"Vollkommen talentfrei" - Es gibt auch Gute!
22.09.2003
Pro:
siehe Text
Kontra:
siehe Text
Empfehlenswert:
Ja
 MB1975
Über sich:
Mitglied seit:06.12.2001
Erfahrungsberichte:28
Vertrauende:5
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 33 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo liebe Ciao-Leser! Nachdem ich hier schon div. Berichte über Versicherungsvertreter gelesen habe, ist mir eines aufgefallen. Viele der Autoren liefern die gängigen Klischees, wie z.B. "Versicherungsvertreter sind aufdringlich", " Versicherungsvertreter sind provisionsgierig", "Versicherungsvertreter sind desinteressiert", "Versicherungsvertreter sind dumm und schlecht ausgebildet", oder um es mit den Worten von Dieter Bohlen zu sagen "vollkommen talentfrei". Einige Male habe ich Erfahrungsberichte gelesen, wo ich den Eindruck hatte, da ist jemand in dem Beruf des Vertreters nicht klargekommen und wollte auf diese Art und Weise mit seinem Unternehmen abrechnen. Bei anderen Berichten habe ich Erfahrungen mit div. Versicherungsvertretern ( meistens schlechte ) gelesen. Tipps und Tricks habe ich hier leider noch nicht gefunden.Da dieses für mich einer der schönsten Berufe überhaupt ist, und es in dieser Branche sehr viele engagierte und kompetente Mitarbeiter gibt, möchte ich Euch einige Anhaltspunkte liefern, anhand derer Ihr einen guten Vertreter erkennt. 1. Die AusbildungDie fachliche Mindestvoraussetzung sollte der Titel "Versicherungsfachmann/frau BWV" sein. Die Ausbildung nach den Standards des Berufsbildungswerkes für die Versicherungswirtschaft dauert ca. 13 Monate. Der Absolvent verfügt über ausreichende Kenntnisse für den täglichen Gebrauch in den gängisten Versicherungssparten und kann seine Qualifikation durch einen entsprechenden Ausweis mit Foto nachweisen. Trägt der Vertreter den Titel "Versicherungskaufmann/frau", so hat er eine 3-jährige kaufmännische Ausbildung in einem Versicherungsunternehmen mit Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) absolviert. Der Vertreter hat in diesem Fall eine Urkunde der IHK, die ähnlich wie ein Meisterbrief in den Geschäftsräumen aufgehängt werden kann.Eine weitere Berufsbezeichnung, die im Außendienst allerdings weniger anzutreffen ist, ist der "Versicherungsfachwirt". Der Träger dieses Titels hat zusätzlich zur kaufmännischen Ausbildung noch ein betriebswirtschaftliches Studium absolviert. Die drei hier gezeigten Qualifikationen lassen schon darauf schließen, ob jemand ernsthaft diesen Beruf betreibt oder nicht.2. Präsenz vor Ort Ein guter Vertreter verfügt häufig über ein Ladenlokal als Anlaufstelle vor Ort. Idealerweise gibt es auch noch den ein oder anderen Kundenbetreuer und nette Telefondamen, die schnell weiterhelfen können. Da Versicherungen nicht jeden Tag abgeschlossen werden, bzw. dies häufig nach Terminvereinbarung geschieht, sind Öffnungszeiten wie in Einzelhandelsunternehmen nicht üblich und auch nicht von Nachteil.3. Angebot & Abschluß Das Erstgespräch sollte am Telefon erfolgen und nicht an der Haustür. Ein guter Vertreter nimmt sich gern die Zeit bei einem Beratungstermin, der entweder im Büro des Vertreters oder beim Kunden zu Hause stattfindet. Ob schnell an der Haustür abgeschlossene Verträge langfristige Risiken abdecken und die Bedürfnisse des Kunden berücksichtigen, halte ich persönlich für fraglich. Der Kunde sollte vom Vertreter ein persönliches Angebot ( keine Kritzeleien auf einem Zettel ) und das notwendige Informationsmaterial ( Preise, Bedingungen, etc. ) bekommen. Ein guter Vertreter händigt diese Sachen gern aus. Ein guter Vertreter hält übrigens auch neutrales Informationsmaterial aus der Fachpresse bereit und gibt nicht nur Prospekte in der jeweiligen Farbe des Versicherungsunternehmens weiter. Geht es um sehr beratungsintensive Themen, wie z.B. die betriebliche Altersvorsorge, so hat ein guter Vertreter auch nichts dagegen, wenn der Steuerberater des Kunden am Gespräch teilnimmt. Ein Bedenkzeit von 14 Tagen für ein Angebot gehört ebenso zum guten Ton. Danach sollte nach dem Vorliegen eines vollständigen Angebotes aber auch eine Entscheidung folgen.4. Hilfe im Schadenfall Ein guter Vertreter hilft dem Kunden im Schadenfall, indem er z.B. ( im Beisein des Kunden ) die Schadenmeldung formuliert. Viele Kunden sind hierbei nicht so versiert, weil sie ja auch nicht jeden Tag einen Schaden zu melden haben. Ein kompetenter Vertreter hat für die gängigsten Schadenfälle eine sog. "Regulierungsvollmacht" des Unternehmens ( i.d.R. über 1.500,-- Euro ) und kann den Schaden des Kunden einfach per Scheckzahlung regulieren.5. Empfehlungen Ein guter Vertreter bekommt von seinen Kunden Empfehlungen, ohne daß er permanent danach fragt. So, ich hoffe, ich habe hier einen positiven Eindruck von der Versicherungsbranche vermitteln können. Mit den obigen Tipps könnt Ihr selbst checken, ob ein Vertreter Euer Partner für eine sichere Zukunft wird. In diesem Zusammenhang würde ich mich auch über möglichst viele Kommentare freuen.Viele Grüße! Mirko
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02.11.2003 10:09
Wir haben einen sehr guten Versicherungsmakler, der also nicht von einer bestimmten Versicherung kommt, sondern alle miteinander im Überblick hat. Er hat uns schon sehr viel und sehr kompetent geholfen. Schöne Grüße, Gabi
07.10.2003 22:10
Es gibt Gott sei Dank nicht immer nur schwarze Schafe ;-)
22.09.2003 16:17
Das musste mal gesagt werden ... ;o)))