Frau <- Mann <--> Mann -> Frau
28.11.2007 (22.01.2009)
Pro:
erstklassige Besetzung, humorvoll, sehr gute Ausstattung,
Kontra:
-
Empfehlenswert:
Ja
 Shelagh
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:219
Vertrauende:1
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VICTOR / VICTORIA HANDLUNG
Paris im Winter 1934. Die Weltwirtschaftskrise bringt es Anfang der 30er Jahre mit sich, dass die Leute mehr an kurzweiliger Zerstreuung, als an ernsthafter Kunst interessiert sind und so sieht das Dasein für die Opernsängerin Victoria Grant gerade alles andere als rosig aus. Zu allem Überfluss hat sich ihr Ex-Mann auch noch mit dem gemeinsamen Geld aus dem Staub gemacht und so ist die junge Frau mehr oder weniger dazu gezwungen, ihren Unterhalt in Nachtclubs und Bars zu verdienen. Doch auch hier erhält sie nur selten Engagements, da in der französischen Metropole derzeit doch vielmehr das Varieté und mitunter auch das eher frivole Vergnügen den Vorzug genießt. Mit ihrer Miete im Rückstand, hungernd und nicht wissend, wovon sie die nächste Mahlzeit bezahlen soll, sucht die Verzweifelte ein Restaurant auf, um sich mit einem kleinen Trick ein ordentliches Abendessen zu erschwindeln. Hier lernt sie dann den ebenfalls kürzlich arbeitslos gewordenen Chansonnier "Toddy" kennen und nachdem der Plan mit dem kostenlosen Essen zwar aufgeht, sie aber dennoch in einem ziemlichen Tohuwabohu das Lokal eiligst verlassen müssen, finden sie sich schließlich völlig verfroren und durchnässt in Toddys Wohnung wieder, wo sie sich gegenseitig ihr Leid klagen. Da Victorias Kleider die Nässe nicht überstanden haben, bedient sie sich kurzerhand einer der Anzüge von Toddys Geliebten, mit dem er erst kürzlich im Streit auseinander gegangen ist und diese Verwandlung inspiriert die Beiden zu einer Idee. Nach einem entsprechenden Haarschnitt suchen sie den bekannten Agenten André Cassell auf und stellen ihm Victoria als den polnischen Travestiekünstler Graf Victor Grezhinski vor. Dieser ist sofort hellauf begeistert und verschafft dem zierlichen jungen Mann mit der hohen Stimme ein Engagement in einem bekannten Pariser Varieté. Gleich der erste Auftritt wird ein Riesenerfolg, Victor avanciert zum gefeierten Star und Toddy organisiert umgehend den Umzug in eine luxuriöse Hotel-Suite.
Doch der am Premierenabend anwesende King Marchand, - ein Nachclubbesitzer aus Chicago - will es einfach nicht wahr haben, dass die junge Frau, die ihn auf der Bühne so sehr begeistert hat, in Wirklichkeit ein Mann ist und so nimmt er Kontakt zu Toddy und Victor auf und setzt alles daran zu beweisen, dass hier ein Schwindel vorliegt, denn es kann ja unmöglich sein, dass er - als ausgemachter Macho! - bei einem Kerl Feuer gefangen hat … MEINE MEINUNG
Wie weiter unten etwas ausführlicher zu lesen, ist Victor / Victoria das Remake eines deutschen Films aus den 30er Jahren. Mir ist das Original nicht bekannt, aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es besser ausgefallen ist als dieses Werk, welches von dem bekannten Regisseur Blake Edwards ("Der Rosarote Panther", "10 - Die Traumfrau", "Das große Rennen rund um die Welt") hier so perfekt in Szene gesetzt wurde. Die aufwändige Ausstattung, die Musik, die Kamera, Story und Dialoge sowie nicht zuletzt die exzellenten Schauspieler, - das ist einfach alles sehr stimmig und man merkt doch deutlich, dass hier mit Liebe zum Detail, Leidenschaft und vor allem auch Können gearbeitet wurde. Julie Andrews ist eine der Schauspielerinnen, die mit vielen Talenten daher kommt und so überzeugt sie - wie z. B. auch schon in "Mary Poppins" oder "The Sound of Music" - nicht nur als Aktrice, sondern auch mit Gesang und Tanz. James Garner (mit ihm war Julie Andrews Jahre später in dem Film "Zauber einer Winternacht" noch einmal zu sehen) spielt einen Mann, der hin und her gerissen zwischen seinem Macho-Image und der Liebe zu einer Frau, - die sehr genau weiß, was sie will und auch bereit ist, ungewöhnliche Wege einzuschlagen, um ihre Träume zu verwirklichen - sich erst einmal selbst neu entdecken muss und Robert Preston gibt den väterlichen Freund Victorias, der ihr nicht nur wieder auf die Beine hilft, sondern sich auch als zuverlässiger Beistand in allen Lebenslagen erweist. In einer großartigen Rolle ist Lesley Ann Warren zu sehen, - als völlig überdrehte, wasserstoffblondierte und ziemlich temperamentvolle Reisebegleitung Marchands macht sie einen herrlich schrägen und bunten Farbtupfer in dieser Geschichte aus - und steht mit ihrer Leistung sicherlich nicht hinter den drei Protagonisten zurück.
Natürlich ist das Thema dieses Films unter anderem auch Homosexualität, dieses wird aber auf sehr leichte und spielerische Art angesprochen und kann insofern auch als das was es ist transportiert werden, - eine völlig selbstverständliche Lebensform, bei der die Probleme weniger bei den Beteiligten, sondern mehr bei den Kritikern zu suchen sind! Victor / Victoria ist ein eleganter Film, der mit geschliffenen Wortwechseln und intelligentem Humor besticht. Der Pariser Flair der 30er Jahre, die große Zeit des Varietés und auch die Frechheit, die man vielleicht mitbringen musste, um in diesen nicht gerade leichten Zeiten zu bestehen sowie natürlich auch der Tausch der Geschlechter, machen den besonderen Charme dieser Geschichte aus. Absolut empfehlenswert und falls ihn der ein oder andere doch noch nicht gesehen haben sollte, - wahrscheinlich wird er wieder mal - wie fast immer alljährlich! - von den dritten Programmen während der kommenden Feiertage (Weihnachten/ Silvester) ausgestrahlt.
CAST Julie Andrews als Victoria Grant aka Graf Victor Grezhinski ("Plötzlich Prinzessin", "Der zerrissene Vorhang", "Hawaii") Die Schauspielerin ist seit 1969 mit dem Regisseur dieses Films - Blake Edwards - verheiratet. Ihre Filmrolle - Victor / Victoria - spielte sie in den 90er Jahren auch am Broadway
James Garner als King Marchand ("Maverick", "Getrennte Betten", "Im Zwielicht") Robert Preston als Caroll "Toddy" Todd ("Der lange Treck", "S.O.B. - Hollywoods letzter Heuler")
Lesley Ann Warren als Norma Cassady ("Choose me - sag ja!", "Color of Night", "Desperate Houswives") Alex Karras als "Squash" Bernstein
John Rhys-Davies als Andre Cassell ("Der Herr der Ringe") Weitere Darsteller: Graham Stark, Peter Arne, Norman Chancer, Michael Robbins
FACTS Filmtitel: Victor / Victoria
Erscheinungsjahr: 1982 Produktionsland: England / USA
Genre: Komödie / Romantik / Musical Länge: 132 Min.
Altersfreigabe: ab 12 J. Drehort: Pinewood Studios, Iver Heath, Buckinghamshire, England, UK
Drehbuch: Blake Edwards, Hans Hoemburg Kamera: Dick Bush
Musik: Henry Mancini Produktion: Tony Adams, Blake Edwards
Produktionsfirma: Artista Management Regie: Blake Edwards
AUSZEICHNUNGEN 1983 - Oscar für Henry Mancini und Leslie Bricusse / Filmmusik weitere 6 Nominierungen, - darunter Blake Edwards / Drehbuch, Julie Andrews, Lesley Ann Warren und Robert Preston 1983 - Golden Globe Award für Julie Andrews, Lesley Anne Warren und Robert Preston und der Film selber als "Beste Komödie"; Henry Mancini war für seine Musik nominiert 1983 - César für Blake Edwards 1983 - Premi David di Donatello für Blake Edwards und Julie Andrews 1983 - Kansas City Film Critics Circle für Julie Andrews 1982 - National Board of Review Award für Robert Preston 1983 - Writers Guild of America Award für Blake Edwards 1983 - Nominierung für den Grammy Award - Henry Mancini und Leslie Bricusse 1983 - Motion Picture Sound Editors Award für den Film
DARÜBER HINAUS Bei diesem Film handelt es sich um ein Remake des deutschen UFA-Film - "Viktor und Viktoria" von 1933 (mit Renate Müller u. Hermann Thiming / Regie: Reinhold Schünzel). Unter der gleichen Regie entstand auch die französische Fassung "Georges et Georgette". 1957 wurde diese Geschichte bereits ein weiteres Mal verfilmt - hier mit Johanna von Koczian und Georg Thomalla, unter der Regie von Karl Anton - allerdings kann es dieser Film weder mit dem Original, noch mit der nachfolgenden Version von Blake Edward aufnehmen.
28. November 2007 / Shelagh
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29.10.2009 21:40
Danke für Dein bh und lg
23.01.2009 13:30
Den habe ich seit ewigen Zeiten nicht mehr gesehen, den Film, und ich glaube damals war mir die Message auch überhaupt nicht klar. Die verdiente Bewertung muss ich Dir leider nachreichen - bin braless im Moment :-)
23.01.2009 12:58
Schon so einiges davon gehört...aber noch nie selbst geschaut...sollte ich wohl mal tun...LG