Vertrauter Feind

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Kann ich Dir wirklich vertrauen?

3  18.08.2002

Pro:
Die Grundidee, die Storyline

Kontra:
die letztendliche Umsetzung und die Darsteller

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor

Spannung

Action:

Romantik:

mehr


bboeck

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:577

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 131 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Liebe Leserinnen, lieber Leser,

im Jahre 1996 schuf der Regisseur Alan J. Pakula einen Thriller welcher sich unterschwellig auch mit dem politischen Konflikt in Irland beschäftigt. Das ganze wird allerdings in die USA verlagert und auch hier bleibt ein Konflikt bestehen. Nebenher geht es noch um die Freundschaft zweier Männer. Das ganze wurde dann unter dem Titel „Vertrauter Feind“ ins Kino gebracht. Bei uns allerdings erst 1997.

Kommen wir zum Inhalt:

Frankie McGuire (gespielt von Brad Pitt) ist Mitglied der IRA. Nach einer Schiesserei kann er allerdings nicht in Irland bleiben. Und so wird er unter dem Namen Rory Devaney in die USA eingeschleust. Über entsprechende Kontakte gelangt er zu der Familie des Polizisten Tom O'Meara (gespielt von Harrison Ford). Dieser nimmt den jungen Mann bei sich auf und versucht ihm zu helfen. Auch seine Frau Bridget (gespielt von Julia Miles) und der Rest der Familie bemühen sich um Rory. Doch dieser ist nicht nur einfach so in die vereinigten Staaten geflogen. Er hat einen Auftrag für die IRA zu erfüllen. Er soll Stinger-Raketen für den Befreiungskampf in Irland beschaffen. Und so spielt Rory ein falsches Spiel, auf der einen Seite mimt er den emigrierten Iren, auf der anderen Seite knüpft er Kontakte zu verbrecherischen Organisationen. Allerdings taucht schon sehr schnell ein Problem auf, seine Partner spielen nicht fair und versuchen ihn zu betrügen. Das kann und will Rory natürlich nicht dulden und so gibt es die ersten Toten. Denn die IRA verarscht man nicht.

Leider führen diese Aktivitäten letztendlich auch Tom auf eine Spur, zwar gelingt es Rory noch eine lange Zeit sein Geheimnis für sich zu bewahren, doch der Cop fängt langsam an Verdacht zu schöpfen. Doch wahrhaben will auch er die Tatsache nicht, denn zwischen den beiden Männern hat sich inzwischen eine wirkliche Freundschaft entwickelt und auch Toms Familie ist nach wie vor von Rory begeistert. Das ändert aber nichts an der Tatsache das die Ermittlungen weitergehen und die Beweise letztendlich immer schlüssiger werden.

Beide Freunde wissen es im Endeffekt, es wird zu einem abschliessenden Showdown zwischen ihnen kommen, und am Ende kann nur einer von beiden das ganze überleben. Vor allen Dingen Tom gerät wirklich in Zugzwand denn auch sein Chef, der Chief Kelly (gespielt von Mitchell Ryan) fängt an ihm ein wenig die Hölle heiß zu machen, da noch keine brauchbaren Ergebnisse von den ganzen Untersuchungen vorliegen. Und so kommt, dann was als letzte Konsepuenz kommen muß, auch wenn keiner von beiden das nun bevorstehende wirklich will. Doch die eigene Form der Pflichterfüllung geht jedem von ihnen dann doch vor die Freundschaft.

Mehr gibt es nicht, hier endet die Inhaltsangabe.

Meine Meinung:

Hier wurde von Pakula versucht einen kaum begreifbaren Konflikt in einen Thriller einzubauen. Filme solcher Art gibt es ja genügend und der Versuch ist nicht als verwerflich zu bezeichnen. Doch leider entgleitet das ganze dem Regisseur schon nach kurzer Zeit. Wo eine wirkliche Beleuchtung der Hintergründe angebracht erscheint, entscheidet er sich leider für eine platte Darstellung, welche teilweise sogar droht ins Action-Genre abzurutschen. Als Stilelemente innerhalb des Filmes sicherlich nicht schlimm, aber bei diesem Streifen teilweise einfach unpassend. Vor allen Dingen die letzte halbe Stunde des Filmes wirkt dann nur noch überzogen und teilweise sogar theatralisch. Was der Regisseur dabei gedacht hat wird wohl sein Geheimnis bleiben, auf jeden Fall zerstört er damit das komplett vorhergegangene. Auch die dargestellte Freundschaft wirkt in ihren Endzügen nur noch gekünstelt und wenig glaubwürdig. Die Dialoge erinnern manchmal schon fast an eine Seifenoper (kleine Überspitzung). Es gelingt in jedem Fall nicht eine wirkliche Atmosphäre aufzubauen, so sehr auch die bemühenden Versuche sichtbar sind. Das ganze kommt natürlich nicht von ungefähr. Es gab bei den Dreharbeiten extreme Animositäten zwischen den beiden Hauptdarsteller, sowie auch zwischen den Hauptdarstellern und dem Regisseur. Diese Spannung und Verkrmapftheit ist letztendlich auch der ganzen Produktion anzumerken. Es bleibt zwar noch ein ansehnlicher Film übrig, doch der Tiefgang und der Anspruch des Werkes an sich bleiben dabei leider auf der Strecke.

Das mag insgesamt sicherlich auch an den Darstellern liegen. Harrison Ford habe ich jedenfalls selten so lustlos spielen sehen. Er macht seinen Job als Schauspieler aber er verausgabt sich in keiner Sekunde des Filmes. Er macht das, was man im normalen Arbeitsleben wohl als Routine bezeichnet. Er spielt seinen Plot und das war es. Leider merkt man diesen Umstand sehr deutlich. Brad Pitt ist auch nicht viel besser, im Gegensatz zu anderen Rollen bleibt er in diesem Film auch ziemlich blass. Sein Rory hätte eine wesentlich grössere Tiefe aufweisen können, doch diese Chance verschenkt er durch sein kaum vorhandenes Schauspiel. Die anderen Darsteller sind kaum einer weiteren Erwähnung wert, sie gehören zum Film dazu, aber herausragende Rollen oder Leistungen konnte ich nicht beobachten.

Es bleibt insgesamt ein ansehbarer Film übrig, von dem man allerdings nichts großartiges erwarten sollte. Auch die Namen Ford und Pitt helfen da nicht weiter. Die Altersfreigabe von 12 Jahren halte ich für angemessen. Wirklich grausame Szenen gibt es in diesem Film nicht.

Mein Fazit:

Eine gute Idee, leider ziemlich in den Sand gesetzt. Weder ein Film mit wirklichem Tiefgang, noch ein Film den man dann als Popcorn-Kino bezeichnen könnte. Nicht Fisch, nicht Fleisch, sozusagen. Zum nebenbei ansehen aber sicherlich geeingnet, man darf halt keine großen Ansprüche stellen.

Ich spreche eine sehr knappe Empfehlung aus und vergebe enbenso knappe 3 Sterne.

Es gibt diesen Film auf Video und auch auf DVD.

Vielen Dank fürs Lesen.

Wer Tippfehler findet darf damit den Regisseur einen Verbesserungsvorschlag basteln, für den Directors-Cut.

Respect all Colours

P.S.: Liebe Julia, dieser Bericht ist Dir gewidmet, denn Dir verdanke ich die Anregung über diesen Film zu schreiben. Wie immer hoffe ich, das er gefallen findet.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Tactics-Frankie

Tactics-Frankie

25.08.2002 15:48

Hi, Bernd. Schade, dass ich keine Tippfehler gefunden habe. Nur zu gerne hätte ich Verbesserungsvorschläge abgeliefert ;-))) Mooie groetjes, Frankie

Crazynoodle

Crazynoodle

23.08.2002 13:54

Na gut, ein Film weniger, den man sich noch ansehen “muss”. Kommt ja auch schon so genug für den nächsten Videoabend zusammen, wenn man all deine Berichte liest und so auf den Geschmack kommt *lach*. Viele liebe Grüße, deine Christina :o)

Angel002

Angel002

22.08.2002 21:34

ich hab den film irgendwie nicht so gut in erinnerung.würd ihn mir auch kein 2.mal anschauen.

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