Versuch der Modernisierung
19.06.2006
Pro:
Klassisches Design mit relativ moderner Technik
Kontra:
hoher Verbrauch, schlechte Kurvenlage
Empfehlenswert:
Nein
 Rasender_Reporter
Über sich:
Reporter (was sonst?) mit Leib und Seele, glücklich verheiratet (doch das gibts! *gg*) und Vater von...
Mitglied seit:17.01.2005
Erfahrungsberichte:3
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Die Cosa sollte nach dem Willen ihrer Schöpfer Ende der 80er Jahre das Erbe der inzwischen legendären Vespa PX-Baureihe antreten. Doch so wenig wie die Dyane und später der Visa bei Citroen die Ente ablösen konnten, so wenig gelang es der Cosa mit der PX: Fahrzeuglegenden sind so einfach nicht umzubringen! Dabei bietet die Cosa gegenüber der PX unbestreitbare Vorteile: Die hydraulisch (und endlich nicht mehr über Seilzüge) betätigte Bremse wirkt beim Tritt aufs Bremspedal auf beide Räder gleichzeitig, auf Wunsch sogar mit ABS. Das Cockpit wartet mit einem Drehzahlmesser auf, und unter der Sitzbank ist tatsächlich Platz für einen Helm oder einen optionalen Zusatztank. Letzterer macht allerdings auch Sinn, denn bei einem langfristigen Verbrauch von horrenden 5,2 Litern Benzin (plus 2T Öl aus dem getrennten Gemsichaufbereitungstank) kommt man mit dem 8 Liter fassenden Serientank nicht weit - mit diesem Durchschnittsverbrauch kommt mancher Kleinwagen aus, meine PX habe ich immer um 4 Liter Gemisch gefahren! Das liegt zum Teil sicherlich an dem um 10 % höheren Leergewicht, aber das kann eigentlich nicht der einzige Grund sein. Enttäuschend auch das Kaltstartverhalten: Während eine vernünftig eingestellte PX oder Rally mit gezogenem Choke nach wenigen Tritten auf den Kickstarter anspringt, lässt sich die Cosa mit ihrer Startautomatik nach einigen Tagen Standzeit erheblich länger bitten. Das Fahrverhalten ist - gemessen an den älteren Vespa - subjektiv schlechter. Vor allem in Kurven lässt die Cosa weniger Schräglage zu, sie setzt eher auf. Das liegt hauptsächlich wohl an der Verkleidung unter dem Trittbrett, die Teile der hydraulischen Bremsanlage schützt. Fazit: Eine Cosa ist etwass für jemanden, der für relativ kleines Geld eine Vespa in (gemessen an den aktuellen 4 Takt Versionen) klassischem Design fahren möchte. Dass eingefleischte Vespisti sie nie als Nachfolgerin der PX und ihrer Vorgängerinnen erst genommen haben, ist für den Kenner indes nachvollziehbar.
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