Gehwegplatten verlegen leicht gemacht?!

5  02.10.2002

Pro:
ohne Komplikationen

Kontra:
Nichts

Empfehlenswert: Ja 

Stemivo

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Erfahrungsberichte:29

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Wer ein Häuschen hat, der kennt es: Die Arbeit nimmt nie ein Ende es gibt immer etwas zu tun.......

Jetzt haben wir endlich Urlaub und da man nichts besseres zu tun hat, da legt man doch fix mal Gehwegplatten. Die Alten haben im Laufe der letzten 18 Jahre ihren Dienst getan und sahen dazu auch nicht mehr schön aus. Wurden nicht von uns verlegt, denn wir sind erst seit 3 Jahren die Besitzer dieses Hauses.

Die Fläche, die neu gepflastert werden musste, hat eine Länge von 4 m und eine Breite von 1 m. Links und rechts gleich das Blumenbeet. Dafür extra Handwerker bestellen und viel Geld bezahlen? Nein, das können wir auch selbst, kann ja nicht so schwer sein! Es wurde allerdings dann doch eine etwas aufwendigere Angelegenheit.....

Zunächst mussten wir uns entscheiden, wie wir den Weg neu verlegen. Altsteinpflaster oder Pflasterplatten? Wir entschieden uns für die Pflasterplatten ‚La-Strada’ von der Fa. Böcke in der Größe von 40 x 40 cm (Farbe: Quarz-Granit-weiß) und den passenden kleineren Pflasterplatten in 20 x 20 cm (Farbe: Basalt-Brillant-Anthrazit), beide Platten haben eine Stärke von 5 cm, sind mineralgestrahlt und wiegen Tonnen. Na ja, nicht gerade Tonnen, aber immerhin wiegt der Quadratmeter satte 120 kg. Der Preis liegt pro qm bei 37,50 Euro. Ein stolzer Preis, aber Qualität will bezahlt werden und die jahrelange ‚Nachkauf-Garantie’ ist auch von großem Nutzen.

Da wir es uns ja so einfach wie möglich gestalten wollten (und wenig Ahnung haben/hatten) entschieden wir uns außerdem noch für das neue ‚PAVE EDGE’-Randschienen-Programm. Einfache, schnelle Verlegung, sofortige Flucht, jeder Radius möglich, kein Anbetonieren nötig, keine Wartezeit – sofort begehbar, Schlagfest, formstabil, geringes Gewicht, wiederverwendbar. Tolle Verkaufsargumente die uns auch ziemlich schnell überzeugt haben.

Hierbei handelt es sich um eine spezielle Form der Randbefestigung, die anstelle einer Betonkante zur seitlichen Befestigung von Pflastersteinen eingesetzt wird. Das System besteht aus 2 unterschiedlichen Schienen, 1 x starr und 1 x flexibel, die mit Hilfe 30cm langer Nägel als Randbegrenzung praktisch im Erdreich aufgenagelt werden. Das starre System bietet sich für gerade Flächen an (wie in unserem Fall), das flexible System ermöglicht die Einfassung von runden, bzw. unregelmäßigen Flächen.

Die Schienen sind in beiden Fällen 2,4 m lang, haben aber einen unterschiedlichen Preis. Die starre Schiene kostet 15,20 Euro, die flexible Schiene kostet 18,40 Euro. Pro lfd. Meter benötigt man noch 3 Nägel (30 cm Länge) die pro Stück 0,45 Euro kosten.

Diese Schienen sehen aus wie ein Winkel. Ich habe mal eine Zeichnung versucht, aber das klappt hier nicht. Unter www.pave-edge.com kann man sich aber die Schienen ansehen!


Vorgehensweise:

Der Boden wird um ca. 20-25 cm abgetragen und die Oberfläche des Erdreiches muss Plan sein. Das Aufbringen der groben Schotterschicht dient als Drainage und Höhenausgleich. Bei uns war eine dickere Drainageschicht nötig, da wir sehr lehmige Erde haben. Bei sandigem Untergrund benötigt man nicht so viel groben Schotter. Um sich das ganze einfacher zu gestalten, sollte eine Richtschnur gespannt werden, die dann als Orientierungshilfe dient.

Als nächstes wird die grobe Schotterschicht mit der Rüttelplatte verdichtet – bitte Ohropax nehmen, ist ziemlich laut!

Beim verlegen der Schienen auf den groben Schotter muss man schon absolut akkurat arbeiten und auch viel Geduld mitbringen. Beide sich gegenüberliegende Schienen müssen in der Waage und sich im absolut gleichen Abstand und in gleicher Höhe befinden, auch hier hilft die gespannte Richtschnur enorm.

Wir haben den Fehler gemacht (weil wir es nicht besser wussten), dass wir beide Schienen schon gleich zu Anfang in der Schotterschicht vernagelt haben. Besser ist es, wenn man erst die eine Seite vernagelt und die andere solange unvernagelt lässt, bis die Platten richtig liegen. So können die Pflasterplatten viel besser verlegt werden, denn die Schiene ist noch flexibel und man kann die Platten besser herausheben um den feinen Splitt-Untergrund auszubessern und das macht man mit jeder Platte mind. 5x bis alles in absoluter Waage ist!

Die Nägel werden übrigens an der Schrägseite der Schiene ins Erdreich, bzw. in die grobe Schotterschicht geschlagen.

Hat man nun die Schienen korrekt verlegt, geht es weiter mit der Splittschicht. Hierfür nimmt man Splitt mit einer Körnung von 4-6 mm. Der Splitt ist nicht teuer, liegt bei einem Kubikmeter so um die 18 Euro und hat den Vorteil, dass die Ameisen sich nicht so schnell heimisch unter den Platten fühlen und dort ihre Kinderstuben einrichten. Außerdem nähme man keinen Sand mehr (lt. Fa. Böcke), da sich der Splitt nicht so schnell verschiebt, bzw. fester als Grundlage sei, außerdem vererdet der Sand schneller, was beim Splitt nicht der Fall ist.

Dann wird die feine Splittschicht zwischen den beiden Schienen ca. 5 cm dick aufgetragen und braucht aber dann nicht mehr geplättet oder gerüttelt werden . Nachdem wir mit der Wasserwaage die Schicht glatt gezogen haben konnten die Platten verlegt werden. Dieses benötigt aber viel Geduld, denn dort muss Splitt weg, da muss wieder welcher drunter usw. usw. Jedes Mal die schweren Platten hochheben, runterlassen, das geht ganz schön auf die Knochen. Aber je weiter wir kamen, desto besser klappte es. Außerdem hatten wir das Glück und brauchten keine Platte zu schneiden. Aber auch dieses hätte Fa. Böcke bis zu 6 Platten kostenlos übernommen!

Zum Schluss werden die Fugen der Platten noch mit Silber- oder Quarzsand gefüllt. Ein gutes Armtraining, denn der Besen muss nun wild hin und her, kreuz und quer bewegt werden, damit sich alle Fugen mit dem Sand zusetzen. Wasser auf die verfugte Fläche geben, einschlämmen lassen und fertig. Wer jetzt noch mal auf die Rüttelmaschine wartet – die kommt nicht mehr, denn durch den Splitt ist das nicht mehr nötig (beim Sand sähe es wieder anders aus).

Die Fugenbreite der einzelnen Platten kann noch mit einem Spaten (oder einer kleinen Gartenschüppe – das hab ich so gemacht) geringfügig verschoben werden, damit alles in einer Flucht ist.

Und der Weg sieht jetzt wirklich klasse aus und ich habe ‚Muckis’ bekommen :-)!

FAZIT:

Die ganze Sache hört sich nun flott, einfach und schnell an. Ist sie aber nicht. Wir haben für die lächerlichen 4 qm ganze drei Tage gebraucht. Sicherlich spielt es dabei auch eine große Rolle, ob man Erfahrung mit dem Verlegen hat, oder so wie in unserem Fall, so gar keine Ahnung.

Die Schienen erleichtert einem die Verlegung ungemein.

Die 4 qm haben jetzt insgesamt 239,60 Euro (und leider auch viele Nerven) gekostet. Trotzdem kann ich die Schienen wirklich empfehlen, sie erleichtern einem die Arbeit und vielleicht hilft meine Ausführung, sich mind. einen Tag Geschiebe und Gerüttel zu sparen. Eine Sache, die sich lohnt, wenn man nicht teure Handwerker bezahlen möchte, bzw. keine solchen im Bekannten- oder Verwandtenkreis hat und sich selbst testen möchte ;-)

Die Internet-Adresse von der Firma Böcke lautet: www.boecke.de

Die Firma gibt es in: 46149 Oberhausen-Sterkrade, Tel.: 0208-69090
53842 Troisdorf-Spich. Tel.: 02241-95020
58313 Herdecke, Tel.: 02330-97910
51381 Leverkusen-Opladen, Tel.: 02171-89202

Fa. Böcke liefert alles komplett an (wenn man möchte), kostet aber ziemlich viel. In unserem Fall wären es für 10 km Lieferweg 82 Euro gewesen! Da haben wir das Zubehör in drei Mal anfahren selbst abgeholt.....(Schlepp, schlepp – stöhn!)

In diesem Sinne – Gut verlegt ist halb gewonnen

Gruß von Steffi

Noch eine Anmerkung: wir hatten eine kleine Reklamation bei der Fa. Böcke zu melden. Vier Platten waren mit Roststreifen versehen. Haben wir auch mit viel schrubben nicht abbekommen. Fa. Böcke hat ohne zu murren uns 6 Ersatz-Platten und den Aktivreiniger (11,95 €) als Entschädigung kostenlos überlassen. Das nenn ich Kundenservice! Und der Rost ist jetzt weg!

Sollte es nicht erlaubt sein, die Internetadresse und den Namen der Firma zu erwähnen, bitte ich um Benachrichtigung!

Wer diesen Bericht kopiert muss sich vor meinen ‚Muckis’ in Acht nehmen!


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telemo

telemo

28.05.2003 15:31

240 € für 4 m² ist aber trotzdem ganz schön heftig. Für den Preis hätte ich wohl die 5 fache Menge Verbundpflaster gelegt. Jedenfalls erscheint mir das ganz schön teuer. *LG*

sandwarrior

sandwarrior

28.01.2003 13:26

komm mal vorbei, ich habe auch noch Arbeit für dich.

kalli46

kalli46

20.01.2003 14:37

Da kannst du mal bei mir vorbeikommen. Im Sommer muß ich nämlich einige Platten neu verlegen, die sind im Winter abgegangen. Gruß kalli46

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