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Vor einigen Tagen habe ich hier über „Verblendung“, den ersten Roman aus Stieg Larssons „Millenium“-Reihe, berichtet. Heute möchte ich den zweiten Band vorstellen:
Titel: Verdammnis
Autor: Stieg Larsson
Verlag: Heyne
Erscheinungsdatum: August 2008
Seitenzahl: 768 (Taschenbuchausgabe)
ISBN-Nummer: 3453433173 (Taschenbuchausgabe)
Preis: 9,95 Euro (Taschenbuchausgabe)
Lisbeth Salander, die begnadete Hackerin und Protagonistin aus „Verblendung“ hat Schweden zunächst einmal den Rücken gekehrt. Mittels der Millionen, die sie bei der Aufklärung der Wennerström-Affäre (siehe erster Band) ergaunert hat, ist es ihr möglich, um die Welt zu reisen. Zudem hat sie ihr Äußeres verändert. Doch daheim in Schweden braut sich ein Unwetter zusammen.
Die von Mikael Blomqvist (dem zweiten Helden aus „Verblendung“) und Erika Berger geleitete Zeitschrift „Millenium“ plant eine große Reportage rund um den Themenkomplex Mädchenhandel/Prostitution; insbesondere soll die Verwicklung hochrangiger Politiker und Polizisten aufgedeckt werden. Doch dann werden der Autor des Artikels sowie seine Lebensgefährtin erschossen aufgefunden. Wenig später wird auch Salanders juristischer Betreuer, der Rechtsanwalt Bjurkmann, ermordet. Alle drei Hinrichtungen erfolgten mit der selben Schusswaffe. Und auf dieser Waffe findet man Salanders Fingerabdrücke.
Sie ist nämlich inzwischen nach Stockholm zurückgekehrt. Als sie bei einer kleinen Hackerattacke die Entwürfe der „Millenium“-Artikel und die dazugehörigen Quellen liest, findet sie darin nämlich den Namen ihres Erzfeindes wieder: Zalatschenko, auch bekannt als Zala, soll ein Drahtzieher im internationalen Mädchenhandel sein. Und irgendetwas hat er auch mit Lisbeths düsterer Vergangenheit zu tun. Was genau, wird erst im Laufe des Romans aufgeklärt.
Aufgrund der Fingerabdrücke gerät Lisbeth unter dringenden Tatverdacht und wird polizeilich gesucht. Da sie sich zunächst erfolgreich verstecken kann, beginnt eine Hetzjagd sondergleichen, bei der Polizei, Staatsanwaltschaft und Medien nicht immer fair spielen. Von allen gejagt, muss Salander versuchen, ihre Unschuld zu beweisen, während sie zugleich die Spur von Zala aufnimmt. Wie es ihrer Art entspricht, agiert sie hier ganz alleine, lediglich online kommuniziert sie mit Blomqvist, da sich ihre Ermittlungen überschneiden.
Und so hetzt Lisbeth durch Schweden, auf der Flucht vor der Polizei, auf der Suche nach Zala, bis es zum Ende des Buchs hin zu einem spektakulären Showdown kommt…
Von „Verblendung“ war ich mehr als begeistert, insofern war ich auch auf „Verdammnis“ gespannt. Enttäuscht wurde ich hierbei definitiv nicht. Zwar kann man, wenn man von den Hauptpersonen absieht, die beiden Romane fast nicht vergleichen, dennoch sind sie beide auf ihre Art genial. Während Salander und Blomqvist im ersten Band nur einem „normalen“, wenn auch brutalen und cleveren Serienmörder auf der Spur sind, stoßen sie hier auf eine gigantische Verschwörung, die geeignet wäre, den schwedischen Staat in seinen Grundfesten zu erschüttern. Und Zala, ihre ganz persönliche Nemesis, droht, Salander zu zerstören. Die Handlung spielt in „Verdammnis“ also in einer gänzlich anderen Liga als in „Verblendung“.
Und so spannend die Handlung auch ist, sie wirkt in „Verdammnis“ manchmal etwas zu dick aufgetragen. Als Leser schüttelt man ob der überbordenden Phantasie Larssons doch das ein oder andere Mal leicht den Kopf. Diese kleine Kritik muss erlaubt sein – aber sie schmälert den Lesespaß nur unwesentlich. WIE Larsson die etwas unwahrscheinliche Handlung schildert, ist nämlich über jeden Zweifel erhaben. Die Spannung und der hohe Unterhaltungswert von „Verblendung“ werden definitiv mindestens wieder erreicht, vielleicht sogar übertroffen. Und wie auch im ersten Band trifft die Aufklärung, die in einem furiosen, wenn auch blutigen Finale endet, den Leser eher unvermutet. Okay, im ersten Moment mag sie banal erscheinen, doch je öfter man sie durchdenkt, desto stimmiger wird sie.
Warum das? Nun, wer Larssons Bücher kennt, der weiß, dass Lisbeth Salander eine sehr komplexe, aber auch sehr komplizierte Persönlichkeit ist. Warum sie aber so geworden ist, das erfährt man zumindest im ersten Band der „Millenium“-Reihe nicht. Hier aber, in „Verdammnis“, wird auf diese Frage sehr intensiv eingegangen. Der Schlüssel zu ihrem exzentrischen Verhalten ist untrennbar mit der Auflösung der gesamten Story verbunden. Danach meint man, Lisbeth Salander verstehen zu können.
Wie schon in „Verblendung“ führt Larsson die Handlung in mehreren zunächst voneinander losgelösten Handlungssträngen voran, was die Lektüre zwar einerseits sehr abwechslungsreich gestaltet, andererseits aber auch etwas verwirrend wirkt. Man sollte schon konzentriert lesen, um hier nicht den Überblick zu verlieren.
Insgesamt bewerte ich „Verdammnis“ von Stieg Larsson mit vier von fünf Ciao-Sternen. Einen Stern muss ich aufgrund der etwas hanebüchenen Story und der im ersten Moment zu banalen Auflösung zwar abziehen, dennoch kann ich diesen Roman allen Freunden gepflegter Spannung ausdrücklich ans Herz legen. Ein lesenswerter Thriller ist Larsson hier allemal gelungen.
Ich bin inzwischen bei Band 3 der „Millenium“-Reihe, „Vergebung“, angekommen. Über dieses Buch werde ich dann demnächst berichten. Und das war’s dann auch schon wieder mit dieser Reihe, die zwar eigentlich aus zehn Bänden hätte bestehen sollen, die Larsson aufgrund seines viel zu frühen Ablebens aber nicht beenden konnte.
Den ersten Band habe ich bereits gelesen und war begeistert..... nun auf zum nächsten Teil. Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr wünscht Dir und Deiner Familie _/)_/)_/)Karin
chenhandel, die Hintermänner bekleiden höchste Regierungsämter. Als sein Informant tot aufgefunden wird, fällt der Verdacht auf Blomkvists Partnerin Lisbeth Salander. Eine mörderisc...
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21.12.2009 20:13
Den ersten Band habe ich bereits gelesen und war begeistert..... nun auf zum nächsten Teil. Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr wünscht Dir und Deiner Familie _/)_/)_/)Karin
07.11.2009 17:44
fand ich zwischendurch zu langatmig und ausschweifend
07.11.2009 09:45
Ich fand es langweilig und langatmig geschrieben...aber die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, lG Chrissy