Verhandlungssache

Erfahrungsbericht über

Verhandlungssache

Gesamtbewertung (97): Gesamtbewertung Verhandlungssache

 

Alle Verhandlungssache Testberichte

 Eigenen Erfahrungsbericht schreiben


 


 


Beweis' meine Unschuld!

5  28.04.2002

Pro:
spannend, gut besetzt, gute Story

Kontra:
teilweise greift man leider immer wieder den "American - Hero" - Mythos auf .  .  .

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor

Spannung

Action:

Romantik:

mehr


Shue

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:179

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 78 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Gestern abend habe ich mir zu später Stunde noch einen Film auf Pro 7 reingezogen, was ich eher selten tue, weil ich meist zu müde bin und weil mich die Werbeunterbrechungen zu Tode nerven. Dann habe ich eher zufällig in den Anfang von „Verhandlungssache“ reingesehen und konnte nicht mehr abschalten, weil der Film spannend zu werden versprach. Ob der Film das hält, lest Ihr hier:


Die Handlung
-------------
Danny Roman (Samuel L. Jackson) ist Spezialist für Geiselnahmen: er verhandelt mit den Tätern und kann die meisten Fälle unblutig und ohne Verlust von Geiseln beenden. Jung verheiratet, gerade wieder zum Helden der Stadt gekürt könnte es eigentlich kaum besser laufen im Moment. Bis am nächsten Abend sein Freund und Kollege Nat erschossen wird. Und der Mord soll Danny angehängt werden. Niemand hört dem Verzweifelten zu: alle glauben den Indizien, die darauf hinweisen, dass Danny den Kollegen ermordet hat. Niemand will hören, was Nat Danny kurz vor seinem Tod erzählt hat.

Nun dreht Danny scheinbar durch: er stellt seinen Vorgesetzten zur Rede und nimmt dann in einer Art Affekthandlung diesen und drei weitere Leute zur Geisel. Als erfahrener Verhandler ist er in einer guten Position: er kennt die Tricks der Polizei nur zu gut. Außerdem traut er niemandem seiner ehemaligen Kollegen über den Weg: er will nur mit Chris Sabian (Kevin Spacey) reden, einem Fremden, der aber ebenfalls ein sehr guter Verhandler ist. Von Chris erhofft sich Danny die nötige Neutralität und Fairness für seine Forderungen: er will, dass Nats Mörder gefunden wird, um seine eigene Unschuld zu beweisen. Binnen acht Stunden... Jetzt beginnt ein spannendes Psychoduell – wer blufft wann wen und ist Danny wirklich zum brutalen Geiselmörder geworden?


Meine Meinung
--------------
Der Film ist einerseits typisch, andererseits wieder nicht. Sehr typisch sind z. B. Die Querelen zwischen Polizei und FBI, die wir in solchen Filmen immer zu sehen bekommen: einer weiß besser als der andere, was zu tun ist und keiner gönnt dem anderen nur ein kleines Quentchen Erfolg. Untypisch ist, dass wir als Zuschauer immer wieder erfolgreich hinters Licht geführt werden: man weiß lange nicht so recht, wer gut und wer böse ist, weil diese Rollen ständig umverteilt werden.

Anders als sonst oft in Geiseldramen, sind hier die Rollen keineswegs klar geregelt. Das macht es bis zum Schluß spannend, ein gelungenes Psychospiel. Teilweise hat der Film sogar seine witzigen Stellen, so z. B., als Danny dem Mann, mit dem er zuerst telefoniert, erstmal eine Lektion in Sachen „Richtig verhandeln mit dem Geiselnehmer“ erteilt. ;-) Zugegeben, irgendwie ahnt man schon, was Sache ist in Sachen "gut und böse" - aber gelegentlich kommt man schon ins Zweifeln.

Freundlicherweise verzichtet der Film nahezu völlig auf sinnlose Ballerei und folgenreiche Explosionen – solche Effekthascherei hat er auch gar nicht nötig, weil das Psychoduell auch so schon interessant genug ist. Natürlich wird immer wieder geschossen, aber viel Blut gibt es nicht zu sehen, keine zerfetzten Körper, keine Schlachthaus-Szenen – was man bei vielen anderen Filmen dieses Genres nicht behaupten kann. Möglicherweise war der Film fürs Fernsehen gekürzt – das kann ich natürlich nicht sagen.

Natürlich hat der Film auch Schwächen: eine davon ist die unerträgliche und ewig ausgereizte „American-Hero“ Legende, die immer in amerikanischen Cop-Filmen vorkommt. Der Vorteil hier ist aber, dass man wenigstens nicht schon nach 10 Minuten weiß, wer am Ende den guten, heldenhaften Cop spielen darf, so dass es in diesem Fall nicht so sehr nervt wie sonst...


Die Schauspieler
-----------------
Die beiden Hauptdarsteller sind sich sowohl in der Story als auch als Schauspieler ebenbürtig. Kevin Spacey als knallharter Verhandler, der weiß was er tut, und dies teilweise recht unkonventionell, wirkt glaubwürdig und sympathisch. Samuel L. Jackson schafft es hervorragend, den innerlich zerrissenen, guten Cop darzustellen, der einfach nur will, dass man ihm zuhört, der aber eigentlich niemandem wehtun will. Dabei greift er zu einem Verbrechen, das er selbst stets bekämpft hat und mit dem er sich bestens auskennt – was ihm viele Vorteile verschafft. Beide Schauspieler sind wirklich gut gewählt (angeblich durfte Silvester Stallone nicht mitspielen, weil die beiden Darsteller (Spacey und Jackson) nur gemeinsam spielen wollten – zum Glück...) Und auch die Nebenrollen, allen voran die vier Geiseln, sind feinfühlig und glaubwürdig besetzt. Von dieser Seite her gibt es an dem Film nichts zu meckern.


Daten und Fakten
-----------------
USA 1998
Länge: 140 Minuten
Regie: F. Gary Gray
Buch: James DeMonaco, Kevin Fox
Freigabe: ab 16 Jahren


Mein Fazit
-----------
„Verhandlungssache“ ist ein sehr sehenswerter, spannender Thriller, der sehr gut besetzt ist und dessen Story durchaus glaubwürdig ist. Ich kann ihn für einen gemütlichen Videoabend nur empfehlen – weil er nicht allzu brutal ist, aber dennoch ungemein spannend – anschauen, lohnt sich.


Ihre Bewertung dieses Erfahrungsberichtes

Wie hilfreich ist dieser Erfahrungsbericht für Ihre (Kauf-)Entscheidung?

Bewertungsrichtlinien

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
yesup

yesup

26.12.2011 23:03

und wieder läuft der Film, diesmal auf kabel1, damals habe ich den nicht zu ende gesehen, jetzt schon. ist doch spannend

yesup

yesup

24.08.2009 23:27

der film läuft gerade im zdf und fängt doch spannungstechnisch ganz interessant an. stimmt ich glaube das mit dem american hero nervt jetzt schon

Miss_Piper

Miss_Piper

01.02.2005 15:05

Kann mich nur anschließen.

Eigenen Kommentar schreiben

max. 2000 Zeichen

  Kommentar abschicken


Bewertungen
Dieser Erfahrungsbericht wurde bislang 1017 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

"sehr hilfreich" von (100%):
  1. yesup
  2. Miss_Piper
  3. Hi-Vi
und weiteren 75 Mitgliedern

Informationen zur Berechnung der Gesamtbewertung.