Verblendung (2009)

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Verblendung (2009)

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... Als ich entdeckte, dass der Film Verblendung in den Kinos anläuft, nahm ich sofort das begonnene Buch von Stieg Larsson in die Hand, und las es innerhalb von drei Tagen fertig, denn ich wollte unbedingt die Verfilmung ansehen. An den schwedischen Filmen mag ich besonders, dass die Hauptdarsteller ... Bericht lesen





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Die tiefen Abgründe jetzt auch bildlich
Erfahrungsbericht von Mungi60 über Verblendung (2009)
13.12.2009


Produktbewertung des Autors:   

Humor wenig humorvoll 
Spannung ziemlich spannend 
Anspruch anspruchsvoll 
Action: geht so 
Romantik: wenig 

Pro: Tolle Umsetzung der Buchvorlage
Kontra: Da gibts nichts zu meckern !

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Ich mag Skandinavien, das Land, ihre Autoren und vor allem auch ihre verfilmten Krimis. Als ich entdeckte, dass der Film Verblendung in den Kinos anläuft, nahm ich sofort das begonnene Buch von Stieg Larsson in die Hand, und las es innerhalb von drei Tagen fertig, denn ich wollte unbedingt die Verfilmung ansehen.
An den schwedischen Filmen mag ich besonders, dass die Hauptdarsteller nicht aus irgendwelchen Beautyfarmen stammen, sondern optisch eher an die Nachbarn von Nebenan erinnern, man denke nur an Markells Wallanderverfilmungen. So ist es auch größtenteils bei „Verblendung“. Michael Nyqvist, der im Film die Rolle des Michael Blomkvist spielt, ist ein etwas narbengesichtiger Mittvierziger, zwar nicht uninteressant, aber man erwartet automatisch einen attraktiveren Mann, wenn man schon vom Buch her weiß, dass er so ziemlich alles an weiblichen Wesen flach legt, was ihm in den Weg kommt.
Dagegen ist die Lisbeth Salander Darstellerin recht attraktiv, und wirkt eher wie ein Vamp, auch wenn ich finde, dass die deutsche Stimme nur bedingt zu ihr passt. Allerdings gewöhnt man sich dann doch mit der Zeit daran.
Oh, ich schweife aus, da habe ich doch einiges vorgegriffen, denn wir sollten zuerst einmal mit der Handlung des Filmes beginnen….


DIE HANDLUNG

Der Industrielle Henrik Vanger erhält jedes Jahr an seinem Geburtstag ein Päckchen geschickt, das zum Inhalt eine seltene, gepresste Blume, hinter einem Glasrahmen befindet. Dieses Geschenk erhält er schon seit 1958 (Wir haben das Jahr 2001) von seiner Nichte Harriet, doch diese ist seither spurlos verschwunden. Vanger glaubt, dass sie ermordet wurde, und dass ihm der Mörder jährlich dieses Geschenk macht, um seinen Schmerz immer wieder neu aufzufrischen.
Deshalb verpflichtet er den Wirtschaftsjournalisten Michael Blomkvist, der gerade eine Prozessniederlage gegen den Großindustriellen Wennerström hinnehmen musste, und ein wenig Abstand von seinem Witschaftsmagazin Millenium braucht, das er mit seiner besten Freundin Erika Berger vertreibt. Er hofft, dass somit etwas Ruhe in seine Firma einkehrt.
Unter dem Vorwand, über die Vangers ein Buch zu schreiben, forscht er auf einer kleinen Insel, die fast von der ganzen Vanger Dynastie bewohnt wird. Viele sind sehr kooperativ und freundlich zu Blomkvist, er stellt aber auch schnell fest, dass auch einige der Familienmitglieder überhaupt nicht wünschen, dass er unter der Decke gräbt, denn da gibt es so einiges, was an ihrer bürgerlichen Fassade rütteln würde. Mit Hilfe der 24jährigen Hackerin Lisbeth Salander, die zuvor dafür sorgte, dass Henrik Valander genaueste Informationen über Blomkvist erhielt, versucht er den düsteren Geheimnissen dieser Sippe auf die Spuren zu kommen. Bis sie eine erste Spur zu Harriett Vanger finden, stossen sie auf Unmoral, Lügen und sexuellen Perversionen. Geheimnisvoll sind einige Eintragungen in Harrietts Tagebuch, vor allem fünf Namen, auf denen dahinter mehrere Zahlenreihen stehen. Was steckt dahinter? Lisbeth Salander hat da eine Ahnung, und diese Ahnung bestätigt sich auch weitgehend. Und das verursacht Gänsehaut pur!
Und als dann auf Blomkvist geschossen wird, ist ihnen bewusst, dass sie sich in Lebensgefahr befinden. Doch die misstrauische Lisbeth und der hartnäckige Blomkvist lassen sich nicht beirren, sie suchen weiter nach der Wahrheit. Es wird zum Alptraum für die Beiden.


DIE SCHAUSPIELER


Leider sind die schwedischen Schauspieler in Deutschland recht unbekannt, ich habe dennoch versucht, ein paar Fakten zusammen zu tragen.

Die Besetzung

Mikael Blomkvist: Michael Nyqvist
Lisbeth Salander: Noomi Rapace
Erika Berger: Lena Endre
Henrik Vanger: Sven-Bertil Taube
Martin Vanger: Peter Haber
Anwalt Nils Bjurman: Peter Andersson
Cecilia Vanger: Marika Lagercrantz
Dirch Frode: Ingvar Hirdwall
Gustav Morell: Björn Granat
Birger Vanger: Willie Andréason
Harriet Vanger: Ewa Fröling
Holger Palmgren: Per Oscarsson
Dragan Armanskij: Michalis Koutsogiannakis
Annika Giannini: Annika Hallin
Malin Eriksson: Sofia Ledarp
Janne Dahlmann: David Dencik
Hans-Erik Wennerström Stefan Sauk
Harald Vanger: Gösta Bredefeldt


Das Filmteam

Regie: Niels Arden Oplev
Drehbuch: Nikolaj Arcel, Rasmus Heisterberg
Buchvorlage: Stieg Larsson
Kamera: Eric Kress
Schnitt: Anne Østerud
Musik: Jacob Groth
Produzent: Søren Stærmose
AusführendeProduzenten: Peter Nadermann, Ole Søndberg, Mikael Wallen, Anni Faurbye, Lone Korslund, Gunnar Carlsson

MICHAEL NIQVIST: Für Niqvist war die Namensumstellung in diesem Streifen nicht gravierend, da stimmt der Vorname und fast auch der Nachname überein. Der 49 jährige schwedische Schauspieler spielt hauptsächlich in skandinavischen Produktionen mit, ist aber bei uns bekannt geworden in der Rolle des Dirigenten Daniel Dareus in dem wundervollen Fim „Wie im Himmel“, sowie in Wallanders „Der unsichtbare Gegner“ und „Die fünfte Frau“. In den Kommissar Beck Verfilmungen spielte er den John Banck.
Das nächste Objekt, bei dem Niqvist mitwirkt, ist die deutsche Produktion „Kennedys Hirn“, eine Romanverfilmung von Henning Mankell, der u.a. mit Iris Berben verfilmt wird.


NAOMI RAPACE: Als ich auf der Suche nach dieser schwedischen Schauspielerin war, stieß ich sofort auf eine Fotogalerie von ihr, und war begeistert. Trotz ihrem skurillen Outfit und den „Piercingverstümmelungen“ in diesem Film, ist die Attraktivität der 30jährigen Schwedin klar erkennbar, aber die Galerie begeistert mich noch mehr, denn ich persönlich finde, dass diese Frau sehr schön ist. Aber leider waren das auch schon alle Infos über sie, die nennenswert sind. Meistens ist sie in schwedischen Fernsehserien und im Theater zu finden. Auf jeden Fall überzeugt sie in der Rolle der Lisbeth Salander, und sie kommt dem Vorbild in der Buchvorlage recht nahe.
Und ich bin jetzt schon auf die zweite Verfilmung (Verdammnis) von Stieg Larssons Roman gespannt, denn hier ist das Outfit von Lisbeth Salander eine ganz andere, nämlich die der Dame von Welt….


Ferner sind noch einige Akteure in diesem Film zu sehen, die man auch immer mal wieder in schwedischen Romanverfilmungen antrifft, deren Namen aber mir leider dann doch nicht viel sagen. Am bekanntesten ist noch Peter Haber (Martin Vanger), der den Kommissar Beck, in der gleichnamigen Krimiserie, spielt. Auch Ingvar Hirdvall ( Anwalt Dirch Frode) ist fast in jedem „Beck“ Film zu sehen.

Die Musik stammt von Jacob Groth, der in Skandinavien kein Unbekannter ist, er ist auch verantwortlich für die musikalische Untermalung der dänischen Krimireihen „Die Adler“ und „Protectors“, die auch aktuell immer wieder im deutschen Fernsehen gezeigt werden. Seine Musik hört man auch in einigen dänischen Filmen, die aber bei uns weniger bekannt sind.
Jacob Groth wurde für seinen Soundtrack in Verblendung für den europäischen Filmpreis nominiert, der übrigens heute vergeben wird. Falls er ihn bekommen hat, werde ich es hier nachträglich erwähnen.


Der Regisseur Niels Arden Oplev ist bei uns ebenfalls nicht sehr bekannt, er war auch für einige Regiearbeiten für die Serie „Die Adler“ verantwortlich. Außerdem drehte er den dänischen Jugendfilm „Der Traum“.


VERGLEICH ZUM BUCH


Die Drehbuchautoren haben die Balance gut gehalten. Einerseits mussten sie möglichst viel Stoff des Buches in den Film einbeziehen, anderseits reicht natürlich eine Filmlänge nicht dazu aus, ein Buch mit über 700 Seiten originalgetreu zu verfilmen. So mussten Nicolai Arcel und Rasmus Heisterberg die Story so kürzen, dass die Handlung nicht darunter leidet. Und dies ist Ihnen überaus gelungen. Man ließ zwei der drei zwischenmenschlichen Beziehungen weg, die Michael Blomkvist mit seiner Kollegin Erika und Cecilia Vander hatte. Sie waren interessant, um den Charakter des Journalisten etwas heraus zu kristallisieren, aber für die Handlung waren sie recht unwichtig.
Der schwierige Charakter Lisbeth Salanders, die einerseits rebellisch, doch auch sehr feinfühlig und verletzlich ist, wird im Film hervorragend dargestellt.
Abgesehen von kleineren Änderungen hat man aber leider noch den (ersten) Schluss etwas spektakulärer gestaltet, als im Buch, was für mich völlig unnötig war.
Der Film hat ein paar Szenen, die nichts für zart besaitete Menschen sind, doch was man ihm Film nur erahnen kann, wird im Buch noch klarer beschrieben. Man kann sich somit aussuchen, was schlimmer ist.

MEIN FAZIT

Bekanntlich ist es nicht immer ganz einfach Romane so zu verfilmen, dass sie der Vorlage auch getreu werden. Doch in diesen 153 Minuten ist es dem Regisseur Nils Aden Oplev mehr als optimal gelungen, alles auf die Leinwand zu bannen, was für den Zuschauer und Leser auch wichtig ist. Neben den bereits schon erwähnten Beziehungen wurden nur Szenen weggelassen, die der Handlung keinen Abbruch tun.
Ferner gelang es Jacob Groth in diesem Streifen eine Musik zu hinterlegen, die den düsteren Film mit klassischen Musikinstrumenten immer spannend, bedrückend und geheimnisvoll hält. Eine sehr gelungene Arbeit, und ich drücke ihm die Daumen, dass er dafür den europäischen Filmpreis erhält, den er sich verdient hätte.
Die Darsteller sind sehr gut besetzt, neben dem schon recht überzeugenden Michael Niqvist, ragt allerdings die Schwedin Noomi Rapace noch heraus, und ich glaube, es ist nicht übertrieben, wenn ich behaupte, er wird von Ihr sogar an die Wand gespielt. Auch die Nebenrollen sind hervorragend ausgewählt worden.
Auch die Kameraarbeit will ich noch herausheben, ob Nahaufnahmen, oder Blicke in die Ferne, die Kamera ist immer nah dran, was nicht immer nur schön ist. Auch die vielen Rückblendungen werden sofort als solche erkannt.
Der Film ist ab 16 Jahre, und ich denke, das ist auch das richtige Zulassungsalter, denn zwischendurch erlebt der Zuschauer doch einige harte Szenen. Vor allem die Szenen mit Lisbeth und ihrem Vormund, der sie sexuell ausnutzt, sind ganz schön heftig. Da werden vor allem einige Frauen ihre Probleme damit bekommen. Vielleicht wäre die Freigabe ab 18 sogar die bessere Entscheidung gewesen.
Ich war sehr angetan von dieser Buchverfilmung, und bin gerade am Lesen des zweiten Buch von Stieg Larsson (Verdammnis), um rechtzeitig fertig zu sein, wenn diese Verfilmung 2010 in unsere Kinos kommt. Und als Mann freue ich mich natürlich besonders auf Noomi Rapace!


RESTLICHE DATEN

VERÖFFENTLICHUNG: Schweden 2009
GENRE: Thriller
DAUER: 153 Minuten
VERLEIH: NFP (Warner Brothers)
FSK: Ab 16 Jahre

   

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