Viel Lärm um nichts

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Shakespeare und Branagh sind wohl seelenverwandt

5  04.12.2000

Pro:
frech, sritzig und keines wegs verstaubt

Kontra:
keines  !  !  !  !

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor

Spannung

Anspruch

Action:

Romantik:

mehr


Fallbala

Über sich: Kinofreak, Dickschädel, Haarverliebt, Reisen, Music...wo soll man da nur anfangen? Es ist wohl unmög...

Mitglied seit:08.10.2000

Erfahrungsberichte:13

Vertrauende:10

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 266 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Im Grunde genommen geht es in dem ganzen Stück zwar um Nichts, doch dafür wird hier ziemlich viel Lärm gemacht. Die wohl wichtigste Frage dieser, frei nach William Shakespeares komischer Romanze "Viel Lärm um nichts", ist wie man zwei Menschen, die kein größeres Vergnügen kennen als sich gegenseitig zu beschimpfen zu verkuppeln? Ganz einfach! Man erzählt ihnen, daß der eine hoffnungslos in den anderen verliebt ist. Dieser Film ist wohl einer der besten Shakespearverfilmungen in der es Kenneth Branagh gelang das hinreißend-übermütige Spiel um Liebe und Intrigen brilliant in Szenen zu setzen.

Der Film beginnt um 1600 in Parma/Italien mit dem Eintreffen der edelsten Junggesellen um den siegreichen Feldherren Don Pedro, Prinz von Aragon (Denzel Washington) auf dem Anwesen Leonatos (Richgard Bries), dem Gouverneur von Messina - sehr zum Vergnügen der dort wohnenden ledigen Damen. Es muß wohl Liebe auf den ersten Blick bei dem romantischen Grafen Claudio (Robert Sean Leonard) und Leonatos schöner Tochter Hero (Kate Beckinsale) sein. Auf einem Maskenfest wirbt Don Pedro für Claudio und gewinnt sowohl Heros als auch Leonatos Zustimmung. Alle könnten fröhlich sein, aber über die Ausgelassenheit der Feste legt sich der Schatten der Intrige in Gestalt des melancholischen Bösewichtes Don Juan (Keanu Reeves) der gerade wiederversöhnte Bruder Don Pedros.

Unterdessen werden die schöne Beatrice (Emma Thompson), eine spitzzüngige Kritikerin der Männer im allgemeinen wie Benedikts im besonderen, und der eingefleischte Junggeselle Benedikt (Kenneth Branagh), ein erklärter Feind der Ehe, durch einen "Komplott" dazu gebracht, sich ihre heimliche Liebe einzugestehen. Die herrlichen, scharfzüngigen Wortgefechte der beiden Dickschädel suchen in der Filmgeschichte ihresgleichen. Für mich eine der schönsten, liebenden Streithähne die man je auf Zelluloid gesehen hat.

Die Schauspielergarde, die Branagh um sich versammelt, ist nicht nur beeindruckend, sie sprüht nur so vor Spiellaune, wie es die Leinwand selten erlebt. Da sitzt jede Pointe, trotz der antiquierten Orginalsprache.

Hier ein kleines Zitat (von Beatrice) am Anfang des Filmes, damit ihr eine Vorstellung bekommt:

Klagt, klagt nicht Mädchen, Ach und Weh!
Kein Mann bewahrt die Treue!
Am Ufer halb, halb schon zur See,
Reizt, lockt sie nur das Neue!

Weint keine Trän' und laßt sie gehn!
Seid froh und guter Dinge!
Daß statt der Klag und dem Gestöhn
Juchheissassa, Juchheissassa erklinge!

Branagh überzeigt sowohl als einer der Hauptfiguren als auch als Regiessuer. Shakespeares wunderbar leichte Komödie um Intrigen, Freundschaft und Liebe sorgt dafür, daß man als Zuschauer für knapp 2 Stunden in ein nicht enden wollendes Lächeln versinkt, daß nicht gerade selten in schallendes Gelächter übergehend. Erwähnen möchte ich hier noch kurz Patrick Doyle, der für die fantastische Musik dieses Epos zuständig war. Doyle hatte aber fast alle Shakepeareverfilmungen Branaghs, wie Henry V , Othello, Mary Shelly's Frankenstein und Hamlet mit seiner Musik verzaubert.

William Shakespeare und Kenneth Branagh. Da frag ich mich manchmal wer denn nun für wenn erschaffen worden ist. War es Shakespeare, der lediglich dafür existierte um Branagh die Nahrung für seinen visuellen Genius zu geben, oder wurde Branagh nur geboren, um Shakespeares perfekte zeitlose Kunst auf ebenso perfekte Art und Weise in Szene zu setzten? Die Frage ist wohl genauso schwer zu beantworten, wie die Frage ob nun das Huhn oder das Ei zuerst da war.
Aber eigentlich ist das alles doch bloß Lärm - Eben viel Lärm um nichts!

Der Originaltitel des 1993 in England gedrehten Filmes lautet übrigens: "Much Ado about Nothing" und ist ab 6 Jahren freigegeben.

Also rein in eure Stammvideothek schnappt euch meinen Lieblingsfilm und viel Spaß. Ich hoffe ihr werdet Benedikt und Beatrice mindestens genauso lieben wie ich.

gkk
Falli

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
hgering

hgering

30.12.2000 17:24

Ich habe den Film auch in vollen Zügen genossen. Schade nur, daß die jüngste Shakespeare-Verfilmung Branaghs "Verlorene Liebesmüh" ein Griff ins Klo war, zumindest in meinen Augen. Hoffentlich macht er es beim nächsten Mal wieder besser.

dedicato

dedicato

28.12.2000 21:44

super! deine meine dazu liest sich sehr einfach.

taker-_2

taker-_2

27.12.2000 14:06

Jetzt wollte ich ein sehr nützlich geben, aber ciao hat wohl grössere technischen Probleme, daher kann ich die bewertung anklicken so oft ich will, sie wird aber nicht angenommen. Deshalb bewerte ich auf diesem Wege, ciao taker

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  1. Neddy1984
  2. RJR1977
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  1. Faik

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