernähren, ist mir schon recht bald das Kochbuch „Veganissimo“ von PeTA aufgefallen. Für diejenigen, die PeTA nicht kennen: es handelt sich um die größte internationale Tierrechtsorganisation der Welt, welche besonders oft mit Anti-Pelz-Plakaten, auf denen bekannte Stars (oft nackt) abgebildet sind, für Furore sorgen.
„Veganissimo“ erscheint seit 1997 im Hans-Nietsch-Verlag (ISBN: 3-929475-36-7) für 15,90 Euro. Es ist gebunden und besteht aus 117 Seiten. Das Buch ist in grasgrün gehalten mit einem gelben „Veganissimo“-Schriftzug. Der Untertitel „Für Menschen, die Tiere lieben“ wird von dem ovalen Foto in der Mitte des Covers unterstützt. Auf dem Foto ist das Top-Model Tatjana Patitz zu sehen, wie sie den Kopf einer Kuh umarmt. Dazu muss man noch sagen, dass die schwarz-weiße Kuh äußerst hübsch ist und sich als Coverkuh wirklich nicht verstecken muss ;o). Links neben dem Foto sind alle Namen der Stars aufgeführt, die sich für dieses Buch mit ihren Lieblingsrezepten portraitiert haben lassen. Rechts neben dem Foto sind drei Bilder von enthaltenen Rezepten (Avocadosuppe, Schokoeis und vegetarische Tajine mit Couscous).
Folgende Stars haben zu dem Buch beigetragen, indem sie ihre liebsten veganen Rezepte preisgegeben und auch etwas über sich verraten haben: Tatjana Patitz, Belinda Carlisle, Bea Arthur (Golden Girls), Lucilectric, Chrissie Hynde, Nina Hagen, Katja Lührs, Linda & Paul McCartney, Rue McClanahan (Golden Girls), Kim Basinger, Barbara Rütting, Jennie Garth (Beverly Hills 90210), MOBY, K.D. Lang, Thumb, Alec Baldwin, Cassandra Peterson, Elizabeth Berkeley, The B 52’s, Marusha, Candice Bergen, David Wilms, Martina Navratilova, Stephanie Kindermann.
Bevor es mit dem Rezepten losgeht, wird erst einmal auf den Veganismus an sich eingegangen. Es wird die ernährungsphysiologische Seite (Bekomme ich genug Nährstoffe?) erläutert und anschließend erklärt, wie man tierische Nahrungsmittel durch pflanzliche ersetzt. Nach dieser kleinen Einführung, die niemals reicht, wenn man sich wirklich entschließt vegan zu leben, wird noch ein bisschen über die Aktionen von PeTA berichtet. Alles sehr interessant, aber nicht ausführlich genug. Vielleicht auch besser so, ist ja schließlich ein Kochbuch und kein Ratgeber.
Danach ab Seite 15 folgen die Rezepte. Jedem Star sind durchschnittlich drei Seiten gewidmet. Darauf sind dann meist eine Kurzbeschreibung zur Person, durchschnittlich drei Rezepte, mehrere Bilder der Rezepte und Stars, ein Statement und ein Zitat. Dabei ist jedem Star eine Farbe zugeordnet, so dass man schnell bestimmte Rezepte finden kann. Zu jeden Rezept sind erst einmal ganz übersichtlich alle Zutaten untereinander aufgeführt. Separat dazu findet man die Anleitung zur Zubereitung, welche immer sehr einfach und verständlich geschrieben wurde. Schließlich ist noch angegeben, wie viele Portionen herauskommen und wie lange die Zubereitung dauert.
Der Verlag hat es sich zum Ziel gesetzt nur vegane Rezepte in diesem Kochbuch zu veröffentlichen. Bis auf eines ist es ihm auch gelungen, denn bei dem Schokokuchenrezepte wurden als Deko „Chocolate Chips“ vorgeschlagen und die enthalten meines Wissens nach Milchbestandteile. Peinlich, peinlich, aber dann lässt man sie als Veganer einfach weg und Vegetarier haben damit ja ohnehin keine Probleme. Hier ein paar Beispiele für sonstige Veganissimo-Rezepte: Kokosnuss-Orangen-Bällchen, Mayonnaise ohne Ei, Apfelmus-Kuchen, Blaubeer-Mohn-Törtchen, Indischer Kichererbsen Schmortopf, Tofu-„Käse“-Kuchen, Möhrencremesuppe, Tomaten-Reis-Suppe, Ratatouille, Indonesischer Salat mit Erdness-Dressing, Chili con Tofu, Tofu-Burger, Vegetarische Paella, Vegetarischer Hackbraten, Nudeln mit Pesto, Stroganoff, usw.
Ausprobiert habe ich natürlich auch schon einiges und kann bis auf eine Ausnahme nur gutes berichten. Die Kokosnuss-Orangen-Bällchen habe ich zum Geburtstag von meinem Schatz gemacht und sie sind absolut positiv angekommen. Das italienische Kräuterdressing auf Seite 18 schmeckt nicht nur zu dem vorgeschlagenen Salat, sondern auch zu einem ganz einfachen gemischten Normalo-Salat. Der Apfelmuskuchen ist sehr gut geworden, auch ohne Ei und war wunderbar saftig und lecker, mein Tipp für die Weihnachtszeit! Beim Brokkoli-Reis-Schmortopf auf Seite 27 war etwas sehr viel Knoblauch drin, aber das kann man ja variieren, wie man es mag. Toll auch die fast fettfreien A-B-C-Törtchen. Die haben sogar meinen ehemaligen Schulfreunden geschmeckt *freu*. Das Chili con Tofu ist absolut lecker, die Erbsensuppe hat sogar meine Mama überzeugt und mein Lieblingsrezept aus diesem Buch ist bis jetzt eindeutig das Bananenbrot von Martina Navratilova. Lecker süßlich und bananig, besonders toll zum mitnehmen zur Arbeit oder zur Schule.
Das einzige Rezept, was irgendwie sehr merkwürdig ist, sind die Erdnussbutter-Plätzchen. Diese werden nicht gebacken und sind eigentlich nicht wirklich Kekse, sondern eher Teigbällchen. Ich habe aus den „Plätzchen“ wieder einen Brei gemacht und ihn als süßen Brotaufstrich verwendet. Da war er allerdings sensationell lecker.
Am Ende wird noch auf zwei Seiten über bestimmte vegane Lebensmittel berichtet und danach findet sich das äußerst praktische alphabetische Rezepte-Register. Ganz am Ende findet man noch Buchtipps.
F A Z I T
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Ich kann dieses Kochbuch nur weiterempfehlen. Es ist wirklich nicht nur für die kleine Gruppe der Veganer geeignet, sondern auch für sämtliche Vegetarier, Milch- und Ei-Allergiker, Menschen mit Laktoseunverträglichkeit oder erhöhtem Cholesterin usw. Außerdem sind viele Rezept auch bei ganz normalen Fleischessern super angekommen. Die Rezepte zeichnet aus, dass die Gerichte wirklich nicht teuer sind und so gut, wie alle Rezepte sind kinderleicht nachzukochen / -backen. Wer also überlegt einer Jugendlichen ein Kochbuch zu schenken, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt, da die Stars das ganze aufpeppen und man beim veganen Kochen eigentlich nicht viel falsch machen kann. Und wer nicht vegan kochen mag, der kann Sojamilch durch Kuhmilch, Tofu durch Fleisch und Eiersatz durch richtige Eier ersetzen. Ich bin überzeugt, dass die Rezepte dann genauso lecker schmecken werden. Da das Buch allerdings sehr teuer ist und man dafür nur 85 Rezepte bekommt werde ich einen Stern abziehen.
Vielen Dank fürs Lesen und Bewerten!
© by Michaela83, 2003-02-02