Wo ist denn hier der nächste Notausgang?
10.04.2004
Pro:
sehr witzig, gelungen, grandiose Schauspieler etc .
Kontra:
öh . . .
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Humor
Spannung
Anspruch
Action:
Romantik:
mehr
 mary-p
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:501
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 67 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Und nun, Freunde, kommt die vermutlich neunmillionste Meinung zu dem Film „Verrückt nach Mary“! Denn wie es der Zufall so wollte, lief das gute Stück gestern im Fernsehen und nachdem wir uns schon einmal so darüber weggehauen hatten, dachten wir uns: Warum nicht ein zweites Mal? Alles beginnt damals, als der Protagonist Ted noch jung war und auf die Schule ging. Damals... da gab es so ein Mädchen, das hieß Mary, die blonde, blauäugige, strahlende, besondere Mary – und natürlich war Ted in sie verknallt. Das einzige Problem ist natürlich, dass er viel zu schüchtern und zu „tapsig“ (O-Ton Mary) ist, um sie anzusprechen oder gar daran zu glauben, dass sie jemals etwas von ihm wolle (und erst recht nicht mit ihm auf den Ball gehen würde, Gott bewahre!). Doch alles kommt anders, als Marys behinderter Bruder Warren in der Schule auftaucht und von einem Schönling fertiggemacht wird. Das kann Ted nicht mitansehen und er geht dazwischen – worauf Mary ihn endlich beachtet. Es kommt, wie es kommen muss, die beiden wollen gemeinsam zum Ball gehen, doch bevor sie auch nur einen Fuß aus der Tür gesetzt haben, kommt der Stein ins Rollen, die Dominosteine fallen nacheinander und plötzlich befindet Ted sich auf dem Weg ins Krankenhaus, weil er sich gewisse Körperteile im Hosenschlitz eingeklemmt hat...
Schnitt! Die Kamera gleitet durch den Raum, auf ein Sofa zu (Alles klar! Zimmer eines Psychodoktors!). Darauf liegt Ted und erzählt die Geschichte von Mary, während der Seelenklempner gerade wieder hereingeschlichen kommt, die Serviette noch im Kragen, um den letzten Worten seines Patienten zu lauschen. Zu deutsch: Der liebe Ted ist immer noch in Mary verknallt. Auf Anraten eines Kumpels arrangiert er also einen Privatdetektiv, der nur mal gucken soll, was die Gute so macht. Doch wie das nun mal mit Mary so ist, wird auch der Detektiv verrückt nach ihr und hat besseres zu tun als Ted brauchbare Resultate zu bringen. Stattdessen lügt er das blaue vom Himmel hinunter und zieht nach Miami, um sich Mary zu angeln, indem er versucht Marys Idealbild von Mann darzustellen. Ted erfährt unterdessen von einem alten Schulfreund, dass Mary doch kein fetter Wal ohne Mann mit vier Kindern und einem Rollstuhl ist, sondern so wie eh und je. Der Privatdetektiv hat ihn also ganz schön angeschmiert... Er macht sich auf nach Miami, um Mary wiederzusehen... „Verrückt nach Mary“ fällt zwar in die Kategorie Komödie, versucht aber genauer betrachtet, keine zu sein. Es werden keine flachen und (hoffentlich) witzigen Charaktere eingesetzt, sondern ziemlich „normale“ Leute, die alleine durch ihre kleinen Charaktereigenschaften zum Lachen sind, auch wenn sie gar nicht lustig tun. Da ist zum Beispiel Marys Freund Tucker, der mit zwei Krücken und steifen Beinen durchs Leben humpeln muss – bis sich herausstellt, dass er dies nur tut, um bei Mary zu sein. Aber er kommt nicht übertrieben witzig rüber, sondern irgendwie... authentisch. Es ist nicht so, dass man solche Personen auch im wahren Leben treffen würde, aber sie wirken doch so, als ob es sie eventuell geben könnte.
Und überhaupt ist „eventuell“ das Wort des Films, denn er spielt mit allen möglichen Eventualitäten und Zufall. Im normalen Leben verbringt man einen ruhigen und dezent langweiligen Alltag – in diesem Film reiht sich ein „könntepassieren“ an das nächste. Normale Menschen würden zum Beispiel einfach einen Anhalter mitnehmen, Ted muss natürlich einen Psychopathen mitnehmen, der eine Leiche bei sich hat. Und genau solche „könntenpassieren“ reihen sich in dem Film aneinander. Andauernd wird in scheinbar normalen und alltäglichen Situationen der Notausgang zum Skurrilen genommen, was uns ungemein erheitert und nicht so flach wirkt wie in manch anderen Komödien. Dadurch wird der Zuschauer an die Mattscheibe gefesselt, denn er erwartet jeden Moment einen neuen fantastischen Notausgang, über den er lachen kann. Ich schwöre, meine Freunde, ich habe schon lange nicht mehr so viel gelacht bei einem Film (und das, obwohl ich ihn alleine geschaut habe!). Die Story des Films ist natürlich nicht wirklich etwas besonderes, wir wissen alle, worauf sie hinausläuft. Was sie natürlich liebenswert macht, sind die vielen Verwicklungen und „Notausgänge“, die Männer, die verrückt nach Mary sind. Privatdetektiv Healy bringt sich zum Beispiel von einer blöden Situation in die nächste, wenn er versucht, Marys Idealbild von Mann (das er sich erlauscht hat) zu entsprechen und mit lässiger Art und Weise an sie ranzukommen und dabei immer wieder in ein Fettnäpfchen tritt. Er wird sich natürlich immer tiefer im Lügengewirr verstricken, versuchen rauszukommen ätc. und wird den Zuschauer dadurch sehr gut unterhalten.
Das führt uns zu den Schauspielern, die allesamt wirklich klasse spielen. Ich meine, stellt euch mal Ben Stiller mit Dave-Grohl-Gedächtnisfrisur und Zahnspange vor, wie er versucht, Mary zu gefallen... Ben Stiller spielt auf jeden Fall fantastisch, wie ich finde. Er verkörpert so richtig gut den schüchternen, unentschlossenen Ted, der immer noch in Mary verknallt ist. Auch die anderen Kerle, die verrückt nach Mary sind, allen voran Healy (Matt Dillon), spielen ihre Charaktere perfekt und bringen sie gut rüber. Cameron Diaz, also Mary, hat zwar von der Charakterzeichnung her eher die kleinste Rolle (sie ist nur das „Objekt der Begierde“), gefällt aber trotzdem dank ihrer lockeren Art und vor allem dadurch, dass sie nicht als das bloße Wunderfräulein rüberkommt. Nein, sie wirkt sogar dezent verschüchtert, als sich ihr „Idealmann“ Healy zu ihr gesellt. Das wirkt sehr authentisch! Die Musik ist meist recht locker und lustig, mit fröhlichen Gitarren und zwei immer wieder auftauchenden Straßenmusikanten, die das Geschehen um Ted und Mary besingen, was sehr originell ist. Bei Kameraführung und Schnitt konnte ich nichts besonderes feststellen, weil ich vermutlich auch nicht so den Blick dafür habe, aber alles lief glatt, es gab keine Störungen oder ähnliches.
Wir fassen also zusammen: Herrlich witzige Story, die nicht an übertriebene Komödien angelehnt ist, sondern sanft wie ein Frühlingswind in den Fernseher gerieselt kommt. Sie ist vollgestopft mit Sahnegags, von denen die meisten auf Zufällen und Eventualitäten beruhen, also nicht unauthentisch wirken. Hinzu kommen die Verwirrungen um Healy und Tucker, die so verrückt nach Mary sind, dass sie alles für sie tun werden. Und überhaupt glänzen die Charaktere in diesem Streifen, allen voran der schüchterne und etwas verklemmte Ted sowie der möchtegerntolle, aber eigentlich grobe Healy, der sich von einem Fettnäpfchen ins nächste schmeißt. Garantiert sind ca. 114 Minuten Spaß und viele Lacher für jeden Fan der witzigen, aber nicht zwanghaft witzigen Komödie! DATEN: Amerikanische Komödie von 1998 Regie: Bobby und Peter Farrelly Schauspieler: Cameron Diaz, Ben Stiller, Matt Dillon, Lee Evans, und viele mehr...
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13.08.2004 10:12
Ich fand den Film auch super, wobei ich jedoch die Idee mit den Straßenmusikanten nicht so toll fand. Toller Bericht! Nicole200
12.04.2004 18:26
Uhhhhuuu, ich find den Film soooooo furchtbar, würde ich mir nicht nochmal ansehen, selbst wenn mir jemand 10 Euro schenken würde....
10.04.2004 16:18
Den hab ich letztens kurz gesehen, kannte ihn ja schon, war echt mal wieder lustig ;) frohe Ostern!