Verhaltensweisen von Pferden

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Koppen - ein ernstzunehmender Hilferuf!!

1  19.09.2001

Pro:
absolut nichts

Kontra:
ein ernstzunehmender Hilferuf der Pferde ! Kolikgefahr

Empfehlenswert: Nein 

aquaqueen

Über sich:

Mitglied seit:04.06.2001

Erfahrungsberichte:60

Vertrauende:11

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 47 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Mit diesem Bericht möchte ich euch auf einen Hilferuf der Pferde aufmerksam machen: Das „Koppen“. Bitte nehmt koppende Pferde sehr ernst! Diesen Hilferuf möchte ich euch nun etwas näher bringen:

1.Was ist Koppen überhaupt?

Koppen nennt man das Verhalten, wenn Pferde die Schneidezähne auf den Rand des Futtertrogs oder der Boxentüre setzen und Luft in Stößen einsaugen. Es hört sich manchmal wie Schluckauf an.

2.Warum koppen Pferde überhaupt?

Koppen ist eine Art Hilferuf! Durch den Einfluss des Menschen hat sich der Lebensraum der Pferde völlig verändert. Denn in freier Natur wandert die Herde jeden tag viele Kilometer auf der Suche nach neuen Weideplätzen und Wasser. In der Obhut des Menschen ist ihr Lebensraum auf eingezäunte Wiesen oder Ausläufe begrenzt.
Häufig werden Pferde jedoch in Boxen und nur hin und wieder in die Reithalle gelassen; nicht alle haben auch das Glück, gelegentlich auf die Koppel zu kommen.
Viele diese Pferde stumpfen ab und fügen sich ihrem Schicksal. Manche können sich aber mit dieser Haltung nicht abfinden, und fangen mit Spinnereien wie dem Koppen an.
Es ist falsch, dieses Verhalten als Untugend oder Ungezogenheit zu bezeichnen. In Wirklichkeit ist Koppen ein Hilferuf der Pferde nach Abwechslung, Freiheit, Bewegung und Artgenossen!

3.Wie kann man dieses Verhalten auf natürliche Art und Weise stoppen?

Das Koppen abzugewöhnen ist leider fast nicht möglich. Vor allem sollte man sobald wie möglich die oben genannten Bedürfnisse der Pferde befriedigen! Pferde sind Herdentiere und sehnen sich nach Artgenossen. Das darf nie vergessen werden! Ich selbst habe eine Reitbeteiligung auf einem Pferd. Dieses Pferd koppt leider. Seine Besitzerin und ich haben schon alles versucht, um es ihm abzugewöhnen: leider ohne Erfolg. Sie hat sich das Pferd aus einem früheren Schulbetrieb gekauft. Das arme Tier hatte bis dahin kein so glückliches Leben. Jeden Tag musste es mehrere Stunden mit Anfängern auf dem Rücken in der Halle drehen, egal ob bei Hitze oder Kälte. Sein früherer Schulstall besaß keine Koppeln, geschweige denn Offenställe. Die Pferde dort waren entweder immer in der Halle beim Unterricht oder in der Box anzufinden. Aus Mitleid wurde er dann von seiner jetzigen Besitzerin gekauft. Jetzt hat er jeden Tag einen langen Ausritt, eine Außenbox (Offenstallhaltung ist leider aus Platzgründen nicht möglich) und regelmäßig Koppelgang. Geholfen hat alles nichts. Das Pferd hat es sich so angewöhnt, dass man nichts mehr machen kann. Leider, leider(obwohl es nun schon seit 4 Jahren im neuen Stall ist)! Sogar beim Putzen koppt es.

4.Was gibt es sonst noch für künstliche Möglichkeiten?

Es gibt im Pferdefachhandel sogenannte „Koppriemen“ zu kaufen. Diese bestehen zum Teil aus Leder. Der untere Teil besteht aus Metall, dass dem Hals angepasst ist. Der Koppriemen wird eng um den oberen Halsabschnitt des Pferdes geschnallt, damit es keine Luft mehr schlucken kann. Unserem Pferd haben die Besitzerin und ich das nicht antun wollen. Der Riemen bringt bei unserem leider auch nur sehr wenig. Jetzt haben wir es mit einem üblen scharfen Mittel probiert und es auf seine Boxentür geschmiert, damit er nicht mehr koppt – auch ohne Erfolg. Lieber verbrennt er sich die Zunge, als das er aufhört zu koppen. Manche Pferdebesitzer hängen ihrem Pferd auch einen Spielball an einer Schnur in die Box, um die Langeweile zu stoppen- obs was nützt, weiß ich nicht, noch nicht ausprobiert.


5.Ist Koppen gefährlich?

Koppen ist in der Hinsicht nicht gefährlich, dass sich das Pferd schwer verletzen kann. Auf die Dauer ist dieses ewige Luftschlucken sicher nicht gesund. Kann eine lebensgefährliche Kolik durch die ganzen Luftbläschen im Magen verursachen! Oft beschädigen koppende Pferde auch die Boxentür oder das Holz, an dem sie herumknabbern. Dann ist Vorsicht geboten, damit sie sich nirgendwo verletzen können.

Bitte versucht, eurem Pferd von Anfang das Leben so angenehm und natürlich wie möglich zu machen. Dann wird es hoffentlich gar nicht mit dem Koppen anfangen.
Bitte bestraft koppende Pferde auch nicht – es ist immer die Schuld eines Menschen. In der freien Natur nämlich koppen Pferde nicht!

Ach ja: mit Bezugsmöglichkeit meine ich, wo man künstliche Mittel gegen Koppen bekommt.

Bye, eure aquaqueen
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
yband

yband

21.05.2004 12:33

Hey Aqua, sorry, aber Du hast zwar teils gute Ansätze in Deinem Bericht drin, dennoch ist das Koppen eine Sache für sich, die man nicht grundsätzlich pauschal begründen kann. Der Wissensstand über das Koppen ist zwar schon weiter, als noch bis vor ein paar Jahren, dennoch ist nach wie vor nicht zu erklären, was wirklich Ursache dieses Fehlverhaltens bei Pferden ist. Ich kenne Pferde, die in Herden- und Weidenhaltung schon immer gestanden haben und noch immer stehen und koppen. Man muss hier sehr vorsichtig sein, zu behaupten, dass ein koppendes Pferd dem Besitzer anzuhängen ist. Dies nämlich sorgt u.a. dafür, dass die meisten koppenden Pferde zum Schlachter kommen. Aus Angst, man könnte als Besitzer dafür verantwortlich gemacht werden, schlecht behandelt werden, nur weil man einen Kopper hat! Finde ich sehr schade - Also liebe Besitzer von Koppern: Kümmert Euch weiterhin um Eure Lieblinge, denn sie brauchen das! Es gibt auch Leute um Euch, die sehr wohl wissen, dass es nicht unbedingt darauf zurückzuführen ist, dass ihr Euer Pferd zu wenig Aufmerksamkeit widmet. Hut ab!

wiiilma

wiiilma

26.02.2002 19:47

Naja, greenfog, ganz so falsch ist es nicht, daß Koppen und Koliken zusammenhängen - wenn auch nicht unbedingt mit den geschluckten 'Luftbläschen'. Viele Pferde beginnen zu Koppen, weil sie Magengeschwüre haben - @winselwuermchen: wär das ein tip für dich?. Und durch die Magengeschwüre bekommt das Pferd leichter Koliken. Magengeschwüre sind beim Pferd übrigens mittels Magenspiegelung leicht zu diagnostizieren und mit Medikamenten gut behandelbar. Die Stute meiner Freundin koppt vermutlich wegen ihrer Magengeschwüre - da sie aber erst behandelt wird, kann ich noch nicht sagen, ob das Koppen dann aufhört - glaube es aber eher nicht, weil Koppen eben eine Sucht ist. lg wiiilma

green_frog

green_frog

25.12.2001 20:03

So sorry fuer die Bewertung, aber Du bist schlecht informiert. Sowohl in der englischen wie auch der deutschen Fachliteratur schliessen neuere Untersuchungen aus, Koppen und Kolikgefahr haengt zusammen. Ich habe uebrigens selbst einen koppenden Hengst - er koppt seit 14 Jahren, er koppt sogar auf der Koppel und er ist ansonsten kerngesund. Sein Tierarzt hat kein Problem mit ihm, er hatte noch nie eine Kolik.

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