Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Netter Roller mit Wertsicherung |
| Kontra: |
stark überteuert, nicht zeitgemäß |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Dieser Testbericht ist nicht an die Jünger der Marke Piaggio oder an überzeugte , sogenannte "Vespisti" genannte Personen gerichtet, sondern an Menschen denen dieser Roller grundsätzlich -einfach nur gefällt, weil sie ihn vielleicht mal auf der Straße, oder vor der Eisdiele gesehen haben.
An die, die ihn vielleicht einfach haben wollen, aber aufgrund des erstaunlich hohen Anschaffungspreises verwundert nach Testberichten zu suchen beginnen.
Was kann man berichten?
Zunächst muß gesagt werden, daß diese wirklich schöne Vespa im Sinne eines einfachen, praktischen, und wartungs,- sowie schadstoffarmen Verkehrsmittels nichts mehr auf unseren Straßen zu suchen hätte.
Der Roller ist technisch absolut einfach aufgebaut, und findet seine technologischen, leicht erklärbaren Ansätze irgendwo in der frühen Nachkriegszeit.
Emmissionswerte sind klarerweise ein Fremdwort.
Die Karosserie ist aus mehreren Stahlblechteilen gestanzt, und miteinander größtenteils im Punktschweißverfahren zusammengefügt.
Dies beinhaltet den großen Nachteil, daß ein etwaiger kleinerer Unfall mit herkömmlichem Blechschaden - nach heutigem Ermessen sehr schnell zum wirtschaftlichen Totalschaden führen kann, da sich keine Karosserieteile einfach nur durch Abschrauben austauschen lassen.
Eine Blechreparatur inklusive Lackierarbeiten wegen eines verbogenen Beinschildes kann im ungünstigen Fall bis zu 1000 Euro betragen.
Im normalen Fahrbetrieb können wegen der seilzuggesteuerten Gangschaltung, und deren problematischer Verlegung auf engstem Raum immer wieder Pannen auftreten. Ohne hier in den Geschlechterkampf eintreten zu wollen, darf man behaupten, daß es speziell der zarten Damenhand schwerfällt die 4-Gangschaltung parallel zur Kupplung mitzubetätigen. Übung macht hier den Meister, man gewöhnt sich aber daran.
Wer an dieser Vespa vergebens nach dem Startknopf sucht, wird bald auf der rechten Motorseite den kurzen Kickstarthebel vorfinden mit dem man sich fußschwingend zu begnügen hat.
Im Normalfall ist der Kickstart relativ leicht durchzuführen, man sollte jedenfalls festes Schuhwerk anhaben. Im Falle eines Abrutschens, kann man sich leicht Verletzungen durch das in der Nähe befindliche Trittbrett zuziehen.
Die 6 Ps`- ige Motorisierung der schönen Italienerin würde ich als ausreichend bezeichnen, jedoch verliert gegen einen modernen Automatikroller selbst der geübteste Vespafahrer den Ampelspurt im hektischen Verkehr der Metro.
Die piagg`sche Handschaltung läßt hier freundlich grüßen, während der Automatik-flitzer bereits den Horizont streift.
Bei lauwarm fortgetriebener Fahrt in sommerlichen Nächten kann einem übrigens durchwegs mal die Straße vor Augen verschwinden (obwohl sie noch da ist..)
Die Beleuchtungsstärke des kleinen 6 Volt Scheinwerfers ist drehzahlabhängig, und funktioniert bei Vollgas am Besten.
Nun, man sollte ja auch nicht rumstehen mit der Maschine, sondern fahren.
An der Ampel wird`s eben dunkel, aber umso unabgelenkter kann man den tiefroten Farbton des Verkehrszeichens studieren und auf sich wirken lassen.
Ebenfalls ein Relikt aus uralten Tagen ist das Fehlen des Begrenzungslichtes (im Volksmund "Parklicht" genannt) , sowie einer Blinkanlage.
Im Falle eines Fahrtrichtungswechsels müssen Sie sich des Handzeichengebens
wie auf einem Fahrrad bedienen. Dies erfordert eine besonders vorraussichtige Fahrweise.
Zum Spritverbrauch möchte ich nichts sagen, da es hier Unterschiede wie Tag und Nacht gibt. Man findet am Gebrauchtmarkt alles vor, vom V8 Chevy bis zum mickrigen Durst eines Magermotors.
Im Optimalfall kann eine Vespa Primavera aber durchaus dem Spritverbrauch eines
moderneren Rollers Paroli bieten.
Durchwegs erwähnenswert ist die Art und Weise der Betankung.
Sie werden vermutlich an 95% aller Tankstellen kopfschüttelnd weitergeschickt werden, da die spezielle, ölangereicherte Benzinsorte nicht mehr so ohne Weiteres an jeder Tankstelle verabreicht wird.
Sie fahren einen Zweitaktmotor ohne Getrenntschmierung.
Und sie benötigen eine Zweitaktzapfsäule, mit Zweitaktbenzin 1:50.
Für alle potenziellen Giftmischer wird es nun lustig.
Insoferne sie einen Meßbecher und ein Kännchen Zweitakt-öl mitsichführen, das richtige Mischungsverhältnis zu errechnen fähig sind, soll es ihnen möglich sein
an jeder x-beliebigen Tankstelle den Treibstoff nachzufassen.
Aber nur dann....!!
Sollten sie normalen Benzin ohne Ölzusatz getankt haben, werden sie innerhalb allerkürzester Fahrzeit einen kapitalen Motorschaden davontragen.
Hier wiederum: erhebliche Reparaturkosten.
Zu guter Letzt benötigen Sie eine geduldige Motorik im rechten Sprunggelenk, um den unter dem Bodenblech verborgenen Hauptständer aufzuspüren und den Roller nach getanem Tagwerk wieder sicher abzustellen.
Ein Seitenständer ist nicht vorhanden.
Vergessen Sie nicht, daß dieser Roller den Ansprüchen einer Zeit genügegetan hat in der das Tragen eines Sturzhelmes nicht verpflichtend war. Hieraus könnte sich erklären warum kein geeigneter Stauraum zur Verwahrung eines Solchen vorhanden ist.
Als mildernden Umstand muß man aber anführen, daß auch bei vielen modernen Rollern auf die Aufbewahrungsmöglichkeit des Helmes an Bord verzichtet wird.
Fazit:
Unvernünftig, aber aufgrund hoher Instandsetzungskosten erklärbar teurer Roller.
Durch die Verwendung der grundsätzlich einfachen Funktionsweise des Fahrzeuges hat sich u.A. eine sehr große "Pseudomechanikerszene" gebildet, die nunmehr versucht mit maximalem Profit den Markt mit Gebrauchtrollern oftmals fraglicher Herkunft, und größtenteils ohne Papiere zu befeuern.
Unterstützung findet diese Entwicklung im Vorhandensein eines parallel dazu boomenden Zubehör, -und Ersatzteilmarktes.
Hierbei positiv zu werten ist, daß nahezu jedes Ersatzteil beschaffbar ist.
Dies Alles sollte nun zu eklanten Preisschwankungen führen, tut es aber nicht.
Eine Vespa wird heute als Aktie gereicht, und weit über ihrem rationalen Wert gehandelt.
Das Kaufen einer Vespa Primavera ist aufgrund stark überzogener Preispolitik einiger marktbeherrschender Sammler (gewerblich, und privat!) , speziell im österreichischen Raum definitiv nicht empfehlenswert.
Sie werden diesen Roller in jedem Fall zu teuer bezahlen, garantiert !
Die Gewinnspannen für die Verkäufer, welche die Roller vor vielen Jahren geschenkt bekamen, oder zu Schrottpreisen gekauft haben,
sind weit über 150 Prozent anzusetzen.
Ein rationaler dem Nutzen des Produktes angepaßter Preis wäre in etwa 800- 1800 Euro.
Das Ist-Preisniveau liegt bei etwa 2000- 4500 Euro, selten aber doch auch darüber.
Ungeachtet dessen, ist die Primavera ein wahrer Augenschmaus, und läßt jedem Oltimerfan das Herz aufgehen.
Viel Spaß damit, denn das tut sie allenfalls, gerade wegen ihrer Schwächen!
| weitere Erfahrungsberichte |
Vespa Primavera
Bewertung für Vespa 125 Primavera von
Maidoerfer
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...Ich fahre seit über zehn Jahren eine Vespa Primavera. Dieser Roller zeichnet sich besonders dadurch aus, dass er klein und wendig ist, aber dennoch über den 125 ccm Motor verfügt. Daher beschleunigt dieser Roller trotz des älteren Baujahrs sehr gut. Die G ...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich |
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03.09.2007
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