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Eine kleine Exkursion in eine Wildpferdeherde um das ein oder andere Verhalten unserer "Hauspferde" besser verstehen zu können.
"Equus przewalski - ist der korrekte zoologische Urname des Pferdes"
----Hengste----
Bekannt ist, das eine Herde aus einem Hengst und aus unterschiedlich vielen Stuten besteht. Es gibt aber auch Herden mit zwei Hengsten. Bei solch einer Herde ist die Fohlensterblichkeit um einiges geringer als mit nur einem Hengst. Es hat also Vorteile sich zu arrangieren, das wissen auch die Pferde.
Hengstgruppen spielen untereinander wegen der Vertrautheit. Sie renne, springen, traben im Spiel! Junghengste wandern im Alter von ca. 2 Jahren von der Herde ab. Erst mal in eine Junghengstgruppe und später werden sie eine eigene Herde führen. Vertrautheit und Familiensinn ist bei Hengsten anders intensiv als bei Stuten.
Reproduktive Konkurrenz unter Hengsten ist sehr ausschlaggebend für die Fortpflanzung. Trifft ein Hengst auf eine neue Herde, egal ob es eine Hengstgruppe ist oder Stuten sind, galoppieren alle Tiere, meist einige Stunden, einfach nur über die Wiesen. Danach sind die ersten Aggressionen abgelegt und schwere Verletzungen kommen dann eher selten vor.
Kommt ein Hengst neu in eine Herde tötet er fast immer alle jung Fohlen (Infantizid) und attackiert trächtige Stuten bis zum Abort (Fehlgeburt). Dies tu sie um ihre eigenen Gene vererben zu können. Es kann immer sein, das ein neuer stärkerer Hengst ihm die Herde wegnehmen kann. Da eine Stute nur einmal pro Jahr ein Fohlen bekommen kann, bei einer Tragzeit von 11 Monaten, sinken die Chancen sich in seiner "Herdenzeit" fortzupflanzen.
Weibliche Tiere folgen den natürlichen Ressourcen und somit können männliche Tiere dann nur folgen, damit sie ihren Fortpflanzungstrieb ausleben können. Die Testosteronwerte eines Hengstes sind morgens und abends am höchsten.
Stuten könne sich ihren Hengst aussuchen, das hat auch mit der Souveränität des Hengstes zu tun, aber auch sein Aussehen und sein benehmen spielen eine Rolle bei der Wahl der Stute. Wird ein Hengst durch einen "neuen" ersetzt, folgen oft dem "alten" Hengst einige Stuten, wenn ihnen der "neue" nicht gefällt.
-----Stuten-----
Wenn eine Stute einmal in ihrem Leben in den ersten 3 Wochen ihr Fohlen verloren hat, passiert ihr das nie wieder. Beim nächsten Fohlen ist sie noch aufmerksamer und hat aus ihren Fehlern gelernt.
Wild lebende Stuten, z.B. in der Carmargue, säugen ihre Fohlen bis zur 71 Wochen, meist bis kurz vor der Geburt das nächsten Fohlens. Bleibt die Stute leer (d.h. sie wurde nicht befruchtet) säugt sie sogar bis zu 98 Wochen. Hengstfohlen werden länger gesäugt als Stutfohlen.
Nimmt man einer Stute das Fohlen zu früh weg (Entwöhnung) entsteht oft Serotoninmangel und das wiederum ist erwiesen für endogene Depressionen ausschlaggebend. Psychische Schäden oder auch fehlverhalten in späteren Jahren können die Folge sein. Oft wundern sich Pferdebesitzer über ungewöhnliche Verhaltensweisen ihres Pferdes... vielleicht sollte man mal in die "Kindheit" des Pferdes schauen, wenn es möglich ist! Ein paar Recherchen können vielleicht zum besseren Verstehen und zum erleichtern des Zusammenlebens dienen.
02.05.2012 13:38
Da möchte ich Maria recht geben...hat bei Menschen die gleichen Folgen.
05.09.2011 21:16
anmutige Tiere :)
04.09.2011 10:55
Man sollte die Kleinen nie zu früh entwöhnen, auch bei Menschen nicht ! ------ Maria -----